Schlagwort-Archive: Öko-Jagdgesetz

“Alles wiederkäuende Schalenwild gnadenlos zusammenzuschießen” keine Lösung für die Probleme des Waldes

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel hat aus Anlass der geplanten Novellierung des Brandenburger Landesjagdgesetzes einen Offenen Brief an die Abgeordneten des Landtags Brandenburg geschrieben. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrte Abgeordnete,

erlauben Sie mir bitte, Sie im Zusammenhang mit der geplanten Novellierung des Landesjagdgesetzes auf einige Sachverhalte aufmerksam zu machen. Ich tue das aus meiner Sicht nach 40-jähriger Berufserfahrung als Biologe der Fachrichtung Zoologie. Außerdem bin ich seit mehr als 50 Jahren Jäger und seit 28 Jahren Jagdausübungsberechtigter in Brandenburg. Ich weiß mich mit meiner Einstellung zum Jagdwesen in unserem Bundesland in Übereinstimmung mit der großen Mehrheit der Jägerschaft des Landes.

Durch Trockenschäden und Käferkalamitäten sind laut Waldzustandsbericht 2019 Wälder unseres Bundeslandes stark in Mitleidenschaft gezogen. Niemand bestreitet das. Niemand kann allerdings dafür das im Land lebende Wild verantwortlich machen. Auf den Zustand von adulten Bäumen hat Wild keinerlei Einfluss. Trockenheit und Wassermangel sind die Hauptursachen für den derzeitigen Waldzustand. Nach wie vor sind 70 Prozent der Bäume auf den 1,1 Millionen Hektar Waldfläche trotz des seit Jahren laufenden Waldumbaus zu Mischwäldern Kiefern. Dass solche Monokulturen dem Klimawandel und auch dem Befall mit Schadinsekten nicht genügend Widerstand bieten, ist nachvollziehbar.

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Mecklenburg-Vorpommern: Berufsjäger kritisieren Backhaus’ Öko-Jagdgesetz

Der Landesverband der Berufsjäger in Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat eine Stellungnahme  zum Positionspapier „Wald und Wild“ (JAWINA berichtete) veröffentlicht. Die Abschussvorgaben in dem Positionspapier halten die Berufsjäger für “einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und gegen das Jagdgesetz sowie gegen unsere Verantwortung zum Erhalt der Wildtiere als Mitgeschöpfe in unserer Kulturlandschaft.”

In der Stellungnahme der Berufsjäger heißt es: “Der Landesverband der Berufsjäger e. V. ist der einzige jagdliche Berufsverband in Mecklenburg-Vorpommern. Als solcher lehnen wir die Forderungen des Positionspapieres „Wald und Wild“ und auch die ausnahmslose Reduzierung der Schalenwildbestände ab.
Die Vitalität unseres Waldes definiert sich nicht aus der Quantität vorhandener
Schalenwildbestände. Sie ist vielmehr abhängig von klimatischen Bedingungen, einer
standortangepassten Baumartenwahl und einer fachgerechten Umsetzung naturgemäßer
Forstwirtschaft.

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