Schlagwort-Archive: natürliche Scheu

Niedersachsen: Wolf greift Schafherde vor den Augen des Schäfers an

+++ Schweiz: Erhöhte Wolfsdichte steigert Aggressivität von Mutterkühen +++

Neues von der “natürlichen Scheu” der Wölfe: In der Lüneburger Heide hat ein Wolf am hellichten Tag eine Schafherde angegriffen und sich eine Heidschnucke gegriffen – während der Schäfer seine Herde hütete. Der Schäfer rannte auf den Wolf zu, bewarf ihn mit Stöcken und Steinen und traf ihn sogar. Doch dem Wolf war das egal, wie der betroffene Schäfer der Bildzeitung berichtet: Der Wolf umkreiste und belauerte den Schäfer eine Dreiviertelstunde lang, kam auf bis zehn Meter an den Mann heran. Der Schäfer rief seinen Chef an, erst als dieser mit dem Auto auf die Herde zufuhr, trollte sich der Wolf. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Schweiz: “Ein grauenhaftes Bild” – vier Wölfe durchstreifen Dorf in Graubünden

+++ Sachsen-Anhalt: Jäger findet Leiche im Wald +++ Österreich: Jäger unterstützen Zirkus in der Corona-Krise +++ Baden-Württemberg: Studentin entwickelt Wildschwein-Würzmischung für ihre Bachelorarbeit +++ Rezept: Wildschwein einmal anders +++ 

Im Schweizer Kanton Graubünden sind vier Wölfe am hellichten Tag durch das Dorf Pigniu in der Region Surselva gestreift. Ein “grauenhaftes Bild” sei das gewesen, kommentiert die Bauernfamilie, die die Wölfe gesehen und auch gefilmt hat gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Die Landwirte machten sich große Sorgen um ihre Ställe, in denen Schafe, Lämmer und Rinder untergebracht waren – bei offenen Stalltüren. Die Wölfe zogen jedoch scheinbar uninteressiert in ca. 20 Metern Entfernung an dem Gehöft vorbei. Sehenswert ist das Video, das auf der NZZ-Seite zu sehen ist: Auch wenn man als Nicht-Schweizer kein Wort von dem Kommentar der filmenden Bäuerin versteht, Faszination und Freude, die für die Landbewohnerin von diesem einmaligen Naturerlebnis ausgehen, finden allein schon im Tonfall der anscheinend älteren Frau ihren vollkommenen Ausdruck.

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Görlitz: Wolf im Hinterhof

+++ Bayern: Jäger schießt Hund in Falle – Jagdschein weg +++ Bayern: Verein Wildes Bayern legt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Forstbetrieb Berchtesgaden ein +++ 

Die “natürliche Scheu” der Wölfe sorgt immer wieder für Erstaunen: In einem Hinterhof der sächsischen Stadt Görlitz ist ein Wolf entdeckt worden. Das Tier hatte sich bei einem Sprung durch ein Kellerfenster verletzt, wie der MDR berichtet. Der Wolf1 wurde betäubt und nach tierärztlicher Behandlung wieder freigelassen. Das Institut Lupus bestätigte gegenüber dem MDR, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt habe.

Die Umweltministerin von Sachsen-Anhalt, Claudia Dalbert (Grüne), hat sich derweil gegen eine Obergrenze für den Wolf ausgesprochen. Stattdessen setze man auf Herdenschutz, heißt es im MDRred.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

 

Warnschüsse und Geschrei: Übergriffige Wölfe erzwingen Änderung der Jagdstrategie

Bedenkliche Entwicklung: Auf Bewegungsjagden in Brandenburg kommen Wölfe den Stöberhunden bedrohlich nahe und lassen sich weder durch Geschrei und Händeklatschen, ja nicht einmal durch Warnschüsse vertreiben.

Auf einer Drückjagd, die am 25.10. auf Flächen des Stifts Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) stattfand, spielten sich Szenen ab, die jedem Hundeführer nachdenklich stimmen werden: Mehrfach hetzten Wölfe die eingesetzten Stöberhunde, in einem Fall verfolgten vier Wölfe einen Hund und kamen diesem dabei bedrohlich nahe. Vier weitere Fälle wurden beobachtet, in denen Einzelwölfe einen Jagdhund verfolgten. Mindestens sieben, möglicherweise elf Wölfe wurden in dem ca. 1.600 ha großen Revier an dem Tag gesichtet. Mit Schreien und In-die-Hände-klatschen versuchten die durchgehenden Hundeführer und Jagdgäste die Wölfe zu vertreiben, zwei Mal mussten gar Warnschüsse in die Luft abgegeben werden – ohne großen Erfolg. “Um Konflikte zu vermeiden haben wir die Hundeführer telefonisch gebeten, ihre Hunde nach Möglichkeit an die Leine zu nehmen”, berichtet der Forstbetriebsleiter Boris Schnittker auf Anfrage von JAWINA.

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Niedersachsen: Wolf greift Auto an

In Niedersachsen soll ein Wolf ein Auto angegriffen haben. Der Vorfall ereignete sich auf von der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide bewirtschafteten Flächen. Ein Mitarbeiter der Stiftung habe mit dem Auto die Weiden kontrolliert, als der Wolf auf das Auto zulief und daran hochsprang. Der Mann konnte noch schnell die Scheibe hochkurbeln und den Angriff filmen. Dr. Barbara Guckes von der Stiftung bestätigte den Vorfall gegenüber JAWINA. Sie habe das Video gesehen, das gebe einem schon zu denken. Es handle sich ihrer Einschätzung nach eindeutig eher um eine Attacke als um eine neugierige Annäherung oder ein “Spiel.” Überhaupt verliere der Wolf mehr und mehr seine Scheu, so Dr. Guckes. Die Wolf näherten sich tagsüber den Schafherden, in einem Gebiet der Stiftungsflächen lassen sie sie auch durch Steinwürfe kaum noch vertreiben. Wölfe hätten auch schon versucht, ein Schaf unter den Augen des Schäfers zu reißen. Dies stelle die Schäfer vor immer größere Probleme. Im Deutschlandfunk plädierte Dr. Guckes dafür, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen: Man müsste ihn bejagen dürfen, aber in engen Grenzen bejagen dürfen.” Herdenschutzmaßnahmen allein würden daher nicht ausreichen. red.

Beitragsbild: Auto (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: Wolf spaziert durch Walsrode…

Update: … und ein anderer durch Winsen

Seit einigen Tagen häufen sich Meldungen von Wolfssichtungen und -begegnungen in und um Walsrode. So berichtete die Walsroder Zeitung (WZ), dass eine Hundebesitzerin bei einem Spaziergang mit ihrem Hund in Borg-Cordingen, wenige Kilometer von Walsrode entfernt, von einem Wolf angeknurrt worden sei. Tags zuvor hatte bereits ein Autofahrer einen Wolf gesehen und gefilmt, außerdem war der Wolf zwei Frauen mit ihren Hunden begegnet. Dieser habe, so die WZ, auch keine Anstalten gemacht, zurückzuweichen, als die beiden Frauen ihrerseits den Rückweg antraten. Er sei ihnen, “im Gegenteil”, in geduckter Haltung rund 50 Meter gefolgt.

Jetzt soll ein Wolf auf einer großen Kreuzung mitten in Walsrode fotografiert worden sein. Das Onlineportal sfaprofil.de hat ein entsprechendes Foto veröffentlicht und einen Bericht zum Thema angekündigt.

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Brandenburg: Wolf hetzt Reh durch Ortschaft

Und wieder: In Trebitz, einem Ortsteil von Brück im Landkreis Potsdam-Mittelmark hat ein Wolf am hellichten Tag ein Rehkitz durch die Ortschaft gehetzt. Zwei Kellnerinnen des Trebitzers Gasthofs “Zur Linde” beobachteten den Vorfall – sie polierten gerade Besteck mit Blick durch die Fenster der Gaststätte auf die Zufahrt zum Parkplatz. Als das Reh vom Wolf gefolgt über den Hof flitzte des Lokals flitzte, rannten die Frauen vor die Tür. Der Wolf hatte das Kitz bereits an den Hinterläufen gepackt. Auf das Rufen und Pfeifen der Kellnerinnen hin ließ er von seiner Beute ab und flüchtete über den Parkplatz. Das Reh suchte Deckung hinter einem Baum, wo es jedoch verendete. Der Märkischen Allgemeinen Zeitung gegenüber erklärte der Lindenwirt, dass der Wolf dem Reh “geradewegs über die Hauptstraßenkreuzung zum Markt gefolgt sein” müsse. Auf seiner Jagd habe der Wolf auch einen Spielplatz passiert. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der MAZ. (Screenshot)

Brandenburg: Mit Trecking-Stock gegen Wolf

+++ Schweiz: Wolfswilderer vor Gericht +++ Österreich: Goldschakale breiten sich in der Steiermark aus +++ Studie: Jagd beeinflusst Evolution von Braunbären +++

Allmählich kommen auch den Mainstream-Medien ernste Zweifel an der von den Naturschutzverbänden beharrlich aufgetischten Mär von der angeblichen “natürlichen Scheu” des Wolfs: “Von wegen scheu” schreibt die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) in einem Artikel über Wolfsvorfälle in Grebs, einem kleinen Dorf im Brandenburger Landkreis Potsdam-Mittelmark. Dort jagen Wölfe ihre Beutetiere, die sich vermutlich wegen der Wölfe in der Nähe der Siedlungen aufhalten, bis in die Ortschaften hinein, der Bauer hat dieses Jahr schon sechs Kälber an die Wölfe verloren, Pony- und Schafhalter machen sich Sorgen um ihre Tiere und verstärken die Sicherheitsvorkehrungen an Ställen, Pferchen und Weiden. Eine Anwohnerin berichtet in der MAZ von einer Wolfsbegegnung der unheimlichen Art: Als sie abends kurz nach acht eine Nachbarsfamilie besuchen wollte, entdeckte sie im Lichtkegel der Taschenlampe auf der anderen Straßenseite einen Wolf. In “Lauerstellung” habe er da gestanden. “Ich dachte, der springt mich gleich an”, berichtet die Frau der MAZ. Sie fuchtelte mit ihrem Trecking-Stock und schrie – so gelang es ihr, den Wolf zu verscheuchen.

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DJV: “Kritiklose Grundhaltung” des BfN gegenüber dem Wolf

Der Wolf hat, so das BfN laut DJV keine Scheu vor Menschen – der DJV begrüßt das offizielle Eingeständnis des amtlichen Naturschutzes und moniert gleichzeitig die kritiklose Grundhaltung gegenüber dem Fleischfresser. Das jetzt in “Natur und Landschaft” veröffentlichte Handlungskonzept skizziert eine Bauernhofidylle, in der Wolf und Mensch auf engstem Raum friedlich nebeneinander leben. Ein steigendes Risiko von Übergriffen ist programmiert.

Erstmals erkennt der amtliche Naturschutz offiziell an, dass der Wolf keine natürliche Scheu vor dem Menschen hat. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt diese Einsicht ausdrücklich, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) jetzt in Heft 11 der hauseigenen Zeitschrift “Natur und Landschaft” veröffentlicht hat. Allerdings betrachtet der Dachverband der Jäger das skizzierte „Handlungskonzept zum Umgang mit auffälligen Wölfen“ mit großer Sorge: Die kritiklose Grundhaltung gegenüber dem Wolf sorgt dafür, dass die Akzeptanz für den Fleischfresser zusehends schwindet.  Laut Managementempfehlung “verlangt” es lediglich “Aufmerksamkeit”, wenn Wölfe mehrere Tage weniger als 30 Meter entfernt von bewohnten Häusern gesehen werden. “Ungefährlich” sei es, wenn Wölfe in Dunkelheit durch Siedlungen laufen oder tagsüber in Sichtweite von Häusern. Vorgestellt werden sollte das gesamte Konzept heute auf einer Pressekonferenz, die gestern am späten Abend überraschend abgesagt wurde.

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Hessen: Elstern attackieren Rinder

Nicht mal bei Elstern ist es mit der angeblich “natürlichen Scheu” noch weit her: In der Gemeinde Knüllwald im hessischen Schwalm-Eder-Kreis hat ein Schwarm Elstern über Wochen eine Rinderherde attackiert und mehrere Tiere schwer verletzt. Die Vögel landen auf den Mutterkühen und picken das rohe Fleisch aus den Eutern der Tiere, berichtet die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA). Eine Kuh wurde so schwer verletzt, dass sie geschlachtet werden musste. Ihr Euter sei von Wunden derart übersät gewesen, dass sie ihr Kalb vor Schmerzen nicht mehr säugen konnte. Der Landwirt und Besitzer der Kühe wandte sich an diverse Ämter und Behörden, schrieb E-Mails und versandte Fotos von bluüberströmten Eutern. Lange wollte ihm niemand glauben, statt Hilfe erhielt er dann gute Ratschläge von den Behörden – er solle doch einen Falkner engagieren (doch der Falkner lehnte den Auftrag als wenig erfolgversprechend ab) – dann wies, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, das Veterinäramt den Bauern an, dass er seine Kühe einstallen solle. Allerdings, so die HNA, nimmt der Landwirt mit seinen Kühen an einem Grünlandprogramm teil – und hat gar keinen Stall.

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