Schlagwort-Archive: Neozoen

Mecklenburg-Vorpommern: Sorge vor weiterer Ausbreitung – FDP fordert Jagd auf Nandus

Großvogel soll ins Jagdrecht – Politiker warnt: Suchen sich schnell bundesweit Lebensraum

Die FDP im Bundestag fordert die Bejagung der frei lebenden Nandus in Mecklenburg-Vorpommern, bevor diese sich weiter in Deutschland ausbreiten. Karlheinz Busen, jagdpolitischer Sprecher seiner Fraktion, warnte in der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Wenn sich die Population jährlich mehr als verdoppelt, suchen sich die Nandus schnell bundesweit Lebensräume.” Das Landwirtschaftsministerium in Schwerin bezifferte den Bestand im Herbst vergangenen Jahres auf 566 Tiere, wobei 294 der Vögel noch Jungtiere waren. Das Bundesumweltministerium bestätigte auf Anfrage des FDP-Politikers: “Der Nandu hat ein hohes Ausbreitungspotenzial, und daher ist eine Abwanderung in benachbarte Regionen potenziell möglich.”

Weiterlesen

Hessen: Proteste und Pöbeleien gegen Fuchswoche

Hubertus-Fuchswoche 2019 dennoch erfolgreich: 23 waidgerecht erlegten Füchse

Der Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V. hatte seine Mitglieder und die Hegegemeinschaften im Kreis Gießen zur Teilnahme an der traditionellen Fuchswoche aufgerufen. Unter großer Beteiligung seitens der Jägerschaft war intensiv dem Fuchs und Waschbär nachgestellt worden. Der 1. Vorsitzende Dieter Mackenrodt konnte eine große Zahl an Vereinsmitgliedern am Vereinshaus zum Streckelegen begrüßen und die Erlegung von beachtlichen 23 Füchse und 5 Waschbären bekannt geben. Wie üblich waren einige Demonstranten angetreten, um gegen die Jagdveranstaltung zu protestieren. Vereinzelt kam es zu Pöbeleien und “kleinen Schubsern”, wie die Gießener Allgemeine berichtet. Mackenrodt nahm die Situation zum Anlass, die Raubwildbejagung ausführlich zu verteidigen.

Bei der Begrüßung hinterfragte der Hubertus-Chef, wer oder was – außer der Jagd – überhaupt in der Lage sei, die hohen Fuchspopulationen unter den gegebenen Umweltbedingungen zu kontrollieren bzw. zu reduzieren?! Der Fuchs sei der absolute Gewinner der Kulturlandschaft – das Niederwild in den Agrarsteppen der Verlierer. Während die heimische Jägerschaft schon seit Jahren die Jagd auf Rebhuhn und Hase in vielen Revieren freiwillig eingestellt habe, dezimiere Reinecke Fuchs diese Wildarten weiter. Die Populationsdichte des Fuchses werde zumindest regional noch immer weit unterschätzt, denn nur ein mehr oder minder geringer Teil der Gesamtpopulationen Reineckes sei für uns sichtbar. Dies werde nicht zuletzt immer wieder an den Strecken-Ergebnissen aus Revieren sichtbar, in denen intensiv Fuchsjagd betrieben wird.

Weiterlesen

Sogar der Nabu befürwortet Nilgans-Jagd

+++ Österreich: Gestürzt und an Wurzel hängen geblieben – Bergwacht rettet 79-jährigen Jäger +++ Bayern: Wildernder Hund tötet Rehkitz +++ Hessen: Wildschwein-Alarm im Gewerbegebiet Heppenheim +++

In den Siebzigerjahren sind vor allem in den Niederlanden einige als Ziervögel gehaltene Nilgänse aus der Gefangenschaft entkommen. Seitdem breitet sich die invasive Art in Mitteleuropa aus. Der DJV meldet aktuell eine Vergrößerung des Verbreitungsgebiets um 71 Prozent in den vergangenen acht Jahren. In allen deutschen Bundesländern mit Ausnahme von Berlin ist die Nilgans als Brutvogel nachgewiesen. Problematisch an den Vögeln ist, dass sie während der Brut zum Beispiel Weißstorchennester, Wanderfalkenhorste und Schleiereulennistplätze übernehmen und diese Arten so beim Brutgeschäft stören. Außerdem sin Nilgänse während der Brut territorial und vertreiben andere Entenarten aggressiv aus ihrem Revier. “Attacken auf Junge führende Stockenten enden manchmal mit dem Tod von Stockentenküken”, heißt es auf Wikipedia.

Weiterlesen

Invasive Arten: Managementmaßnahmenblätter erschienen

Die Europäische Union hat eine Verordnung zum Erhalt der biologischen Vielfalt erlassen, in der  37 Tier- und Pflanzenarten aufgelistet werden, die sich in Europa auf Kosten heimischer Arten ausbreiten. Ziel ist es, diese so genannten „invasiven“ Arten deutlich zu reduzieren oder deren weitere Verbreitung einzuschränken. Beispiele dafür sind der aus Nordamerika stammende Waschbär, der aber für Greifvögel, Bodenbrüter, aber auch Unken und Amphibien eine Gefahr darstellt. Der ursprünglich als Speisekrebs eingeführte Signalkrebs überträgt Krebspest und gefährdet damit den heimischen Edelkrebs. Auch die Nutria steht auf der Liste.

Das Ziel der EU-Verordnung ist, diese invasiven Arten deutlich zu reduzieren oder deren weitere Verbreitung einzuschränken. 16 dieser 37 Tier- und Pflanzenarten werden in Deutschland als weit verbreitet angesehen und bedürfen mit Blick auf ihre negativen Auswirkungen auf die Biodiversität eines wirksamen Managements, wie das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland (MUV) mitteilt. Eine Beseitigung dieser weit verbreiteten Tiere und Pflanzen aus dem Ökosystem, heißt es, wird häufig nicht mehr möglich sein. Das mag durchaus zutreffen, denn wenn man sich die Maßnahmenblätter zum Beispiel für den Waschbär ansieht, so scheint es durchweg an der erforderlichen Entschlossenheit zu fehlen, den invasiven Arten wirklich den Garaus zu machen, wie das etwa in Australien geschieht.

Weiterlesen

Hessen: Waschbär darf ab 1. August wieder bejagt werden

LJV: “Hausbesitzer und der Artenschutz können aufatmen”

In den vergangenen knapp 10 Jahren hat sich die bundesweite Jagdstrecke der Waschbären nahezu vervierfacht. Zudem ist der Waschbär seit 2016 als gebietsfremde und invasive Art auf der EU-Liste aufgeführt. Laut Vorgabe der EU sollen invasive Arten, auch die, die sich bereits etabliert haben, an der weiteren Ausbreitung gehindert oder diese verlangsamt werden. „Umso unverständlicher ist es, dass es gerade in Hessen – im Bundesland mit einem der höchsten Waschbärvorkommen – eine Schonzeit für den Kleinbären gibt“, so Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

Der LJV fordert ein Umdenken von der Landespolitik und erwartet von den Parteien eine klare Position vor den Landtagswahlen im Oktober. Die Zahlen sind eindeutig und zeigen die rasche Verbreitung der Kleinbären in ganz Deutschland. Hier steht insbesondere Hessen in der Pflicht, die EU-Verordnung umzusetzen. Jedoch wird durch den kürzlich veröffentlichten Managementplan die Aufhebung von Schonzeiten als regionale Artenschutzmaßnahme deutlich erschwert: Denn künftig müssen Artenschutzprojekte zur Populationskontrolle wie in der Wetterau oder der Rhön durch ein aufwendiges Monitoring verpflichtend begleitet und evaluiert werden.

Weiterlesen

Hessen: Umweltministerium lehnt Schonzeitaufhebung für Waschbären ab

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUKLV) hat den Antrag auf Schonzeitaufhebung für Waschbären abgelehnt, den der 1. Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel, als betroffener Jagdpächter gestellt hatte (JAWINA berichtete). Nickel hatte in dem Antrag darauf hingewiesen, dass “nach Art. 19 der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten die Mitgliedstaaten innerhalb von 18 Monaten nach der Aufnahme einer invasiven gebietsfremden Art in eine Unionsliste über wirksame Managementmaßnahmen für diejenigen Arten zu verfügen haben, die in ihrem Hoheitsgebiet weit verbreitet sind.” Der Waschbär sei in der Listung ab dem 3. August 2016 erfasst. Bereits ab Februar 2018 wären daher entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung bzw. zur Populationskontrolle vorzusehen gewesen. Stattdessen bleibe es in Hessen unverändert bei der Schonzeitfestlegung durch die im Jahr 2015 verabschiedete Jagdverordnung, stellt Nickel fest.

Weiterlesen

Gansheitliches Denken

Eine problematische, sich rasch ausbreitende Tierart, genervte Anwohner, geschädigte Landwirte, zerstrittene Experten, hitzige Diskussionen um Zaunschutz, Bejagung und die Gefährdung der Bevölkerung und natürlich grüne Politiker, denen der Rundumschutz noch der gewöhnlichsten Tierart wichtiger ist als jedes berechtigte menschliche Interesse. Nein, die Rede ist nicht vom Wolf – sondern von der Nilgans. In dem Beitrag “Nicht minder anziehend ist ihr Wesen” beschreibt Friederike Haupt in der FAZ das Leiden der Frankfurter an der Nilgans. Die Neozoen breiten sich massiv aus, die vom keimbelasteten Kot der Vögel verschmutzten Liege- und Badewiesen stellen eine Gesundheitsgefahr für Kinder dar, durch ihr aggressives Verhalten und ihre zahlenmäßige Übermacht vertreiben sie andere Vögel. Die Frankfurter Umweltdezernentin, laut FAZ “eine Grüne mit Biologie-Diplom und WWF-Vergangenheit”, lehnt die erwiesenermaßen effizienteste Vergrämungsmaßnahme ab: Auf keinen Fall sollen ein paar von den Vögeln abgeschossen werden – ein klarer Fall von gansheitlichem Denken.

Weiterlesen

Niedersachsen: Landesjagdbericht 2016/17 veröffentlicht

Otte-Kinast dankt Jägerschaft für Einsatz – Streckenzuwachs um 111 Prozent bei Nutria

Die Nutria, auch Biberratte, wird in Niedersachsen stark bejagt. Das geht aus dem aktuellen Landesjagdbericht 2016/17 hervor, der nun veröffentlicht wurde. „Das Engagement der Jäger ist im Hinblick auf den Deichschutz sowie die drohende Afrikanische Schweinepest ausgesprochen wichtig“, sagte Jagdministerin Barbara Otte-Kinast. Bei den Wildschweinen konnte in der vergangenen Jagdsaison mit 56.185 Tieren die zweithöchste Jahresjagdstrecke seit 60 Jahren erzielt werden. Der neu erschienene Landesjagdbericht schildert die Situation der Jagd und der einzelnen Wildarten in Niedersachsen und informiert unter anderem über die Wildbiologie und über die Jagdstrecken der einzelnen Arten. Ausführlich werden in dieser Ausgabe die Neozoen, also eingeschleppte Arten, thematisiert.

Weiterlesen

DJV: Anpassungsfähige Raubsäuger breiten sich aus

Die Jagdstatistik 2016/17 zeigt sprunghafte Anstiege für die eingewanderten Arten Waschbär und Marderhund. Auch beim Dachs sind die Zuwächse hoch, wogegen die Fuchsstrecke nahezu konstant bleibt. Die Bejagung leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute die aktuelle Jagdstatistik für Waschbär, Marderhund, Dachs und Fuchs veröffentlicht. Alle vier Arten gelten als anpassungsfähig, breiten sich in Deutschland aus und haben auf ihrem Speiseplan auch Jungvögel und Eier. Im Jagdjahr 2016/17 (1. April bis 31. März) haben Deutschlands Jäger 134.098 Waschbären erlegt. Im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen 5 Jahre ist das ein Plus von 30 Prozent. Einher geht diese Steigerung mit einer zunehmenden räumlichen Ausbreitung des aus Nordamerika stammenden Kleinbären. Mit einem Plus von 44 Prozent fällt die Steigerungsrate beim Marderhund noch größer aus. Von der ursprünglich aus Nordostasien stammenden Art haben Jäger vergangene Saison 30.272 Tier erlegt. Vom heimischen Dachs erlegten Jäger 69.275 Tiere (plus 8,7 Prozent) und vom Fuchs 435.700 (minus 5,2 Prozent).

Weiterlesen

M-V: Invasive Arten auf dem Vormarsch – Niederwildbestände gehen zurück

Nur noch 126 Fasane und 80 Kaninchen in ganz Mecklenburg-Vorpommern im Jagdjahr 2015/16 erlegt

„Die Niederwildbestände in Mecklenburg-Vorpommern sind besorgniserregend.“ Das stellte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf der Landtagssitzung am Donnerstag klar. Hintergrund für die Abnahme der Populationen von Rebhuhn, Fasan, Hase, Wildkaninchen oder Wasservögeln sei die Ausbreitung der hier ursprünglich nicht heimischen, invasiven Arten Mink, Marderhund und Waschbär. „Es ist unbestritten, dass Neozoen dann problematisch werden, wenn sie hiesige Ökosysteme verändern, indem sie einheimische Arten gefährden oder verdrängen“, sagte Minister Backhaus.

Nach Erhebungen im Rahmen des Projektes des Deutschen Jagdverbandes „Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands“ (WILD) sank die Hasenpopulation mit derzeit nur 5 Tieren je 100 Hektar auf ein sehr geringes Niveau. Jäger hielten sich längst mit der jagdlichen Nutzung beim Feldhasen zurück. Auch die Rebhuhn-, Fasan- und Wildkaninchenvorkommen in Mecklenburg-Vorpommern nehmen kontinuierlich ab. „Hier ist die jagdliche Nutzung bereits unbedeutend geworden. Der Hege kommt hier weitaus größere Bedeutung zu als der Bejagung“, so der Minister.

Weiterlesen