Schlagwort-Archive: Muffelwild

NRW: Gericht ordnet “Entfernung” der Bielefelder Muffelherde an

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hat die “komplette Bielefelder Muffelwild-Herde zum Tode verurteilt”, schreibt die Neue Westfälische (NW) und bringt den Sachverhalt damit durchaus treffend auf den Punkt: Weil die Wildschäden unzumutbar seien, die die gerade einmal 12-köpfige Herde reinrassiger Mufflons in den Wäldern des Klägers, der Johannes Klasing’schen Familienstiftung, anrichte, muss die Stadt Bielefeld über den Antrag auf Ab­schuss der Muffelwildherde neu entscheiden. Und dies, obwohl sich die anderen betroffenen Waldbesitzer wie auch die Stadt Bielefeld “bis zuletzt vehement für die kleine Herde der reinrassigen Tiere eingesetzt” hatten, wie die NW berichtet. Bei der Johannes Klasing’schen Familienstiftung handelt es sich übrigens um eine nicht gemeinnützige Familienstiftung, deren Stiftungszweck eine Informationsseite des NRW-Innenministeriums mit “Unterstützung der eigenen Familie” angibt. Dieser Aufstellung der Detmolder Bezirksregierung nach geht es konkret um die “Gewährung von Unterrichtsgeldern, Aussteuern, Renten an ledig bleibende Töchter”.

Einem Gutachten erleidet diese Stiftung Wildschäden in Höhe von 5000 Euro pro Jahr durch die 12 Mufflons , was die Stadt und die anderen Waldbesitzer laut NW bezweifeln. Zudem setzten diese auch den Artenschutz höher an – was etwa vor dem Hintergrund der vergleichsweise exorbitanten Kosten durch Wolfsrisse, die mit der Begründung Artenschutz bedenkenlos dem Steuerzahler aufgebürdet werden, nur allzu verständlich erscheint.

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Luxemburg: Militär soll Mufflonherde auslöschen

Die an der deutschen Grenze bei Trier gelegene luxemburgische Stadt Echternach möchte eine 200 Stück starke Mufflonherde im Stadtwald vom Militär abschießen lassen. Begründung: Die Tiere seien eine Belastung für das Ökosystem. Bürgermeister und Stadtförster klagen in der der Tageszeitung Volksfreund, dass die Tiere mit ihren Hörnern die Bäume beschädigen würden, und die Förster keine neuen Bäume pflanzen könnten, weil die jungen Bäume wiederum von den bösen Muffeln verbissen werden würden. “Es ist eine invasive Art“, stellt Bürgermeister Yves Wengler kategorisch fest: “Und die muss weg.” Richten – oder vielmehr hinrichten – soll es jetzt eine behördlich angeordnete Jagd durch Polizei und Militär. Anders könne man der Plage nicht mehr Herr werden, so der Bürgermeister im Volksfreund, auch “weil der Jagdpächter seine vorgeschriebenen Abschusszahlen nicht einhalte.” Die Behördenjagd sei bereits im Frühjahr beantragt worden, nur die Unterschrift der luxemburgischen Umweltministerin fehle noch, klagt der Bürgermeister.

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Niedersachsen: Wölfe löschen Muffelwildpopulation in der Göhrde aus

+++ Baden-Württemberg: Jagdgegnerin erwirkt Befriedung ihrer sieben Grundstücke +++ Lübeck: Stadtjäger zieht verwaisten Fuchswelpen auf +++

Die Muffelwildpopulation in der Göhrde ist innerhalb von nur drei Jahren von Wölfen ausgerottet worden. Die letzten Exemplare der 1903 ausgesetzten Wildschafe wurden im Herbst 2017 gesehen, nur noch ganz vereinzelt werden versprengte Wildschafe gesichtet. Damit gilt das älteste deutsche Muffelwildvorkommen als erloschen. Zum Verhängnis wird den Mufflons ihr Fluchtverhalten: Nach einer kurzen Flucht verhoffen sie, um dann vom Wolf gepackt zu werden. Versuche, das Muffelwild einzufangen, um den reinrassigen und genetisch wertvollen Bestand wenigstens in Tierparks zu erhalten, sind gescheitert. In ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten gilt die Art aufgrund der Vermischung mit Hausschafen als gefährdet. red.

Beitragsbild: Von Wolf gerissener Muffelwidder. Foto: privat

DJV fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat ein Positionspapier “Der Wolf in Deutschland” veröffentlicht, in dem unter anderem die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gefordert wird. Die Einstufung des Wolfes im Jahr 1992 in den Anhang IV der FFH-Richtlinie entstamme einer Zeit, als dieser über 130 Jahre auf heutigem deutschem Territorium nicht mehr regelmäßig vorkam und seine Rückkehr offenbar nicht erwartet wurde, heißt es in dem DJV-Positionspapier: “Der Wolf erfüllt heute nicht mehr die Kriterien für die Aufnahme in Anhang IV.” Gefordert wird, den Wolf baldmöglichst von Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie zu überführen sowie den Wolf “in den Katalog der bejagbaren Arten des Bundesjagdgesetzes aufzunehmen.”

Die Aufnahme ins Jagdrecht sei unabhängig von einer Aufnahme in Anhang V der FFH-Richtlinie, auch Arten aus Anhang IV dürften unter bestimmten Voraussetzungen bejagt werden, stellt der DJV fest: Die Rechte der Jagdausübungsberechtigten und Jagdrechtsinhaber seien zu wahren, die “Einrichtung von staatlichen Fang- und Entnahmetrupps als Parallelstruktur zur Jägerschaft wird abgelehnt.” Es seien verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, nach denen die fachlich qualifizierte Jägerschaft handeln kann. Gefordert wird auch eine gesetzliche Regelung für den “Ausgleich von Schäden durch Wölfe an Jagdhunden.”

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Rheinland-Pfalz: Polizei rettet Muffel-Lamm

Am Samstagnachmittag meldete ein Pkw-Fahrer der Polizei, dass ein Muffelschaf mit einem Lamm auf der L 98 kurz vor Cochem (Landkreis Cochem-Zell) herumlaufen würde. Das Lamm scheint erst kürzlich geboren worden zu sein und das Muttertier findet keinen schnellen Weg in den sicheren Wald. Bei Eintreffen der Polizeistreife hatte sich das Schaf alleine in den Wald begeben und das Lamm am Straßenrand zurück gelassen. Da der zuständige Jagdpächter nicht erreicht werden konnte und die Gefahr bestand, dass es jederzeit zu einem Verkehrsunfall kommen konnte, wenn das Muffelschaf ihr Lamm auf der Straße sucht, entschied die Polizei, dass Lamm zu einer Wildaufzuchtstation in Mayen zu bringen. Das Muffellamm wird später entweder wieder in die Natur entlassen oder in einem Wildgehege weiterleben. PM

Beitragsbild: Gerettetes Muffel-Lamm. Foto: Polizei

Bayern: Landkreis Eichstätt hebt Schonzeit für Muffelwild auf

Wegen Schäldschäden: Allgemeinverfügung zur Aufhebung der Schonzeit bei männlichem Muffelwild erlassen

Nachdem eine ca. 25 Stück starke Mufflonherde angeblich untragbare Schälschäden in Wäldern im oberbayerischen Landkreis Eichstätt verursacht hat, wurde jetzt per Allgemeinverfügung die Jagdzeit für männliche Mufflons vorverlegt. In einer Erklärung des Landkreises heißt es dazu: “Im Zusammenhang mit der beantragten Hege und Bejagung des Muffelwildes in der Hochwildhegegemeinschaft (HHG) Kösching sowie in Teilen der Hochwildhegegemeinschaft (HHG) Mendorf wurde das Landratsamt Eichstätt durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten angewiesen, ab Beginn der Jagdzeit auf diese Wildart grundsätzlich Abschusspläne aufzustellen. Diese sollen jedoch keinen Totalabschuss vorsehen, sondern sicherstellen, dass bis zu einer endgültigen Entscheidung in dieser Angelegenheit durch die Oberste Jagdbehörde die Population nicht weiter zunimmt und die Jagd, gerade im Hinblick auf die Vermeidung von Wildschäden, weiter möglich sein soll.

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