Schlagwort-Archive: Österreich

Österreich: Diskussionen um Studie zu Rotwild-Winterfütterung

In Österreich sorgt eine Studie des Büros für Wildökologie und Forstwirtschaft Horst Leitner für Diskussionen. Die Studie “Wildmanagement Gailtaler Alpen II” untersucht, wie sich die Beendigung der seit Jahrzehnten erfolgenden Winterfütterungen auf den Wald und die Rotwildbestände auswirkt. Das laut ORF “erstaunliche Resultat” war, dass sowohl die Fallwildzahlen, als auch die Schälschäden zurückgingen. In einer PowerPoint-Präsentation werden die Studienergebnisse wie folgt zusammengefasst:

Füttern mindert die Wildschäden in den Gailtaler Alpen nicht
Die Fütterungsauflösung war bei einem Wildbestands von rd. 5 Stück auf 100ha aus betrieblicher Sicht erfolgreich
Schälschäden treten in Wintern mit lang andauernder Schneebedeckung vermehrt auf
Die Rotwildsterblichkeit nimmt ohne Fütterung in Normalwintern im Vergleich zu Gebieten mit Fütterung nicht zu
Ungestörtes Rotwild passt Raumverhalten rasch auf Verhältnisse ohne Fütterung an

Weiterlesen

Österreich: Zwei Wildschweine beschossen, zwei Autos getroffen

+++ Sachsen: Gefundener Wolfswelpe in Quarantäne zwecks Hybridprüfung +++ Niedersachsen: Tierhalter kritisieren andauernde Erfolglosigkeit des geplanten Problemwolf-Abschusses +++ Niedersachsen: Erstmalig Trichinen im Landkreis Rotenburg nachgewiesen +++

Eine “Gemeingefährdung durch Schussabgabe” wirft die Polizei einem Jäger im Bezirk St. Pölten Land vor: Eine Pressemitteilung der Polizei zufolge wurden Bedienstete der Polizeiinspektion Altlengbach am 15. Juni 2019, gegen 17.50 Uhr, wegen der Abgabe von mehreren Schüssen im Gemeindegebiet von Altlengbach alarmiert. Nach dem Eintreffen entdeckten die Beamten auf einem Parkplatz zwei Autos, die durch Schüsse beschädigt wurden. Bei den weiteren Erhebungen konnte umgehend ein 52-Jähriger aus dem Bezirk St. Pölten Land ausgeforscht werden, der beschuldigt wird, vier Schüsse aus einer Bockbüchsflinte abgegeben und dabei mehrere Personen gefährdet bzw. die zwei auf einem Parkplatz abgestellten Fahrzeuge beschädigt zu haben. Dem ORF zufolge befand sich zwischen dem Feld, von dem aus die Schüsse abgegeben wurden und den getroffenen Autos eine Wiese, auf der sich zum Zeitpunkt der Schussabgabe etwa 150 Personen aufhielten – daher der Vorwurf der Gemeingefährdung. Der Beschuldigte zeigte sich geständig und gab an, auf zwei Wildscheine geschossen zu haben. Es wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen, ein waffenrechtliches Dokument abgenommen und die Schusswaffe sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ordnete die Anzeige auf freiem Fuß an. PM/red.

Beitragsbild: Zur Strecke gebrachter PKW. Foto: LPD NÖ

Österreich: Heftige Debatte im Nationalrat über Rückkehr des Wolfs

+++ Österreich: Bauernbund übergibt 57.689 Unterschriften gegen den Wolf +++ Thüringen: Wolfsnachweis im Hainich +++ Schleswig-Holstein: Schafe bei Bad Segeberg gerissen +++ Bayern: Wilderer im Landkreis Rottal-Inn erwischt +++ Österreich: Wildbiologe fordert Bejagung von Wölfen +++ Niedersachsen: Wolfsriss bei Wolfsburg? +++

ÖVP und FPÖ unterstützen Forderung nach wolfsfreien Zonen, Oppositionsfraktionen gegen Aufweichung des Artenschutzes

Die Rückkehr des Wolfes nach Österreich und seine mögliche dauerhafte Etablierung als Teil der heimischen Fauna ist nicht für alle Anlass zur Freude. Insbesondere in der Bauernschaft bestehen Ängste und Besorgnis, wie gestern im Nationalrat deutlich artikuliert wurde. Ausdruck finden die Bedenken gegen den Wolf in drei Petitionen, in denen auf Probleme der Siedlungs- und Weidegebiete im Waldviertel, in Tirol und in Salzburg hingewiesen wird. Als Antwort darauf werden gesetzliche Grundlagen gefordert, um so genannte Problemwölfe leichter entnehmen und bestimmte Gebiete überhaupt wolfsfrei halten zu können. Dazu sollen entsprechende europarechtlichen Ausnahmeregelungen genützt werden bzw. eine Änderung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie erfolgen. Weiteres Anliegen der Petitionen ist die Zahlung von Entschädigungen an betroffene Bäuerinnen und Bauern.

Weiterlesen

Österreich: Verfassungsgerichtshof hebt Tiroler Jagdgesetz teilweise auf

Im Dezember 2016 hat die Bezirkshauptmannschaft des österreichischen Bundeslands Tirol den Antrag eines deutschen Jagdscheininhabers, der in Tirol seinen Hauptwohnsitz hat, auf Erteilung einer Jagdkarte abgelehnt. Zur Begründung führte die Behörde aus, dass das Tiroler Jagdgesetz “nicht auf die fachliche Eignung, sondern auf den Wohnsitz” abstellt, wie die Tiroler Tageszeitung schreibt. Wer in Österreich lebt, muss demnach seine fachliche Eignung mit einem in einem österreichischen Bundesland erworbenen Jagdschein nachweisen. Nur für Ausländer reicht ein anerkannter ausländischer Jagdschein, also zum Beispiel ein deutscher, aus. Für einen in Tirol gemeldeten Deutschen reiche der deutsche Jagdschein hingegen nicht, er hätte demnach die österreichische Jägerprüfung ablegen müssen. Gegen diese widersinnige Regelung hat der Deutsche geklagt und nun vor der höchsten Instanz, dem Verfassungsgerichtshof (VfGH), Recht bekommen: Der Hauptwohnsitz stellt nach Auffassung des Gerichts kein ein objektives Unterscheidungsmerkmal für die fachliche Eignung dar. Die Regelung muss bis zum 31. Dezember gestrichen und die gewünschte Jagdkarte ausgestellt werden. Das Land Tirol verzichtete auf eine Stellungnahme an das Höchstgericht. red.

Beitragsbild: Bergjagd in Österreich (Symbolbild). Foto: SE

Österreich: Forderungen nach wolfsfreien Zonen im Petitionsausschuss

+++ Schleswig-Holstein: Weidetierhalter demonstrieren gegen Wölfe +++ Bayern: Albino-Reh überfahren +++ Schleswig-Holstein: Eutin verzichtet auf Hundesteuer für Jagdhunde +++ ASP? Jäger filmt krankes Wildschwein in Südbelgien +++ Niedersachsen: Landesjägerschaft fordert Abschuss von GW717m +++ Russland: Eisbärenplage auf Nowaja Semlja +++ Schweden: Jetzt ist es amtlich – Wolf tötete Drewer auf Hundeprüfung +++

Mit gleich drei Petitionen, die wolfsfreie Gebiete in verschiedenen Bundesländern Österreichs fordern, setzte sich der Petitionsausschuss des Österreichischen Parlaments auseinander. Der Wildbiologe Prof. Klaus Hackländer setzte sich für eine “wildökologische Raumplanung” ein.

Auf die zahlreichen Probleme, die sich durch die Zunahme der Wolfspopulation in Österreich, insbesondere im Waldviertel ( 5/PET ), in Tirol ( 7/PET ) und in Salzburg ( 11/PET) ergeben, weisen drei Petitionen hin, in denen u.a. die Schaffung von gesetzlichen Grundlagen gefordert wird, um Problemwölfe rasch entnehmen zu können. Außerdem sollten die bereits bestehenden europarechtlichen Ausnahmeregelungen zur Entnahme von Problemwölfen (Artikel 16 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) entsprechend genutzt und umgesetzt bzw. eine entsprechende Abänderung der Richtlinie angestrebt werden. Weiters treten die Einbringer der Petitionen für die Zahlung von Entschädigungen für betroffene Bauern sowie für die Einführung von sogenannten Vergrämungsmaßnahmen ein. Bei der Abstimmung wurden die drei Initiativen zum Thema Wolf schließlich dem Landwirtschaftsausschuss zugewiesen.

Weiterlesen

Österreich: Wildkamera fotografiert Wilderer mit Pfeil und Bogen

Im Jagdgebiet Haselgraben in der Umgebung von Altenberg bei Linz (Oberösterreich) hat eine Wildkamera zwei mit Pfeil und Bogen bewaffnete Wilderer in Tarnanzügen fotografiert.

Zuvor war dem Revierinhaber aufgefallen, dass mehrere bestätigte Stück Rehwild in dem Revier spurlos verschwunden waren. Daraufhin wurden die Wildkameras aufgestellt, die nun den Beweis für die Wilderei in dem Revier lieferten. Auch ein Reh mit einer Fleischwunde an der Schulter, die von einem mit Widerhaken besetzten Jagdpfeil stammen dürfte, wurde von einer der Wildkameras fotografiert. Die Fotos gibt es u.a. bei der Kronenzeitung zu sehen. Der Revierinhaber hat Anzeige erstattet.

Beitragsbild: Pfeil mit Jagdspitze. Foto: privat

Österreich: Salzburger Managementplan Wolf fertiggestellt

Neue Definition von „Problemwolf“ – Verhandlungen auf EU-Ebene über Schutzstatus

Das Land Salzburg setzt das 5-Punkte-Programm zum Thema „Wolf“ weiter um. Nach der Bestellung eines Wolfsbeauftragten und der Intensivierung der Herdenschutzmaßnahmen inklusive der effizienten Abwicklung von Entschädigungen ist nun der Entwurf des Managementplans fertig. 20 Seiten umfasst der Managementplan, der jetzt auf dem Tisch liegt. Die Expertenrunde wird sich am kommenden Freitag mit dem Entwurf beschäftigen. Landesrat Josef Schwaiger: „Ein weiterer, wichtiger Schritt, um unser 5-Punkte-Programm umzusetzen.“ Es wurde nach mehreren, durch DNA-Proben bestätigte Wolfsrisse im Frühsommer initiiert. „Und es werden weitere kommen, denn rund um uns, in Österreich und den Nachbarländern, leben bereits viele Einzeltiere und auch Rudel. Deshalb wollen wir optimal vorbereitet sein“, sind sich Schwaiger und der im Mai eingesetzte Wolfsbeauftragte Hubert Stock einig.

Weiterlesen

Österreich: Gefährliche, subtropische Zeckenart Hyalomma marginatum erstmals nachgewiesen

Die subtropische Zeckenart Hyalomma marginatum kann das lebensbedrohliche Krim-Kongo-Fieber-Virus übertragen. Bislang stand den mit Zugvögeln mitreisenden Larven und Nymphen unser Klima im Weg. Der überdurchschnittlich warme Sommer führte jedoch bereits zu ersten Meldungen von adulten Stadien in Deutschland. Nun wurde erstmals ein geschlechtsreifer Parasit in Österreich gefunden und von ExpertInnen der Vetmeduni Vienna bestätigt. Der suptropische Blutsauger hatte kein Krim-Kongo-Fieber im Reisegepäck dafür, laut einer gemeinsamen Analyse der Vetmeduni Vienna, der AGES und der Meduni Wien, aber die für Menschen ebenso relevante Bakterienart Rickettsia aeschlimannii.

Weiterlesen

Österreich: Innenausschuss stimmt Novelle des Waffengesetzes zu

+++ Österreich: Jäger stürzt bei Gamsjagd ab – Rucksack rettet ihm das Leben +++ Baden-Württemberg: Mountainbiker bei Kollision mit Wildschwein schwer verletzt +++ Rheinland-Pfalz: Wildschwein bleibt in Gartentor stecken – Polizei muss es erlösen +++ Bayern: Reh vom Eis geholt +++ Niedersachsen: Lies fordert Obergrenze für Wölfe +++

Der Innenausschuss des Österreichischen Parlaments stimmte am Donnerstag einer umfassenden Waffengesetznovelle zu. Für Jäger bedeutet das erleichterten Zugang zu Kurzwaffen und Schalldämpfern. 

In der Sitzung des Innenausschusses ging es zunächst um die Umsetzung einer EU-Richtlinie im Waffengesetz, die eine bessere und systematische Rückverfolgung von Schusswaffen über ihre gesamte Lebensdauer hinweg und Regelungen für halbautomatische Schusswaffen mit hoher Magazinkapazität fordert. Darüber hinaus beschäftigte sich ein entsprechender Gesetzesvorschlag ( 379 d.B. ) unter anderem mit großteils erleichternden Bestimmungen für Jägerinnen und Jäger, die regelmäßig die Jagd ausüben. Ihnen soll künftig bei der Jagd das Führen einer Schusswaffe der Kategorie B (in der Regel Faustfeuerwaffen) mit einer Jagdkarte und einer Waffenbesitzkarte erlaubt sein. Zudem sollen sie Schalldämpfer verwenden dürfen, bei denen der Schuss zwar deutlich hörbar ist, mit denen aber Gehörschäden vorgebeugt wird.

Weiterlesen

Österreich: Treiber angeschossen

+++ Bayern: Leitersprosse angesägt – Jäger bei Sturz von Hochsitz “mittelschwer” verletzt +++ Nabu: Kiebitz seit 1992 um 88 Prozent zurückgegangen +++ Schleswig-Holstein: Mindestens zwei Wölfe angesiedelt +++ Birgit von Bambi Rescue meint: Mehr Wild für den Wolf lassen +++ Schweiz: Wölfe breiten sich im Kanton St. Gallen aus +++ Schweiz: Alkoholisierter Jäger soll Waffe auf Mountainbiker gerichtet haben +++ Schleswig-Holstein: Nabu klagt erfolgreich gegen Weiterbau der A20 +++

Am 27. Nov. 2018, gegen 07.20 Uhr, gab ein 60-jähriger Jäger in Weissenbach/Triesting, Bezirk Baden, einen Schuss auf einen Rothirsch ab. Nachdem der angeschossene Hirsch flüchtete, nahm der Schütze eine Bewegung in einem Gebüsch wahr und nahm an, dass es sich dabei um den angeschossenen Hirschen handeln würde. Deshalb gab er einen weiteren Schuss in diese Richtung ab. Tatsächlich traf er aber einen 59-jährigen Treiber, der schwere Verletzungen an der rechten Hand (Zertrümmerung des rechten Ellbogens sowie der rechten Speiche) erlitt. Er wurde in das UKH Meidling eingeliefert.

Ein an dem Jäger durchgeführter Alkotest verlief negativ, er wird an die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angezeigt. PM

Beitragsbild: Erlegter Rothirsch (Symbolbild). Foto: SE