Schlagwort-Archive: Kormoran

“Lachs-Wiederansiedlung ist systematische Kormoranfütterung”

Viele Artenschutzprojekte sind zum Scheitern verurteilt, weil die eher unpopuläre Prädatorenkontrolle vernachlässigt wird. Ein schönes Beispiel dafür bringt die FAZ: Unter dem schon fast beschönigenden Titel “Kaum einer kehrt zurück” berichtet Oliver Bock über den Versuch, Lachse in der Wisper, einem Nebenfluss des Rheins, wieder anzusiedeln. 420.000 Lachse wurden seit 1999 in verschiedenen Entwicklungsstadien ausgesetzt, weniger als drei Dutzend kehrten zum Laichen zurück. Mit dieser doch sehr kümmerlichen Rate gilt das Wisper-Projekt als hessenweit erfolgreichstes, wie Bock schreibt. Bei den anderen Projekten konnte eine erfolgreiche Vermehrung der Lachse nicht einmal dokumentiert werden. Neben illegalem Fang und Verluste durch Wasserkraftturbinen ist es vor allem der Kormoran, der den Lachsen zusetzt. Die Kormoranpopulation hat sich in den letzten 20 Jahren verzigfacht, die FAZ zitiert Zahlen der Bundesregierung, nach denen der Bestand allein von 2010 bis 2016 von 5300 auf knapp 49.000 Stück angewachsen ist. “Vor allem zu viele Kormorane sind offenbar der Lachse Tod”, resümiert Bock, stellte aber zugleich fest, dass ein “Populationsmanagement von Kormorankolonien, das in der Praxis auf begrenzte Jagd hinauslaufen würde”, politisch kaum durchsetzbar erscheint. So laufe der Versuch der Lachs-Wiederansiedlung “auf systematische Kormoran-Fütterung” hinaus.

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Bodensee: Kormorane entnehmen fünfmal mehr Fische als die Angler

Bodensee-Obersee: 2017 zweitniedrigstes Fangergebnis seit 1936

Am 20. Juni tagte die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF)  unter dem Vorsitz Österreichs in Viktorsberg, Vorarlberg. Schwerpunktthemen waren die geringen Fangerträge aufgrund des niedrigen Nährstoffgehaltes im See, des hohen Fraßdruckes der Kormorane und des Einflusses der Stichlinge sowie die Umsetzung der Patentreduktion und die Anpassung einiger Befischungsregeln. Der Gesamtertrag der verbliebenen 100 Berufsfischer am Bodensee-Obersee erreichte im Jahr 2017 rund 298 Tonnen (6,3 kg/ha). Dieser Wert liegt 47 Prozent unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre (562,8 t) und ist das zweitniedrigste Ergebnis seit 1936. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

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Südtirol: Land will alle Rechtsmittel gegen Murmeltier-Urteil einsetzen

Die Landesregierung von Südtirol hat ihre Rechtsabteilung beauftragt zu prüfen, welche Rechtsmittel im Zusammenhang mit der Verurteilung zielführend einzusetzen sind. Als unverständlich und nicht nachvollziehbar und als Angriff auf Südtirols Autonomie hat die Landesregierung den jüngsten Schiedsspruch der Zentralsektion des italienischen Rechnungshofes in Rom bezeichnet, der seit gestern vorliegt. Das fünfköpfige Gericht hat Altlandeshauptmann Luis Durnwalder und den ehemalige Direktor im Landesamt für Jagd und Fischerei, Heinrich Erhard, im Verfahren um Verfügungen zum Abschuss von Murmeltieren, Kormoranen und anderen Tieren zu hohen Geldstrafen verurteilt (JAWINA berichtete).

“Wir sind uns einig darüber, dass diese Verurteilung unangemessen ist und deutlich macht, dass Südtirol die primäre Zuständigkeit für den Bereich Natur- und Umweltschutz dringend braucht”, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher im Anschluss an die Regierungssitzung. Der Rechtsabteilung sei heute beauftragt worden, alle Rechtsmittel zu prüfen, mit denen Südtirols Autonomie zielführend verteidigt werden kann. “Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen”, erklärte Landeshauptmann Kompatscher.

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Südtirol: Millionenstrafe für Abschussverfügungen von Murmeltier und Kormoran

FACE: “Scharfer Angriff auch auf andere nachhaltige Jagdsysteme in Europa”

Am Montag sind vom Rechnungshof in Rom der ehemalige Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder und der ehemalige Amtsdirektor des Amtes Jagd und Fischerei, Heinrich Erhard, zu insgesamt 1,14 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt worden, weil sie Abschussverfügungen für Kormorane, Murmeltiere und andere Tiere angeordnet hatten. Durch den Abschuss der geschützten Tierarten sei Italien Schaden entstanden, hatte der Rechnungshof argumentiert. Daher sollen Durnwalder und Erhard je 568.125 Euro Schadensersatz leisten. Das Urteil sei “total überzogen, unverständlich und absolut weltfremd”, erklärte der Südtiroler Bauernbund gegenüber stol.it: “Durch den Abschuss ist kein Schaden entstanden, es wurden Schäden verhindert,” sagte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler auf stol.it: “Immer wieder gibt es in der Berg- und Almwirtschaft Probleme, besonders mit den Murmeltieren. Wenn sie sich unkontrolliert vermehren und ausbreiten, ist an eine Bewirtschaftung der Bergwiesen nicht mehr zu denken.”

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Sachsen-Anhalt: Kormoranverordnung des Landes ist rechtmäßig

Schlappe für den Nabu: Der 2. Senat des Oberverwaltungsgerichts des Landes Sachsen-Anhalt hat mit Urteil vom 22. November 2017 im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens die Rechtmäßigkeit der am 1. Januar 2015 in Kraft getretenen Kormoranverordnung des Landes Sachsen-Anhalt vom 15. September 2014 bestätigt. Geklagt hatte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist als europäische Vogelart nach der EG-Vogelschutzrichtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Es ist grundsätzlich verboten, Kormorane zu töten. Mit der Kormoranverordnung des Landes Sachsen-Anhalt wird hiervon eine Ausnahme zugelassen. Mit ihr wird die Tötung von Kormoranen durch Abschuss unter bestimmten örtlichen und zeitlichen Beschränkungen gestattet. Hierdurch sollen die Kormorane bei drohenden Schäden von schutzwürdigen Gewässern vergrämt werden. Zusätzlich ist die Verhinderung der Entstehung neuer Brutkolonien möglich.

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Backhaus fordert “klare Bewirtschaftungsmöglichkeiten” für Kormoran

Der Landwirtschafts- und Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD), fordert die Bundesregierung auf, „klare Bewirtschaftungsmöglichkeiten“  für die Kormoranpopulation aufzuzeigen.  “Der gute Erhaltungszustand ist meiner Meinung nach längst erreicht. Das belegen die wissenschaftlich fundierten Bestandserhebungen“, sagte der Minister im Landtag. Eine  Bewirtschaftung des Kormoranbestandes könne aber nur durchgesetzt werden, „wenn sich die Bundesregierung endlich erfolgreich bei der EU-Kommission für die Zuordnung des Kormorans zu Anhang II der Vogelschutzrichtlinie einsetzt“.

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Mecklenburg-Vorpommern: Kormoranbestand steigt weiter an

Schon 15.473 Brutpaare in MV

Im Jahr 2016 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 15.473 Brutpaare des Kormorans in insgesamt 19 Kolonien gezählt. Der Brutbestand ist somit gegenüber dem Vorjahr um etwa 8,5 % angewachsen und lag damit etwas über dem bisherigen Maximum des Jahres 2008. „Die Veränderungen betrafen Küste und Binnenland gleichermaßen. Die Zunahme ist im Zusammenhang mit den vorangegangenen milden Wintern, der einer der mildesten seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen war, zu sehen“, erklärt Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt. „Wir befinden uns hier in einem schwierigen Spannungsfeld. Schließlich ist der Kormoran besonders geschützt. Gleichwohl beklagen die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern alljährlich Verluste durch den Kormoran“, sagte er weiter.

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Hessen: Nabu-Vertreter für “starke Bekämpfung” von Waschbären

Der Vorsitzende des Nabu Waldeck-Frankenberg, Heinz-Günther Schneider, hat sich für eine “starke Bekämpfung” von Waschbären ausgesprochen. Die Tiere seien “ein riesiges Problem” und hätten sich stark vermehrt, sagte Schneider in der Waldeckischen Landeszeitung. Im Hessischen Landtag wird derzeit über eine Aufhebung der Schonzeit für Waschbären diskutiert (JAWINA berichtete). Die Schonzeit für die Waschbären müsse man jedoch akzeptieren, meint Schneider. Eine intensivere Bejagung des Kormorans lehnte der Nabu-Vertreter ab.

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Hessen: Streit um Bejagung von Waschbär und Kormoran im Landtag

In der gestrigen Plenarsitzung des Hessischen Landtags haben die Regierungskoalition aus CDU und Grünen und die Opposition heftig um die Bejagung von Waschbär und Kormoran gestritten. Einige SPD-Abgeordnete hatten einen Antrag eingebracht, in dem gefordert wird, die Bejagung des Waschbären in Hessen “ohne Einschränkungen” zuzulassen. Die Schonzeit vom 1. März bis 31. Juli solle aufgehoben werden. Die FDP unterstützte den Antrag der SPD. Der jagdpolitische Sprecher der hessischen FDP-Fraktion, Jürgen Lenders, erklärte, man wolle eine Regelung, die es unter Wahrung des Schutzes der Elterntiere erlaube, Waschbären ganzjährig zu bejagen. Ministerpräsident Bouffier habe beim Landesjägertag erklärt, dass er die Auffassung der Jäger teile, dass Waschbären gejagt werden sollten, wenn sie zur Bedrohung anderer Tierarten werden. Leider habe sich die CDU nun dem Druck der Grünen gebeugt und der Ministerpräsident sein Wort gebrochen, da die Koalition einen Antrag vorgelegt habe, der an den unsinnigen Regelungen der Jagdverordnung festhalte.

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Österreich: Vorarlberg für intensivere Kormoran-Bejagung in Baden-Württemberg

Im österreichischen Bundesland Vorarlberg befürworten Biologen den Vorstoß des baden-württembergischen Ministers für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk (CDU), den Kormoran auch in Naturschutzgebieten und EU-Schutzgebieten intensiver zu bejagen JAWINA berichtete). Das berichtet der ORF. Die massive Population des Kormorans am Bodensee und anderen Gewässern bedrohe die Fischebestände, heißt es beim ORF. Vorarlberg grenzt an das südliche Ufer des Bodensees an. Der Fischerei-Biologe Nikolaus Schotzko sagte gegenüber dem ORF, das heimische – also österreichische – Konzept werde von deutschen Kollegen als beispielhaft angesehen. In Vorarlberg werde darauf geachtet, dass sich maximal 30 bis 60 Kormoranpaare im Land ansiedeln und es nicht als 350 Kormorane im Einzugsgebiet gebe. Deshalb werden 100 bis 200 Abschüsse jährlich genehmigt.

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Harmloser Vogel? Von wegen!

Wissenschaft widerlegt Behauptungen des NABU Niedersachsen zum Kormoran.

Aktuelle Forschungsergebnisse aus mehreren Ländern Europas belegen, dass Kormorane Fischbestände in Seen, Flüssen massiv dezimieren können. Von bestimmten Alters- und Größenklassen bis hin zur lokalen fast vollständigen Vernichtung bedrohter Arten – in Niedersachsen insbesondere der Äsche (Fisch des Jahres 2011). Auf Berufung führender Kormoranforscher und nach Auswertung aktueller Studien widerlegt der Anglerverband Niedersachsen (AVN) in seinem “Faktencheck Kormoran” Aussagen des NABU, die den Einfluss des Kormorans auf die heimischen Fischbestände verharmlosen.

Kernthese des NABU Niedersachsen falsch!

NABU: “Schäden an natürlichen Fischpopulationen durch Kormorane sind nicht belegt.”
“Aktuelle Gefährdungslagen von Fischarten, welche vom Kormoran verursacht werden, sind nicht bekannt.” Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre an verschiedenen Fischarten und Gewässern belegen eindeutig das Gegenteil: Kormorane können lokale Fischpopulationen in Seen und Flüssen dezimieren, bis hin zum fast vollständigen Verschwinden einer Art in ihrem angestammten Gewässer. Erhebliche Bestandsrückgänge und Bestandsverluste von 75% und darüber wurden ermittelt für Äsche, Bachforelle, Meerforelle, Lachs, Zander, Hecht, Barsch u.a.

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Niedersachsen: Landtag stimmt Verlängerung der Kormoran-VO zu

Auf Antrag von CDU und FDP hat der Landtag in seiner gestrigen Sitzung der Verlängerung der Kormoran-Verordnung zugestimmt. Damit können unter bestimmten Voraussetzungen in Niedersachsen auch weiterhin Kormorane vergrämt oder getötet werden, um Schäden von Fischerei und Tierwelt abzuwenden. Dazu erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens: „Heute ist ein guter Tag für die niedersächsischen Fischer, Angler, Teichwirte und Fischzüchter. Die bewährte niedersächsische Kormoranverordnung wird für drei Jahre fortgeführt, die Fraßschäden durch den Kormoran somit reduziert.“

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Mecklenburg-Vorpommern: Kormoranbericht 2015 vorgelegt

Backhaus: “Fischerwirtschaftliche Belastungsgrenze erreicht”

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern hat heute den 7. Kormoranbericht veröffentlicht. Er enthält aktuelle Informationen zur Entwicklung des Kormoranbestandes in Mecklenburg-Vorpommern, zu allgemeinen Trends in Deutschland und im Ostseeraum, zu Aktivitäten zur Abwehr von Kormoranschäden sowie zu wissenschaftlichen Untersuchungen.

In 2015 wurden in Mecklenburg-Vorpommern über 14.000 Kormoranbrutpaare in insgesamt 17 Brutkolonien gezählt. Der Brutbestand ist damit gegenüber dem Vorjahr um etwa 15 % gewachsen und erreichte in etwa das hohe Niveau aus 2008. Die Veränderungen betrafen vor allem die Küstenkolonien; der Brutbestand im Binnenland unterliegt seit Mitte der 90ziger Jahre hingegen geringen Schwankungen. Die Winterhärte ist ein wesentlicher Regulationsfaktor für den Kormoran. Strenge Winter wie in den Jahren 2009/10 und 2010/11 führen zu Bestandseinbrüchen, während nach milden Wintern – wie 2015 – hohe Brutbestände zu erwarten sind.

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Auf Kormoran in Brandenburg

Wie eine Untere Naturschutzbehörde (UNB) in Brandenburg versucht, durch eigenwillige Interpretation von Gesetzen die zulässige Kormoranbejagung zu verhindern.

Es beginnt mit der Anfrage eines Jägers mit der Bitte um Klärung einer Verständnisfrage an die UNB im Landkreis Dahme-Spreewald (Namen geändert):

Sehr geehrter Herr Naturfreund,
für unter § 4.1 der aktuellen Kormoranverordnung genannten Flächen (Gewässer) ist zur Bejagung des Kormorans eine Genehmigung durch die Naturschutzbehörde notwendig.
Dies bedeutet auf den Gewässern in Brandenburg, die nicht unter § 4.1 der aktuellen Kormoranverordnung fallen, ist keine Genehmigung durch die Naturschutzbehörde einzuholen, da die Kormoranverordnung selbst die Genehmigung zur Kormoranbejagung darstellt. Letzteres dann unter Beachtung § 4.3 der aktuellen Kormoranverordnung.
Mit anderen Worten, auf Gewässern die nicht unter § 4.1 der aktuellen Kormoranverordnung fallen, ist eine Genehmigung der Naturschutzbehörde zur Kormoranbejagung nicht notwendig.
Ist das von mir korrekt wiedergegeben?

Danke und mit freundlichem Gruß

Frank Jaeger

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Mecklenburg-Vorpommern: Kormoranbestand gegenüber Vorjahr um 30% gestiegen

Im Mecklenburg-Vorpommern ist der 6. Kormoranbericht erschienen, herausgegeben vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG). Der Bericht enthält unter anderem aktuelle Informationen zur Entwicklung des Kormoranbestandes in Mecklenburg-Vorpommern, zu allgemeinen Trends in Deutschland und im Ostseeraum sowie zu Aktivitäten zur Abwehr von Kormoranschäden. Im Jahr 2014 brüteten in Mecklenburg-Vorpommern dem Bericht zufolge 12.338 Kormoranpaare in insgesamt 17 Brutkolonien. Der Brutbestand ist damit im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um ca. 30 % gewachsen und erreichte in etwa das Niveau aus den Jahren 2006 und 2007, liegt aber dennoch deutlich unter den Höchstwerten von 2008 (14.375 BP) und 2009 (13.360 BP). Die derzeitigen Veränderungen betrafen vor allem die Küstenkolonien; der Brutbestand im Binnenland unterliegt seit Mitte der 1990er Jahre hingegen nur geringen Schwankungen.

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