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Letztinstanzliches Urteil: Massenhaftes Aussetzen und Füttern von Enten ist rechtswidrig

Der 4. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat durch Beschluss vom 9. Juli 2015 (Az. 4 ME 66/15) entschieden, dass das von der Inhaberin des Jagdbezirks in Lüdersburg in der Vergangenheit praktizierte Aussetzen von 2.000 bis 4.000 Wildenten im Frühjahr eines jeden Jahres mit anschließender durchgängiger Fütterung bis zur Bejagung der ausgesetzten Enten zum Jahresende sowohl gegen die bei der Hege von Wild nach dem Jagdrecht zu beachtenden Anforderungen als auch gegen das Gebot artgerechter Fütterung verstößt, die vom Landkreis Lüneburg getroffenen Anordnungen zur Untersagung dieser Praxis aber fehlerhaft sind.

Die Inhaberin des Jagdbezirkes in Lüdersburg führt dort einen Betrieb mit Hotel, Golfplatz, Land- und Forstwirtschaft sowie ein Jagdgatter. Sie setzt jährlich an sieben Teichen nach kurzer Anzucht in Folientunneln einige Tausend Enten im Frühjahr aus und füttert diese über mehrere Monate bis zu ihrer Bejagung am Jahresende. In der Jagdsaison werden mehrere Entenjagden durchgeführt, bei denen jährlich ca. 2.000 Enten erlegt werden. Nachdem der Landkreis Lüneburg aufgrund von Hinweisen des NABU Mitte 2014 eine Untersuchung von Wasserproben der Teiche durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Auftrag gegeben und diese ergeben hatte, dass die Teiche einen viel zu hohen Nährstoffgehalt aufwiesen und ein „Umkippen” der Gewässer drohte, untersagte der Landkreis der Inhaberin des Jagdbezirks das Aussetzen der Enten sowie die Fütterung von Wasservögeln im gesamten Jagdbezirk und gab ihr auf, ein fachgutachterliches Konzept zur Sanierung der sieben Teiche erstellen zu lassen. Gleichzeitig ordnete er den Sofortvollzug an, d. h. die Anordnungen des Landkreises wurden sofort wirksam.

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Gericht verbietet massenhaftes Aussetzen von Enten

Es sind genau solche Dinge, die die Jagd in Verruf bringen und uns Jäger als Naturschützer unglaubwürdig machen: Über Jahre hinweg hatten die Betreiber eines Jagdgeheges alljährlich “mehrere tausend” Enten gekauft und auf sieben Teichen durchgefüttert, äh, “ausgewildert”. Naturschützer (So kommt der vermeintliche Gegensatz zwischen Jägern und Naturschützern zustande, der sich so trefflich zu Ungunsten der Jagd ausschlachten lässt…) hatten die Zustände aufgedeckt und die verheerenden Auswirkungen dieser Umtriebe auf die Gewässerqualität dokumentiert.

Ein Gericht hat diese Praxis jetzt untersagt. Der stellvertretende Vorsitzende der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst, Helmut Blauth, äußerte sich in der Hannoverschen Allgemeinen angewidert über diesen “Schießsport auf lebende Tiere, der mit Jagd nichts zu tun hat.” Natürlich wird jeder wirkliche Jäger es ablehnen, halbzahme Viecher abzuschießen. Schade, dass es offenbar genügend Ahnungslose oder sonstwie Minderbemittelte gibt, die den lukrativen Betrieb von “Jagdgehegen” ermöglichen. Im Interesse der Jagd wäre zu hoffen, dass den verbliebenen Jagdpuffs in Deutschland umgehend die Betriebsgrundlage entzogen wird. SE

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