Schlagwort-Archive: Mindestabschussplan

LJV MV: Von wegen überrumpelt…

Der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern hat seine Zustimmung zum Backhausschen Ökojagdgesetz zurückgezogen (JAWINA berichtete) und dies damit begründet, der LJV sei bei dem Runden-Tisch-Gespräch am 22.11. “überrumpelt” worden (JAWINA berichtete). Ein internes Papier lässt massive Zweifel an dieser Darstellung aufkommen.

Denn einer internen Gesprächsnotiz aus den Kreisen des LJV MV (die der Red. vorliegt) zufolge, kamen bereits am 30.10. in der Geschäftsstelle des LJV MV einige Akteure zu einer Beratung zusammen, bei der genau die Themen erörtert wurden, um die es auch am 22.11. am von Minister Backhaus einberufenen Runden Tisch gehen sollte. Mit von der Partie waren “vom LJV die Herren Dr. Böhning, Röpert, Hube, Frau Ebel und Herr Voigt von der Landesforstanstalt die Herren Martens und Lange (zugleich Vorsitzender des obersten Jagdbeirats) von den privaten Waldbesitzern: Herr Dr. von Trotha und Herr Dr. Ahrendt.” LJV, Forst und Waldbesitzer kungelten hier also bereits eine gemeinsame Linie aus.

Grundlage der Beratung war “der Bericht des Landesforstbeirats an Minister Dr. Backhaus vom 29.06.16 zum Thema „Jagd und Wald – Wie sind waldverträgliche Wildbestände zu gewähr-leisten, welchen Einfluss können Waldbesitzer nehmen?“”, heißt es in der Gesprächsnotiz weiter. Im Fortgang des Dokuments wird festgehalten, welche Themen angesprochen wurden und auf welche Regelungen bezüglich neuer jagdgesetzlicher Regelung man sich “geeinigt” habe. Von einer Überrumpelung des Landesjagdverbands kann mithin überhaupt keine Rede sein – und von deutlicher Kritik der jagdlichen Interessenvertreter an den geplanten schalenwildfeindlichen Neuregelungen oder gar entschlossenem Widerstand dagegen schon mal gar nicht.

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Ökologisches Jagdgesetz für Mecklenburg-Vorpommern angekündigt

Einführung von Dreijahres-Abschussplänen, verpflichtende Reduktionsabschüsse per Verordnung, Verlängerung der Jagdzeiten für Rehböcke – in Mecklenburg-Vorpommern wurden nun “nahezu alle altbekannten ÖJV-Forderungen – offensichtlich ohne jegliche Gegenwehr – durchgesetzt”, wie ein Betroffener kommentiert. Umweltminister Backhaus (SPD) besitzt dennoch die Unverfrorenheit, sich in einer Pressemitteilung seines Ministeriums attestieren zu lassen, er habe “Einvernehmen zwischen Interessensverbänden” erzielt.

Gestern fand in Schwerin eine Gesprächsrunde zwischen Jägern, Forstleuten, Waldbesitzern und Umweltschützern statt, zu der das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns geladen hatte. Das nach diesem Treffen verabschiedete “gemeinsame Positionspapier” hat es in sich. In der Darstellung des Ministeriums liest sich das so:

Die Wald-Wild-Frage oder das Spannungsfeld Forst-Jagd sind nicht neu. Im Zuge des Klimawandels und unter der Maßgabe klimastabile Wälder zu etablieren, erreicht der Konflikt jedoch eine neue Aktualität. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird das Thema kontrovers diskutiert, weswegen der zuständige Umweltminister Dr. Till Backhaus […] Jäger, Forstleute, Waldbesitzer und Umweltschützer zur Diskussion nach Schwerin einlud.

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Urteil: Mindestabschussplan für Rotwild zulässig

Die Festsetzung eines Mindestabschussplan für Rotwild ist auch in kleinen Revieren rechtmäßig, wenn dies erforderlich ist, um die berechtigten Ansprüche der Land- und Forstwirtschaft zu erfüllen. So die Richter des Verwaltungsgerichts Koblenz in einem aktuellen Urteil (AZ.: 1 K 221/16.KO). In der Pressemitteilung des VG Koblenz zu dem Fall heißt es:

Der Kläger ist Pächter eines im Rotwild-Bewirtschaftungsbezirk Zell gelegenen 305 Hektar großen Jagdbezirks. Nachdem das Forstamt Zell eine erhebliche Gefährdung des waldbaulichen Betriebszieles durch Rotwild festgestellt hatte, setzte der Landkreis Cochem-Zell im April 2015 für das Jagdjahr 2015/2016 für den Jagdbezirk des Klägers folgenden Mindestabschussplan für Rotwild fest: 2 Hirsche der Klasse III.1 und 2 Stück weibliches Rotwild (1 Alttier und 1 Kalb), wobei die Abschussvorgabe für die männlichen Stücke auch durch Erlegung einer geringeren Klasse oder einer entsprechenden zusätzlichen Anzahl von weiblichen Stücken erfüllt werden könne. Nach erfolglosem Widerspruchsverfahren erhob der Jagdpächter Klage und beantragte nach Ablauf des Jagdjahres die Feststellung der Rechtswidrigkeit der Anordnung.

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RLP: Jäger klagt erfolgreich gegen Rotwild-Mindestabschussplan

Ein Jäger aus dem Vulkaneifelkreis (Rheinland-Pfalz) hat vor dem Verwaltungsgericht Trier erfolgreich gegen einen von der Unteren Jagdbehörde (UJB) der Kreisverwaltung festgesetzten Mindestabschussplan für das Rotwild in seinem Revier geklagt. Anlass für die Verfügung des Mindestabschussplans waren massive Wildschäden in dem Revier, die durch ein forstliches Verbissgutachten festgestellt worden waren. Im Widerspruchsverfahren vor dem Kreisrechtsausschuss hatte der Revierinhaber angeführt, in seinem Revier lebe überhaupt nicht genug Rotwild, als dass er den Mindestabschussplan erfüllen könne.

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