Schlagwort-Archive: NABU

Thüringen: Abschussgenehmigung für Ohrdrufer Wölfin bleibt ausgesetzt

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht (TOVG) hat mit Beschluss vom 2. Juli 2020 den Vollzug der bis zum 31. Dezember 2020 geltenden Genehmigung zum Abschuss der auf dem Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes Ohrdruf-Jonastal lebenden Wölfin weiterhin ausgesetzt.

Dazu teilt das TOVG mit: “Nach den Erkenntnissen des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) lebt eine Wölfin mit einem Wolfsrüden und ihren im Frühjahr geborenen Welpen in der Region um den ehemaligen Truppenübungsplatz Ohrdruf, der als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Nr. 63 „TÜP Ohrdruf-Jonastal“ dem Europäischen Schutzsystem Natura-2000 unterliegt und in dem Wölfe ihrer Art nach besonders geschützt sind.

Nachdem die Wölfin mehrfach Herdenschutzanlagen überwunden und verschiedentlich Schafe und Ziegen gerissen hatte, beantragte das TMUEN Ende2019 beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz die Zulassung einer „letalen Entnahme“ der Wölfin unter Ausnahme von natur- und artenschutzrechtlichen Verboten. Diesem Antrag entsprach das Landesamt unter Auflagen mit Bescheid vom 23. Dezember 2019 und ordnete die sofortige Vollziehung ihrer Verfügung an.

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Schleswig-Holstein: Nabu beendet Konik-Haltung

+++ Bayern: LJV verschiebt Landesjägertag +++ Österreich: Biker von Jägern am Boden fixiert +++ 

Besser ist es: Nachdem mittlerweile zehn Konik-Pferde in einem Naturschutzprojekt des Nabu Schleswig-Holstein verhungert sind (JAWINA berichtete), steigt der Nabu Schleswig-Holstein aus der Haltung von Koniks aus. Vorausgegangen waren der Entscheidung ziemlich unwürdige Bemühungen des Nabu als Eigentümer der Pferde, sich um die Verantwortung für das traurige Schicksal der Pferde zu drücken. Einer der Kernpunkte des Konflikts zwischen dem Nabu und dem für Naturschutz zuständigen Umweltministerium ist dem NDR zufolge eine seit zwei Jahren defekte und daher abgebaute Fanganlage für die Koniks. Infolgedessen konnten die Pferde seit zwei Jahren weder tierärztlich behandelt, noch von einem Hufschmied versorgt werden, was jeweils mindestens einmal jährlich vorgeschrieben ist.

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Verhungerte Pferde: Polizei und Staatsanwalt ermitteln

+++ Volles Haus beim Elchessen +++ Brandenburg: Wolf reißt Gatterwild +++ Schweiz: Hasenpest im Kanton Thurgau +++ Bayern: Jäger erlegt die ersten Wildschweine seit 35 Jahren in oberbayerischem Revier +++ 

Im Fall der in einem Nabu-Naturschutzprojekt vermutlich verhungerten Konik-Pferde (JAWINA berichtete) haben Polizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen. Das berichtet die Bild-Zeitung. Dem Bericht zufolge hat der Nabu am Wochenende die Pferde mit einer mobilen Fangeinrichtung eingefangen und zum größten Teil abtransportiert. Ein Pferd soll so entkräftet gewesen sein, dass es beim Verladen zusammenbrach. red.

Beitragsbild (Wohlgenährte) Pferde. Foto: SE

Verhungerte Pferde: Bauern protestieren gegen Nabu

Nach einer Großdemo in Kiel haben Landwirte einen Abstecher nach Neumünster unternommen, um vor der dortigen Nabu-Niederlassung gegen die katastrophalen Zustände in einem Nabu-Beweidungsprojekt zu protestieren, denen bislang sieben Konik-Pferde zum Opfer gefallen sind (JAWINA berichtete). Wie Boyens Medien berichten, luden die Bauern Heuballen vor dem Nabu-Sitz ab. Auf einem Plakat fragten sie den Nabu: “Können wir euch helfen? Wir wissen, was wir tun, wir haben das gelernt.” In einem Kommentar zum Thema auf der Internetseite von Boyens Medien heißt es dazu: “Der Nabu macht es sich zu leicht, wenn er sagt, er habe die Aufgaben rund um die Betreuung der Koniks delegiert. Er macht es sich zu leicht, wenn er sagt, beauftragte Tierhalter hätten sich vertraglich zur Betreuung verpflichtet und wären der Aufgabe nicht angemessen nachgekommen. Der Nabu ist Eigentümer der Pferde, fertig, aus. Somit ist der Nabu in letzter Instanz auch für das Wohlergehen der Tiere verantwortlich.”

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Schleswig-Holstein: Pferde verhungern in Nabu-Naturschutzprojekt

Wiederholt sind in Nabu-Beweidungsprojekten Heckrinder verhungert, diesmal hat es Medienberichten zufolge Konikpferde im Naturschutzgebiet Wöhrdener Loch im Kreis Dithmarschen erwischt. Nach Aussagen einer von der Mopo zitierten Anwohnerin, sind in der vergangenen Woche bereits vier Pferde tot von der durchweichten Koppel geborgen worden. Weitere Jungtiere seien völlig entkräftet von der Weide geholt worden, weitere Tiere sollen so schwach sein, dass sie sich kaum auf den Beinen halten können. Der Nabu weist indes jede Schuld von sich, berichtet die Zeitung. Der Nabu sei zwar Eigentümer der Tiere, habe Betreuung und Aufsicht über die Tiere jedoch vertraglich Dritten übertragen. Die Böden seien aufgeweicht, Futter sei deshalb Mangelware“, heißt es dem Bericht zufolge in einer Stellungnahme. Seit einigen Tagen sollen die Pferde demnach Zusatzfutter erhalten. Für einige der Pferde kommt diese Maßnahme zu spät. Wie war das nochmal – Eigentum verpflichtet? red.

Beitragsbild: Pferde an einer Heuraufe auf einer Koppel. Bis Pferde – insbesondere genügsame und zähe Koniks – verhungern, dauert es eine ganze Weile. Die Zustände auf den Nabu-Koppeln sind nur durch lang andauernde Vernachlässigung zu erklären.

Die Red. dankt JAWINA-Leser HW für den Hinweis!

 

Thüringen: Weiterer Wolfshybride erlegt

+++ Weitere Verschärfung des Waffenrechts gefordertDeutscher Schützenbund skeptisch +++ Wölfe in Sachsen und Sachsen-Anhalt überfahren +++ Österreich: Mit Fuchs verwechselt – Jäger erschießt Hund +++ 

Eilantrag des Nabu erfolgreich: Ohrdrufer Wölfin darf vorerst nicht geschossen werden

Am Freitag wurde in der Region Ohrdruf ein männlicher, schwarzer Wolf-Hund-Hybrid geschossen. Der Kadaver wird im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung weiter untersucht. Nach dem Abschuss von nun drei Exemplaren binnen 8 Tagen gehen die Behörden von zwei verbliebenen Wolf-Hund-Mischlingen im Revier um Ohrdruf aus.

Die im Frühjahr 2019 geborenen Mischlinge waren aus der Verpaarung der Ohrdufer Wölfin GW267f und ihrem 2017 geborenen Sohn GW 07xm hervorgegangen. Das hatten Auswertungen von DNA-Material ergeben. Der Thüringer Wolfmanagementplan sieht das Entnehmen von Wolf-Hund-Mischlingen aus der freien Natur vor. Das Umweltministerium hatte im September 2019 die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme der Wolf-Hund-Mischlinge erwirkt.

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Jörg-Andreas Krüger zum neuen Nabu-Präsidenten gewählt

Nabu-Bundesvertreterversammlung wählte neue Verbandsspitze

Jörg-Andreas Krüger ist neuer Nabu-Präsident. Er wurde auf der Nabu-Bundesvertreterversammlung am Samstag in Berlin einstimmig an die Verbandsspitze gewählt. Er folgt damit auf Olaf Tschimpke, der nach 16 Jahren nicht erneut für das Amt kandidiert hatte. Jörg-Andreas Krüger war die vergangenen sechs Jahre beim WWF tätig, zuletzt in der Position als Geschäftsführer „Ökologischer Fußabdruck“. Von 2004 bis 2013 war Jörg-Andreas Krüger Fachbereichsleiter für Naturschutz- und Umweltpolitik im Nabu-Bundesverband, ab 2010 zusätzlich in der Funktion als stellvertretender Bundesgeschäftsführer. Seit 1982 ist der in Niedersachsen geborene studierte Diplom-Ingenieur für Landschaftsarchitektur und ausgebildete Verwaltungsbeamte Mitglied im Nabu.

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Studie: Viele Windräder, wenige Rotmilane

+++ Rheinland-Pfalz: Jäger trifft Kaltblut-Pferd +++ Inquisition light: C-Promi wird wegen jagendem Freund gemobbt +++ Bayern: Zöllner finden hunderte Schuss Munition und vier Schalldämpfer +++ NRW: Jäger sorgt in der Nähe von Flüchtlingsunterkunft für Aufregung +++ Sachsen-Anhalt: Wolf bei Wildunfall getötet +++ Hessen: Waschbärjagd in Battenberg +++ Sachsen: Wolf bei Plauen gesichtet? +++ Schweiz: Jäger sollen verunreinigtes Wildbret in Handel gebracht haben +++

Neuer Bericht zeigt Auswirkungen von Windrädern auf den Rotmilan-Bestand – EEG-Umlage steigt auf Rekordwert – Strompreise steigen um 32 Prozent in zehn Jahren – Windrad schreddert Seeadler

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), Koordinator der offiziellen bundesweiten Vogelbestandserfassungen, hat jetzt die Ergebnisse einer detaillierten Analyse der jüngsten Bestandsentwicklung des Rotmilans in Deutschland veröffentlicht. Danach gehen die Rotmilanbestände in Landkreisen mit einer hohen Dichte an Windrädern zurück, während sie in Landkreisen ohne Windräder zunehmen. Mit Blick auf die im Fachmagazin „DER FALKE“ erschienene Analyse zur Bestandsentwicklung des Rotmilans in Deutschland hat sich der Nabu erneut dafür ausgesprochen, dass der notwendige Ausbau der Windenergie in Deutschland im Einklang mit dem Artenschutz erfolgen muss.

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Probleme des angewandten Rattenschutzes

Wenn ein Hof die vom Nabu vergebene Auszeichnung “schwalbenfreundliches Haus” verdient hätte, dann der Hof der pensionierten Landwirtin Erika Mertens (Name v. d. Red. geändert). Allein an einem Nebengebäude haben wir 26 Schwalbennester gezählt, an der Scheune, in den Nebengebäuden und alten Ställen nisten unzählige weitere Mehlschwalben. Die machen ohne Frage viel Dreck, aber bei Frau Mertens sind die eleganten Flieger trotzdem willkommen: Nicht nur, weil sie jede Menge Insekten wegfangen, sondern auch, weil sich die Bäuerin an den Flugkünsten, dem munteren Geschwirr und Geschrei der adrett befrackten Vögel und dem traulichen Getschilpe in den Nestern erfreut. Eine Landwirtin und Naturfreundin, würde man meinen, ganz nach dem Gusto des Nabu – aber auf den ist Frau Mertens nicht gut zu sprechen: “Die Krähen und Elstern lauern in Scharen auf die Jungvögel”, schimpft die Schwalbenfreundin. “Und zu allem Überfluss kommt dann auch noch der Buntsprecht, zerhackt die Nester und frisst die letzten Schwalben, die den Krähen und Elstern entkommen sind. Da kommt nichts hoch!” Früher, meint Frau Mertens, hätte ihr Mann noch zehn Krähen schießen müssen, bevor er einen guten Bock erlegen durfte. Und heute? “Da macht der Nabu nüscht!” Bei der Trockenheit, bedauert Frau Mertens, hätten es die Schwalben zudem schwer, neue Nester zu bauen oder die alten instand zu setzen. “Die tun einem richtig leid.”

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Nabu: Tschimpke tritt ab

Olaf Tschimpke, seit 2003 Präsident des Naturschutzverbands Nabu, hat anlässlich der Vorstellung des Nabu-Jahresberichts gestern in Berlin angekündigt, nach 16 Jahren an der Verbandsspitze nicht erneut für das Amt als Präsident zu kandidieren. Die nächsten Präsidiumswahlen finden im Rahmen der NABU-Bundesvertreterversammlung im November in Berlin statt.

Die Einnahmen des NABU aus Mitgliedsbeiträgen stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 2,2 Millionen Euro auf 24,3 Millionen Euro (Vorjahr: 22 Millionen Euro). Die Spenden erhöhten sich 2018 gegenüber 2017 um rund 1,1, Millionen Euro auf insgesamt 7,5 Millionen Euro (Vorjahr: 6,4 Millionen Euro). Die Gesamterträge stiegen um 1,4 Millionen auf rund 46 Millionen Euro. Mit aktuell über 730.000 Mitgliedern und Förderern (Stand: 31. Juli 2019) ist der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland mit einer breiten ehrenamtlichen Basis. PM/SE

Beitragsbild: Nabu-Präsident Olaf Tschimpke (Archivbild, Copyright SE)