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Jagen für Landlust-Leser

Rezension Pauline de Bok: Beute

Pauline de Bok hat mit “Beute” etwas geschafft, was viele für unwahrscheinlich bis unmöglich gehalten hätten. Mit einem Jagdbuch – einem Pro-Jagd-Buch, genauer gesagt – auf die Bestsellerlisten zu gelangen. Ich muss sagen, so hundertprozentig erschließt sich mir bei der Lektüre nicht, was den erstaunlichen Erfolg dieses Buchs ausmacht. Es ist ohne Frage gut geschrieben und liest sich leicht und locker, streckenweise durchaus genussvoll, weg. In fachlicher Hinsicht bietet es erfahrenen Weidmännern und -frauen wenig, das ist aber auch nicht der Anspruch des Buchs, das stellenweise erstaunlich konventionelle Jagdprosa und Naturschilderungen der sattsam belkannten Sorte – “Die Sonne versinkt hinter der doppelten Baumreihe in der Ferne, wo ein überwucherter Hohlweg verläuft…” – aufbietet. Manche Kapitel könnten Überschriften-Klassiker tragen wie “Mein erster Rehbock” oder “Meine erste Drückjagd”. Tun sie aber nicht, zum Glück. Jäger und Nichtjäger werden aber – möglicherweise mit einer Prise Neid – die Schilderungen der ländlichen Idylle lesen, die sich de Bok mit ihrem ausgebauten Kuhstall in Mecklenburg-Vorpommern geschaffen hat.

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