Schlagwort-Archive: Polen

Polen will Wildschweinbestand “praktisch auf Null” reduzieren

Niedersachsen: Uelzen simuliert ASP-Ausbruch

In Polen soll der Wildschweinbestand praktisch auf Null reduziert werden, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möglichst zu verhindern. Das berichtet rbb24. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, arbeiten Forstverwaltung und Jägerschaft intensiv zusammen, jeder Fall eines tot aufgefundenen Wildschweins werde überprüft. Im Nordosten Polens, an der Grenze zu Litauen und Weißrussland, wütet die ASP bereits seit Jahren, der Westen Polens ist bislang nicht betroffen. Ein polnischer Förster berichtet im rbb, dass er täglich Wildschweine dabei beobachte, wie sie über die Oder nach Deutschland schwimmen. Ein von dem Radiosender interviewter deutscher Jäger weist indes daraufhin, dass man auch auf deutscher Seite seit langem bestrebt sei, die Wildschweinbestände abzusenken. Trotzdem wachse der Bestand immer weiter an. Die hohe Reproduktionsrate des Schwarzwilds, milde Winter und die praktisch ganzjährig gesicherte Versorgung durch proteinreiches Futter konterkarieren die Bestrebungen der Jäger. Insofern bleibt abzuwarten, ob der polnische Plan einer drastischen Absenkung des Bestands funktioniert. red.

Beitragsbild: Erlegte Wildschweine (u.a.) auf der Strecke. Foto: SE

Polen: Wolf soll zwei Kinder gebissen haben

Im Dorf Strzebowiska in den Bieszczady-Bergen (Woiwodschaft Karpatenvorland (województwo podkarpackie)) soll ein Wolf am Dienstag Abend zwei Kinder, ein acht Jahre altes Mädchen und einen zehn Jahre alten Jungen, gebissen haben. Polnischen Medienberichten zufolge sollen die Kinder bei dem Angriff Bisswunden erlitten haben. Sie befinden sich nicht in Lebensgefahr, wurden jedoch in ein Krankenhaus in Lesko eingeliefert. Nach Rücksprache mit dem Umweltministerium habe die Regionaldirektion das Tier zum Abschuss freigegeben. Ein Forstbediensteter führte mit Unterstützung der Polizei eine Jagd auf das Tier durch, der Wolf wurde dabei erschossen. Bereits Mitte Juni soll es in der Region  in einem privaten Resort in Wetlin einen Beißvorfall mit einem Wolf auf einem Zeltplatz gegeben haben, bei dem eine Touristin gebissen wurde. Der Fernsehsender tvn24 berichtet ebenfalls über den Vorfall, bezieht sich bei seiner Berichterstattung aber auf den Bericht des Radiosender rmf24 (Beitragsbild). Zunächst gab es keine weitere Bestätigungen für den Vorfall, mittlerweile haben aber diverse andere polnische Medien das Thema aufgegriffen. tvn24.pl zufolge hat ein Sprecher der Landespolizeizentrale in Rzeszów den Vorfall gegenüber der Chefredaktion von tvnmeteo.pl bestätigt. Der erlegte Wolf soll auf mögliche Krankheiten wie Tollwut untersucht werden.

Update: Nach einem Bericht von wiadomosci.wp.pl soll der Vorfall sich in Przysłup ereignet haben, wenige hundert Meter von Strzebowiska entfernt. Die Kinder hätten bei dem Angriff leichte Verletzungen an den Beinen davongetragen. Es seien Zweifel geäußert worden, ob es sich bei dem Tier um einen Wolf oder einen Hund handle. red.

 

Meldung zum angeblichen Bissvorfall auf tvn24.pl (Screenshot)

Beitragsbild: Bericht über Bissvorfall auf rmf24.pl

Wissenschaftler: ASP in vier Jahren in Deutschland

Der polnische Epidemiologe Andrzej Jarynowski von der Universität Wrocław (Breslau) hat ein Rechenmodell entwickelt, mit dem sich Ausbreitungsgeschwindigkeit und Ausbreitungsrichtung von Tierseuchen, insbesondere der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorhersagen lassen. Dafür wurden von einem Team von Wissenschaftlern 3.230 ASP-Ausbrüche ausgewertet. Das Modell soll durch Vorhersagen künftiger Ausbrüche eine zielgerichtete Seuchenprophylaxe ermöglichen. Die Ergebnisse stellte Jarynowski am 13. Juni auf einem tiermedizinischen Kongress in China (25th International Pig Veterinary Society Congress (IPVS 2018), Chongqing) vor. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der ASP beträgt demnach 200 Kilometer im Jahr in westlicher Richtung. Auch wenn sich die Situation in den bereits betroffenen Gebieten stabilisiere, werde die Ausbreitung von ASP voranschreiten, sagte Jarynowski gegenüber der Fachpublikation Pig Progress. Selbst wenn man die Rolle von Menschen bei der Verbreitung von ASP ausschlösse, wird die ASP nach seinen Berechnungen in ca. vier Jahren die deutsche Wildschweinpopulation erreichen. Menschen sind für die beschleunigte Ausbreitung des Virus in erster Linie verantwortlich.

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Polen: ASP-Ausbruch in Grossbetrieb

In Szczyty-Nowodwory, einem Dorf im Powiat Bielski in der polnischen Woiwodschaft Podlachien an der Grenze zu Weißrussland ist es zu einem neuen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gekommen. Betroffen ist eine Schweinemastanlage mit 5909 Schweinen. 21 Schweine sind bisher erkrankt, zwei gestorben, wie aus einer Meldung der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hervorgeht. Der neue ASP-Fall ereignete sich somit in einem Gebiet, in dem bereits strenge Restriktionen wegen der ASP in Kraft sind. Wie der Erreger in die Schweinemastanlage eingeschleppt wurde, konnte noch nicht festgestellt werden. Unter Landwirten wächst die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der ASP. red.

Beitragsbild: OIE-Meldung über den neuen ASP-Ausbruch in Polen. (Screenshot)

Polen will ASP-Schutzzaun bauen

Polen plant, an seiner Ostgrenze einen 1200 Kilometer langen Schutzzaun zu errichten, der Grenzübertritt und Einwanderung ASP-infizierter Wildschweine aus der Ukraine, Russland und Weißrussland unterbinden sollen. Das berichtet das Netzwerk Euractiv unter Berufung auf die englische Tageszeitung Telegraph. Demnach soll der Zaunbau noch 2018 begonnen und 2020 fertiggestellt sein. Der Zaun soll zwei Meter hoch sein und über fest im Boden verankerte Fundamente verfügen, um ein Überspringen und Unterwühlen des Zauns zu verhindern. Dennoch bestreiten Experten die Wirksamkeit des geplanten Zauns: Zum einen, weil Wildschweine ihn vermutlich dennoch überwinden könnten, zum anderen, weil die ASP bereits in Polen grassiere. Auf die ökologischen Auswirkungen eines solchen Zauns, der Wildbewegungen zahlreicher anderer Tierarten drastisch einschränken würde, wird in den Berichten nicht eingegangen.

Übrigens ist es sehr aufschlussreich, das Impressum von Euractiv aufzurufen und sich vor Augen zu führen, welche Akteure sich da zu diesem “unabhängigen und pan-europäischen Mediennetzwerk spezialisiert auf EU-Politik” [Selbstdarstellung auf Euractiv.com] zusammengefunden haben: Die Partei “Die Linke” im Europaparlament, einige NGOs, die Parteistiftung der Grünen, also die Heinrich Böll Stiftung, der Nabu Deutschland und die Party of the European Left. So stellt man sich doch ein “unabhängiges Mediennetzwerk” vor, nicht wahr? Neben solchen Playern, die in der erodierenden Medienlandschaft sehr wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen werden, braucht es dann nur noch das Netz-DG und zwangsgebührenfinanzierten Regierungsfunk – da muss man sich um einheitliche Meinungsbildung keine Sorgen mehr machen. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf Euractiv. (Screenshot)

Polen: “Unakzeptable und fundamental falsche Änderungen des Jagdrechts”

Es ist wie ein Alptraum: Keine Strafen für Jagdstörer, Jagdverbot für alle unter 18, regelmäßige Jägerprüfungen, Ernennung von Jagdfunktionären durch den Umweltminister – das polnische Jagdgesetz wird offenbar nach den Vorgaben totalitärer Jagdgegner umgestaltet.

Äußerst besorgt zeigt sich FACE, die Dachorganisation der europäischen Jagdverbände, über die Änderungen des polnischen Jagdgesetzes, denen der polnische Senat bereits zugestimmt hat. Diese bedeuteten “buchstäblich den Tod lange bestehender jagdlicher Tradition, Kultur und Methoden. Insbesondere die folgenden Neuregelungen, so FACE, hätten gravierende Auswirkungen auf Jagd und Jäger in Polen:

1 Das Verbot, Wildtiere ohne ausdrückliche jagdliche Zwecke zu stören. Dies würde FACE zufolge bedeuten, dass Jäger ihre Hunde und Falkner ihre Greifvögel nicht mehr effektiv trainieren könnten. FACE weist darauf hin, dass Falknerei und die Ausbildung von Greifvögeln von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt sind.

2 Die Ernennung des Präsidenten des polnischen Jagdverbands durch den Umweltminister und die Möglichkeit, diese Person durch den Minister zu entlassen, wenn ein Beratungsgremium dem zustimmt. Dies würde die Selbstverwaltung der Jägerschaft eliminieren und stelle einen unmittelbaren Angriff auf demokratische Grundprinzipien dar, so FACE.

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ASP: Keine Produkte aus Seuchengebieten im Handel

Seit heute bietet der Lebensmittel-Discounter Lidl Rohwurst aus Polen an. Kann so die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland eingeschleppt werden? Das Friedrich-Loeffler-Institut gibt in einer Stellungnahme gegenüber dem DJV Entwarnung.

“ASP-Risiko: Lidl verkauft polnische Rohwurst”, titelt die Fachzeitschrift top agrar auf ihrer Internetseite und bezieht sich auf das aktuelle Werbeprospekt der Discounters. Vor dem Hintergrund des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einigen polnischen Regionen haben Landwirte und Jäger beim Deutschen Jagdverband (DJV) nachgefragt: Besteht durch die Lidl-Rohwurst aus Polen ein Risiko der Einschleppung des ASP-Viruses? Der DJV hat das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, um Stellungnahme gebeten. Diese liegt jetzt vor: “Es gibt, wie bei allen anzeigepflichtigen Tierseuchen, strenge Auflagen bzw. Beschränkungen für die Restriktionszonen, die im Falle eines Ausbruchs eingerichtet werden. Aus diesen Gebieten kommen keine Produkte in den internationalen Handel, auch nicht zu einem Discounter. Das, was in den Handel geht, stammt von gesunden Tieren und ist nach bestem Wissen und Gewissen frei von Tierseuchen.”

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ASP: 279 Neuinfektionen in Polen von November bis Januar

Tierseuche macht “Sprung” nach Westen

Zwischen Ende November 2017 und Anfang Januar 2018 hat es einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zufolge allein in Polen 279 gemeldete Neuinfektionen mit der Afrikanischen Schweinepest gegeben. Experten schätzten die Lage als dramatisch ein, so die MAZ, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) habe von einer ernsten Situation für Deutschland gesprochen.

Am 17.11.2017 meldete Polen aus der Provinz Masowien einen Sprung der ASP von etwa 100 Kilometer in westliche Richtung, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelheit (LAVES) mitteilt: Bisher sind dort 170 ASP positive Wildschweine gefunden worden. Das neue Ausbruchsgeschehen habe sich offensichtlich bereits flächenhaft ausgebreitet und erstrecke sich auf mindestens drei Landkreise (Legionowski, Piaseczynski, Warschau West, Nowodworski und Otwocki) sowie die Stadt Warschau.

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Polen: Keiler am Ostseestrand

Ein Keiler ist polnischen Ostseebad Karwia den Fluten entstiegen und über den Badestrand geflitzt. Er riss Strandmuscheln und Badegäste um, bevor er von einigen beherzten Urlaubern verscheucht werden konnte. Es kam niemand zu Schaden. Das benachbarte Naturschutzgebiet Bielawskie Błoto gilt als Wildschweinparadies. SE

Video (Link führt zum Original-Video ausf YouTube): Arkadiusz Łukowski/YouTube

Straßenverkehrserziehung für Wildtiere

Eine jetzt veröffentlichte Studie der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg zeigt, wie Wildtiere Verkehrswege überqueren und “ökologische Korridore” nutzen. Im Rahmen des Projektes Ökologischer Korridor Südbrandenburg wurde unter anderem das Verhalten von Wildtieren beim Überqueren von Straßen und Schienenwegen untersucht. Es muss nicht immer eine Grünbrücke sein, sei eine Erkenntnis aus dem Bericht, der unter www.wildkorridor.de veröffentlicht ist, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Das Projekt Ökologischer Korridor Südbrandenburg verbindet die letzten naturnahen Wald- und Gewässerlebensräume im Süden Brandenburgs für wandernde Wildtiere miteinander und schafft eine Verbindung zu den Naturräumen Polens.

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Polen: ASP erstmals bei Hausschweinen nachgewiesen

In Polen ist die afrikanische Schweinepest (ASP) erstmalig bei einem Hausschwein nachgewiesen worden. Dies bestätigte das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) am 24. Juli mit Bezug auf eine Mitteilung der Europäischen Kommission (KOM). Der landwirtschaftliche Betrieb liegt im polnischen Bezirk Podlaskie, der aufgrund von ASP-Nachweisen bei Wildschweinen bereits Restriktionsgebiet im Sinne des EU-Durchführungsbeschlusses (2014/178/EU) ist. Der Betrieb liegt etwa 2,5 Kilometer von der weissrussischen Grenze und 4 Kilometer vom Fundort eines an ASP verendeten Wildschweins entfernt.

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Neue Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Polen

LJV Brandenburg fordert mehr Unterstützung bei Präventionsmaßnahmen

Im Grenzgebiet der polnischen Republik nach Weißrussland sind zwei weitere Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen festgestellt worden, wie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz kürzlich meldete. Damit steigt die Gefahr, dass die hoch ansteckende Seuche bald auch in Deutschland ausbricht. Den rund 12.500 Jägern in Brandenburg kommt bei der Gefahrenabwehr eine besondere Verantwortung zu. Einerseits sind sie aufgefordert, Verdachtsfälle sofort an die zuständige Veterinärbehörde zu melden. Andererseits sollen sie durch eine verstärkte Bejagung zu einer Reduktion der Bestände beitragen.

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Deutsche Wölfe stammen aus dem Baltikum

Polnische Wissenschaftler bestätigen große zusammenhängende Wolfspopulation 

Eine Gruppe aus polnischen Wissenschaftlern konnte nun mittels genetischer Analysen nachweisen, dass die Wolfsvorkommen in Deutschland und im Westen Polens den westlichen Rand einer nordosteuropäisch-baltischen Wolfspopulation darstellen. Dabei sind die Zuwanderungen von Tieren aus Nordostpolen nach Westpolen und Deutschland kein Einzelfall, sondern werden als häufig beschrieben. Die Studie belegt erstmals, dass die in Deutschland lebenden Wölfe genetisch von den Vorkommen im Baltikum abstammen. Aufgrund der vorhandenen Schutzbestimmungen breiten sich die Wölfe dort stetig aus.

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Polnische Staatsforsten und Forst Brandenburg kooperieren

Die Generaldirektion der Polnischen Staatsforsten (LP), das Forstliche Forschungsinstitut Warschau (IBL) und der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) haben in Eberswalde einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der nun auch offiziell den Rahmen für eine noch stärkere Zusammenarbeit in der Zukunft abstecken soll. Die Forstverwaltungen beider Länder verbindet mehr als bloße Nachbarschaft. Die Wälder und damit die Herausforderungen an die Forstwirtschaft beiderseits der Oder sind sehr ähnlich.

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