Schlagwort-Archive: Luchs

Schweiz: Hitzige Debatte um Jagdgesetz-Novellierung im Ständerat

+++ Italien: Südtirol erarbeitet Regeln für Wolfsabschüsse +++

Erleichterter Wolfsabschuss beschlossen – Verbände drohen mit Referendum

Die geplante Novellierung des eidgenössischen Jagdgesetzes (JAWINA berichtete) ist im Schweizer Ständerat in einer mehr als vierstündigen Sitzung hitzig diskutiert worden. Nicht in allen Punkten wurde daher eine abschließende Entscheidung erreicht. Die Debatte soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Die Kernpunkte der Novellierung wurden vom Ständerat jedoch bereits mit 25 zu 20 Stimmen Mehrheit beschlossen: So dürfen Schweizer Behörden künftig nicht nur einzelne Individuen geschützter Arten zum Abschuss freigeben, sondern die Dezimierung ganzer Bestände erlauben. Die Bedingungen dafür sollen festgeschrieben werden. Wölfe sollen auch dann geschossen werden können, wenn sie zuvor keinen großen Schaden angerichtet haben, es soll zudem “keine absolute Pflicht zu Herdenschutzmassnahmen” geben. Auch Biber und Luchse können in der Schweiz in Zukunft einfacher zum Abschuss freigegeben werden.

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Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe “unbürokratisch reguliert” werden können.

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Baden-Württemberg: Weiteres Luchsmännchen nachgewiesen

Das Donautal auf der Schwäbischen Alb hat sich in den vergangenen Jahren als geeigneter Luchslebensraum für einzelne Luchse herausgestellt: Nachdem der besenderte Luchs „Friedl“ bis April 2017 hier nachgewiesen wurde, hielt sich ein anderer Luchskuder, der „Immendinger Luchs“ von Juni bis November 2017 in dieser Gegend auf. Nun zeigen Fotofallen in der Gegend seit Januar 2018 erneut ein Tier, das dem Monitoringteam der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) bis dahin unbekannt war. In Zusammenarbeit mit KORA, der Institution, die in der Schweiz für das Monitoring der großen Beutegreifer zuständig ist, konnte die Identität dieses neuen Luchses geklärt werden: Das Luchsmännchen B600 wurde erstmals im Dezember 2016 nahe des Genfer Sees über Fotofallen nachgewiesen. Über den Vergleich der Fleckenmuster ließ sich nun eindeutig klären, dass es sich bei dem Tier im Donautal um denselben Luchs handelt.

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Schweiz: Weniger Schutz für Wölfe

Umweltkommission will Abschüsse ermöglichen, auch wenn die Wölfe zuvor keine großen Schäden angerichtet haben – Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr verpflichtend sein – Biber und Luchs in Bestandesregulierung aufgenommen

Die Umweltkommission im Schweizer Parlament hat die Detailberatung zur Änderung des Jagdgesetzes (17.052) abgeschlossen und der Vorlage mit 6 zu 4 Stimmen zugestimmt. An der Liste der geschützten Tiere (gemäß Berner Konvention) werden keine Änderungen vorgenommen. Im Kernstück der Vorlage, dem Artikel 7a, soll hingegen die Regulierung des Bestandes von gewissen geschützten Tierarten neu gehandhabt werden. Mit der Umsetzung der Motion (Mo.) 14.3151 «Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung» sollen gemäß der Vorlage des Bundesrates neu auch Wolfbestände regulierbar sein, damit ein großer Schaden oder eine Gefährdung von Menschen verhindert werden kann. Eine Mehrheit der Kommission will nun weitergehen als der Bundesrat vorschlägt. Mit 6 zu 5 Stimmen hat sie beschlossen, die Bedingungen für einen regulierenden Eingriff in den Bestand etwas milder auszugestalten: Der Begriff des «großen» Schadens soll aus Absatz 2 gestrichen werden und Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr absolute Pflicht sein.

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Erstmals seit 200 Jahren: Luchs im Thüringer Wald nachgewiesen

Wissenschaftler des Forschungszentrums iDiv und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben mit Unterstützung eines ortsansässigen Naturschützers im Thüringer Wald den Luchs nachgewiesen. Nördlich von Oberschönau wurde ein erwachsenes Tier mit Hilfe einer Kamerafalle fotografiert. Damit ist die Rückkehr des scheuen Beutegreifers in den Thüringer Wald 200 Jahre nach seinem Verschwinden erneut nachgewiesen. Die Forschungseinrichtungen stellten zwanzig Fotofallen – Kameras mit Bewegungsauslösern – zur Verfügung, die in wenigen Monaten über 9.000 Fotos aufnahmen. Auf einem war ein Tier zu erkennen, das ein Luchs hätte sein können. Aber das Foto war unscharf, als Beweis reichte es nicht.

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Niedersachsen: Luchs greift Hund an, Frauchen vertreibt ihn

+++ Bayern: Räudiger Fuchs schläft auf Sofa +++ Mecklenburg-Vorpommern: Vater weicht Reh aus, 9jähriger Sohn stirbt bei Wildunfall +++ NRW: Nabu-Kreisgruppenleiter verteidigt Wildschweinjagd +++ Sachsen: Wolf reißt zwölf Stück Damwild in Gehege +++

In Förste, einem Ortsteil von Osterode am Harz (Landkreis Göttingen) hat am Montag ein Luchs einen frei laufenden Hund angegriffen. Dessen Besitzerin hatte einen Spaziergang in der Umgebung des Dorfs unternommen, als der Luchs aus dem Gebüsch sprang und den Hund attackierte. Der Hundebesitzerin gelang es, den Luchs mit der Hundeleine abzuwehren. Der Hund wurde bei dem Vorfall nicht verletzt. Der Leiter des Luchsprojekts erklärte gegenüber dem NDR, dass der Luchs in dem Gebüsch ein gerissenes Reh abgelegt habe und sich von dem Hund vermutlich gestört gefühlt habe. Am Ort des Geschehens wurde eine Kastenfalle aufgestellt, die mit dem gerissenen Reh beködert wurde. So sollte der Luchs gefangen und ggf. besendert werden. Der Plan ging jedoch nicht auf, die schlaue Katze ließ sich nicht wieder blicken. SE

Beitragsbild: Luchs im Bayerischen Wald, Copyright: Martin Mecnarowski (http://www.photomecan.eu/, Quelle: Wikipedia, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

Rheinland-Pfalz: Frisch ausgewilderter Luchs reisst Nutztiere

Einer der vor nicht einmal drei Monaten im Pfälzerwald ausgewilderten Luchse hat mehrere Schafen und Ziegen gerissen. Das berichtet der Volksfreund. Der Luchs dezimierte dem Bericht zufolge zwei Herden eines Halters. Dieser werde aus einem “extra für diese Fälle eingerichteten Fonds” entschädigt, wie die Projektleiterin Sylvia Idelberger von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz im Volksfreund erklärte. Auch seien Herdenschutzmaßnahmen ergriffen worden, um die Tiere künftig vor Prädation durch die neu angesiedelten Beutegreifer zu schützen. Die drei aus der Slowakei stammenden Luchse warem am 30. Juli im Pfälzerwald freigesetzt worden. “Luna, Kaja und Lucky erschließen sich ihren Lebensraum im Pfälzerwald”, jubelte die Stiftung seinerzeit: “Das Beutespektrum beim Luchs reicht von Maus über Marder, Hase und Reh bis hin zu jungem Rotwild”, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. “Die Hauptbeute sind Rehe. Dem Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz ist es gemeinsam mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) gelungen, erste Risse nachzuweisen. Es wurden drei tote Rehe gefunden, die von den Luchsen als Beute über mehrere Tage hinweg genutzt wurden.”

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Schweiz: Neues Wolfskonzept

Stufenmodell zur Einschätzung von Wolfsverhalten – von grün (unauffällig) bis schwarz (problematisch).

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat die Konzepte für den Umgang mit Wolf und Luchs aufgrund der revidierten Jagdverordnung überarbeitet. Das teilt das Bafu in einer Presseerklärung mit: Im Konzept Wolf dient ein neues Schema zur Einschätzung von problematischem Verhalten von Jungwölfen in Rudeln. Im Konzept Luchs ist der Rahmen für regulierende Maßnahmen neu definiert, wenn die Wildbestände, insbesondere von Rehen und Gämsen, wegen der Präsenz von Luchsen tief sind. Das BAFU hat die Konzepte am 19. Januar 2016 in Kraft gesetzt.

Ziel der Konzepte Wolf und Luchs ist laut Bafu, Rahmenbedingungen für den Umgang mit den wachsenden Grossraubtierbeständen in der Schweiz zu schaffen. Es geht insbesondere darum, den Schutz der Wildtiere zu gewährleisten und gleichzeitig die Anliegen der Bevölkerung zu berücksichtigen. Eingriffe in die Bestände sollen nur erfolgen, wenn die Schadenverhütungsmassnahmen ausgeschöpft sind. Die Konzepte dienen vorab den Kantonen bei der Umsetzung der rechtlichen Vorgaben.

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Bayern: Luchs reißt Gatterwild

Im Schönderlinger Wald bei Schondra im bayerischen Landkreis Bad Kissingen hat ein Luchs drei Damhirsche in einem Gatter gerissen. Das berichtet OsthessenNews. Zunächst waren es nur zwei, doch Experten rieten dem Gatterbetreiber, die Kadaver liegen zu lassen, weil Luchse häufig zu einem Riss zurückkehren und die Hoffnung bestand, den Luchs mit einer Fotofalle hundertprozentig zu überführen. Ein guter Tipp: Denn der Luchs kam wieder, allerdings verschmähte er das Aas und riss sich lieber einen frischen Hirsch. Das mit der Überführung des Luchses klappte auch, weil der Gattermeister das Tier auf frischer Tat ertappte: Der Mann sah den Luchs mit einem lässigen Satz über den Zaun entschwinden.

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SENSATION! Erste Fotos der geschmuggelten Wölfe auf Jawina!!

Die Hamburger Jagdzeitschrift “Jäger” wusste es zuerst: An der Grenze zwischen Polen und Deutschland ist ein Transporter von der Bundespolizei gestoppt worden, der eine brisante Fracht enthielt: Illegal erworbene Wölfe und Luchse, zur Auswilderung auf deutschen Truppenübungsplätzen bestimmt, wie das magazin in der Februar-Ausgabe, äh, kolportiert. Sofort wurden Zweifel an der glänzend recherchierten Geschichte laut, doch Jawina präsentiert Beweise: Die ersten Fotos der geschmuggelten Wölfe.

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