Schlagwort-Archive: Kosten

Niedersachsen: Wolfsentnahme wird etwas teurer

+++ Brandenburg: Hinterlauf gebrochen – Elch in Eberswalde geschossen +++ Österreich: Hund verendet in Conibear-Falle +++ Tödlicher Jagdunfall in der Schweiz: Täter und Opfer waren beste Freunde +++ Wölfe unter Verdacht: Schafe, Pferd, Kalb +++Schweiz: Jagdunfall – Jäger (79) schießt sich in die Hand +++ Südkorea: ASP-Ausbruch bei Hausschweinen +++

150.000 statt 83.000 Euro für externen Dienstleister

Die Kosten für die geplante, aber bislang erfolglose Entnahme des “Problemwolfs” GW717m laufen aus dem Ruder. Das ergibt sich aus der Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Stand bisher ein Betrag in Höhe von rund 83.000 Euro als Kosten für den externen Dienstleister im Raum, der das Land Niedersachsen “bei der “Individualisierung und dem Entnahme-Verfahren unterstützt”, so ist in der Antwort der Landesregierung von 150.000 Euro die Rede. Ohne die Präventionsmaßnahmen für den Herdenschutz einzurechnen, fallen für das Wolfsmanagement Kosten in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro an (siehe Beitragsbild). Diese werden unter anderem für Besenderungsversuche, eine “Eingreiftruppe Herdenschutzhunde”, DNA-Analysen oder Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. Die Kosten für die Entnahme eines Wolfs überstiegen die Kosten für”alle Schäden durch Wölfe im ganzen Land”, bemerkte der Grünen-Politiker Christian Meyer süffisant gegenüber dem NDR. SE

Beitragsbild: Aus der Antwort der Niedersächsischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen (Screenshot, Ausschnitt).

Die Red. dankt JAWINA-Leser GM für den Hinweis!

 

Schweiz: Kein Interesse an Jagdtouristen – 15.000 Franken für Jagdpatent

+++ Norwegen: Hunde sterben an rätselhafter Krankheit +++

760 Franken zahlen einheimische Jäger für ein Jagdpatent im Schweizer Kanton Graubünden. Wer als Ausländer in dem Kanton weidwerken wollte, müsste das Zwanzigfache, genauer 14.629 Franken (13.428 Euro) berappen. Dafür dürfte man immerhin 21 Tage an der Hochjagd im Kanton mitwirken. Die Preisgestaltung dient ausdrücklich dazu, Nicht-Einheimische Jäger abzuschrecken: “Wir sind nicht an Jagdtouristen interessiert, die nur zu uns kommen, um Tiere abzuschiessen”, erklärt der Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint gegenüber dem Schweizer Fernsehsender SRF: Jagen heiße nicht nur Tiere schießen, jagen heiße auch hegen und pflegen – und dies das ganze Jahr hindurch, begründet Arquint.

David Clavadetscher, Geschäftsführer des Jagdverbands JagdSchweiz findet den Preis in Ordnung: “Wir brauchen keinen Jagdtourismus in der Schweiz”, sagt der Jagdfunktionär im SRF. In Graubünden gebe es genug einheimische Jäger, und wer in Österreich einen Hirsch schießen wolle, müsse schließlich auch 10.000 Franken bezahlen. Sogar der Einsatz ausländischer Jagdhunde kostet für Nicht-Einheimische das Dreifache.

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Deutschland: 14 Millionen Euro für Wölfe in 2019

Für die nach offiziellen Schätzungen etwa 800 Wölfe in Deutschland planen Bund und Länder für 2019 Kosten in Höhe von mehr als 14 Millionen Euro ein. Das haben Recherchen des Magazins Spiegel ergeben. Das Geld wird für die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen, Entschädigungen nach Wolfsrissen und für wissenschaftliche Betreuung und Datensammlung wie Monitoring oder DNA-Analysen verwendet. Spitzenreiter bei den Wolfskosten ist dem Spiegel zufolge Sachsen mit 3,5 Millionen Euro, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 3,1 und Niedersachsen mit 2,8 Millionen Euro. red.

Beitragsbild: Geld (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: Erfolglose Wolfsjagd kostet bislang knapp 84.000 Euro

Die seit Januar andauernden Bemühungen, den Leitwolf des Rodewalder Rudels GW717m zu entnehmen, kosten den Steuerzahler bislang 83.939,38 Euro. Das geht aus der Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. Der mit der Wolfsentnahme betraute Dienstleister stellte demnach für seine Dienste bislang (Stichtag 25.07.) 48.201,64 Euro in Rechnung, für “anteilige Personalkosten” der Landesverwaltung kommen noch einmal 31.628,76 Euro hinzu. Kleinere Posten in der Gesamtrechnung sind der Einsatz von Ordnungskräften (2.978,48 Euro) und Kosten für GPS-Satellitenhalsbänder in Höhe von 1.130,50 Euro. red.

Beitragsbild: Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen zu den Kosten für die versuchte Wolfsentnahme. (Screenshot, Ausschnitt)

Jagdunfall Nittenau: Anklage und Verteidigung verzichten auf Rechtsmittel – Strafe ist rechtskräftig

+++ Rheinland-Pfalz: Rätsel um tote Rehe bei Sülm +++

Auf den Verurteilten kommen weitere massive finanzielle Forderungen zu

Im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Nittenau, bei dem der Beifahrer eines PKW auf der Bundesstraße 16 von einem verirrten Geschoss aus der Büchse eines Jägers getroffen wurde (JAWINA berichtete), verzichten Anklage und Verteidigung auf Rechtsmittel. Damit wird das Urteil rechtskräftig. Der Unglücksschütze ist wegen fahrlässiger Tötung zu einer auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe von 12 Monaten verurteilt worden. Außerdem muss er als Bewährungsauflage jeweils 10.000 Euro an den Vater und die Mutter des Verstorbenen sowie an die gemeinnützige Einrichtung Hospizverein Schwandorf bezahlen. Mit diesen insgesamt 30.000 Euro dürfte die Sache für den Verurteilten jedoch nicht ausgestanden sein.

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Österreich: Landwirtschaftskammer fordert, WWF soll Herdenschutz finanzieren

“Wenn Naturschutzorganisationen wie der WWF Spenden für Wölfe einheben – warum wird dieses Geld nicht verwendet, um Herdenschutzmaßnahmen zu finanzieren?”, fragt Daniel Heindl, bei der Landwirtschaftskammer Niederösterreich für die Wolfsproblematik zuständig, im ORF. Es sollten diejenigen in die Pflicht genommen werden, die “vom Geschäftsmodell Wolf” leben, so Heindl weiter. Bisher müssten die Bauern die Finanzierung der Wolfsschutzzäune alleine stemmen, da in Niederösterreich keine Zuschüsse für Herdenschutzmaßnahmen gezahlt würden – doch auch wenn, wie in Deutschland, Zuschüsse gezahlt werden, ist die Frage berechtigt, warum die Wolfsprofiteure den Steuerzahler nicht bei den Kosten für den Herdenschutz entlasten sollen. Denn der wird immer aufwändiger und damit teurer, wie sich in Brandenburg und Sachsen gut verfolgen lässt: Die Wölfe lernen immer besser, die Zäune zu überwinden, so dass der Herdenschutz zu einem “permanenten Wettrüsten mit der intelligenten Tierart Wolf” ausarte, stellt Heindl fest.

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Sachsen: 765.000 Euro für den Wolf in 2017

+++ Österreich: “Wolf wird Millionen kosten” +++ Mecklenburg-Vorpommern: Jäger schießt 630-Gramm-Monsterbock +++ USA: Bundesstaat Wyoming erlaubt erstmals nach 44 Jahren Jagd auf Grizzlys +++

Knapp 765.000 Euro hat das Land Sachsen im Jahr 2017 für Entschädigungen und Forschung im Zusammenhang mit dem Wolf sowie die Tätigkeit des Kontaktbüros “Wölfe in Sachsen” ausgegeben. Das geht aus der Antwort des sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums (SMUL) auf eine Kleine Anfrage (Drs.-Nr.: 6/13130) des CDU-Abgeordneten Andreas Heinz hervor. Knapp 258.000 Euro wurden für Präventionsmaßnahmen, also den Schutz von Weidetieren vor Wolfsrissen ausgegeben, 254.000 Euro kosteten wissenschaftliche Begleitung und Wolfsmanagement. Allein an die umstrittene Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung mit Sitz Frankfurt/Main, die die DNA-Analysen bei Wolfsrissen durchführt, überwies der Freistaat Sachsen “2014 144,8 TEuro, 2015: 118,4TEuro, 2016 123,6 TEuro und 2017: 160,2 TEuro.”

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Sachsen: Freistaat übernimmt Kosten für Trichinenuntersuchungen

Um Präventionsmaßnahmen gegen ein Ausbrechen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu stärken, hat Staatsministerin Barbara Klepsch entschieden, dass das für die Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerium vorläufig die Kosten für die Trichinenschau bei Wildschweinen übernimmt. Die Staatsministerin erklärte: »Die sächsischen Jäger leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der hohen Wildschweinbestände, dies verringert das Risiko einer Ausbreitung der Tierseuche Afrikanische Schweinepest (ASP). Deshalb sollen sie durch eine Erstattung der Trichinengebühr entlastet werden.«

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Brandenburg: Wolfsschutz geht ins Geld

Am 27. Februar 2017 trat die  Richtlinie zur Förderung  von  Präventionsmaßnahmen  zum  Schutz  vor  Schäden  durch  geschützte Tierarten  (Wolf/Biber)  in  Kraft.  Die Richtlinie hat das Ziel, mögliche  Schäden  durch  Wolf  und  Biber zu vermeiden. Deshalb können Schutzmaßnahmen wie wolfssichere Zäune, die Anschaffung von Herdenschutzhunden oder auch Biberschutzmaßnahmen an Teichwirtschaften gefördert werden. Bis zum 28. April gingen 19 Anträge ein, sechs davon sind bisher bearbeitet und allesamt positiv beschieden worden. Die Fördersumme für die sechs genehmigten Anträge beträgt 54.893,62 Euro. Das ergibt sich aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski. Sollten für die noch ausstehenden Anträge ähnlich hohe Fördersummen bewilligt werden, wären die Mittel für die Prävention von Wolfsangriffen in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr bereits erschöpft. Für die Prävention von Biberschäden stehen 150.000 Euro zur Verfügung, bisher sind jedoch keine Anträge von Teichwirten eingegangen.

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Urteil: Autofahrer müssen nicht für Bergung und Entsorgung von Unfallwild zahlen

Verwaltungsgericht Hannover hebt Leistungsbescheide der Straßenbaubehörde auf

Die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts Hannover hat mit mehreren Urteilen verschiedene Leistungsbescheide der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) aufgehoben, mit denen Fahrzeugführer zur Kostenerstattung für die Bergung und Entsorgung von verendeten Wildtieren herangezogen wurden, die nach einer Kollision mit dem Fahrzeug der jeweiligen Kläger im Seitenraum von Bundes- und Landesstraßen liegen geblieben waren. Die Behörde sah die zuvor herrenlosen und nunmehr verendeten Tierkörper als Verunreinigung der Straße an, die der jeweilige Fahrzeugführer unverzüglich zu beseitigen hatte. Da er dies unterlassen habe, müsse er die Kosten der Bergung und Entsorgung des Unfallwildes tragen. das Gericht entschied:

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1,05 Millionen Euro für Herdenschutz

1,05 Millionen Euro haben die Bundesländer im Jahr 2015 für Herdenschutzmaßnahmen ausgegeben, also für Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren vor dem Wolf. Förderfähig sind beispielsweise wolfssichere Einzäunungen von Weiden oder die Anschaffung von Herdenschutzhunden. Ausgleichszahlungen für die 715 offiziell gemeldeten und anerkannten Nutztierrisse schlugen mit weiteren 107.783 Euro (was ziemlich genau 150 Euro pro Riss entspricht) zu Buche, wie topagrar.com unter Berufung auf einen Artikel in der taz am Wochenende berichtet. Die Zahlen hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) der taz übermittelt. SE

Beitragsbild: Gerissene Ziege (Symbolbild). Foto: SE

Schweiz: Jagd auf Schadwolf kostet 44.000 Franken

Die Jagd auf einen (!) Schadwolf im Schweizer Kanton Uri schlägt für den Steuerzahler mit ca. 44.000 Franken (ca. 40.500 Euro) zu Buche. Das berichtet Internetportal bz basel. Für die zweiwöchige Jagd auf den Wolf, der nach erteilter Abschussgenehmigung schließlich erlegt wurde, waren dem Bericht zufolge zwei hauptberufliche Wildhüter sowie sieben weitere Wildhüter und Jagdaufseher im Einsatz, deren Einsätze teilweise als Überstunden kompensiert wurden. Der Wert der aufgewendeten Arbeitsstunden beträgt ca. 25.000 Franken. Die Jäger stellten für ihre Bemühungen weitere 8500 Franken in Rechnung,  mehr als 10.000 Franken wurden für Helikopterflüge, Fahrten, Übernachtungen in einer Hütte und Mahlzeiten aufgewendet. Wieviel der Aufenthalt des Schadwolfs den Kanton insgesamt gekostet hat, ist laut bz basel unklar, man gehe aber davon aus, dass Aufwendungen für Herdenschutz und Schadensersatz für gerissene Tiere die Kosten für die Jagd überstiegen. SE

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