Schlagwort-Archive: Legalwaffenbesitz

Ein Plädoyer für die Freiheit der anderen

+++ Ulrich Wotschikowsky verstorben +++ Baden-Württemberg: Reh verursacht Wildunfall mit einem Toten und sechs Verletzten +++ NRW: Gewaltverbrechen – Jäger entdeckt verweste Leiche in Maisfeld +++

 Ein Beitrag von Rechtsanwalt Ingo Ebling

Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Jägerschaft Stade

„Die Demokratie ist wie zehn Füchse und ein Hase, die darüber abstimmen, was es zu Essen geben soll. Erst wenn der Hase mit der Schrotflinte die Wahl anfechten kann, funktioniert Demokratie wirklich. “Vince Ebert, Kabarettist“

Nach Angaben der FAZ gibt es etwa 20 Millionen illegale Waffen in Deutschland. Warum setzen wir immer wieder bei den ca. 1,4 Million legalen Waffenbesitzern an? Jäger und Sportschützen werden wiederkehrend auf Straftaten durchleuchtet, verlieren ihre Waffenbesitzkarte bei kleinsten Verstößen gegen das Waffenrecht, werden von den Behörden Zuhause besucht und auf richtige Aufbewahrung der Waffen kontrolliert und sogar Trunkenheitsfahrten führen zum Entzug der Waffen. Wenn Waffenbesitzer sich wesentlich rechtstreuer verhalten als der Durchschnitt der Bevölkerung und hierzu auch waffenrechtlich verpflichtet sind, warum stellen wir diese Menschen unter Generalverdacht? Weil es einfacher und populärer ist als illegale Waffen zu bekämpfen, schneller zu politischen Erfolgen führt und leichter durchzusetzen ist.

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IWA: 2018: “Jäger und Sportschützen nicht kriminalisieren”

Zur Eröffnung der 45. IWA Outdoor Classics rief der bayerische Innenminister Joachim Hermann dazu auf, Jäger und Sportschützen nicht zu kriminalisieren. Man dürfe Legalwaffenbesitz nicht verteufeln, erklärte Herrmann: “Ich sage das aus meinem täglichen Erleben als Innenminister: Schützen und Jäger gehen sehr sorgfältig mit Waffen um”, stellte Herrmann klar, es gebe keinen Anlass, dies zu problematisieren. Wenn in den USA nach einem Amoklauf an einer Schule aber vorgeschlagen werden, als Reaktion auch die Lehrer mit Waffen auszustatten, so sei dies nicht die Herangehensweise, die man für zielführend und wünschenswert erachte. Es sei schon gut, dass das Waffenrecht in Deutschland vergleichsweise streng gehandhabt werde.

Ähnlich äußerte sich der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Nürnbergmesse ist in seinm Grußwort: Vor dem Hintergrund der Erfolge deutscher Wintersportler bei den Olympischen Spielen wies Maly darauf hin, dass man weder die Jagd, noch Biathlon “mit Wattebäuschchen ausüben” könne. SE

Beitragsbild: Der bayerische Innenminister Joachim Hermann bei der Eröffnung der IWA Outdoor Classics. Foto: SE

Tiger Balm gab ihm den Rest: Psychisch kranker Jäger erschiesst Frau

Ein 63 Jahre alter ehemaliger Sportschütze und Jäger aus Brachstedt (Saalekreis, Sachsen-Anhalt), der im Mai seine Frau mit einer KK-Kurzwaffe erschossen hat, muss sich zur Zeit vor dem Landgericht Halle verantworten. Nach der Tat hatte der Mann versucht, sich selbst zu richten. Den Schuss in den Oberkörper, den er sich selbst beibrachte, überlebte er jedoch. Die Eheleute sollen, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, in dem Haus schon längere Zeit getrennt auf zwei Etagen gelebt haben.  Als Motiv für die Tat führte der Jäger an, dass seine 56 Jahre alte Frau ihn ohne sein Wissen mit Tiger Balm behandelt habe, einem eher harmlosen Präparat aus ätherischen Ölen. Der wahre Grund dürfte in der psychischen Erkrankung des 63jährigen zu sehen sein. Nach Auffassung eins Gutachters leidet der Mann an einer halluzinatorischen paranoiden Psychose, einem Subtypus der Schizophrenie, Diese schwere psychische Erkrankung äußert sich z.B. durch Verfolgungswahn und Halluzinationen. Der Tiger Balm sei unsichtbar, brenne aber wie Feuer, erklärte der Täter vor Gericht. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist er aufgrund seiner Erkrankung schuldunfähig, ihm droht die Unterbringung in der Psychiatrie. Der Fall dürfte eine willkommene Argumentationshilfe für Gegner des Legalwaffenbesitzes sein, die verbindliche Psychotests für Jäger und Sportschützen fordern. SE

“Ein Recht einer freien und demokratischen Gesellschaft”

Deutschland hat mit das strengste Waffenrecht der Welt. Dennoch wird es turnusmäßig verschärft, auch wenn die Verschärfungen keinen echten Sicherheitszugewinn bringen. Unser Nachbarland Tschechien geht einen anderen, geradezu entgegengesetzten Weg: Das Recht auf Waffenbesitz wurde in der Verfassung verankert. Wir haben mit der tschechischen Europa-Parlaments-Abgeordneten Dita Charanzová darüber gesprochen, wie diese Unterschiede zu erklären sind.

JAWINA: In Deutschland scheinen viele Bürger und Politiker Legalwaffenbesitzer als eine Art von Bedrohung und Gefahr für die öffentliche Sicherheit anzusehen. Im Gegensatz dazu hat das tschechische Parlament gerade mit großer Mehrheit dafür gestimmt, das Recht auf Waffenbesitz in die Verfassung aufzunehmen. Wie erklären Sie sich diese Unterschiede, liegt der Unterschied in einer spezifisch tschechischen Kultur oder Tradition?

Dita Charanzová: Ich bin nicht sicher, ob ich die deutsche Situation kommentieren kann. Da kenne ich mich definitiv nicht aus. Was den tschechischen Kontext angeht, so gibt es da in der Tat eine lange Tradition der Jagd als Bestandteil des sozialen Lebens in den Gemeinden, aber auch des Sportschießens. Sie müssen auch bedenken, dass der private Besitz von Feuerwaffen während der kommunistischen Ära vollkommen verboten war und deshalb jetzt als eines der Rechte angesehen wird, das erlangt wurde, als die Tschechen eine freie und demokratische Gesellschaft wurden. Ich denke, dass all diese Faktoren zu der unterschiedlichen Sichtweise in unseren zwei Ländern beitragen. Andererseits muss ich sagen, dass einige meiner deutschen Kollegen im Europaparlament der geplanten Verschärfung der europäischen Feuerwaffen-Direktive sehr kritisch gegenüber standen und zuletzt auch dagegen gestimmt haben.

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Waffenbesitz: Grüne fordern noch mehr Verbote

Psychotests für Legalwaffenbesitzer, Befristung waffenrechtlicher Erlaubnisse, Überwachung durch Verfassungsschutz

Nach dem schlechten Abschneiden bei der letzten Bundestagswahl wollten die Grünen keine Verbotspartei mehr sein, hieß es. Doch jetzt hat sich die Partei auf ihre Kernkompetenzen besonnen: Verbieten, Bevormunden, Verteuern. So forderte die grüne Bundestagsfraktion ein Verbot von billigem Fleisch, wie u.a. die FAZ berichtet. Richtig so: Der überdurchschnittlich gut verdienenden Wählerschaft der Grünen kann es schließlich egal sein. Wir finden: Ein konsequenter Schritt in Richtung Planwirtschaft.

Und auch was die Drangsalierung von Legalwaffenbesitzern wie Jägern und Sportschützen angeht, ist die Verbotspartei endlich wieder auf Kurs: Mit einem bunten Strauß, ach was, einem Feuerwerk an Verbotswünschen haben sich die grünen Bundestags-Abgeordneten der Abgeordneten Irene Mihalic, Dr. Konstantin von Notz, Luise Amtsberg, Volker Beck (Köln), Renate Künast, Monika Lazar, Dr. Tobias Lindner, Özcan Mutlu, Omid Nouripour, Claudia Roth (Augsburg), Corinna Rüffer, Hans-Christian Ströbele und die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hervorgetan: Die stichpunktartige Auflistung aller nach Auffassung der Grünen anzustrebenden Verbote und Einschränkungen im Hinblick auf Legalwaffenbesitz nehmen zwei Seiten im Antrag “Mehr öffentliche Sicherheit – Für eine bessere Begrenzung und Kontrolle von Schusswaffen” vom 08.06.2016 ein.

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Interview mit Wolfgang Grupp – Bekenntnisse eines Protestwählers

Zunächst ein paar Sätze zur Vorgeschichte dieses Interviews: Am 15. März ging folgende E-Mail von JAWINA-Leser Jörn S. in der Redaktion ein:

“Moin Herr Elison,
gestern abend sah ich bei “hart aber fair” – es ging um die Landtagswahlen am Sonntag – u. a. einen kurzen Bericht über den “Konservativen” Wolfgang Grupp, der nun erstmalig grün wählte. Die Grünen könne er nicht wählen, aber Kretschmann sei ein guter Landesvater gewesen. Deshalb habe er Kretschmann und nicht die Grünen gewählt. Entschuldigung, aber soviel “Bullshit” habe ich schon lange nicht mehr von einem Promi, Wirtschaftspromi und zudem auch noch Jäger, gehört. Genau diese Leute brauchen wir in der Jägerschaft nicht. Vielleicht können Sie das thematisch und vor allem kritisch aufgreifen. Es würde mich freuen.
Schöne Grüße
Jörn S.”

Hallo Herr S.,

vielen Dank für Ihre Mail und die Anregung zum “Fall Grupp”. Ich habe ein paar Tage darüber nachgedacht, ob man dessen Wahl-Entscheidung nicht einfach akzeptieren muss. Andererseits: Der Erfolg der Grünen in BaWü ist sicherlich zum großen Teil der Person Kretschmann geschuldet – aber hinter dem steht die grüne Partei mit einer für uns Jäger durchweg unerfreulichen Programmatik. Das sollte man nicht ausblenden, da haben Sie Recht. Ich werde mal versuchen, den Hrn. Grupp anzumailen und mit Ihrer (selbstverständlich anonymisierten) Aussage zu konfrontieren. Mal sehen, ob (und wenn ja, was) er dazu sagt. Was halten Sie davon?

Beste Grüße

SE

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Innenminister Herrmann: “Legale Waffe sind nicht das Problem!”

“Wir stehen zu den Jägern und Schützen in unserem Land!”

Zur Eröffnung der IWA Outdoor Classics ging der Bayerische Staatsminister des Innern , Joachim Herrmann, in seiner Ansprache auf die geplanten Verschärfungen des EU-Waffenrechts ein. Herrmann wies darauf hin, dass das Verstöße gegen das Waffengesetz rückläufig seien und dass es sich bei Waffen, die im Zusammenhang mit Straftaten sichergestellt würden, zu 95 Prozent um illegale Waffen handle: “Das Problem ist der illegale Waffenbesitz”, stellte Herrmann klar, “Und deshalb sollte man in der Öffentlichkeit auch nicht den Eindruck erwecken, dass der legale Waffenbesitz das Problem darstellt.”

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Weil Jäger keine Terroristen und Jagdwaffen keine Mordwerkzeuge sind

Oder: Warum wir uns gegen die EU-Pläne zur Einschränkung des privaten Waffenbesitzes wehren müssen.

Seit einigen Wochen läuft auf change.org eine Petition mit dem Titel: „EU : You cannot stop terrorism by restricting legal gun ownership.“ (EU: Man kann Terrorismus nicht stoppen, indem man Legalwaffenbesitz einschränkt.“). Zu dem Zeitpunkt, da diese Zeilen geschrieben werden, haben gut 250.000 Bürger die Petition gezeichnet. Das klingt viel, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass die Unterschriften europaweit gesammelt werden und dass es allein in Deutschland 380.000 Jäger und 1,4 Millionen Sportschützen gibt. Diese Zurückhaltung, Trägheit, Ignoranz oder was immer es sonst sein mag, ist komplett unverständlich.

Der eine oder andere mag denken, dass ihn ein Verbot halbautomatischer Waffen oder des Onlinehandels nicht betreffen. Aber die mächtige und gut vernetzte Anti-Waffen-Lobby hält noch ganz andere Vorschläge parat, die keinem, wirklich keinem Legalwaffenbesitzer gleichgültig sein können, wie die zeitliche Befristung waffenrechtlicher Erlaubnisse, obligatorische medizinische Untersuchungen bei Antrag auf Verlängerung und dergleichen mehr. Entmündigung, Entrechtung, Gängelung, Bürokratenwillkür – wollt ihr das wirklich?

Die zynische Schamlosigkeit, mit der die Anti-Waffen-Lobbyisten die Terrortaten von Paris ausnutzen, um ihr Thema wieder auf die politische Agenda zu bekommen, ist abstoßend genug. Aber wem es als Legalwaffenbesitzer nicht die Zornesröte ins Gesicht treibt, von diesen Eurokraten in die Nähe von Massenmördern und feigen Schlächtern gerückt zu werden, dem ist nicht mehr zu helfen, der regt sich über nichts mehr auf.

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