Schlagwort-Archive: Landesamt für Umwelt

Privatfirma für Wolfsentnahmen – Brandenburger Geheimwirtschaft

Wie JAWINA bereits am 5.12. berichtete, ist eine Privatfirma vom Umweltministerium mit der Entnahme von sog. Problemwölfen in Brandenburg beauftragt worden. Um welche Firma es sich dabei handelt, soll – angeblich aus Datenschutzgründen – verschwiegen werden. Das beredte Schweigen der Brandenburger Behörden wirft Fragen auf:

Frage 1: Um welche Firma handelt es sich?

Unbestreitbar haben Brandenburger Jäger ein gerechtfertigtes Interesse daran zu erfahren, welche ominöse Privatfirma künftig möglicherweise in den Jagdrevieren des Landes umherstreifen, Fallen stellen und Problemwölfe “entnehmen” soll. Ebenso hat aber auch jeder Steuerbürger dieses Landes das Recht zu erfahren, ob bei der Auftragsvergabe alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Denn daran bestehen starke und berechtigte Zweifel, wie man sehen wird.

Bislang unbestätigten und, wie zu betonen ist, auch nicht verifizierbaren Gerüchten zufolge soll ein einschlägig bekanntes Institut mit der Entnahme etwaiger Brandenburger Problemwölfe betraut worden sein, das umfangreiche Erfahrung mit dem Monitoring, dem Fang und der Besenderung von Wölfen nachweisen kann. Eine entsprechende Anfrage von JAWINA beantwortete das fragliche Institut mit dem lapidaren Satz: “Bitte setzen Sie sich für derlei Anfragen mit dem Landesamt für Umwelt oder dem Umweltministerium in Brandenburg in Verbindung.” Das ist keine Antwort, aber auch kein Dementi.

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Brandenburg: Zwischen Schäfer, Bauernbund und Nabu fliegen die Fetzen

Bauernbund: Rufmord an Schäfer durch den NABU, Mithilfe des Landes Brandenburg

Ausgangspunkt des Streits ist ein vermutlicher bzw. je nach Sichtweise angeblicher Wolfsriss bei dem Schäfer Marc Mennle, der bei Lenzen in der Prignitz 350 Mutterschafe hält. Drei seiner Schafe sind trotz Herdenschutzhunden und Stromzäunen bei zwei Rissvorfällen getötet worden – von einem Wolf, wie Mennle meint. Kehlbisse und aufgerissene Bauchdecken seien unverkennbar, erklärt der Schäfer gegenüber den Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN). Mennle verständigte den offiziellen Rissgutachter Wolfgang Schanz. Dieser will jedoch nur in einem Fall Wölfe “als Verursacher nicht ausschließen”, wie die offizielle Formulierung lautet. In dem anderen Fall erhebt er laut PNN schwer wiegende Vorwürfe gegen den Schäfer: Es seien keine Schleifspuren am Boden zu erkennen, “der Übergriff sei spät gemeldet worden und vom Kadaver seien trotz der Anwesenheit vieler Herdenhunde große Teile genutzt worden.” Der Verdacht liege nahe, dass Mennle den Wolfsriss nur vorgetäuscht habe. “Rufmord an einem Schäfer durch den Nabu” sei das, empört sich der Bauernbund Brandenburg. Doch es geht um mehr als um den Ruf des Schäfers und die Entschädigung für gerissene Schafe – hätte ein Wolf zweimal Schafe gerissen, so könnte er nach der Brandenburger Wolfsverordnung “entnommen”, also abgeschossen werden. Ein Präzedenzfall, den es zu verhindern gilt? Dies dürfte durchaus im Interesse des Nabu liegen, der dem Schäfer unzureichenden Herdenschutz vorwirft – und Rissgutachter Wolfgang Schanz ist zugleich “Nabu-Wolfsbotschafter”.

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Bayern: Wölfin aus der Pegnitzau keinem bekannten Rudel zuzuordnen

Anfang April wurden in der Pegnitzau an der Grenze zwischen den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Bayreuth und Nürnberger Land drei Rotwildtiere tot aufgefunden. Die Untersuchung einer genetischen Probe, die an einem der toten Tiere gesichert wurde, wies nun einen weiblichen Wolf aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation nach, wie das Landesamt für Umwelt (LfU) mitteilt. Eine Zuordnung zu einem bekannten Elternrudel sei jedoch nicht möglich gewesen, so das LfU. Ob die Wölfin auch die anderen Tiere getötet hat, lässt sich nicht feststellen. Das genetische Profil ist nicht mit dem Wolfsweibchen identisch, das auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr nachgewiesen wurde. Anhand einer ersten genetischen Probe, die an einem der beiden anderen toten Rotwildtiere genommen wurde, konnte bereits Ende April ein Wolf aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation nachgewiesen werden. Die Qualität der Probe ließ jedoch keine Bestimmung des Geschlechts zu. PM

Beitragsbild: Rottier (lebend, Symbolbild). Foto: SE