Schlagwort-Archive: Landesforst

Mecklenburg-Vorpommern: Hegegemeinschaft verurteilt Rotwildjagd im Naturschutzgebiet

Von wegen öko: Die Hegegemeinschaft Schuenhagen-Franzburg HG) kritisiert die Bejagung des Rotwilds im Naturschutzgebiet Krummenhagener See durch den Landesforst MV: “Wieder im Forstamt Schuenhagen, damit im Zuständigkeitsbereich dessen Amtsleiters Andreas Baumgart und zum zweiten Mal im Jahr 2019 werden hier bei der Bejagung des Rotwildes unlautere Mittel angewendet”, heißt es in einer Mitteilung der HG, die der Red. vorliegt.

Darin heißt es weiter: “Nachdem bereits im April 2019 die Bejagung von Rotwild innerhalb dessen Schonzeit stattfand, die auf falschen Angaben und fehlerhafter Behördenbescheiden beruhte, bejagt man im FoA Schuenhagen seit Sommer 2019 Rotwild im Naturschutzgebiet Krummenhagener See. Hier wurden ohne weitere Rücksprache und ohne Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde oder der zuständigen Hegegemeinschaft Schuenhagen-Franzburg Zuwegungen durch angrenzende Jagdbezirke in die Schilfbereiche hinein geschaffen, eine Kanzel errichtet und eine Kirrung mit Wildkamera angelegt.

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Brandenburg: Linke stellt Positionspapier zur Forstpolitik vor

“Nicht Wald vor Wild sondern Wald und Wild”

Die Brandenburger Landtagsfraktion der Partei Die Linke hat ein Positionspapier zur Forstpolitik einstimmig beschlossen. “Hintergrund sind zum einen die Herausforderungen für den Wald in Zeiten des Klimawandels, zum anderen die andauernden Diskussionen über Aufgaben, Struktur und Personalentwicklung der Landesforstverwaltung”, heißt es dazu auf der Internetseite der Partei. Zur Jagd heißt es in dem Positionspapier: Bei den jagdrechtlichen Regelungen sollten sowohl ein gesunder Wildbestand als auch die Reduzierung von Verbissschäden, um Naturverjüngung ohne Zäunung zu ermöglichen,beachtet werden. Das Wildmanagement  entscheidet mit darüber, wie sich ein gesunder Waldbestand entwickeln kann. Dabei geht es nicht um die Formel „Wald vor Wild“ sondern um „Wald und Wild“.”

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Brandenburg: “Schwere Zeiten für das Wild”

+++ Brandenburg: Wolf reißt Mutterschaf Lämmer aus dem Bauch +++ Thüringen: Radfahrer bei Kollision mit Alttier schwer verletzt +++

Nach dem Zusammenschluss von Oberster Jagd- und Forstbehörde in Brandenburg unter der Ägide schalenwildfeindlicher Forstleute verschärft sich, wie zu erwarten, der Konflikt um die Jagd. Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) richtet sich jetzt mit einem Offenen Brief an seine Mitglieder und appelliert an die Landesregierung, bei bevorstehenden Jagdrechtsänderungen die Belange der Wildtiere und Jäger zu berücksichtigen.

Wir dokumentieren den Offenen Brief im Wortlaut:

Liebe Jäger im Landesjagdverband Brandenburg e.V.,

seit wenigen Monaten ist die Oberste Jagdbehörde der Obersten Forstbehörde im Referat 34 zugeordnet.

Der jagdliche Schwerpunkt im Land liegt nunmehr ausschließlich auf der Reduzierung von Schalenwild, Wald vor Wild soll im ganzen Land konsequent umgesetzt werden. Unserem Rot-, Dam-, Reh- und Muffelwild stehen schwere Zeiten bevor. Hegegemeinschaften sollen zu Abschussgemeinschaften verkümmern oder werden durch Gruppenabschüsse mit Mindestabschuss in möglichst allen Altersklassen ersetzt.

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Mecklenburg-Vorpommern: Ministerieller Maulkorb-Erlass für Landesförster zum Thema Wolf

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (LU) hat den Bediensteten im Landesforst ein Redeverbot zum Thema Wolf erteilt. Das berichtet der Nordkurier. Das LU verwahrte sich gegenüber der Zeitung zwar gegen die Bezeichnung Maulkorb-Erlass, bestätigte jedoch, dass Mitarbeiter des Landesforsts “Vertreter einer Landesbehörde seien und in dieser Funktion auch nur berechtigt sind, „sich zu den Dingen zu äußern, die in ihrer Zuständigkeit liegen“. Beim Thema Wolf sei die fachliche Zuständsigkeit der Landesforstanstalt aber nicht gegeben: “Es handele sich ausschließlich um artenschutzrechtliche Fragen und artenschutzrechtliche Folgemaßnahmen”, erklärte ein Ministeriumssprecher gegenüber dem Nordkurier: “Bei Anfragen von Bürgern würde demnach ein zuständiger Ansprechpartner vermittelt werden, beim Thema Wolf aus dem Bereich der Naturschutzbehörden.” Damit dürfte die ideologische korrekte Auskunfterteilung gewährleistet sein.

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Brandenburg: Jagdhund auf Drückjagd erschossen

Auf einer vom Landesforst Brandenburg veranstalteten Drückjagd bei Briesen (Landkreis Oder-Spree) ist am Donnerstag (17.01.) ein 15 Monate alter Laika erschossen worden.

Der Vorfall ereignete sich gegen 11 Uhr vormittags, als zwei Treibergruppen mit Hunden eine durch einige Bäumchen aufgelockerte Schilfpartie durchdrückten. Wie ein Augenzeuge gegenüber JAWINA schildert, arbeiteten sowohl die Treiber als auch die Hunde laut. Die in einiger Entfernung voneinander durchgehenden Treibergruppen konnten sich gegenseitig hören und so ihren jeweiligen Standort einschätzen. Es waren Sauen im Treiben. Der Laika stöberte einen etwa zweijährigen Keiler auf und trieb ihn aus dem Schilf, eine weitere Sau folgte auf der Fährte des Keilers. Kurz nachdem der Keiler das Schilf verlassen hatte, brach ein Schuss. Unmittelbar darauf rief der Besitzer des Laika: “Wer hat geschossen, wer hat auf den Hund geschossen?”

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CDU/CSU: “Weniger Jagddruck auf Rehe”

Die Deutsche Wildtierstiftung hat das Reh zum Tier des Jahres 2019″ ernannt. Hierzu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Georg Nüßlein: “Es ist höchste Zeit für einen besseren Umgang mit dem Reh. Der massive Jagddruck, der insbesondere von den staatlichen Forstverwaltungen ausgeht, kommt einem Feldzug gegen das Reh gleich. Wer das Reh alleinverantwortlich macht für Verbiss und Waldschaden, will vom eigenen ökonomischen Versagen ablenken.“ PM

Beitragsbild: PM “Weniger Jagddruck auf Rehe” auf der Internetseite der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Screenshot, Ausschnitt)

Die Red. dankt JAWINA-Leser KB für den Hinweis!

Niedersachsen: Rekord-Schwarzwildstrecke im Landesforst

Die Niedersächsischen Landesforsten ziehen zum Beginn des neuen Jagdjahrs Bilanz: “Im vergangenen Jahr haben wir in den Landesforsten fast 10.000 Wildschweine erlegen können – so viele wie seit Jahren nicht”, freut sich Abteilungsleiter Peter Wollborn, bei den Landesforsten für die Jagd verantwortlich. Die Ergebnisse bei den anderen Wildarten bewegen sich weitgehend auf dem Niveau der Vorjahre.

Die hohen Erlegungszahlen des Vorjahres (rund 8.500 Wildschweine) sind damit dank großer Anstrengungen und der Unterstützung durch zahlreiche private Jägerinnen und Jäger vor allem bei den Gemeinschaftsjagden im Herbst und Winter nochmals übertroffen worden. Damit haben die Landesforsten in hohem Maße zur Regulierung der landesweit hohen Wildschweinbestände beigetragen und einen wesentlichen Beitrag zur Seuchenprävention geleistet. Weil die Wildschweine Überträger der „Afrikanischen Schweinepest” sein können, ist die Reduktion der Wildschweinpopulation ein wesentlicher Teil der Vorsorge.

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Brandenburg: Landesförster nutzen DJV-Tierfund-App

Hotspots für Wildunfälle identifizieren: Brandenburgs Förster unterstützen die Tierfund-App des Deutschen Jagdverbands

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) und der Deutsche Jagdverband e. V. (DJV) kooperieren in bei der Datenerfassung für ein Tierfundkataster. Über die App des Tierfund-Katasters können Unfälle vor Ort eingegeben werden. Bessere Daten sollen zu mehr Tierschutz und mehr Verkehrssicherheit beitragen. Forstminister Jörg Vogelsänger und der Präsident des DJV Hartwig Fischer haben sich darauf verständigt, dass alle Forstleute, die im Außendienst tätig sind, ihre Diensthandys mit der „Tierfund App“ ausstatten. „Die Mitarbeiter des Landesbetriebs Forst Brandenburg sind flächendeckend im Land vertreten“, so Vogelsänger: „Wir werben aber auch dafür, dass sich viele weitere Helfer finden, die Daten liefern. Gerade in Brandenburg mit seinem hohen Wildbestand ist der Bedarf groß, bessere Erkenntnisse über Totfunde an Straßen zu bekommen.“

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Wegen ASP: Brandenburg plant Einrichtung von Saufängen

Das Land Brandenburg plant offenbar, wegen der drohenden Ausbreitung von ASP die Wildschweinpopulation im Lande mit Hilfe von Sauenfängen zu dezimieren. Der Entwurf eines entsprechenden Leitfadens, herausgegeben vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) und dem Landesforstbetrieb Brandenburg, liegt der Redaktion vor. Nach Auskunft des MLUL handelt es sich bei dem Leitfaden lediglich um “Arbeitsentwürfe, die verwaltungsintern noch abgestimmt werden müssen.” Nach Informationen von JAWINA liegt der Leitfaden jedoch bereits in einer überarbeiteten, druckreifen Version vor.

In der Einleitung des Leitfadens heißt es zur Begründung: “Landesweit sehr hohe Schwarzwilddichten, zeitweise nicht bejagbarer [sic] Agrarstrukturen, die permanente Nichterfüllung der Abschussquoten von erforderlichen Anteilen an Jungwild und Bachen sowie insbesondere die immer näher rückende Seuchenfront der Afrikanischen Schweinepest (ASP) macht es dringend erforderlich, die Schwarzwildbestände unter Anwendung aller verfügbaren Möglichkeiten zu reduzieren.”

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Terminhinweis: Kommunalreform, Forstreform, Reformreform – wo bleibt der Wald?

Am Mittwoch den 06.09. 2017 findet in Eberswalde der von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) veranstaltete 4. Walddialog unter dem Thema: “Kommunalreform, Forstreform, Reformreform – wo bleibt der Wald?” statt. Im Flyer zur Veranstaltung heißt es dazu: “Brandenburg befindet sich derzeit in der Endphase eines langjährigen Prozesses, der ursprünglich zu einer umfassenden Kommunalreform führen sollte. Während sich der Landtag mit dem durch die Landesregierung eingebrachten Kreisneugliederungsgesetz beschäftigt, hat der Verein „Bürgernahes Brandenburg“ ein Volksbegehren gestartet, welches die Sinnhaftigkeit dieses Reformansatzes grundsätzlich infrage stellt.

In dieser Situation ist zuletzt der Eindruck entstanden, dass alles was von der geplanten Reform übrig bleibt eine erneute Forstreform ist. Diese „Reformreform“ könnte allerdings dazu geeignet sein, bewährte und langjährig erprobte forstpolitische Strukturen endgültig zu zerschlagen.

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