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Palmarum

Der Merkvers für den Palmsonntag, Palmarum tralarum, ist eher nichtssagend. Fast hat man den Eindruck, den Urhebern ist nicht viel zum Thema Schnepfenstrich eingefallen. Palmarum bzw. Palmsonntag wird der 6. Sonntag der Passionszeit genannt. Früher begann die Messe mit Psalm 21: Domine, ne longe facias auxilium tuum a me, ad defensionem meam aspice, libera me de ore leonis, et a cornibus unicornium humilitatem meam. Die Übersetzung ist: Herr, mit Deiner Hilfe sei mir nicht fern! Schau her und beschütze mich! Befreie mich aus dem Rachen des Löwen, vor dem Horn des Einhorns rette mich Armen!

Das ist übrigens ganz nebenbei wieder ein schöner Hinweis darauf, wie wörtlich man die Bibel nehmen bzw. eher nicht nehmen sollte. Mit Einhorn wird ja vermutlich nicht der Narwal (Monodon monoceros) gemeint sein.

Auch um den Palmsonntag herum ist mit gutem Strich zu rechnen, vorausgesetzt das Wetter passt. Bei starkem Wind oder Sturm bleibt man besser zu Hause. Nach meiner Erinnerung war der Strich immer dann besonders ausgeprägt, wenn es nach einem sonnigen Frühlingstag gegen Abend deutlich kühler wurde und leichter Dunst wie ein Zauberschleier über dem Land lag. Wenn dann die letzte Drossel verschwieg, stieg die Spannung fast ins Unerträgliche, und oft genug ging man eilig in Voranschlag weil man meinte, den Vogel mit dem langen Gesicht schaukelnd vorbeistreichen zu sehen.

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