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Sachsen: Ohne Herdenschutz kein Geld mehr bei Wolfsrissen

Übergangsfrist ist ausgelaufen – Herdenschutzmaßnahmen sind sachsenweit Voraussetzung für Schadensausgleichszahlungen

Seit dem 09.02.2016 haben Halter von Schafen, Ziegen und Gatterwild in Sachsen nur noch dann Anspruch auf Schadensausgleich, wenn bei einem Nutztierriss durch einen Wolf der vorgeschriebene Mindestschutz vorhanden war. Entschädigung von nicht oder unzureichend geschützten Nutztieren wird nicht mehr geleistet. Das teilt das “Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz” in einer Presseinformation mit.

Vor einem knappen Jahr wurde das Fördergebiet zum präventiven Herdenschutz gegen Wolfsübergriffe auf den gesamten Freistaat Sachsen erweitert. Das heißt, dass seitdem alle Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im gesamten Freistaat Sachsen Fördermittel zur Sicherung ihrer Nutztiere beantragen können. Die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen, Sächsische Schweiz – Osterzgebirge sowie Teile der Landkreise Mittelsachsen, Leipzig und Nordsachsen waren bereits seit 2011 in der Förderkulisse. Die Tierhalter im neu dazugekommenen Fördergebiet hatten ein Jahr Zeit, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Diese Frist ist am 9. Februar abgelaufen.

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Niedersachsen: Streit um den Wolf

FDP fordert: Wolf ins Jagdrecht

In Niedersachsen eskaliert der Streit um den Wolf: FDP und CDU werfen dem grünen Umweltminister Stefan Wenzel Versagen beim Wolfsmanagement vor: “Das bisherige Wolfsmanagement der rot-grünen Landesregierung ist gescheitert“, schimpfte FDP-Umweltexperte Gero Hocker einem Bericht des Weser-Kuriers zufolge am Dienstag in Hannover. Minister Wenzel müsse Lösungen präsentieren, bevor Schlimmeres passiere. Wenn erst ein Kind gebissen werde, sei die Diskussion nicht mehr aufzuhalten. Der Wolf solle, zunächst mit ganzjähriger Schonzeit, ins Jagdrecht aufgenommen werden, forderte Hocker.

Scharfe Kritik an Wenzel äußerte auch der niedersächsische CDU-Abgeordnete Ernst-Ingolf Angermann:. „Man gewinnt mehr und mehr den Eindruck, dass der Minister mit den Herausforderungen durch die Rückkehr des Wolfs nach Niedersachsen vollkommen überfordert ist”, so Angermann. „Die ständigen Versuche, Wolfsattacken oder -Risse zu vertuschen, blamieren das Umweltministerium und schmälern zunehmend die Akzeptanz für den Wolf.” So habe sich die Behauptung des Umweltministeriums als unwahr herausgestellt, dass die lange Untersuchungsdauer routinemäßig genommener DNA-Proben bei möglichen Wolfsrissen in der Verantwortung des zuständigen Senckenberg-Instituts liege. Alle Proben seien längst ausgewertet, stellte das Institut klar.

Auch die Reaktion des Ministeriums auf die jüngste Wolfsattacke im Landkreis Celle sei unglaublich. „Obwohl der Angriff durch Fotos zweifelsfrei belegt ist, hat ein Ministeriumsvertreter die Glaubwürdigkeit der betroffenen Hundehalterin öffentlich in Frage gestellt”, sagte Angermann mit Blick auf die Sitzung des Umweltausschusses am Montag. „Statt stringente Maßnahmen zu Schutz der Menschen vor Ort einzuleiten, empfiehlt das Ministerium lediglich den Wolf beispielsweise mit Stöcken oder Steinen zu vertreiben. Solche Aussagen sind nicht geeignet, für die Sicherheit der Menschen vor Ort zu sorgen.”

Angermann: Sorgen der Weidetierhalter ernst nehmen

Des weiteren fordert Angermann Umweltminister Wenzel auf, die Sorgen der Weidetierhalter im Zusammenhang mit der Rückkehr des Wolfs endlich erst zu nehmen. „Die Landesregierung nimmt das Aussterben der Berufsschäferei in Niedersachsen als Kollateralschaden der Wiederansiedelung des Wolfs billigend in Kauf”, kritisiert Angermann.

Rinderhalter fordern wolfsfreie Zonen

Rinderhalter in Niedersachsen haben derweil “wolfsfreie Zonen” gefordert, wie die Neue Osnabrücker Zeitung NOZ) berichtet. Im vergangenen Jahr sind in Niedersachsen 25 Rinder durch Wölfe gerissen worden, klagte ein Verbandssprecher bei einer Anhörung im Landtag. Dieses Jahr sei mit 50 gerissenen Rindern zu rechnen. Alle Weiden wolfssicher einzuzäunen würde Kosten in Höhe von 156 Millionen Euro verursachen. Die sei inakzeptabel. Bei einer weiteren Ausbreitung des Wolfs müsse man in Kauf nehmen, dass für 60.000 Rinder in Niedersachsen keine Weidehaltung mehr möglich sei, so Martin Holm, Vorsitzender des Verbandes der Kuhhalter in Niedersachsen in der NOZ. PM/SE

Beitragsbild: Schaf – Schäfer in Niedersachsen fürchten um ihre Existenz. Copyright: SE