Schlagwort-Archive: Kritik

LJV NRW weist Kritik an Regelungen zum Hundeeinsatz in Landesjagdzeitenverordnung zurück

+++ Sachsen: Bürgermeister fordert Wolfsabschuss nach Hunderiss +++ Mecklenburg-Vorpommern: Güterzug kollidiert mit Wildschweinrotte +++ Brandenburg: Elchbulle durchstreift Unteres Odertal +++

Keine Wehmut im Rückblick auf “Zeiten remmelscher Gängelungspolitik”

Der LJV NRW äußert sich zur Kritik an den Regelungen zum Hundeeinsatz in der novellierten Jagdzeitenverordnung. In einer Stellungnahme des Verbandes heißt es dazu: “Am 30. Juli 2019 trat die zweite Verordnung zur Änderung der Landesjagdzeitenverordnung Nordrhein-Westfalen in Kraft. Insbesondere wird dadurch das Verbot der Bewegungsjagd sowie des Hundeeinsatzes bei der Jagd auf Schwarzwild in der Zeit vom 16. Januar bis 31. Juli aufgehoben. Die Änderung geschah mit Blick auf die nach wie vor hohe Vermehrungsrate und die weiterhin notwendige Bestandsreduktion beim Schwarzwild insbesondere zur Vorbeugung eines ASP-Ausbruchs in NRW mit einem zu erwartenden volkswirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe.”

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Brandenburg: DVO Jagd – Gegenwind für Wellershoff und Vogelsänger

Jagdverband fordert Delegierte auf, Wellershoff nicht zum DJV-Vize zu wählen

Die Durchführungsverordnung zum Brandenburger Jagdgesetz schlägt weiterhin hohe Wellen: In einem Offenen Brief distanziert sich der Kreisjagdverband Frankfurt/Oder unter der Überschrift “Misstrauensvotum” von der Aussage, den Entwurf zur DVO Jagd mitzutragen.

Aus dem Brief des KJV Frankfurt/Oder an LJVB-Präsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff (Screenshot)

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Gesetzesnovelle Wolf: DJV kritisiert Vorgehensweise des Ministeriums scharf

Gesetzesnovelle geplant: Entnahme von Wölfen soll vereinfacht werden. DJV bemängelt das Fehlen eines umfassenden Konzepts und kritisiert das Vorgehen: Für eine Stellungnahme ließ das Bundesumweltministerium nur wenige Stunden Zeit.

Das Bundesumweltministerium hat gestern einem Referentenentwurf zu Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt (JAWINA berichtete) und mit einer rekordverdächtig kurzen Frist von wenigen Stunden eine Verbändeanhörung durchgeführt. Laut Entwurf sollen Wölfe und Wolfshybriden künftig unter erleichterten Voraussetzungen entnommen werden dürfen. Bei der Entnahme sollen Jagdausübungsberechtigte nach Möglichkeit mit einbezogen werden, dass dies zwingend erforderlich ist, wird allerdings im Gesetzentwurf nicht klar. Außerdem soll das Füttern von Wölfen ausdrücklich verboten werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in seiner Stellungnahme den Gesetzesentwurf zwar als ersten Schritt in die richtige Richtung begrüßt, bemängelt aber weiterhin das Fehlen eines umfassenden Handlungskonzepts.

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Niedersachsen: CDU-Politiker kritisiert Senckenberg-Institut

Nach einem Besuch bei der Firma ForGen am Institut für Hämatopathologie in Hamburg äußert sich der stellvertretende Vorsitzende der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion Martin Bäumer kritisch zum Thema DNA-Spurensicherung beim Wolf.

„Es macht mit Blick auf den Wolf in Niedersachsen schon nachdenklich, wenn man von Experten erfährt, welche Möglichkeiten die Forensik heute bietet. Wenn betroffenen Tierhaltern erklärt wird, dass die mutmaßliche Wolfs-DNA wegen äußerer Einflüsse wie Regen oder Sonne nicht verwertbar sei, dann ist das rechtsmedizinisch nicht haltbar. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, denn auch Mordfälle können nach über 30 Jahren noch gerichtsfest aufgeklärt werden. Fragen sind daher auch im Fall des „Rotenburger Gärtners“ angebracht: Bei jedem Kleinkind, das von einem Haushund gebissen wird, wird sofort die Rechtsmedizin eingeschaltet. Hier aber haben Mitarbeiter des niedersächsischen Wolfsbüros die genetischen Spuren dokumentiert. Das muss sich ändern, weil allein schon durch die unsachgemäße Spurensicherung und ihren Transport eine Kontamination mit anderen Spuren möglich ist. Darüber hinaus sind gerichtsfeste Proben besonders bei Rissen durch Hunde von Bedeutung, da es den Geschädigten ermöglicht, Verursacher und Halter zu ermitteln und Schadensersatz zu fordern. Es wird Zeit, die Spurensicherung künftig in professionelle Hände zu geben.”

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Brandenburg: Bauernbund kritisiert “Wolfspropagandazentrum”

+++ Thüringen: Jäger kassieren 150.000 Euro an Prämien und Aufwandsentschädigung für Schwarzwildjagd +++ Getöteter Jäger Simon Paulus: Tatverdächtige wieder in Untersuchungshaft +++ Schweiz: Wölfe reißen 269 Nutztiere im Kanton Wallis +++ Niederösterreich beschließt Wolfsverordnung +++

Der Bauernbund Brandenburg kritisiert in einer Pressemitteilung das im Wildpark Schorfheide gestern eröffnete “Wolfspropagandazentrum” (JAWINA berichtete). Die Leiterin des mit rund einer Million Euro geförderten Wolfspropagandazentrums, Imke Heyter, sei nach eigenen Angaben „bekennender Wolfsfan“, so der Bauernbund. Heyter beschreibe die Aufgabe der Einrichtung darin, „die Akzeptanz des Wolfes zu erhöhen“ und angeblichen „Wolfshassern“ sachliche Information entgegenzusetzen. Der Bauernbund erklärt dazu, dass er keine zusätzlichen Informationen über den Wolf braucht. “In unmittelbarer Umgebung von meinem Biobetrieb wurden in diesem Jahr bereits zwei Kälber, acht Schafe und neunzehn Stück Gatterwild gerissen”, merkt der Geschäftsführer des Bauernbundes, Reinhard Jun, dazu an: “Die mir von der Wolfsberaterin des Landes empfohlenen Herdenschutzmaßnahmen sind weder finanzierbar noch funktionieren sie in der Praxis.”

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DJV kritisiert Schalldämpfer-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts

Der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisiert, dass mit dem gestrigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Genehmigung von Schalldämpfern für Jäger (JAWINA berichtete) der bestehende Flickenteppich bei der behördlichen Genehmigung von Schalldämpfern gefestigt wird. Zwar sollte zunächst die schriftliche Begründung abgewartet und analysiert werden, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Unabhängig davon setzt sich der DJV dafür ein, dass Schalldämpfer bundesweit für Jäger zugelassen werden. Der Gesetzgeber sollte die Rechtsunsicherheit beseitigen und klarstellen, dass der Einsatz von Schalldämpfern sinnvoll ist und jedem Jäger ermöglicht werden sollte, sagte Fischer weiter.

Die Aussage des Verwaltungsgerichts Berlin, dass es gleichwertige Alternativen zum Schalldämpfer gebe, musste das Bundesverwaltungsgericht aus formalen Gründen übernehmen. Der DJV sieht das anders – wie zuvor schon mehrere Verwaltungsgerichte: Ein Gehörschutz ist keine gleichwertige Alternative – er verändere das Richtungshören und ein Schalldämpfer vermindere zugleich den Rückstoß der Waffe.

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Birkwild: Ornithologen üben scharfe Kritik an Sachsenforst

Der Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) stellt sich gerne als ökologischen Muster- und Vorzeigebetrieb dar. Was von dergleichen Lippenbekenntnissen zu halten ist, offenbart nicht nur der Umgang mit dem Rotwild im Landesforst, sondern auch die an den Tag gelegte Gleichgültigkeit gegenüber dem Birkwild. In Deutschland steht das imposante Raufußhuhn auf der Roten Liste, Kategorie 1: Es ist vom Aussterben bedroht. Im Westerzgebirge ist der Bestand seit Ende der 90er Jahre von 200 auf nur noch 20 Tiere geschrumpft, wie die Freie Presse (FP) berichtet. Viele der Flächen, auf denen die letzten sächsischen Birkhähne leben, werden vom SBS bewirtschaftet: “Obwohl der Sachsenforst dazu verpflichtet ist, den Lebensraum der seltenen Vögel zu erhalten, geschieht das Gegenteil”, so die FP. Bei einer Anhörung im Umweltausschuss im sächsischen Landtag am 2.11. haben Ornithologen scharfe Kritik am Sachsenforst geübt und Sofortmaßnahmen gefordert.

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Hessen: LJV kritisiert zu Beginn der Jagdsaison Einschränkungen der Fuchsjagd

Im zweiten Jahr nach dem Inkrafttreten der neuen hessischen Jagdverordnung und der eingeführten Schonzeit für den Fuchs (vom 01.03.-14.08.) zeigt sich die Jägerschaft besorgt um das Niederwild, so der LJV Hessen in einer aktuellen Pressemitteilung. Denn während der Sommermonate darf der Fuchs nicht bejagt werden. Doch gerade in dieser Zeit ziehen viele bodenbrütenden Arten wie Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche aber auch Junghasen und Feldhamster ihren Nachwuchs groß. „Die hessischen Jägerinnen und Jäger können ihren gesetzlichen Hegeauftrag nicht mehr erfüllen, da uns durch die Jagdverordnung die Hände gebunden sind und wir den Jungfuchs erst ab dem 15. August bejagen dürfen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

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ASP: DJV kritisiert Regierungspläne

Die Änderung des Tiergesundheits- und Bundesjagdgesetzes (JAWINA berichtete) muss nach Auffassung des Deutschen Jagdverbands (DJV) präzisiert werden: Weitreichende Befugnisse der Behörden dürfen nur örtlich begrenzt im Seuchenfall gelten. Die Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest ist nur durch eine kooperative Zusammenarbeit mit Jägern möglich.

Die Bundesregierung hat vergangene Woche einen Gesetzentwurf zur Änderung des Tiergesundheits- und Bundesjagdgesetzes beschlossen. Damit sollen Behörden schneller reagieren können, um die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Ernstfall zu bekämpfen. Der DJV kritisiert, dass die sehr weitreichenden Befugnisse bereits vor einem möglichen Seuchenfall ausgeschöpft werden könnten. Dies wäre nach Ansicht des DJV unverhältnismäßig und damit rechtswidrig. Die Folge wären aufwändige Gerichtsverfahren. Vor allem aber wäre das Vertrauensverhältnis zwischen Behörden und Jägern empfindlich gestört. Eine kooperative Zusammenarbeit, die insbesondere im Seuchenfall dringend notwendig ist, wäre unmöglich. Der DJV fordert deshalb, dass die Änderungen des Tiergesundheits- und Bundesjagdgesetzes präzisiert werden: Die sehr weitgehenden Behördenbefugnisse dürfen nur für den Seuchenfall und ein eng eingegrenztes Gebiet gelten – dort sind sie wichtig. In einer Stellungnahme hat der Dachverband der Jäger bereits Mitte Mai auf die Gefahr hingewiesen, dass einzelne Veterinärbehörden den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit missachten könnten.

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Was Jagd ist und was nicht

Rezension Antje Joel: Jagd

In dem Buch von Antja Joel mit dem schlichten Titel “Jagd” geht es, wie ich in anderem Zusammenhang schon mal äußerte, eigentlich weniger um die Jagd als solche, sondern eher darum, was man in der Jagd sucht und nicht findet. Freiheit schon mal nicht: “Jagd in Deutschland ist nicht Freiheit. Es ist ein exklusives, streng limitiertes und reglementiertes “Vergnügen”. Stocksteif und starr wie Magda.” Magda ist die protofaschistische Ausbilderin in dem von Gruppenzwang und Konformitäts- und Zugehörigkeitsritualen geprägten Jungjägerkurs, den Joel seinerzeit besucht hat – eine Schilderung, die viele für authentisch halten dürften, da sie ähnliches erlebt haben. Seit sie vor ca. 20 Jahren die Jägerprüfung bestand, hat sie kein Stück Wild geschossen: “Ich bin kein Jäger. Ich war seit Ewigkeiten auf der Jagd. Hatte schon vor Jahren scheinbar jedes Interesse an ihr verloren. Meine Waffen verkauft. Vorbei. Ich dachte, das lag daran, dass die Jagd, so wie ich sie in braven deutschen Wäldern erlebt hatte, nicht meinen Vorstellungen von ihr entsprach. Nicht: lebhaft, natürlich, erfrischend. Sondern: behäbig, steril und altbacken. Ich dachte, es lag daran, dass ich mit den Jägern, wie ich sie in ernüchternder Überzahl kennengelernt hatte, nichts gemeinsam hatte.”

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