Schlagwort-Archive: Nutria

Brandenburg: Wie das MLUL sich die künftige Bejagung von Bisam und Nutria vorstellt

Das Brandenburger Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat per E-Mail ein  Schreiben (das der Red. vorliegt) an die Unteren Jagdbehörden (UJB) des Landes versandt, in dem erläutert wird, die die Bejagung von Nutria und Bisam ablaufen soll. Mit der Aufnahme von Nutria und Bisam und Jagdrecht durch die umstrittene Durchführungsverordnung (DVO) zum Landesjagdgesetz hat sich das MLUL ein so unnötiges wie vorhersehbares (da andere Bundesländer in der Vergangenheit ähnliche Erfahrungen gemacht haben) Riesenproblem eingehandelt (JAWINA berichtete). Die Schadnager unterliegen jetzt dem Elterntierschutz, und die erfahrenen und bewährten Bisamjäger und Nutriafänger des Landes sind arbeitslos, da sie nun einen Jagdschein und eine Jagderlaubnis des Revierinhabers benötigen, um die Deiche schützen zu dürfen. “Im MLUL geht ÖJV-Nähe vor Fachkompetenz”, ätzt ein Insider, “Das rächt sich jetzt.”

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Niedersachsen: Rekordergebnis bei der Nutriastrecke

Landesjagdbericht 2018/19 informiert über Jagdstrecken und neue Initiativen zur Steigerung der Artenvielfalt

Mit 32.357 Tieren im Jagdjahr 2018/19 liegt die Nutriajagdstrecke in Niedersachsen 33 Prozent über der des Vorjahres – ein neuer Höchstwert. „Für die anhaltend intensive und erfolgreiche Bejagung der Nutria danke ich den niedersächsischen Jägerinnen und Jägern sehr. Sie dient auch dem Schutz unserer Deiche und damit dem Allgemeinwohl und der Sicherheit der Bevölkerung“, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast mit Blick auf das Rekordergebnis, das aus dem heute veröffentlichten Landesjagdbericht „Wild und Jagd“ 2018/2019 hervorgeht.

Unterschiedliche Entwicklungen gibt es demnach bei den Schalenwildarten: Während die Jagdstrecken von Schwarzwild, Muffel- und Damwild sanken, gab es bei Reh- und Rotwild eine leichte Zunahme. Ein Hauptaugenmerk legt der diesjährige Bericht auf vielversprechende Initiativen bei der Aufwertung der Feldflur beim Schutz von Bodenbrütern.

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Brandenburg: Ganzjährige Bejagung von Bisam und Nutria

Ausnahmeregelungen für die Deichsicherung

Auf der Grundlage einer Allgemeinverfügung der Obersten Jagdbehörde im Brandenburger Agrar- und Umweltministerium dürfen Elterntiere von Bisam und Nutria nun landesweit ganzjährig bejagt werden. Damit sollen insbesondere Schäden an Hochwasserschutzanlagen und Gewässerufern durch Bisam und Nutria minimiert werden. Durch die Novellierung der Durchführungsverordnung zum Jagdgesetz Brandenburg (BbgJagdDV) wurden die Tierarten Bisam und Nutria in das Jagdrecht aufgenommen. Ziel der Neuregelung im Jagdrecht und der mit heutigem Datum in Kraft getretenen Ausnahmeregelung ist die Bejagung und Bestandsregulierung der Bisam und Nutria sowohl von den Jägern als auch von den Bisamjägern ganzjährig zu ermöglichen.

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Brandenburg: DVO Jagd wird zum Debakel für den Deichschutz

Die unsägliche Durchführungsverordnung (DVO) zum Brandenburger Landesjagdgesetz wächst sich zum Desaster für den Deichschutz aus. Weil Bisam und Nutria ins Jagdrecht aufgenommen wurden, dürfen die bisherigen Bisam- und Nutriafänger den Tieren nicht mehr nachstellen (JAWINA berichtete), die Schäden an den Deichen nehmen explosionsartig zu. Die MOZ schreibt von einem “Existenzproblem für den Oderbruch”. Über 400 Bisamschäden sind am Oderbruch aktenkundig. Bei einer vom Forum Natur Brandenburg (FNB) organisierten Veranstaltung berichteten Experten aus anderen (Bundes-)Ländern von ihren Erfahrungen mit dem Deichschutz. Die von der MOZ zitierten Deischschutz-Fachleute wiesen darauf hin, dass man im Oderbruch ebenso wie in Norddeutschland oder den Niederlanden “existentiell von der Sicherheit des Deiches” abhänge. Der Deichschutz, die Bekämpfung von Nutria und Bisam, die die Deiche unterwühlen und durchbohren, gehört deshalb in die Hände von Profis: Sonst “würden wir einfach absaufen”.

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Gütersloh: Kommunen, Landwirte und Jäger kooperieren bei Bekämfpung von Nutria und Bisam

Prämie für jeden im Kreisgebiet erlegten Nutria und Bisam

Auch im Kreis Gütersloh (NRW) nehmen sogenannte invasive Arten spürbar zu, teilt der Kreis mit. Vor allem Nutria (Myocastor coypus) und Bisam (Ondatra zibethicus) verursachen durch ihre Bautätigkeit erhebliche Schäden an Ufern, Dämmen und erzeugen Fraßschäden in landwirtschaftlichen Kulturen sowie Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Um dem entgegenzuwirken, sollen jetzt die Bestände von Nutria und Bisam reduziert werden. Eine entsprechende Vereinbarung tritt zum 1. August in Kraft. Sie sieht unter anderem Prämien für jeden erlegten Bisam und Nutria vor.

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Brandenburg: DVO Jagd gefährdet Deichschutz

Die umstrittene Durchführungsverordnung (DVO) zum Landesjagdgesetz Brandenburg (JAWINA berichtete) sorgt für massive Probleme beim Deichschutz: Allein am Oderdeich hat der bislang zuständige Bisamfänger 289 Eingrabungen durch Bisamratten festgestellt, wie die Märkische Oderzeitung (MOZ) berichtet. “Und es dürften täglich mehr werden”, befürchtet die MOZ: Denn  Bisam und Nutria darf der bislang zuständige Bisamfänger nicht mehr fangen. Grund ist die DVO Jagd, durch die Bisam und Nutria ins Jagdrecht aufgenommen wurden. JAWINA-Leser Rico hat in diversen Kommentaren (zum Beispiel hier) bereits auf die Problematik hingewiesen: Durch die offenbar unüberlegte Neuregelung werden die bislang hauptamtlich tätigen Bisamjäger arbeitslos. Wenn die Bisamratten dem Jagdrecht unterliegen, dürfen nur die Inhaber des Jagdrechts ihnen nachstellen. Bisamfänger benötigen künftig also einen Begehungsschein. Zudem gilt der im Jagdrecht verankerte Muttertierschutz, die Elterntiere müssen also geschont werden. Das bedeutet, dass man den Schadnagern Monate lang nicht nachstellen kann, da sie sich in Mitteleuropa mindestens von März bis September fortpflanzen, unter günstigen klimatischen Bedingungen auch ganzjährig. In der MOZ fordert der Vorsitzende des Jagdverbands Seelow eine schnelle Änderung der DVO, um größere Deischschäden zu vermeiden. Der Landeswasserverbandstag kritisiert wie andere kommunale Gremien Brandenburgs, “dass er bei der Erarbeitung der DV Jagd nicht gefragt wurde”, so die MOZ.

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Bremen: Jagdfreigabe für Nutria, Marderhund, Waschbär und Nilgans

Zum Schutz von heimischen Arten und Lebensräumen können Nutria, Marderhund, Waschbär und Nilgans nun bejagt werden. Eine entsprechende Verordnung wird das Bremer Umweltressort am kommenden Freitag (7. Juni 2019) in Kraft setzen. Diese Maßnahme dient dem Schutz von heimischen Arten und Lebensräumen sowie dem Deich- und Hochwasserschutz.

Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nutria stellen eine große Gefahr für den Hochwasserschutz dar. Sie unterwühlen Deiche und können so ihre Stabilität gefährden. Mit ihrem Höhlenbau zerstören sie in Abwassergräben in großem Ausmaße Uferböschungen, wodurch diese einerseits ständig breiter werden, anderseits durch den Erdeintrag verlanden und die Entwässerung beispielsweise bei Starkregenereignissen erschweren.

Nutria haben sich in Bremen besonders im Blockland und in der Wümme ausgebreitet, beides geschützte Natura-2000-Gebiete. Darunter können nicht nur großflächige geschützte Röhrichtbestände leiden, die von den sich hauptsächlich pflanzlich ernährenden Nutria vertilgt werden. Auch die auf der Roten Liste stehenden Malermuschel und die Große Teichmuschel werden zur Kalkaufnahme gefressen. Auf diese Muschelarten ist wiederum der ebenfalls auf der Roten Liste stehende Bitterling angewiesen, da er sie für die Eiablage benötigt.

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Mitgliederversammlung LJN: Jäger leisten wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt

In der Stadthalle von Gifhorn findet heute die Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. statt (LJN). Neben aktuellen jagdpolitischen Themen und den damit verbundenen Herausforderungen steht auch das Thema Wolf im Mittelpunkt.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast betonte in ihrem Grußwort die Rolle der Landesjägerschaft Niedersachsen als wichtiger und verlässlicher Partner in Sachen Jagd, Natur- und Artenschutz. Zugleich dankte sie den Jägerinnen und Jägern für die beherzte Bejagung von Schwarzwild und Nutria in den vergangenen Jahren und ihr Engagement im Bereich der Biodiversität in der Kulturlandschaft: „Die Jägerinnen und Jäger in Niedersachsen leisten einen wichtigen und wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Dazu gehört die Jagd, dazu gehören die vielen verschiedenen Maßnahmen zur Biotopverbesserung, zur Umweltbildung oder Wildunfallprävention und dazu gehört ihre Bereitschaft, dies alles und vieles mehr freiwillig und ehrenamtlich zu tun“.

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Niedersachsen: Landtag beschließt kleine Jagdrechts-Novelle

Der niedersächsische Landtag hat erwartungsgemäß der kleinen Novelle des niedersächsischen Landesjagdgesetzes zugestimmt. CDU-Jagdexperte Uwe Dorendorf sprach von einer “guten und ausgewogenen Änderung”: “Der Tierschutz und besonders der Schutz von Elterntieren hat im Jagdrecht zu Recht einen hohen Stellenwert. Allerdings leben 1,6 Millionen Niedersachsen in unmittelbarer Nähe unserer niedersächsischen Deiche mit 6.600 km2 Fläche. Der Schutz dieser Deiche muss daher für uns eine hohe Priorität haben. Daher ist die Änderung des Jagdgesetzes in Bezug auf die Bejagung von Nutrias folgerichtig und mehr als notwendig“, erklärte Dorendorf anlässlich der Novelle im Landtag.

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Niedersachsen: Gesetzesentwurf zum Landesjagdgesetz rechtswidrig

Der Gesetzgebungs- und Beratungsdienst des niedersächsischen Landtags (GBD) hat den von der Regierungskoalition aus CDU und SPD vorgelegten Gesetzesentwurf zur Novellierung des Landesjagdgesetzes (LJG) (JAWINA berichtete) als rechtswidrig eingestuft. Das berichtet die NWZ. Grund für die verfassungsrechtlichen Bedenken ist die vorgesehene Regelung, die auch Nichtjägern das Töten von Nutrias erlauben soll. Konkret sollte den ca. 400 Bisamrattenjägern genehmigt werden, künftig auch Nutrias nachzustellen. Da jedoch die Nutrias in Niedersachsen als jagdbare Art dem Jagdrecht unterliegen, dürfen sie auch nur von Jägern erlegt werden. Auch gegen den verpflichtenden regelmäßigen Schießnachweis als Voraussetzung für die Verlängerung des Jagdscheins meldeten die Juristen des GBD Bedenken an, da sich der Bund das Recht der Jagdscheine ausdrücklich vorbehalten hat. Der Gesetzesentwurf soll noch in diesem Monat gesetzeskonform überarbeitet werden, damit die Neuregelungen zur ASP-Bekämpfung möglichst bald in Kraft treten können. red.

Beitragsbild: Nutria. Autor: Timo Sack. Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic Lizenz.

Mitmachen: Online-Anhörung zur Bekämpfung invasiver Arten

EU bekämpft gebietsfremde Arten in der Tier- und Pflanzenwelt – Auch bei der „zweiten Listung“ können Bürger wieder mitreden

Die Europäische Union hat zum Erhalt der biologischen Vielfalt eine Verordnung erlassen, in der sie erstmals 37 Tier- und Pflanzenarten auflistet, die sich in Europa auf Kosten heimischer Arten ausbreiten. Die bundesländerübergreifend abgestimmten Maßnahmen zur Bekämpfung der gelisteten Tier- und Pflanzenarten wurden unter Beachtung der EU-Empfehlungen in Managementmaßnahmenblättern zusammengefasst. Nun wird diese erste Liste um acht Tier- und Pflanzenarten erweitert, vier Maßnahmenblätter werden angepasst. Ziel ist es, diese so genannten „invasiven“ Arten deutlich zu reduzieren oder deren weitere Verbreitung einzuschränken. Einige neue Beispiele aus der erweiterten und überarbeiteten Liste für eingewanderte gebietsfremde Tierarten sind der Marderhund (Nyctereutes procyonoides), der Bisam (Ondatra zibethicus) und die Nilgans (Alopochen aegyptiaca). Bei den Pflanzen sind es bspw. das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) und der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum).

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M-V: Öffentlichkeitsbeteiligung zum Management invasiver gebietsfremder Arten gestartet

Im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) sowie in den Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt in Schwerin, Neubrandenburg, Rostock und Stralsund liegen bis zum 17. Oktober 2018 zu den Geschäftszeiten die Entwürfe für das Management weiterer gebietsfremder invasiver Arten zur Öffentlichkeitsbeteiligung aus. Die Unterlagen sind auch online unter www.anhoerungsportal.de verfügbar.

Bereits 2016 waren in einer ersten Listung europaweit 37 invasive gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten identifiziert worden, von denen 6 Arten in Mecklenburg-Vorpommern weit verbreitet sind – darunter Nutria und Waschbär. Die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Management dieser Arten der ersten Listung erfolgte im Jahr 2017.

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Invasive Arten: Managementmaßnahmenblätter erschienen

Die Europäische Union hat eine Verordnung zum Erhalt der biologischen Vielfalt erlassen, in der  37 Tier- und Pflanzenarten aufgelistet werden, die sich in Europa auf Kosten heimischer Arten ausbreiten. Ziel ist es, diese so genannten „invasiven“ Arten deutlich zu reduzieren oder deren weitere Verbreitung einzuschränken. Beispiele dafür sind der aus Nordamerika stammende Waschbär, der aber für Greifvögel, Bodenbrüter, aber auch Unken und Amphibien eine Gefahr darstellt. Der ursprünglich als Speisekrebs eingeführte Signalkrebs überträgt Krebspest und gefährdet damit den heimischen Edelkrebs. Auch die Nutria steht auf der Liste.

Das Ziel der EU-Verordnung ist, diese invasiven Arten deutlich zu reduzieren oder deren weitere Verbreitung einzuschränken. 16 dieser 37 Tier- und Pflanzenarten werden in Deutschland als weit verbreitet angesehen und bedürfen mit Blick auf ihre negativen Auswirkungen auf die Biodiversität eines wirksamen Managements, wie das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland (MUV) mitteilt. Eine Beseitigung dieser weit verbreiteten Tiere und Pflanzen aus dem Ökosystem, heißt es, wird häufig nicht mehr möglich sein. Das mag durchaus zutreffen, denn wenn man sich die Maßnahmenblätter zum Beispiel für den Waschbär ansieht, so scheint es durchweg an der erforderlichen Entschlossenheit zu fehlen, den invasiven Arten wirklich den Garaus zu machen, wie das etwa in Australien geschieht.

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Otte-Kinast: Wie man Wölfe erzieht

+++ Sachsen: Räude – Toter Wolf im Pferdestall +++ Brandenburg: Wolf reißt trächtiges Mutterschaf +++

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) begann ihre Rede beim Schwaneweder Kreisjägertag mit einem Seitenhieb auf ihren Amtsvorgänger: Bei “so einem Vorgänger” – angesprochen fühlen darf sich der Grüne Christian Meyer – sei der Redebedarf mit den Verbänden groß. Die “wahren Grünen”, seien ohnehin die Jäger, stellte Otte-Kinast fest, denn sie erhielten die Kulturlandschaft, wie sie ist. Kein Wunder, dass die Ministerin von den Jägern “mit stehenden Ovationen” verabschiedet wurde, wie der Weserreport berichtet. Als Beispiel für Pflege und Erhalt der Kulturlandschaft durch Jäger führte die Ministerin die intensive Bejagung der Nutrias an, die in Niedersachsen massive Schäden an Deichen anrichten: Während die Streckenliste für den Kreis Osterholz im Jagdjahr 2013/14 nur ein einziges Nutria verzeichne, sei die Strecke 2016/17 schon auf 282 und 2017/18 bereits auf 400 der invasiven Nager angewachsen, so der Weser-Kurier.

Otte-Kinast appellierte an die Jäger, einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch intensive Bejagung der Wildschweine vorzubeugen und kündigte an, dies durch Änderung des Jagdgesetzes erleichtern zu wollen. Die Verbraucher forderte die Ministerin auf, mehr Wildschweinfleisch zu essen. Sie selbst gehe mit gutem Beispiel voran, indem sie angeordnet habe, in der Kantine des Ministeriums jeden Mittwoch ein Wildschweingericht auf der Speisekarte stehen solle, wie der Weserreport berichtet.

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Niedersachsen: Landesjagdbericht 2016/17 veröffentlicht

Otte-Kinast dankt Jägerschaft für Einsatz – Streckenzuwachs um 111 Prozent bei Nutria

Die Nutria, auch Biberratte, wird in Niedersachsen stark bejagt. Das geht aus dem aktuellen Landesjagdbericht 2016/17 hervor, der nun veröffentlicht wurde. „Das Engagement der Jäger ist im Hinblick auf den Deichschutz sowie die drohende Afrikanische Schweinepest ausgesprochen wichtig“, sagte Jagdministerin Barbara Otte-Kinast. Bei den Wildschweinen konnte in der vergangenen Jagdsaison mit 56.185 Tieren die zweithöchste Jahresjagdstrecke seit 60 Jahren erzielt werden. Der neu erschienene Landesjagdbericht schildert die Situation der Jagd und der einzelnen Wildarten in Niedersachsen und informiert unter anderem über die Wildbiologie und über die Jagdstrecken der einzelnen Arten. Ausführlich werden in dieser Ausgabe die Neozoen, also eingeschleppte Arten, thematisiert.

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Managementpläne für invasive Arten auf dem Prüfstand

Jägerinnen und Jäger können bis zum 20. November den Entwurf der Managementpläne für invasive Arten auf einem Anhörungsportal im Internet kommentieren. Der DJV fordert zur regen Beteiligung auf: Möglichst viele Waidmänner und -frauen sollten Wissen einbringen.

Bis zum 20. November 2017 können Behörden, Verbände und anderen Interessensgruppen eine Stellungnahme zu den geplanten Managementplänen für invasive Arten unter www.anhoerungsportal.de abgeben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat zu den Entwürfen der Management- und Maßnahmenblätter für jagdlich relevante Arten Nutria und Waschbär bereits Position bezogen und diese entsprechend begründet. Der DJV bittet Jäger, die geplanten Maßnahmen ebenfalls zu bewerten und bei Kritik möglichst nachvollziehbare Begründungen anzuführen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Nebelkrähe, Rabenkrähe, Elster, Nilgans und Nutria ins Jagdrecht

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf auf der A24 überfahren +++ Mecklenburg-Vorpommern: Fast-Kollision zwischen Elch und Bus +++ Mecklenburg-Vorpommern: Auge in Auge mit dem Elch +++ NRW: Teure Knochen: streit um Gebühren für Rothirsch-Trophäe +++ Bayern: Wölfe im Veldensteiner Forst gesehen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Schafsrisse durch Wolf bei Pritzenow +++ Schleswig-Holstein: Schafe in Nordfriesland gerissen – Wolf stammt aus McPom +++

Der Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD), hat angekündigt, weitere Tierarten ins Jagdrecht aufnehmen zu wollen. Genannt wurden Nebelkrähe, Rabenkrähe, Elster sowie Nilgans und Nutria. Ein entsprechender Verordnungsentwurf befinde sich derzeit in der Abstimmung. Dies liege “im Interesse des Wild- und Artenschutzes sowie im Interesse der Landeskultur und des Gewässerschutzes”, erklärte ein Ministeriumssprecher gegenüber der Ostsee-Zeitung. Wie zu erwarten war, protestieren die einschlägigen Verbände gegen die Ankündigung. Elstern und Krähen seien gemäß Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Arten und unterlägen der EU-Vogelschutzrichtlinie, sagte eine Sprecherin des BUND gegenüber der Zeitung. Wozu anzumerken ist, dass dies keinesfalls geschah, weil die genannten Arten selten oder gar bedroht seien, sondern weil man sich über deren Status bei der Abstimmung dieser Vorschriften nicht einigen konnte – u.a. deshalb, weil diese für den Schutz von Bodenbrütern und Rote-Liste-Arten wie dem Feldhasen äußerst problematischen Arten eine starke Lobby bei den Vogelschützern haben. Desweiteren ist daran zu erinnern, dass weder Bundesnaturschutzgesetz noch EU-Vogelschutzrichtlinie ewig unveränderbar gelten, sondern jederzeit an aktuelle Erfordernisse und neue Erkenntnisse angepasst werden können. Das sollten gerade jene Naturschützer wissen, die ständig Aktualisierungen jagdrechtlicher Vorschriften fordern, die z.T. erst wenige Jahre in Kraft sind. SE

Beitragsbild: Krähen ins Jagdrecht? Dieser Rote-Liste-Junghase ist dafür! Foto: SE

M-V: Management-Vorschläge für invasive gebietsfremde Arten vorgelegt

Stellungnahmen bis  20. November möglich

Bis zum 18. Oktober 2017 liegen im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie (LUNG) sowie in den Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt in Schwerin, Neubrandenburg, Rostock und Stralsund zu den Geschäftszeiten die bundesweit abgestimmten Unterlagen für das Management gebietsfremder invasiver Arten aus.

Dabei handelt es sich um Vorschläge, die Jedermann einsehen kann und zu denen Interessierte bis zum 20. November 2017 schriftlich Stellung nehmen können. Hinweise können entweder an das LUNG (Stichwort „Anhörung Managementpläne invasive Arten) gerichtet oder direkt online eingegeben werden. Die Unterlagen sind unter www.anhoerungsportal.de verfügbar.

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LJVB: Prädatorenjagd begünstigt Vogelschutz

+++ Zwei deutsche Angler in Frankreich ertrunken +++ NRW: Landwirt zahlt Geldbuße für “falsches Mähen” +++

Brandenburg: In seiner Antwort auf eine Große Anfrage der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen zur Entwicklung der Vogelwelt in Brandenburg bekräftigt Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger die große Bedeutung der Bejagung von Waschbär, Marderhund und Co. für den Schutz der heimischen Arten. Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) fordert, nun endlich die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Jörg Vogelsänger, Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft räumte in seiner Antwort für den Zeitraum von 1995 – 2016 einen Bestandsrückgang des Brutvogelvorkommens insbesondere in der Agrarlandschaft ein. 30 von 39 Arten seien in ihrem Bestand zurückgegangen. Als Ursachen benennt er insbesondere die hohe Intensität der Flächennutzung und den hohen Prädationsdruck. Der hohe Anteil von Mais als Ackerfrucht sowie die Größe der Schläge wirkten sich ebenfalls negativ auf die Entwicklung der Vogelwelt Brandenburgs aus. Ursächlich seien vor allem die damit verbundene Insekten- und Beikrautarmut. Sie führen zu einer Verarmung der Artenvielfalt.

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Nutria erobert Deutschland

Die Nutria profitiert von milden Wintern: Ihr Verbreitungsgebiet hat sich in neun Jahren etwa verdoppelt, 16 Prozent der Reviere haben 2015 ein Vorkommen gemeldet. Die Population wächst rasant an. Der Pflanzenfresser aus Südamerika untergräbt Deiche und frisst bedrohte Röhrichtarten. Für die Bejagung sind Fallen unerlässlich, Jagdeinschränkungen sind kontraproduktiv für den Artenschutz.

Seit den 1920er gibt es Vorkommen der aus Südamerika stammenden Nutria in Deutschland, doch in jüngster Vergangenheit hat sich das Nagetier stark ausgebreitet: Von 2006 bis 2015 hat sich das Vorkommen bundesweit verdoppelt, in 16 Prozent aller Jagdbezirke kommt die Nutria bereits vor. Hauptursache seien die anhaltend milden Winter, urteilen die Experten des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD), die Daten von mehr als 24.000 Revieren – etwa 40 Prozent der Fläche Deutschlands – ausgewertet haben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Daten jetzt im WILD-Bericht 2015 veröffentlicht.

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Emsland: 45.000 Euro für Nutria-Fallen

Der Umweltausschuss des niedersächsischen Landkreises Emsland hat auf Antrag der CDU-Fraktion 45.000 Euro Fördergelder für spezielle Nutria-Fallen bewilligt. Das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). Es handelt sich um spezielle Lebendfangfallen, die den Fallensteller per SMS benachrichtigen, wenn sich etwas gefangen hat. Diese Fallen sind an den Flüssen Hase und Ems vorgeschrieben, seit diese zu Natur- bzw. Landschaftsschutzgebieten erklärt wurden. Die pro Stück 300 Euro teuren Fallen sollen den Jagdausübungsberechtigten in dem Gebiet zur Verfügung gestellt werden. Im Emsland lebt der NOW zufolge die größte Nutria-Population Deutschlands: Im Jagdjahr 2015/16 wurden von den ca. 10.000 in Deutschland erlegten Nutrias 6000 in diesem Landkreis erbeutet. Die invasiven Neubürger vermehren sich rasant und richten beträchtliche Schäden an Deichen und Uferwegen an. SE

Beitragsbild: Nutria. Autor: Timo Sack. Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic Lizenz.