Schlagwort-Archive: Österreich

Österreich: Flächendeckende Bejagung ist verfassungskonform

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) weist Beschwerden von Waldbesitzern ab, die ihre Liegenschaften jagdfrei stellen wollten.

Grundeigentümer in Niederösterreich müssen – von Ausnahmen nach dem niederösterreichischen Jagdgesetz abgesehen – die Bejagung ihrer Liegenschaften und die verpflichtende Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft dulden. Zu diesem Schluss kommt der Verfassungsgerichtshof in seinem Erkenntnis vom 10. Oktober 2017. Die Pflicht zur flächendeckenden Jagd stellt für Waldbesitzer eine Eigentumsbeschränkung dar. Sie dient nicht zuletzt angesichts der in Niederösterreich und ganz Österreich im europäischen Vergleich höchsten Dichte an Schalenwild (Rehe, Hirsche, Schwarzwild etc.) dem öffentlichen Interesse der Biodiversität, des Artenreichtums und der Vermeidung von Wildschäden.

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Österreich: Jäger bei Treibjagd angeschossen

Dass man niemals durch die Schützenkette mitziehen darf, ist einer der wichtigsten Sicherheits-Grundsätze, der bei der Jungjägerausbildung vermittelt wird. Wie wichtig, das zeigt ein Jagdunfall, der sich am Samstag bei St. Peter am Hart in Oberösterreich (Bezirk Braunau am Inn) ereignet hat: Bei einer Niederwildtreibjagd mit etwa 50 Teilnehmern ist ein 25 Jahre alter Jäger von einem 80jährigen Mitjäger angeschossen worden. Wie der ORF berichtet, “hoppelte” ein Hase zwischen den beiden Jägern hindurch. Zuerst gab der jüngere einen Schuss ab, verfehlte das Tier jedoch. Daraufhin schoss der 80jährige. Den Hasen traf der auch nicht, dafür aber den 25jährigen, der von Schrotkugeln am Kopf und den Beinen getroffen und dadurch schwer verletzt wurde. Er wurde nach der Erstversorgung vor Ort nach Salzburg ins Krankenhaus gebracht. SE

Beitragsbild: Junghase. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS für den Hinweis!

München: Bauern protestieren gegen Wolf

+++ NRW: “Ausreichende Handlungsmöglichkeiten” – Umweltministerin Christina Schulze-Föcking (CDU) gegen Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht +++ Schweiz: Zweites Wolfsrudel im Kanton Wallis +++

Unter dem Motto “Weidetiere statt Wolfsreviere!” haben am Montag 250 Bauern aus Südtirol, Österreich und Bayern vor dem Münchner Prinzregententheater demonstriert und gefordert, dass die Umweltminister sich endlich für den Schutz der Weide- und Freilandhaltung vor dem Wolf einsetzen. Das teilt der Bayerische Bauernverband (BBV) mit. In der Presseerklärung des BBV heißt es: “Der Wolf ist zurück und weil der Wolf unter strengem Schutz steht und keine natürlichen Feinde hat, breitet er sich nahezu ungehindert aus. In Europa leben inzwischen schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Tiere. “Die Bauern im Alpenraum stellt diese Entwicklung vor massive Probleme. Auf den Weiden und Almen werden immer mehr Kühe oder Schafe vom Wolf getötet, die für die Alpen so typische Weidehaltung ist gefährdet. Auf der Tagesordnung des Treffens der Umweltminister des Alpenraums, das heute in München stattfindet, sucht man die Probleme von Schäfern, Berg- und Almbauern trotzdem vergebens”, kritisiert Günther Felßner, Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbandes.

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Österreich: Burgenländischer Jagdverband wählt neuen Vorstand

+++ Salzburg: Konflikte zwischen Jägern und rücksichtslosen Mountainbikern +++ Oberösterreich: Weil der Landesjagdverband Oberösterreich nicht mehr für Wolfsrisse zahlen möchte (JAWINA berichtete), wirft der WWF dem LJV einen Bruch der “Pakttreue” vor. Unser Lösungsvorschlag: Der WWF übernimmt die Ausgleichszahlungen +++ Steiermark: Wilderer beschießen Reh mit Schrot und lassen es schwer verletzt liegen +++

Im Rahmen des Landesjagdtages des Burgenländischen Landesjagdverbandes (BLJV) am 17.9.2017 wurde Ing. Roman Leitner von den aus dem ganzen Burgenland anwesenden Delegierten in der Position des Landesjägermeisters bestätigt. Die Neuwahl war erforderlich geworden, weil der vorherige Landesjägermeister und sein Stellvertreter wegen des Streits um das Landesjagdgesetz zurückgetreten waren (JAWINA berichtete). 79 der anwesenden 80 Delegierten gaben den Team Leitner-Klement ihre Stimme. Ebenfalls bestätigt wurde die Stellvertretende Landesjägermeisterin Dr. Charlotte Klement. Zum neuen und dritten Vorstandsmitglied kürten die Delegierten den neuen Bezirksjägermeister des Bezirkes Oberpullendorf Mag. Herbert Pfeiffer. Wesentliches Anliegen der neuen Verbandsführung um Landesjägermeister Leitner ist es laut einer Pressemitteilung des BLJV, die Jägerschaft des Burgenlandes zu einen und die Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Jagd und der Jägerinnen und Jäger zu forcieren. Das neue Burgenländische Jagdgesetz soll in Kooperation mit den zuständigen Stellen und maßgeblichen politischen Vertretern analysiert werden und wo notwendig und sinnvoll möchten Leitner und Klement Nachjustierungen erreichen.

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Dumm gelaufen: Jäger beim Wildkamera-Klau von anderer Wildkamera gefilmt

Motiv: Jagdneid

Ein österreichischer Jäger soll beim Diebstahl einer Wildkamera gefilmt worden sein – von einer anderen Wildkamera. Der Vorfall ereignete sich bereits Ende August, ist aber erst jetzt bekannt geworden. Die zweite Kamera hatte der 28 Jahre alte Besitzer der entwendeten Kamera vorsorglich angebracht, da in seinem Revier bei Feldkirchen (Kärnten) die Wildkameras immer öfter entwendet worden seien. Auf den Aufnahmen war der Täter gut zu erkennen: Hut, Gehstock und Armband des diebischen Jägers sorgten dafür, dass die Polizei ihn rasch ausforschen konnte, wie der ORF berichtet. Dabei hatte der Jäger die Tat akribisch geplant. Vorsichtig hatte er sich von hinten an die Kamera angeschlichen, mit Folie das Objektiv abgedeckt und dann die Batterien der Kamera entfernt. Nur die zweite Kamera hat er übersehen. Von der Polizei zur Rede gestellt, leugnete der Mann zunächst die Tat, das belastende Bildmaterial überzeugte ihn dann jedoch, dass ein Geständnis unvermeidlich sei. Das Motiv für den Diebstahl sei Jagdneid gewesen, gab der Täter an: Im Revier des Beklauten gebe es reichlich Rotwild, darunter einen starken Hirsch. Polizei und Staatsanwaltschaft haben Anzeige erstattet. Da der Mann dem ORF zufolge beeideter Jagdaufseher sein soll, droht im Fall einer Verurteilung weiteres Ungemach: Die Jagdkarte des diebischen Jägers steht auf dem Spiel. SE

Beitragsbild: Wildkamera. Foto: SE

Flinte weg

Wenn es noch eines weiteren Beleges dafür bedürfte, dass Waffenbesitzer vor deutschen Gerichten nicht mit Gnade, Entgegenkommen oder Milde rechnen dürften – das Amtsgericht Schwelm (NRW, Ennepe-Ruhr-Kreis), hätte ihn erbracht: Das Gericht verhandelte am 25.07. über die Folgen eines Waffengeschäfts zwischen einem Österreicher und einem Deutschen: Der Österreicher hatte von dem Deutschen eine Bockflinte der Marke Winchester im Wert von 3500 Euro erworben. Beide sind im Besitz eines gültigen Jagdscheins und somit berechtigt, eine solche Waffe zu erwerben bzw. an Berechtigte zu veräußern – allerdings nur in ihren jeweiligen Heimatländern. Der Waffenverkauf an einen berechtigten Ausländer ist nicht unmöglich, allerdings müssen vorher die erforderlichen behördlichen Genehmigungen eingeholt werden, alternativ kann das Geschäft über einen entsprechend lizensierten Händler abgewickelt werden. Dies war in diesem Fall unterblieben, weshalb es zu einem Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz kam. Es spricht einiges dafür, dass die an dem Waffenkauf Beteiligten sich keines Verstoßes gegen das Waffenrecht bewusst waren, denn der Verkäufer zeigte den Verkauf der Waffe ordnungsgemäß innerhalb der Zwei-Wochen-Frist bei der Waffenbehörde an.

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Österreich: ÖVP und Bauernbund bringen Burgenländer Jagdgesetz vor Verfassungsgerichtshof

Mitte Mai ist das von SPÖ, FPÖ und Grünen beschlossene novellierte Jagdgesetz im österreichischen Bundesland Burgenland in Kraft getreten. Wie der Kurier berichtet, hat die burgenländische ÖVP-Fraktion mit dem freien Abgeordneten Gerhard Steier die Anfechtung des umstrittenen Gesetzes vor dem Verfassungsgerichtshof eingebracht. Die SPÖ-Landesrätin Verena Dunst hatte das Gesetz, das unter anderem die Abschaffung der Jagdgatter bis zum Jahr 2023 vorsieht, als “modernstes Jagdgesetz Österreichs” gepriesen. Die konservative ÖVP übte hingegen scharfe Kritik an dem Gesetz: “Das neue Jagdgesetz ist verfassungsrechtlich bedenklich, es zerschlägt ein bisher gut funktionierendes System und hetzt alle Beteiligten gegeneinander auf, heißt es auf der Internetseite der Partei.  Die ÖVP hält es für eine “schleichende Enteignung, dass das Jagdgesetz vorsieht, zehn Prozent des Erlöses aus dem  Jagdpachtvertrag für die Verhütung von Wildschäden “abzuzweigen.” Der genaue Verwendungszweck sei unklar. Außerdem gebe es einen Selbstbehalt bei Jagdschäden und Höchsthaftungsgrenze in Höhe von 30 Euro pro Hektar, die dem Grundbesitzer erstattet werden sollen. Das sei “pure Willkür.” Überdies hält die ÖVP es für verfassungsrechtlich problematisch, dass zwei Personen von der Landesregierung in den Landesjagdverband entsandt werden. Dies entspreche nicht dem Prinzip der Selbstverwaltung. Weiterlesen

Österreich: Kärntner Jagdgesetz stärkt Rechte der Waldbesitzer

Waldzustand als Kriterium für “Wildreduktion” – Wildfütterung nur mit Zustimmung der Behörden – Nichterfüllung von Abschussplänen führt zur Auflösung von Pachtverträgen

Mit der Novellierung des Landesjagdgesetzes sieht sich Kärnten als “Vorreiter unter den Bundesländern” an. Die geplanten Änderungen befinden sich seit gestern (10.07.) in der Begutachtung, die Begutachtungsfrist endet am 7. August 2017. “Keine Gesetzesmaterie wurde in letzter Zeit auf so breiter Ebene diskutiert und damit bei wichtigen Eckpunkten konsensfähig gemacht. Der vorliegende Gesetzesentwurf zeigt sehr klar, dass essenzielle Interessen der Kärntner Jägerschaft, der Grundeigentümer, aber auch des Tourismus und des Umweltschutzes unter ein Dach gebracht wurden”, erklärte Jagdreferent Landesrat Gernot Darmann in Klagenfurt.

Das Land will mit dem neuen Jagdgesetz die in den letzten Jahren aufgetreten “Schwachstellen” abstellen. Im Mittelpunkt stünden dabei vor allem ein besserer Ausgleich zwischen Wildstand und Waldzustand, um die problematische Zunahme von Schäl- und Verbissschäden in den Kärntner Wäldern in den Griff zu bekommen. Dabei seien auch die Empfehlungen des Rechnungshofes sehr ernst genommen worden, wie es in einer Pressemitteilung der Kärntner Landesregierung heißt.

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Österreich: Landwirtschaftskammer fordert wolfsfreie Ostalpen

Weil die Schäden durch Wolfsrisse zunehmen, hätten einige Bauern die Weidehaltung von Schafen und Rindern auf Almen bereits aufgegeben, erklärt Franz Lanschützer, Mitarbeiter der Abteilung Forstwirtschaft bei der Landwirtschaftskammer Salzburg. Die Landwirtschaftskammern sind die gesetzlichen Vertretungen der von Land- und Forstwirten in Österreich. In einer Resolution fordert die Landwirtschaftskammer Salzburg daher einen wolfsfreien Ostalpenraum, wie topagrar berichtet. Zur Begründung heißt es, der Totalschutz des Wolfs sorge dafür, dass sich die Population alle drei Jahre verdopple. Da sich Wölfe nicht unter nahen Verwandten verpaarten, sei “der Hybridisierungsgrad mit Haus- und Hofhunden bereits sehr weit fortgeschritten.” Genetisch reine Wölfe könnten sich nur dort halten, wo sie sich unter natürlichen Bedingungen ohne Kontakt zu Menschen entwickeln könnten oder durch Bejagung von menschlichen Siedlungen ferngehalten würden. Belege und Quellen für die Behauptungen werden in dem Beitrag leider nicht genannt, Franz Lanschützer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Totalschutz von Wölfen bedinge auch, dass sie ihre Scheu verlieren und sich tagaktiv Menschen und Siedlungen näherten. Dies sei im Osten Deutschlands bereits dokumentiert.

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Österreich richtet ASP-Schutzzone ein

Nach dem Nachweis erster Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Tschechien (JAWINA berichtete), hat Österreich eine Schutzzone in der Grenzregion zu Tschechien eingerichtet. Die Region Zlín, in der die tschechischen ASP-Fälle auftraten, ist nur 80 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Aufgrund des aktuellen Falles sei davon auszugehen, dass ASP in der tschechischen Wildschweinpopulation verbreitet ist, heißt es in einer Pressemitteilung des Wiener Gesundheitsministeriums (BMGF). Um die Verbreitung der ASP in Österreich möglichst zu verhindern, hat das BMGF eine Reihe von Sofortmaßnahmen angeordnet: So wurde eine Schutzzone im Nordosten Niederösterreichs (Weinviertel)eingerichtet, in der die Freilandhaltung von Schweinen “nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich” sein soll. Die Ausläufe müssen doppelt eingezäunt sein, nachts ist Aufstallung vorgeschrieben.

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