Schlagwort-Archive: Niederösterreich

Österreich: Niederösterreich will Nachtzielhilfen für Wildschweinbejagung freigeben

Aufgrund der zu erwartenden Zunahme bzw. der bereits teilweisen hohen Bestände in Niederösterreich ist eine Reduktion des Schwarzwildes unbedingt notwendig, um im Falle eines Ausbruchs die Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu erleichtern, meint der Landesjagdverband Niederösterreich. Das Schwarzwild sei besonders schwierig zu bejagen. Es ist überwiegend nachtaktiv, wehrhaft und extrem vorsichtig. Eine Reduktion des Bestandes ist daher nicht leicht. Aus diesem Grund wird nun in Niederösterreich für eine Dauer von vorerst vier Jahren der Einsatz von technischen Nachtzielhilfen flächendeckend zur Intensivierung der Wildschweinbejagung erlaubt. Im Seuchenfall dürfen zudem spezielle Fallen, die den Lebendfang von mehreren Wildschweinen ermöglichen, eingesetzt werden.
Jägerschaft unterstützt in der Seuchenprävention

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Giftköder: Zwei Jagdaufseher wegen Verletzung der Aufsichtspflicht verurteilt

Obwohl sie nicht die Täter sind, wurden zwei behördlich beeidete Jagdaufseher wegen ausgelegter Giftköder im niederösterreichischen Weinviertel verurteilt

Mehr als 35 tote Tiere sowie illegal aufgestellte Fallen mit teilweise qualvoll verhungerten Tieren: So lautet die Bilanz des bisher größten Vergiftungsfalls Österreichs. Nach diesen grausigen Funden im Frühjahr 2016 in Windisch-Baumgarten im Bezirk Gänserndorf wurde gegen die beiden damals revierzuständigen Jagdaufseher Anklage erhoben. Nun liegt das endgültige Urteil vor: Die  Männer wurden vom Niederösterreichischen Landesverwaltungsgericht wegen Verletzung der Jagdaufsicht schuldig gesprochen, ihnen wurde die Jagdaufsicht entzogen. Darüber hinaus erhielten die Verurteilten eine Geldstrafe in der Höhe von 5.000 beziehungsweise 1.000 Euro.

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Niederösterreichischer Landtag stimmt Änderung des Jagdgesetzes zu

Wolfsabschüsse werden erleichtert – Abgeordnete fordern praktikablere europäische Regelungen für den Wolf

Der niederösterreichische Landtag hat bei seiner gestrigen (21.9.) Sitzung erwartungsgemäß die Änderung des Jagdgesetzes des österreichischen Bundeslandes beschlossen. Der geänderte § 100 a soll die Vergrämung und, als letztes Mittel, den Abschuss von Wölfen erleichtern (JAWINA berichtete). In derselben Sitzung haben die Abgeordneten Mold, Ing. Huber, Schmidl und Göll einen “Resolutionsantrag betreffend rasch wachsende Wolfspopulation in Niederösterreich” eingebracht, dem der Landtag mit großer Mehrheit zustimmte. In dem Resolutionsantrag wird “ein praktikableres europäisches Regelungsregime für den Wolf” gefordert. “Insbesondere soll”, so heißt es in dem Antrag,

“i.
eine europaweite Beurteilung des „günstigen Erhaltungszustandes“ und nicht nur der eines EU-Mitgliedsstaates,
ii.
eine praxisnähere Neuregelung der Anwendungsmöglichkeiten des Artikel 16 der Fauna Flora Habitat-Richtlinie und
iii.
eine Anpassung des Schutzstatus des Wolfes in der FFH-Richtlinie durch die Aufzählung des Wolfes in Anhang V und nicht in Anhang IV erreicht werden.”

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Niederösterreich ändert Jagdgesetz, um Abschuss und Vergrämung von Wölfen zu erleichtern

Auf Antrag der Abgeordneten der Abgeordneten Schulz, Ebner, Edlinger, Hogl, Heinreichsberger und Mold vom 13. 9. wird der niederösterreichische Landtag in der kommenden Woche über eine Änderung des Landesjagdgesetzes abstimmen. Die Zustimmung zu dem Gesetzesentwurf gilt als sicher. Dabei geht es vor allem um die Ergänzung des § 100a des niederösterreichischen Landesjagdgesetzes (NOeLJG) um konkrete Handlungsbefugnisse, die Vergrämung oder Abschuss von “Großhaarraubwild” wie Luchs, Bär oder Wolf ermöglichen und beschleunigen sollen. Das öffentliche Interesse an der öffentlichen Sicherheit müsse das öffentliche Interesse am Artenschutz überwiegen, heißt es in der Begründung des Antrags. Und weiter: Da sich die bestehenden Regelungen zum Schutz von Menschen und Viehbeständen als nicht ausreichend erwiesen hätten, solle nun vor allem zum Schutz der Bevölkerung eine Präzisierung geschaffen werden. Dies solle durch eine Neufassung des § 100a geschehen. Da auch die FFH-Richtlinie Maßnahmen zum Schutz der Menschen und der öffentlichen Sicherheit zulässt, entspricht sie daher auch dieser Richtlinie. Die Antragsteller weisen darauf hin, dass es Art. 16 der FFH-Richtlinie auch gestatte, “andere öffentliche Interessen wie beispielsweise solche wirtschaftlicher Art (z.B. Tourismus) einer Interessensabwägung zu unterziehen.”

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Österreich: Petition zur erleichterten Entnahme von “Problemwölfen” gestartet

Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LK NOe) hat eine Petition gestartet, die das Ziel verfolgt, die Entnahme von sogenannten Problemwölfen gemäß Artikel 16 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) zu erleichtern. Unter dem Titel “Mit der Petition Wolf zu mehr Sicherheit” heißt es auf der Internetseite der LK NOe: “Wiederholte Vorfälle in Niederösterreich führen vermehrt zur Unsicherheit in der Bevölkerung. Mit der Petition Wolf können Sie ab sofort ein Zeichen setzen um Siedlungsgebiete sowie Raum für Weidetiere in Zukunft wieder sicherer zu machen.” Die Wölfe seien europarechtlich mehrfach streng geschützt. Das dürfe nicht dazu führen, dass dadurch der Schutz der Menschen in den Siedlungsgebieten unserer Kulturlandschaft und die öffentliche Sicherheit verloren gehen.

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Österreichischer Politiker will Absenkung des Schutzstatus von Wölfen beantragen

DNA-Untersuchungen bestätigen: Wölfe für gerissene Schafe im Schwarzwald und gerissene Kälber im Allgäu verantwortlich

Nachdem die Schweiz bei der Berner Konvention die Rückstufung des Schutzstatus von Wölfen gefordert hat (JAWINA berichtete), will nun auch der stellvertretende Landeshauptmann Niederösterreichs, Stephan Pernkopf, die EU-Kommission auffordern, “den Wolf von der Artenschutzliste zu streichen”, wie heute.at berichtet. Wegen des zu erwartenden exponentiellen Wachstums der Wolfspopulation sei kein Schutzstatus mehr notwendig, so Pernkopf. Regulierungsmaßnahmen hingegen seien “unbedingt nötig”. Im Interview mit dem ORF ergänzte Pernkopf: “Der Wolf ist in Europa kein gefährdetes Tier, es gibt etwa 30.000 Wölfe. Die Sicherheit der Menschen muss oberste Priorität haben.” Die Kritik von Naturschutzverbänden an der in Niederösterreich neuerdings zulässigen Vergrämung von Wölfen mit Schreckschüssen und Gummigeschossen (JAWINA berichtete), bezeichnete Pernkopf als “zynisch und ignorant”. Die 31 zuletzt vom Wolf gerissenen Schafe seien durch Zäune geschützt gewesen. “Was soll man da noch mehr machen?”, fragt Pernkopf. Dies seien ” theoretische Diskussionen”, die er zurückweise.

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Umfrage: Ein Drittel der Bevölkerung hat Angst vor dem Wolf

“Anwachsen der Wolfspopulation nicht zukunftsfähig – Wildbiologe kritisiert “naive Sicht des Natur- und Artenschutzes”

Am Mittwoch wurde in St. Pölten eine Studie der Meinungsforscherin Sophie Karmasin vorgestellt, an der 1000 Österreicher teilnahmen, wie der ORF berichtet. Dabei gab etwa ein Drittel aller Befragten an, Angst vor dem Wolf zu haben: Der Wald werde als Erholungsgebiet gemieden, Aktivitäten wie Beeren sammeln, Sport, Spaziergänge oder Familienausflüge würden eingeschränkt. Der Wald werde als Erholungsgebiet weniger oder gar nicht mehr genutzt. 69 Prozent der Befragten fürchten negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft durch den Wolf, 56 Prozent meinten, dass sich die Anwesenheit des Wolfs negativ auf andere Tiere auswirke, 35 Prozent fürchteten Nachteile für die Jagd. Die Studie wurde vor den aktuellen Wolfsrissen im Waldviertel (JAWINA berichtete) durchgeführt. Momentan würde das Stimmungsbild vermutlich dramatischer als in der Studie ausfallen, schätzt Meinungsforscherin Karmasin, weil diese Ereignisse noch nicht eingepreist seien.

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Österreich: Jäger im Hitzeeinsatz

Niederösterreichs Jäger im Hitzeeinsatz: Wildtiere benötigen Tränken und Schattenspender. Hege vor allem im Sommer große Herausforderung – austrocknende Feuchtbiotope, verdorrte Felder und frühe Ernte verstärken Stress bei Niederwild

JAWINA-Leser PW schreibt: Deutsche Jäger können das auch.

Die Jägerinnen und Jäger in Niederösterreich sind seit einigen Tagen wieder im Hitzeeinsatz, denn langanhaltende Hitzeperioden beeinträchtigen nicht nur Menschen sondern auch Wildtiere. Dieses Jahr wird der Stress vor allem beim Niederwild durch die frühe Ernte und den damit verbundenen großflächigen Verlust von Deckung, Schatten und Nahrung zusätzlich verstärkt. “Jäger sind im ganzen Jahr als Heger gefragt. Aber insbesondere im Sommer, wenn die hohen Lufttemperaturen während der Nacht keine Taubildung zulassen, sind Wildtiere auf zusätzliche Wasserstellen durch den Bau von Tränken sowie auf Schattenspender angewiesen”, so Niederösterreichs Landesjägermeister Josef Pröll. Fasane etwa bevorzugen Lebensräume entlang von Wasseradern und verschilften Feuchtbiotopen und leiden unter deren Austrocknung. Aber auch der Feldhase als ehemaliger Steppenbewohner benötigt mehr Wasser als landläufig angenommen.

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Österreich: Gatterjagd ab 2029 in Niederösterreich verboten

+++ Thüringen: Jäger schießt Nandu +++ Brandenburg: Nabu protestiert scharf gegen wolfsfreie Zonen (JAWINA berichtete) +++

Treibjagd mit Hunden im umfriedeten Gebieten schon ab 2023 untersagt

Der bereits im Vorjahr vorgelegte Entwurf für die Novellierung des niederösterreichischen Landesjagdgesetzes (NÖ LJG) ist in einigen Punkten verschärft worden: So ist vorgesehen, Gatterjagden in Niederösterreich bereits ab 2029 endgültig zu verbieten. Schon ab 2023 soll die Treibjagd mit Hunden in Gattern verboten werden. Für Zuwiderhandlungen sind hohe Geldstrafen von bis zu 20.000 Euro vorgesehen. Die Bejagung zur Regulierung des Wildbestands bleibt statthaft. Das NÖ LJG soll am 28. Juni beschlossen werden, da sich ÖVP, SPÖ und FPÖ für das Gesetz ausgesprochen haben, gilt die Annahme als sicher. Von ursprünglich 71 in Niederösterreich registrierten Gatterjagden seien zwei mittlerweile aufgelassen worden, berichtet nön.at. Mit dem absehbaren Ende der Gatterjagd hätten die Gatter ihre Attraktivität verloren. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen die Jagdgatter offenbar in Tiergärten umgewandelt werden, “um der Bevölkerung zu ermöglichen, das Wild zu erleben”, so nön.at. Entsprechende Nachnutzungsformen sind gesetzlich festgeschrieben, die Umwandlung wurde nun nicht erst ab 2029, sondern bereits ab 2023 ermöglicht. red.

Beitragsbild: Sauen im (Schwarzwild-Übungs-)Gatter. Foto: SE

Österreich: Jäger auf dem Weg zum Plumpsklo tödlich verunglückt

Ein Jäger ist bei Lassing in Niederösterreich in der Nacht auf Sonntag auf dem Weg von der Jagdhütte zum Plumpsklo abgerutscht und 100 Meter einen Hang herabgerutscht. Er landete schwer verletzt in einem Bachbett, zwei Männer fanden ihn am nächsten Morgen an einem Baumstamm sitzend, wie heute.at berichtet. Obwohl die Bergrettung schnell vor Ort war und den Verletzten mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik flog, erlag der 63jährige im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. red.

Beitragsbild: Plumpsklo. Foto: SE