Schlagwort-Archive: Naturschutz

Jäger als “qualifizierte Bambi-Mörder”

Eines Tages zeigte eine Mitschülerin mit dem Finger auf Laura Wrede und sagte: “Dein Vater ist ein Mörder, der schießt arme Tiere tot.” In Zeiten von Fridays for Future fühle sie sich mitunter an dieses Schulerlebnis erinnert, schreibt die Jägerin, Falknerin und Autorin in dem in der Welt erschienenen Artikel „Jäger als Bambi-Mörder? Die Wahrheit ist viel komplexer!“.  Wie einfach ist es doch, den “anklagenden Finger” auf Mitmenschen zu richten und sie für alles Böse verantwortlich zu machen, sinniert Wrede und versucht, die Dinge gerade zu rücken, wenn sie betont, dass etwa die Jagd mit dem Falken die natürlichste und nachhaltigste Form der Jagd ist. Oder wenn sie – natürlich zu Recht – darauf hinweist, dass Jäger eine weitaus fundiertere Ausbilder als Naturschützer vorzuweisen haben, als die meisten Aktivisten von Nabu, Bund und Co. oder dass Jagd eine wichtige, ja unentbehrliche Rolle in der Kulturlandschaft spielt. Das haben andere auch schon alles gesagt, oft und in deutlichen Worten, genutzt hat es eher wenig. Es schadet trotzdem nicht, es immer wieder mal zu wiederholen. Deshalb: Leseempfehlung.

Beitragsbild: Falke (Foto: SE)

Die Red. dankt JAWINA-Leser ZE für den Hinweis!

Wertvolle Argumentationshilfe: IUCN-Broschüre zur Trophäenjagd

Jagdverbote “sind ein kurzsichtiges Instrument, das die Gefahr birgt, den Nutzen sowohl für den Naturschutz als auch für  die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung zu untergraben, wodurch die eigentliche, große Bedrohung durch Lebensraumverlust und Wilderei verschärft und gar nicht erst angegangen wird”, heißt es in einem Informationsschreiben der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Die Broschüre der IUCN liegt nun auch auf Deutsch vor und ist eine wertvolle Argumentationshilfe für den Umgang mit verunsicherten oder durch unseriöse Berichterstattung zum Thema Trophäenjagd aufgebrachten Mitbürgern. Fanatische Jagdgegner werden die Lektüre wohl verweigern, aber wer Sachargumenten gegenüber noch aufgeschlossen ist, findet hier wertvolle Aufklärung zu häufigen Missverständnissen. Die Broschüre beleuchtet den Hintergrund, also die Situation vieler Wildtiere, denen vor allem durch Bevölkerungswachstum und Habitatverluste Gefahr droht. Durchaus kritisch wird hinterfragt, welche Rolle die Trophäenjagd für den Artenschutz spielen kann und könnte.

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DJV/CIC: “Jagd refinanziert Nashornschutz”

Internationale und nationale Medien berichten von der Erlegung eines Spitzmaulnashorns durch einen US-Amerikaner in Namibia. Aus dieser Jagd fließen umgerechnet 360.000 Euro in den Wildtierschutz Namibias und tragen zu einer der erfolgreichsten Naturschutzstrategien Afrikas bei. Die Tierrechtsszene stellt das in Abrede.

Zuständige US-Behörden haben den Import eines Spitzmaulnashorns aus Namibia genehmigt, das ein US-Amerikaner erlegt hat. Die internationale Tierrechtsszene nimmt die Genehmigung zum Anlass, Forderungen nach Importbeschränkungen für Jagdtrophäen zu stellen. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) stellen fest, dass derartige Forderungen das namibische Erfolgsmodell im Schutz seiner Wildtiere kompromittieren.

Namibia managt seine Spitzmaulnashörner im Rahmen einer Strategie, die zuletzt 2017 aktualisiert wurde. Diese basiert auf drei Empfehlungen führender Nashorn-Experten, darunter die „African Rhino Specialist Group“ der Weltnaturschutzunion (IUCN). Diese sind: die Vergrößerung des Ausbreitungsgebiets, ein jährliches Populationswachstum von mindestens fünf Prozent sowie die Minimierung von Wilderei. Im Rahmen dieser Strategie hat Namibia seinen Bestand an Spitzmaulnashörnern zwischen 1995 und 2015 mehr als verdoppelt. Damit ist Namibias Schutzprogramm für Nashörner und andere Wildtiere einer der größten Artenschutzerfolge Afrikas.

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Gegenwind für den Artenschutz

+++ Baden-Württemberg: Jäger schießt entlaufene, aggressive Kuh +++

„Windenergie-Gipfel“ von Bundesminister Altmaier: Deutsche Wildtier Stiftung kritisiert den Angriff der Windlobby auf den Natur- und Artenschutz

Bei dem heute in Berlin stattfindenden „Spitzengespräch zur Zukunft der Windenergie in Deutschland“ fordert der Bundesverband Windenergie (BWE) den Natur- und Artenschutz und die damit verbundene Gesetzgebung dem Ausbau der Windenergie unterzuordnen. Dies ist mit aller Deutlichkeit abzulehnen.

„Die große, politisch anerkannte Herausforderung, die Artenvielfalt auch in Deutschland zu erhalten, darf nicht dadurch erschwert werden, dass – Zitat des BWE – „im Zweifel für die Windenergie entschieden werden muss““, schreibt Prof. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, in einem Brief an Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Ziel des BWE ist offensichtlich, die umfassenden Genehmigungsverfahren für den Bau von Windenergieanlagen auszuhebeln, um nun auch die letzten Refugien der Wildtiere wie große Waldgebiete für die Windenergie nutzbar zu machen. Auch das im Bundesnaturschutzgesetz definierte Tötungsverbot möchte der BWE aufweichen. „Es gibt kaum einen Industriezweig in Deutschland, der so stark in die Populationen von Greifvögeln und Fledermäusen eingreift wie die Windkraft. Wenn – wie vom BWE auch gefordert – beim Bau von Windenergieanlagen keine strikten Abstandsregeln zu den Brutplätzen mehr gelten sollen, riskieren wir Arten wie Rotmilan oder Mäusebussard in Deutschland auszurotten. Schon heute werden jährlich rund 12.000 Greifvögel durch Windenergieanlagen getötet. Bei der Abwägung zwischen Windenergie und Artenschutz muss es heißen: Im Zweifel für die Natur. Deshalb hat Windenergie in Wäldern auch nichts zu suchen“, sagt Prof. Vahrenholt.

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Luxemburg: Rotmilan geschreddert – Windräder abgeschaltet

Österreich: Jäger in Oberösterreich dürfen Schalldämpfer ohne Ausnahmebewilligung nutzen +++

Im Windpark Weiler in der luxemburgischen Gemeinde Wincrange ist am Mittwoch ein toter Rotmilan zehn Meter von Fuß einer Windkraftanlage gefunden worden. Die Verletzungen des Tiers und der Fundort wiesen eindeutig darauf hin, dass der Vogel von den Rotoren des Windrads “durchtrennt” wurde, teilt die Naturschutzorganisation natur&ëmwelt mit. Dies sei kein Einzelfall, so natur&ëmwelt, bereits im vergangenen Jahr sei ein toter Rotmilan gemeldet worden. Bei dem gefundenen Tier handele es sich höchstwahrscheinlich um ein Elternteil einer nahegelegenen Brut, befürchten die Naturschützer. Dem “verwitweten Milan” werde es alleine kaum gelingen die Jungvögel durchzufüttern, so dass es nicht bei einem toten Milan bleiben werde. Windkrafträder dürften “an naturschutzfachlich kritischen Standorten, wie beispielsweise in der Nähe von Rotmilan-, Schwarzstorch- oder Uhu-Brutplätzen nicht genehmigt werden”, stellt natur&ëmwelt klar: Denn laut diversen Untersuchungen sei es kaum möglich, die Anlagen so zu gestalten […], dass keine Gefahr von ihnen ausgehe. Wenn sich “windkraftsensible Arten nach dem Bau von Anlagen ansiedeln, so müssen diese während der Brutzeit von Mitte März bis Mitte August abgeschaltet werden.” Folgerichtig forderte die Organisation die Abschaltung der Windräder in dem genannten Zeitraum. Klimaschutz dürfe nicht auf Kosten des Naturschutzes praktiziert werden.

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Brandenburg: Bauernbund für Naturschutz ohne staatliche Bevormundung

Alle Jahre wieder: Grüne fordern schärferes Waffenrecht +++ Bayern: Jäger findet Lawinenopfer +++ Berlin: Fuchs in Kreuzberg von Polizei erschossen +++ Baden-Württemberg: Jäger findet Tresor im Wald +++ Bayern: +++ Alle unzufrieden mit “Aktionsplan Wolf”+++

Der Bauernbund Brandenburg hat in der Diskussion um mehr Artenvielfalt die Einführung  eines privaten Naturschutzes vorgeschlagen. “Wir brauchen einen gesetzlichen Rahmen dafür, dass jeder Flächeneigentümer aus privater Initiative Biotope anlegen, Bäume pflanzen oder Dauergrünland schaffen darf, ohne dass diese dem Verschlechterungsverbot des Naturschutzrechts unterliegen”, sagte Thomas Kiesel, Ackerbauer aus Barsikow im Ruppiner Land: “Damit könnten wir die Lebensräume bedrohter Arten vervielfachen, und zwar ohne aufwändige staatliche Programme.”

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Baden-Württemberg: Nabu verschweigt NS-Vergangenheit der “Vogelmutter”

In einer skandalösen Jubelmeldung feiert der Nabu Baden-Württemberg Lina Hähnle als Gründerin des Deutschen Bunds für Vogelschutz (BfV), aus dem der Nabu hervorging. “NABU vor 120 Jahren in Stuttgart von mutiger Frau gegründet”, frohlockt der Verband auf seiner Internetseite und preist Lina Hähnle als “Naturschutz-Visionärin gegen “Schmuckvogelausrottung”, der es wichtig war, “den Verein auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen”. Und weiter: “Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 50 Pfennig im Jahr festgelegt, um jeder und jedem den Beitritt zu ermöglichen. Als wohlhabende Ehefrau des Reichstagsabgeordneten und Fabrikanten Hans Hähnle fuhr sie in der Eisenbahn oft in der sogenannten „Holzklasse“ (3. Klasse) mit, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen.”

Kein Wort verliert der Nabu über die NS-Vergangenheit der Lina Hähnle, die (nachzulesen auf Wikipedia) nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten auf einer Mitgliederversammlung des Bundes im November 1933 „ein sieghaftes ‘Heil’ auf unseren Volkskanzler, der die Deutschen aus der Verbundenheit mit der Natur heraus gesunden lassen will”, ausbrachte. “Auch die Satzungsänderung des Verbandes 1934, nach der nur „deutsche Staatsbürger und Menschen artverwandten Blutes“ Mitglieder werden durften und Juden aus dem Verband ausgeschlossen wurden, fiel noch in ihre Amtszeit.”

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Tansania hebt Jagdverbot auf

Der ostafrikanische Staat Tansania hat das erst im Oktober 2015 verhängte Jagdverbot wieder aufgehoben. Die Regierung Tansanias begründete den Schritt damit, dass die Einnahmen aus nachhaltiger Trophäen- und Fleischjagd für den Arten- und Umweltschutz benötigt würden. Das Jagdverbort war aufgrund massiven Missbrauchs von Jagdlizenzen für Einheimische und Wilderei verhängt worden. Die jetzt wieder zugelassene Jagd solle streng überwacht werden, berichtet The East African. Bürger Tansanias und Inhaber von Jagdlizenzen für Ausländer sollen die Jagd künftig in nach Nutzungsart – Fleisch- oder Trophäenjagd – aufgeteilten Wildreservaten ausüben dürfen. Die Reservate gelten als wildreich. Der Direktor der Jagdbehörde Tansanias (Tanzania Wildlife Management Authority, Tawa), James Wakibara, erklärte gegenüber The East African, dass die Jagdlizenzen für Einheimische in fünf Jagdblocks in fünf verschiedenen Regionen (Manyara in Nord-Tansania, Lindi (Süden), der Küstenzone, Singida (Zentral-Tansania) und Tabora-Katavi (Westen) ausgegeben werden. Dies sei ein Experiment: Es gehe darum, eine neue Naturschutzstrategie zu etablieren, die auf nachhaltige Nutzung des Wildbestands setze. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in The East African (Screenshot)

Bevormundender Naturschutz: Nordseeinsel erwägt Austritt aus Nationalpark

+++ Sachsen: Wolfangriff auf Schafe von Naturschutzstation – mehr als 40 tot, 80 weitere Schafe vermisst +++ Mecklenburg-Vorpommern: 13 Schafe von Wolf gerissen – FDP fordert Bejagung des Wolfs +++ Zwei Wölfe überfahren +++

Der CDU-Ortsverband der Nordseeinsel Baltrum erwägt den Austritt der Insel aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Ein entsprechender Antrag soll auf der Ratssitzung am 15. Oktober behandelt werden. Hintergrund des Streits ist die Verlängerung der Jagdpachtverträge für Reviere auf den Inseln, die vom niedersächsischen Umweltministerium scharf kritisiert worden war. (JAWINA berichtete). Der CDU-Ratsherr und Sprecher der Inseljägerschaft, Jann Bengen, zieht aus den Streitigkeiten um die Jagd oder auch um die Ausweisung von Kite-Surfer-Gebieten nun die Schlussfolgerung, dass die Nutzung der Insel durch Tourismus und Einheimische sich mit dem Nationalpark-Status offenbar nicht verträgt. Stattdessen solle Baltrum zum Naturpark zurückgestuft werden, in dem wesentlich schwächere Schutzvorschriften gelten würden. Medien gegenüber erinnerte Bengen daran, dass die Friesen als “geschützte nationale Minderheit” gelten, “deren Lebensweise besonders geschützt” sei. Dazu gehöre auch, dass man Beeren sammeln, reiten, Pferde auf der Weide lassen oder jagen dürfe, so Bengen. Es könne nicht sein, dass jemand vom Festland ihm sage, er dürfe dies oder jenes nicht mehr, und “deine Kinder dürfen nicht mehr in den Dünen spielen.”

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Jagd in Afrika unverzichtbar für Schutz von Wildtieren und Lebensräumen

Auf der Konferenz “Ruhig bleiben und Afrika die Führung übernehmen lassen: Unterstützung von Gemeinschaften bei der Wildtiererhaltung“, betonten Vertreter von Wildbewirtschaftungsbehörden, Parlamenten, Botschaften und Nichtregierungsorganisationen Simbabwes, Südafrikas und Namibias die Rolle der nachhaltigen Jagd für den Natur- und Wildtierschutz in Afrika und verwahrten sich gegen ideologisch motivierte Einmischung europäischer Staaten und Organisationen. Die Konferenz wurde von dem Vorsitzenden der Intergruppe „Biodiversität, Jagd, Ländliche Aktivitäten“ des Europäischen Parlaments, Karl-Heinz Florenz, organisiert.

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