Schlagwort-Archive: Nutztiere

Schleswig-Holstein: Waldkindergarten wegen Wolf geschlossen

+++ Belgien: Infizierter Wildschwein-Kadaver außerhalb der Kernzone entdeckt +++ Sachsen: Wildhalter baut Wolfsfalle: “Nabu kann den Wolf dann abholen…” +++ Sachsen-Anhalt: “Wolf hinterlässt Schlachtfeld” +++ Sachsen-Anhalt: 1,20 m hoch, 12.000 Volt – Wolf überwindet wolfssicheren Zaun und darf doch nicht geschossen werden +++ 

Der Waldkindergarten Christianslust (Kreis Dithmarschen) ist geschlossen, worden, weil der Wolf GW1430m mehrere Schafe in der Umgebung gerissen hat. Der Gemeindeverwaltung zufolge handelt es sich um eine Präventivmaßnahme. Medienberichten zufolge gilt der Wolf als “aggressiv”, wohl weil er in der Nähe des Kindergartens mehrere Schafe “im Blutrausch” tagsüber getötet habe. Schäfer haben ihre Schafe zum Teil bereits aus dem Gebiet abgezogen. Der Waldkindergarten bleibt vorerst bis Januar geschlossen, derweil werde die Situation hinsichtlich Wald und Wolf beobachtet. Ob der Kindergarten am gewohnten Ort wieder eröffnet werden kann oder die Kinder in ein neues Quartier umziehen müssen, steht noch nicht fest. “Unsere Kinder wurden vom Wolf aus ihrem Wald vertrieben“, sagt eine besorgte Mutter gegenüber der Bildzeitung: “Das macht natürlich was im Kopf. Wenn sie bis jetzt keine Angst hatten, dann jetzt.”.

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Thüringen: Ohrdrufer Wölfin reisst fünftes Fohlen

+++ Niedersachsen: Wolf illegal geschossen +++ Südtirol: Polizei schnappt Wilderer +++ NRW: Auto einer Treiberin beschädigt – Täter verurteilt +++ Südtirol: Wolf reißt sieben Schafe im Jaufental, weitere Tiere vermisst +++

Seit 19. März sind fünf Fohlen bei Wolfsangriffen in der Umgebung von Crawinkel (Landkreis Gotha) gerissen worden. Am vergangenen Freitag hat es das fünfte Fohlen auf den Flächen des Agrarbetriebs erwischt. Auf den weitläufigen Weiden mit Rindern und Pferden praktiziert der “zertifizierte Betrieb des ökologischen Landbaus und Mitglied im Biokreis e. V.” ökologischen Landbau und artgerechte Tierhaltung. Ganzjährig im Freien gehaltene Rinder und Pferde prägen “auf großen Standweiden die Landschaft. 130 Schafe und Ziegen tragen zur Pflege der einzigartigen Hecken- und Karstlandschaft der Ohrdrufer Muschelkalkplatte bei”, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Neuerdings sind auch 20 Esel als Abschreckung für die Wölfe bzw. die Wölfin dabei – bislang ist nur die Ohrdrufer Wölfin in der Gegend nachgewiesen, die sich mit einem Hunderüden verpaart und im März 2018 sechs Wolfshybriden gewölft hatte – doch auch die als Allheilmittel des Herdenschutzes gepriesenen Langohren konnten den neuerlichen Riss eines Fohlens nicht verhindern.

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Prof. Dr. Christoph Stubbe: Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme

Der Aufsatz “Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme” von Prof. Dr. Christoph Stubbe beruht auf der Auswertung amtlicher Statistiken und wissenschaftlicher Studien zum Wolf in Russland. Bei einem einjährigen Studienaufenthalt an der jagdlichen Hochschule Irkutsk hat sich Stubbe intensiv mit der Thematik befasst. Sein Aufsatz macht die wissenschaftlichen Erkenntnisse “hunderter studierter Jagdwirtschafter und Wissenschaftler” zugänglich, die sich in Russland “in Theorie und Praxis mit dem Wolf befassen” – und die aufgrund der Sprachbarriere, unzugänglicher Publikationsorte und womöglich weiterer Gründe in der hiesigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Wolf weitgehend ignoriert werden. Es sei “mehr als verwunderlich, dass man über Erfahrungen und Probleme aus dem Mutterland der Wölfe, aus Russland, überhaupt nichts liest, obwohl unsere Wölfe zur osteuropäischen/asiatischen Population gehören”, konstatiert Stubbe.

Als Folge dieser Unkenntnis wird manch ein Leser nach Lektüre der Studie verwundert feststellen, dass Rotkäppchen es mit der Wahrheit ziemlich genau nahm – zumindest im Vergleich zu der von gewissen Wolfsfreunden und Vertretern der Wolfsindustrie ingrimmig verteidigten Glaubenslehre z.B. von der “natürlichen Scheu” des Wolfs und seiner Ungefährlichkeit für Mensch und Weidetier oder dem Märchen vom konfliktfreien und harmonischen Zusammenleben von Wolf und Mensch in Osteuropa (wobei dahingestellt sei, ob jene Wolfsfreunde ihrem Schützling damit mittelfristig einen Gefallen erweisen). Was Stubbe vom Wolf in Russland berichtet, lässt sich mit solchen naturromantischen Vorstellungen schlechterdings nicht in Einklang bringen. In manchen Jahren töteten Wölfe in Russland hunderttausende Rinder, Schafe, Ziege, Pferde und Fohlen – und hunderte Menschen.

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Niedersachsen: Wolfsrudel reisst trächtiges Shetland-Pony

In Nienhagen, einem Ortsteil der Gemeinde Gitlen (Landkreis Heidekreis) hat ein Wolfsrudel eine Pferdeherde auf einer Weide angegriffen. Eine trächtige Shetland-Ponystute überlebte den Angriff nicht.

Ein Jäger beobachtete den Angriff der Wölfe und konnte die Tiere durch lautes Schreien und In-die-Hände-klatschen verscheuchen, wie die Lokalzeitung Die Harke berichtet (hinter Paywall). Ein weiteres Pony, ein Hengst, wurde bei dem Wolfsangriff verletzt. Die Wölfe versuchten dem Zeitungsbericht zufolge zwei weitere Male, zu den Pferden auf die Weide zu gelangen: Ein anderer Jäger sah, wie die Wölfe die Weide ansteuerten, sich jedoch zurückzogen, da der Pferdehalter und die Polizei vor Ort waren. Ein weiteres Mal begegnete der Pferdehalter einem Wolf, als er um drei Uhr nachts auf der Koppel damit beschäftigt war, die überlebenden Ponys einzufangen. Pferdehalter aus der Gegend des Rodewalder Rudels fordern den Abschuss der Wölfe, da ansonsten die artgerechte Pferdehaltung aufgegeben werden müsste. SE

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Brandenburg: Gemeinden wollen “wolfsfreie Zone” werden

Drei Gemeinden – Stechlin, Sonnenberg und Großwoltersdorf – im Amt Gransee (Landkreis Oberhavel) wollen wolfsfreie Zone werden. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Demnach soll in den Gemeindevertretungen in den kommenden Tagen über entsprechende Beschlussvorlagen abgestimmt werden. Der Bürgermeister von Sonnenberg, Ralf Wöller, auf dessen Initiative der Plan, wolfsfreie Zonen zu errichten, zurückgeht, beklagt die “massiven Wolfsangriffe, die Landwirte in der Region zu verzeichnen hätten. Die Beschlussvorlage sieht vor, dass die genannten Dörfer im Brandenburger Wolfsmanagementplan als “nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone” ausgewiesen werden, so die MAZ. Einer Ansiedlung von Wölfen stünden “überwiegend öffentliche Interessen entgegen, insbesondere der Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung”, heißt es in der Beschlussvorlage.

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Französisches Kollektiv veröffentlicht Schockvideo von Wolfsangriffen

ACHTUNG: DAS VIDEO ENTHÄLT DRASTISCHE UND SCHOCKIERENDE AUFNAHMEN, DIE NICHT FÜR JEDEN NUTZER GEEIGNET SEIN KÖNNTEN!

Das französische Kollektiv L113 hat ein Video mit dem Titel “éthique et pâturage” (Ethik und Weideland) veröffentlicht, das in drastischen Aufnahmen Opfer von Wolfsangriffen auf Nutztiere zeigt. Das Video dokumentiert auch einen Wolfsangriff auf eine Schafherde, der mit dem Mythos vom schnellen Tod durch Kehlbiss ebenso aufräumen dürfte wie mit der Behauptung, der Wolf risse nur alte, schwache und junge Tiere.

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Sachsen: “Wolfsähnliche Tiere” greifen Hunde an

Das Kontaktbüro “Wölfe in Sachsen” meldet “zwei Vorfälle mit Hunden im nördlichen Landkreis Görlitz”: Am 27. und 28. Dezember 2017 wurden dem sächsischen Wolfsmanagement aus den Gemeinden Weißkeißel und Krauschwitz (beides Landkreis Görlitz) zwei Vorfälle gemeldet, bei denen ein Hund verletzt bzw. ein Hund getötet wurde. In beiden Fällen befanden sich die Hunde auf dem Grundstück ihrer Besitzer und die Besitzer sahen auf dem Grundstück ein Tier, welches sie als wolfsähnlich beschrieben.

Das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung wurde in beiden Fällen zeitnah informiert, untersuchte die Vorfälle vor Ort und nahm Genetikproben an dem verletzten, sowie toten Hund. Außerdem wurde der Kadaver des toten Hundes zur weiteren Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Hier werden auch alle toten Wölfe untersucht.

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Brandenburg: Wolf reißt 18 Schafe im Spreewald

In Klein Wasserburg, einem Ortsteil der Gemeinde Münchehofe (Landkreis Dahme-Spreewald), sind in der Nacht auf Mittwoch vier Mutterschafe und 14 Lämmer bei einem Rissvorfall getötet worden. Die toten Schafe wiesen die für Wolfsangriffe typischen Kehlbisse auf, auf einigen sandigen Stellen der Weide haben die Angreifer beeindruckend große Pfotenabdrücke hinterlassen. Der zuständige Rissgutachter wollte sich weisungsgemäß nicht gegenüber der Presse äußern, hatte dem betroffenen Schäfer, Roland Rocher aus Storkow, jedoch bereits signalisiert, dass er Wölfe als Verursacher “für sehr, sehr wahrscheinlich” halte. Der Rissgutachter nahm zahlreiche DNA-Proben, die in einem Speziallabor auf Spuren wölfischen Erbmaterials untersucht werden.

Warnung: Drastisches Bildmaterial!

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Brandenburg: Wolf reißt weitere 16 Schafe

Brandenburger Schäfer verliert fast 50 Schafe in nicht einmal drei Wochen durch Wolfsrisse

Der Brandenburger Schäfer Dirk Hoffmann, der bei einem Wolfsangriff im Mai bereits dreißig Schafe eingebüßt hatte, musste in der Nacht auf Mittwoch einen weiteren Verlust hinnehmen: 16 Tiere, zwei Schafe und 14 Lämmer, sind in der Nacht auf Mittwoch auf einer Weide im Landkreis Teltow-Fläming vom Wolf gerissen worden. 94 Schafe hat der Schäfer damit insgesamt durch Wolfsangriffe verloren. Schon nach dem letzten Wolfsriss, hatte Hoffmann von einer existenzbedrohenden Situation gesprochen (siehe verlinkten MAZ-Bericht) und darüber nachgedacht, seinen Job an den Nagel zu hängen. Nach dem neuerlichen Rissvorfall zeigte sich Hoffmann im Gespräch mit JAWINA am Boden zerstört: “Der Anblick der toten Tiere macht mich so fertig, ich kann das nicht in Worte fassen.” Die Herde ist durch einen Elektrozaun geschützt, der von den Wölfen jedoch immer wieder überwunden wird, indem sie ihn untergraben oder überspringen. SE

Foto: Schaf mit Lämmern. Foto: SE

Wolfsbeute besteht durchschnittlich zu 32 Prozent aus Nutztieren

Wölfe reißen zwei Kälber und neun Schafe – Wolfssichtung im Landkreis Stade

Durchschnittlich 32 Prozent der Beute von Wölfen “geht auf den Menschen zurück”, heißt es in einem Artikel der österreichischen Tagesszeitung Standard. In dem lesenswerten Beitrag wird eine wissenschaftliche Studie vorgestellt, die sich mit der Frage beschäftigt, ob derzeit eine weitere Domestikation der Wölfe stattfindet. Darin heißt es, dass sich Wölfe in Griechenland vorwiegend von Schweinen, Ziegen und Schafen ernähren, während ihre Artgenossen in Spanien überwiegend Pferde und anderes Vieh erbeuten. Im Iran fressen Wölfe vor allem Hühner, Ziegen und Abfälle. Diese Wölfe seien Kandidaten für eine mögliche neuerliche Domestikation.

Zu der Studie “Making a New Dog? von  Thomas M. Newsome, Peter J. S. Fleming, Christopher R. Dickman, Tim S. Doherty, William J. Ripple, Euan G. Ritchie, Aaron J. Wirsing geht es hier.

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