Schlagwort-Archive: Nachsuche

“BILD zitiert mich bewusst falsch und lügt.”

+++ Brandenburg: Wildschweine gefährden Oderdeich +++ Sachsen: Wildschweine von Salmonellen befallen +++ 

Eine Lokalredaktion der Bild-Zeitung wirft einem anerkannten afrikanischen Berufsjäger unhaltbare grobe Verstöße gegen den Tierschutz vor. CIC und DJV haben mit dem schockierten Mann und Zeugen des Interviews gesprochen. Sie fordern eine Richtigstellung.

„Wir schießen dem Tier erst in die Beine, dann kannst Du es erlegen“: Mit diesen Worten wurde der simbabwische Berufsjäger Johan Bezuidenhout gestern in der Bild-Zeitung zitiert. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland haben zwischenzeitlich den anerkannten Berufsjäger mit den Vorwürfen konfrontiert. Dieser ist schockiert: „Es stimmt, dass ich mich mit einem Journalisten der BILD unterhalten habe. Aber diese Behauptung ist eine Lüge. Der Journalist hat mich bewusst falsch zitiert. Sonst hätte er keine Story.“ Für den tatsächlichen Wortlaut des geführten Interviews gibt es Zeugen. Demnach habe Johan Bezuidenhout auf Englisch gesagt, dass nach einem schlechten Treffer, etwa auf dem Vorderlauf, immer eine Nachsuche durchgeführt wird und diese erläutert. Dieses Vorgehen ist auch in Deutschland aus Tierschutzgründen Pflicht.

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Erfahrungsaustausch: Versicherungsschutz für Nachsuchenführer

Ein Bericht von Christoph Egert

Beim Erfahrungsaustausch der Stöberhunde- und Nachsuchenführer am 16.12. in Meißen ging es schwerpunktmäßig um die Themen Versicherungsschutz und ASP: “Wir Hundeführer sind zwar sehr wichtig und gefragt, wenn es aber um persönliche Unfälle bei der Arbeit mit den Hunden kommt, stehen wir an letzter Stelle” schreibt der Initiator des Treffens, Christoph Egert: “Wir machen auch aktiven Tierschutz. Das läuft nicht immer glimpflich ab und dann werden wir bei einem Unfall allein gelassen. In solchen Fällen sind wir die Dummen.”

Die ASP “meldet sich an”. Da werden wir mit unseren Hunden von den “Außenstehenden” vielleicht “Retter in der Not” betrachtet. Unsere Hunde sind Fährtenhunde und keine Leichenspürhunde! Gut, man sollte es probieren, aber diejenigen, die vom Jagdgeschehen sehr weit entfernt stehen, werden von Hunden nicht viel wissen, aber “klug” reden – “Die Jäger”… Wir sollen wieder den Kopf hinhalten, ohne dass eigentlich selbstverständliche Versicherungsleistungen erbracht werden.

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Niedersachsen: Jagdhund auf Nachsuche überfahren – Fahrer begeht Unfallflucht

Das Verhalten dieses Autofahrers dürfte jedem Hundeführer die Zornesröte ins Gesicht treiben: Am Montag Abend informiert die Polizei den Jäger Heinrich R. über einen Wildunfall auf der Neuenkirchener Straße bei Voltlage (Landkreis Osnabrück). Der Unfallfahrer stand noch mit eingeschaltetem Warnblinker an der Unfallstelle. Nachdem R. und der hilfsbereite Fahrer eines Lieferfahrzeugs hinzu gekommen sind, stehen also insgesamt drei Fahrzeuge mit Warnblinker an der Unfallstelle. Da das angefahrene Reh flüchtig abgegangen ist, beginnt R. mit seinem Jagdhund Lasse eine Nachsuche. In der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), die zuerst über den Vorfall berichtete (hinter Paywall), wird die Rasse des Hundes nicht erwähnt, es dürfte sich den Foto nach um einen Kleinen oder Großen Münsterländer handeln. Als der Hund auf der Fährte die Fahrbahn überquert, fährt ein Auto mit hoher Geschwindigkeit an der Unfallstelle vorbei. Es erfasst den Hund und schleift ihn ca. 25 Meter weit mit.

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Schwein der Schande

“Unser ritterliches Schwarzwild wird behandelt wie Prostituierte: Jeder bumst fröhlich drauf rum.” Zitat eines bekannten Nachsuchenführers

Diese dreibeinige Sau wurde als Hegeabschuss vor einigen Wochen in Brandenburg gestreckt. Es handelt sich, wie unschwer zu erkennen ist, um eine Bache mit angesogenen Strichen (Zitzen). Man kann sich sicherlich darüber streiten, ob dieser Hegeabschuss erforderlich oder notwendig war. Das Stück befand sich jedoch wohl in einer größeren Rotte mit mehreren anderen Bachen, man wird also davon ausgehen können, dass die schon ziemlich großen Frischlinge durch den Abschuss der Bache nicht führungslos verwaist sind. Doch es soll hier um etwas anderes gehen. An der Ursache für die Dreibeinigkeit des Wildschweins kann nämlich leider kein Zweifel bestehen: Deutlich ist die Narbe des Streifschusses auf der Bauchdecke des Schweins zu erkennen, die das Geschoss gerissen hat, bevor es in die Keule einschlug.

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Buddy – Nachsuchen-Legende ohne Papiere

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf nähert sich Frauen auf wenige Meter und umkreist sie +++

Zu Buddy kam seine Besitzerin, wie man als Tierärztin mitunter halt zu irgendwelchen Viechern kommt: Seine ursprüngliche Eigentümerin war in Schwierigkeiten geraten, der Hund musste weg. Damit er nicht ins Tierheim muss, nahm ihn die Tierärztin – nennen wir sie Raffaela oder kurz R. – erst einmal auf. Eigentlich wollte sie den dominanten Rüden gar nicht behalten, sondern sich in Ruhe nach einem netten Zuhause für ihn umsehen. Aber Buddy verstand es, sie umzustimmen…

Kurz nach seiner Adoption – Buddy war ungefähr ein halbes Jahr alt – beschoss in R.s Revier ein Jäger ein Wildschwein, höchstwahrscheinlich ein Fehlschuss. R. sah sich den Anschuss an, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Buddy war dabei – und sah sich auch den Anschuss an: Höchst aufmerksam versenkte er die Nase in jedem einzelnen Trittsiegel und begann, ruhig und konzentriert die Gesundfährte (es war ein Fehlschuss) zu arbeiten. Niemand hatte vorher jemand irgendetwas in der Richtung – Übungsfährten, Futterschleppen – mit ihm geübt.

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IWA 2019: Nachsuche-Stiefel Nature Trace von Haix

Der laut Hersteller zu 100 Prozent in Europa gefertigte Haix Nature Trace ist speziell für den harten Nachsucheneinsatz konzipiert und besteht aus besonders starkem Veloursleder – 2,8 bis 3 mm sagt Haix. Die verwindungssteife und abriebfeste Vibramsohle wird von einem durchgehendem Randstreifen aus Gummi umschlossen, um Wasserdichtigkeit zu gewährleisten. Dazu trägt auch die nahtlose Verarbeitung der Lasche bei. Das Zwei-Zonen-Schnürsystem sorgt für flexible und individuelle Anpassung an den Fuß. Der Haix Natur Trace kostet 299,90 Euro. SE

Beitragsbild: Stabiles Schuhwerk für die Nachsuche: Haix Nature Trace. Foto: SE

Brandenburg: Erfolgreiche 55-km-Nachsuche auf Gebrechschuss

Der Schweißhundeverein Deutschland (SHVD) berichtet auf seiner Facebook-Seite über eine erfolgreiche Nachsuche auf ein Stück Schwarzwild mit Gebrechschuss, die sich über zwei Tage und epische 55 Kilometer erstreckte. Die Sau war auf einer Bewegungsjagd beschossen worden, der Schütze zu weit vorn abgekommen. Am ersten Tag arbeitete ein bekanntes Nachsuchengespann die Fährte des kranken Wildschweins über mehr als 25 Kilometer, bis die einbrechende Dunkelheit den Abbruch der Suche erzwang. Am nächsten Tag wurde die Nachsuche fortgesetzt, wobei sich ein BGS-Führer beteiligte, weitere Hunde(führer) hielten sich für Hetze und das Stellen des Stücks bereit. Auf den letzten zehn Kilometern der Fährte gab es keinerlei Bestätigung durch Pirschzeichen mehr. Es ist eine gigantische Leistung der Hunde und Gespanne, selbst erfahrene Nachsuchenführer hätten erfolgreiche Nachsuchen über solche (durch GPS-Aufzeichnungen der Hundeortungsgeräte belegte) Distanzen nicht für möglich gehalten.

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Wölfe in Sachsen: “Nachsuche mit Hund völlig unmöglich”

Es mehren sich Berichte, denen zufolge die Nachsuchenarbeit in den Wolfsgebieten Sachsens und Brandenburgs durch die flächendeckende Anwesenheit von Wölfen schwierig bis unmöglich wird. In der Sächsischen Zeitung (SZ) berichtet ein Nachsuchenführer, dass die Wölfe zunehmend “zu einer echten Konkurrenz” werden. Demnach hätten die Wölfe gelernt, den Schuss mit dem Vorhandensein von Beute in Verbindung zu bringen – ein Phänomen, das unter dem Begriff “Schusshitzigkeit” in ähnlicher Weise bei Jagdhunden bekannt ist. Man müsse sich beeilen, so der Jäger in der SZ, nach dem Schuss vom Hochsitz zu kommen und den Hund aus dem Auto zu holen, sonst habe der Wolf das Stück bereits in Besitz genommen. In Gebieten mit besonders hoher Wolfsdichte seien Nachsuchen mit dem Hund “völlig unmöglich” geworden. Das Kontaktbüro “Wölfe in Sachsen” bestätigte gegenüber der Zeitung, dass entsprechende Berichte von Hundeführern vorliegen.

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