Schlagwort-Archive: Kreistag

Brandenburg: Landkreis Potsdam-Mittelmark verzichtet auf Gebühr für Trichinenuntersuchung

Der Kreistag des Brandenburger Landkreises Potsdam-Mittelmark hat die Gebühren für die Trichinenuntersuchung von Schwarzwild auf null gesetzt. So soll ein weiterer Anreiz für die Bejagung von Schwarzwild geschaffen werden, um die Ausbreitungsgefahr bei einem etwaigen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verringern. Der mit dem erlegten Wildschwein eingereichte Wildursprungsschein soll demnach als Antrag auf Gebührenbefreiung gewertet werden. Die Maßnahme ist zunächst vom 01.04.2018 bis zum 31.12.2019 befristet. SE

Beitragsbild: Beschluss des Kreistags von Potsdam-Mittelmark über den Gebührenverzicht. (Screenshot).

ASP: Prof. Pfannenstiel fordert Biosicherheit statt Vernichtungskrieg

In einem Offenen Brief an den Linken-Kreistagsabgeordneten Thomas Singer kritisiert der Biologe Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel Forderungen nach der “Pille für die Sau” und schlägt wirksamere Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest vor. Im folgenden veröffentlichen wir den Offenen Brief im Wortlaut:

Pille für Wildschweine ?

Sehr geehrter Herr Singer,

alle Experten, auch die damit befassten Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts, sind sich über den Weg einig, den die Afrikanische Schweinepest (ASP) mit größter Wahrscheinlichkeit nach Deutschland nehmen wird. Der Mensch wird Vektor sein und nicht das Wildschwein. Allerdings wird die lokale Verbreitung der Seuche in Wildschweinbeständen durch hohe Individuendichten begünstigt. Insofern kommt dem Absenken von Wildschweinbeständen durchaus Bedeutung zu. Für Risiko und Wahrscheinlichkeit des Eintrags der Seuche nach Deutschland sind unsere Wildscheinbestände jedoch ohne Belang. Leider ist dieser Umstand in der Gesellschaft kaum bekannt. Auch Sie scheinen sich dieser Tatsache nicht bewusst zu sein.

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Niedersachsen: Unsägliche Jagdsteuer-Diskussion im Holzmindener Kreistag

Am Montag Abend diskutierte der Kreistag Holzminden über den von der FDP-Fraktion eingebrachten Antrag, die Jagdsteuer im Landkreis auf null abzusenken. Die FDP begründete diesen Vorstoß einem Bericht der meine-onlinezeitung zufolge mit den umfangreichen Leistungen, die die “Jägerschaft für Natur und Umwelt, sowie bei der Hege und Pflege des Wildbestands” erbringe. Dies solle anerkannt werden. Überdies würden die Jäger “wertvolle Dienste bei der Beteiligung des Fallwildes” leisten. Die Jagdsteuer sei zudem “nicht mehr zeitgemäß und lediglich eine Bagatellsteuer, bei der Aufwand und Nutzen in keinem vernünftigen Verhältnis stünden.”

Dem trat die LINKE Abgeordnete Sabine Golczyk mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen entgegen, denen zufolge “die ausübende Jagd” das Fallwildaufkommen “nur noch mehr provoziere”. Zum Verständnis: Bei dem von Jägern freiwillig und auf eigene Kosten entsorgten Fallwild handelt es sich zum größten Teil um Unfallwild, das auf der Straße totgefahren wird. Die Erfahrungen in diversen Landkreisen zeigen, dass diese freiwillige Leistung mehr wert ist, als die Jagdsteuer: Die Entsorgung durch beauftragte Unternehmen oder Mitarbeiter von Entsorgungsbetrieben und Straßenmeistereien kostet i.d.R. mehr, als die Jagdsteuer einbringt.

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