Schlagwort-Archive: Nittenau

Jagdunfall Nittenau: Anklage und Verteidigung verzichten auf Rechtsmittel – Strafe ist rechtskräftig

+++ Rheinland-Pfalz: Rätsel um tote Rehe bei Sülm +++

Auf den Verurteilten kommen weitere massive finanzielle Forderungen zu

Im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Nittenau, bei dem der Beifahrer eines PKW auf der Bundesstraße 16 von einem verirrten Geschoss aus der Büchse eines Jägers getroffen wurde (JAWINA berichtete), verzichten Anklage und Verteidigung auf Rechtsmittel. Damit wird das Urteil rechtskräftig. Der Unglücksschütze ist wegen fahrlässiger Tötung zu einer auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe von 12 Monaten verurteilt worden. Außerdem muss er als Bewährungsauflage jeweils 10.000 Euro an den Vater und die Mutter des Verstorbenen sowie an die gemeinnützige Einrichtung Hospizverein Schwandorf bezahlen. Mit diesen insgesamt 30.000 Euro dürfte die Sache für den Verurteilten jedoch nicht ausgestanden sein.

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Jagdunfall bei Nittenau: Geschoss war kein Abpraller

Im Gerichtsverfahren um den tödlichen Jagdunfall bei Nittenau hat der ballistische Gutachter ausgesagt. Demnach stammt das tödliche Geschoss aus der Selbstladebüchse des 47-jährigen Angeklagten. Den Untersuchungen des Ballistikexperten Axel Manthei vom Landeskriminalamt Bayern zufolge hat das Geschoss auf seiner Flugbahn einen weichen Gegenstand berührt oder durchschlagen, wodurch es um zwei Grad von seiner ursprünglichen Flugbahn abwich. Nach Ansicht des Ballistikers ist es am wahrscheinlichsten, dass die Kugel ein Wildschwein durchschlagen habe. Einem Bericht des Lokalmediums Onetz.de zufolge hielt der Gutachter es für unwahrscheinlich, dass das Geschoss mit dem Ackerboden, dem Schutzzaun an der Bundesstraße 16 oder dem Bewuchs auf der Böschung der Straße in Berührung gekommen sei.

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Jagdunfall Nittenau: Jäger entschuldigt sich, will nie mehr jagen

Der erste Verhandlungstag des Prozesses um den tödlichen Jagdunfall von Nittenau ist ein großes Thema in der Lokalberichterstattung. Der angeklagte Jäger hat demnach unter Tränen sein Bedauern über das Geschehene ausgesprochen. Der 46-jährige Angeklagte habe seine Waffen abgegeben, seinen Jagdschein nicht verlängert und wolle nie mehr zur Jagd gehen, berichtet BR24. Der Unglücksschütze ist erfahrener Jäger, Jagdscheininhaber seit 1995, bereits sein Vater ging zur Jagd. Er sei in die Jagd hineingewachsen, habe sie nicht nur als Hobby, sondern als willkommene Pflicht betrachtet, erklärte er laut nordbayern.de. An dem Tag des Unglücks war er offenbar auch Jagdleiter. Die spontan anberaumte Drückjagd mit elf Jägern fand statt, weil der Landwirt massive Wildschäden durch Wildschweine in dem Maisfeld beklagt hatte. Zeugen bestätigten, dass der Jagdleiter sie ausführlich über die Sicherheit belehrt und insbesondere auf die Gefahr durch die nahe Bundesstraße hingewiesen habe. Sicherheitshalber sei ein Feldweg gesperrt worden. In diesem Zusammenhang habe der Angeklagte einem Zeuge zufolge gesagt: “Keiner schießt auf die Straße, weil keine Wildsau ist es wert, dass ein Menschenleben gefährdet wird”, berichtet die Passauer Neue Presse.

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Peta instrumentalisiert tödlichen Jagdunfall für Anti-Jagd-Propaganda

Im August 2018 starb der Beifahrer eines Kia auf der B16 bei Nittenau vermutlich durch eine verirrte Kugel, die ein Jäger bei einer Erntejagd in der Nähe abgegeben hatte (JAWINA berichtete). Heute beginnt vor dem Landgericht Amberg der Prozess, die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Unglücksschützen fahrlässige Tötung vor. Die Tierrechtsorganisation Peta nutzt den Prozessauftakt, um Anti-Jagd-Propaganda zu betreiben. Bei der “Hobbyjagd” würden “immer wieder Menschen verletzt oder getötet”, behauptet Peta in einer aktuellen Pressemitteilung, und “für die massenhaften Tiertötungen gebe es keinen vernünftigen Grund” – ja, nee, is klar, Landwirtschaft und Waldbau sind total unvernünftig… Anlässlich des Prozessbeginns erneuert Peta die Forderung, “zumindest die Hobbyjagd endlich gesetzlich zu verbieten.” Eine außerordentlich geschmacklose Instrumentalisierung eines tragischen tödlichen Unglückfalls, die wieder einmal zeigt, wie gleichgültig den vermeintlichen Tierfreunden menschliche Schicksale sind – schäm dich, Peta! SE

Beitragsbild: Pressemitteilung zum Prozessauftakt auf der Peta-Internetseite (Screenshot)

Jagdunfall bei Nittenau: Tödliche Kugel war kein Querschläger

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Artikel aktualisiert

Im Fall des tödlichen Jagdunfall, bei dem ein Geschoss aus einer Jagdwaffe die Beifahrerscheibe eines auf der B16 bei Nittenau fahrenden PKW durchschlagen und den Insassen getötet hatte (JAWINA berichtete), gibt es neue Erkenntnisse. Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber JAWINA bestätigte, hat das ballistische Gutachten ergeben, dass es sich bei dem Projektil entgegen bisheriger Annahmen nicht um einen Querschläger handelt. Der Zustand des Projektils deute nicht darauf hin, dass es von einem harten Gegenstand abgeprallt sei. Nach dem Ermittlungsergebnis hat die Kugel ein weiches Gewebe durchschlagen, aber keine wesentliche Ablenkung dadurch erhalten, so die Staatsanwaltschaft. Und weiter: Bei dem Geschoss handelt es sich um ein H-Mantelgeschoss des Fabrikates RUAG/RWS, Kal. .30-06. Das bejagte Maisfeld lag parallel zur Bundesstraße; Schutzvorrichtungen waren nicht vorhanden; das Projektil durchschlug die Seitenscheibe eines fahrenden Autos und traf den Beifahrer im Brustkorbbereich. Es wurde Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den schussabgebenden Jäger, der zugleich auch Jagdleiter war, erhoben. SE

Beitragsbild: Projektile (Symbolbild). Foto: SE

Tödlicher Jagdunfall bei Nittenau: Polizei dementiert Gerüchte

+++ Italien: Jäger in Tirol tödlich abgestürzt +++ Schweiz: Abschussverfügung für zwei Wölfe abgelaufen +++ Thüringen: Nabu erstattet Anzeige wegen geschossenem Fischotter +++

Bei einem Jagdunfall ist am Sonntagvormittag, den 12.08.2018, in Zusammenhang mit einer Jagd, der Beifahrer eines unbeteiligten PKW bei Nittenau (Landkreis Schwandorf) von einem Projektil getroffen und tödlich verletzt worden (JAWINA berichtete). Inzwischen hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Es kursieren haltlose Gerüchte über die Person des vermeintlichen Täters, die von der Polizei nun dementiert wurden. In einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz heißt es dazu: “In den letzten Wochen halten sich in der betroffenen Region hartnäckige Gerüchte über die Person des ermittelten Tatverdächtigen und dessen Suizid. Dabei wird offensichtlich fortlaufend ein Arzt aus Nittenau benannt.

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BJV zum tödlichen Jagdunfall: “Betroffenheit ist gross”

Der Bayerische Jagdverband äußert sich tief betroffen über den tödlichen Jagdunfall in Nittenau, bei dem der Beifahrer eines Autos von einem Projektil aus einer Jagdwaffe getroffen wurde (JAWINA berichtete).

Prof. Dr. Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), erfuhr im Urlaub vom tragischen Ausgang der Erntejagd bei Nittenau (Landkreis Regensburg)und zeigt sich entsetzt: „Der Unfall macht uns alle tief betroffen. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen des Opfers.” Der BJV unterstützt die vorbehaltlose Aufklärung des Unglücks und bietet dabei seine Hilfe an.

Selbst bei Anwendung größter Sorgfalt in der Vorbereitung und Durchführung von Jagden, kommt es dennoch, wenn auch in sehr seltenen Fällen zu Unfällen mit tödlichem Ausgang. “Besonders erschreckend ist es, wenn völlig Unbeteiligte durch unvorhersehbare Folgen der Jagdausübung verletzt werden,” so Vocke.

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