Schlagwort-Archive: Nationalpark Berchtesgaden

Tote Kälber: Nationalpark muss eigene Aussagen zurücknehmen

Der Streit um die tot aufgefundenen Kälber im Nationalpark Berchtesgaden (JAWINA berichtete) ist um ein weiteres bizarres Kapitel reicher: Nach einer Exkursion u.a. mit Vertretern des Bayerischen Jagdverbands (BJV) hatte die Nationalparkverwaltung offenbar eine Pressemeldung (PM) veröffentlicht, in der sie sich nicht nur selber von jedem Fehlverhalten freisprach, sondern dies auch noch den BJV-Vertretern in den Mund legte. In einem auf der PM des Nationalparks beruhenden Artikel im Berchtesgadener Anzeiger war zu lesen, “die Exkursionsteilnehmer hätten unisono bestätigt, dass der Nationalparkverwaltung keinerlei Fehlverhalten nachgewiesen werden könne”. Auf Druck des BJV müsse der Nationalpark nun zurückrudern und klarstellen, dass der Jagdverband “vor dem Hintergrund von zwei Strafanzeigen, die zum Thema Fallwild am Königsee gestellt wurden, […] den laufenden Ermittlungen nicht vorgreifen” wolle, wie es in einem Folgebeitrag im Berchtesgadener Anzeiger heißt. Nach der Veröffentlichung des ersten Artikels auf Grundlage der PM der Nationalparkverwaltung hatte der Rechtsanwalt Ernst Weidenbusch als anwaltlicher Vertreter von BJV-Vizepräsident Thomas Schreder einen Kommentar verfasst, in dem der Anwalt dem Nationalpark “erfundene Zitate und unwahre Behauptungen” vorwirft.

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Verwaiste Kälber: Wildes Bayern verteidigt sich gegen Vorwürfe

Der Verein Wildes Bayern e.V. veröffentlicht eine Stellungnahme, in denen er sich gegen die Vorwürfe der Nationalparkverwaltung zur Wehr setzt. Wir veröffentlichen das Dokument im Wortlaut:

Acht tote Rotwildkälber zwischen Königsee und Obersee, gefunden am Karsamstag, haben eine Lawine losgetreten. Unter großer Anteilnahme der lokalen Bevölkerung und Fachleuten aus Nah und Fern wird seither die Frage diskutiert: Ist der Fund ein Zeichen dafür, dass im Nationalpark die Kräfte der Natur frei walten dürfen? Oder sind sie ein sichtbares Symptom für eine fehlgeleitete Politik, die Natur nach dem Lehrbuch formen und gestalten will und dabei auch haarscharf an den Grenzen des Erlaubten entlang manövriert.

Die Erklärungen der Parkverwaltung, dass es sich bei den acht am Südufer des Königssees verendeten Rotwildkälber um einen natürlichen Ausleseprozess in der Naturlandschaft des Nationalparks handelt, sind nach Ansicht des Naturschutzvereins „Wildes Bayern“ weder schlüssig noch realistisch (Fakten-Check am Ende der Meldung). Für jeden Rotwildkenner und Biologen eindeutig, hat bei diesen Verlusten der Mensch entscheidend die Hand im Spiel.

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“Ökojagd”: Dutzendweise verhungerte Kälber im Nationalpark Berchtesgaden

+++ Deutsche Wildtier Stiftung: “Bayern ist das Bundesland mit der wildfeindlichsten Politik” +++

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“Im Nationalpark Berchtesgaden wird jede freiwerdende Förster- oder Berufsjägerstelle von ÖJV-Kadern besetzt”, beklagt die Wildbiologin Dr. Christine vom Verein Wildes Bayern e.V. Die Tätigkeit der sogenannten Öko-Jäger entzieht sich jeder Kontrolle, weil “der Nationalpark als seine eigene UJB” fungiere, so Dr. Miller. Nachfragen würden nicht beantwortet oder deren Beantwortung verweigert: “Sie haben uns schon so viel gefragt”, sagte Dr. Miller zufolge ein Nationalpark-Verantwortlicher voller Häme auf ihre Bitte um Übersendung der Abschuss-Statistiken: “Sie kriegen gar nichts.” Jetzt hat die Biologin schockierende Zustände im Nationalpark aufgedeckt: Kadaver verhungerter Rotwild-Kälber liegen dutzendweise neben den Wanderwegen im Nationalpark – verwaist, weil die Tiere geschossen wurden, vermutet Miller.

In einer Pressemitteilung des Vereins Wildes Bayern heißt es dazu:

Tausende von Urlaubsgästen und Besuchern wanderten am Osterwochenende im Nationalpark Berchtesgaden entlang der Ufer von König- und Oberersee. Doch was sie nicht sahen waren die Überreste von knapp einem Dutzend verhungerter Rotwild-Kälber, die erschöpft nur Wochen zuvor am Ufer der beiden Gewässer qualvoll gestorben sind. Die Kadaver liegen meist in kleinen Gruppen direkt am Ufer des Sees. Ein Hinweis darauf, dass es sich hier nicht um einen zwar grausamen aber normalen Vorgang in der Natur handelt.

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