Schlagwort-Archive: Krimi

Leichen pflastern (s)einen Wald

Werner Schmitz – JAWINA-Lesern als Co-Autor des preisgekrönten Afrika-Buchs “Auf Safari” bekannt – hat seinen sechsten Krimi geschrieben. Der Autor ist also ein Routinier, und das merkt man auch, denn “Im Wald der toten Jäger” hat alles, was ein guter Krimi braucht: Eine erkleckliche Anzahl gewaltsam und vorzeitig ins Jenseits beförderter Opfer, ein ganzes Bündel potenzieller Täter mit plausiblem Motiv, eine Prise Sex in Gestalt einiger, in ihrer Unterschiedlichkeit durchaus attraktiver Frauengestalten, die im Leser die Frage provozieren, ob, und wenn ja welche der allein lebende Protagonist am Ende wohl abbekommen wird. Verraten wir natürlich nicht. Man ahnt bis kurz vor Schluss nicht, wer (oder welche) der Verdächtigen es denn jetzt war(en), während im Rückblick alles total plausibel, ja zwingend erscheint, weil man dieser Art von Leuten ja schon immer alles Schlechte zugetraut hat und zutrauen muss. Mental eher schwerfällige Polizisten ermitteln und können heilfroh sein, dass deutlich gewieftere Journalisten ihnen ermittlungstechnisch unter die Arme greifen. Alles so, wie es in einem ordentlichen Krimi sein soll.

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Ihm bleibt ein Vierteljahr zu leben…

Jawina-Autor Robert Saemann-Ischenko, Verfasser der beliebten Willi-Kolumne, hat einen spannenden Thriller geschrieben, in dem es auch um Jagd geht. Eine gute Idee für den jagdlichen Weihnachts-Gabentisch, finden wir…

Er erinnerte sich an den Moment, da ihm aufgefallen war, dass Jäger ganz offiziell nach Weißrußland einreisen durften; auch in diese Gegend, die der Wisentjäger Lukaschenko jeden Herbst besuchte. Und das samt vertrautem Gewehr und mit eigener Munition. Diese Erkenntnis hatte ihn elektrisiert; nach und nach hatte er in seinem Kopf lose Enden dazu verknüpft, bis schließlich sein Plan vollständig gewesen war. Er hatte ihn umgesetzt. Sich in einen Jäger verwandelt. Kein Gesetz gebrochen. Alles in seinem Kopf gelassen, keine Spuren hinterlassen. Niemand ahnte, dass es ihn gab und was er vorhatte.

Schön, dass alte Männer als harmlos galten. Wie hatte der Historiker Alexander Demandt in seinem Buch „Das Attentat in der Geschichte“ geschrieben? „Alte Männer begegnen uns unter den Attentätern nicht; Verwegenheit legt sich mit den Jahren.“
Dieser Theoretiker. Idealismus war keine Frage der Jahre, und die Verwegenheit wurde oft nur leiser. Einer wie er mußte nicht mal sein Leben aufs Spiel setzen, weil es sozusagen keines mehr in ihm gab.                        (Aus „So ich dir“)

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