Schlagwort-Archive: KBGS

Nichts dazugelernt

 

Hurra, wir verblöden: Unbeeindruckt von Expertenwissen und gesundem Menschenverstand führt der Klub Bayerischer Gebirgsschweißhund (KBGS) seine traditionelle, auf “genetische Vereinheitlichung” der Rasse setzende Zuchtstrategie fort.

Auf der Jahreshauptversammlung des KBGS in Suhl am 29.4.2017 ließ sich der Klub von dem renommierten Humangenetiker und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des VDH, Prof. Dr. Jörp Epplen beraten. Der Vereinsvorsitzende und vor allem auch der Zuchtwart seien “durch den Vortragsinhalt und die Aussagen etwas durcheinander geschüttelt” worden, berichtete Epplen im Interview mit JAWINA, in dem der Genetikexperte sich mit deutlicher Kritik nicht zurückhielt: Von “verbrecherischen Zuchtstrategien” war sogar die Rede. Schon damals argwöhnten Insider, dass sich die Vereinsoberen von Fachwissen und Sachkenntnis nicht irritieren lassen würden: “Lass den mal reden, wir wissen schon, wie es richtig ist: So, wie wir es immer gemacht haben”, sei die Devise. Die aktuelle Verpaarungsliste des KBGS liefert einen geradezu erschütternden Beleg für diese These.

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Jagdhundezucht: Weg ins Verderben ?

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jörg T. Epplen, Humangenetiker an der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des VDH, über verbrecherische Zuchtstrategien, die Gefahren der Inzucht,  den Einfluss von Genen, Umwelt und Erziehung auf die Leistung von Hunden und “die hohe Kunst des Züchtens”.

JAWINA: Wenn ich als Züchter oder Zuchtverband einer kleinen Spezialhunderasse diese Rasse durch züchterische Methoden und Entscheidungen möglichst stark schädigen wollte – wie müsste ich da vorgehen?

Prof. Dr. Epplen: Puh. Mit Geschwistern züchten und möglichst nur mit einem Geschwisterpaar. Oder Sie könnten es natürlich auch teuer machen und sagen, ich kloniere bzw. kopiere den Hund, der den Prototyp der Rasse darstellt für jeweils 56.000 Dollar. So ist es durchaus möglich, die Rasse zu Grunde zu richten.

JAWINA: Ähnelt das letztere nicht auf fatale Weise der Zuchtstrategie in manchen Vereinen, wo hochprämierte Rüden besonders häufig zum Zuchteinsatz kommen?

Prof. Dr. Epplen: Ja.

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Bewertung der Diskussion um das Nachsuchewesen aus der Sicht eines BGS-Führers

Ein Gastbeitrag von Reinhard Scherr, 1. Vorsitzender des Klubs für Bayerische Gebirgsschweißhunde 1912 e.V. (KBGS)

In den letzten Wochen und Monaten wurde sehr ausführlich über das Nachsuchewesen in der Jagdpresse berichtet. Ausgelöst wurde die Berichterstattung durch die Gründung des
“Deutschen Schweißhundeverbandes”. Alle Artikel und Lesermeinungen habe ich zusammengetragen und versucht objektiv auszuwerten, um evtl. herauszufinden, wo für die traditionellen Vereine Handlungsbedarf besteht und wo man antiquierte Vereinsvorstellungen über Bord werfen kann. Aber auch um zu erkennen, an welchen Gepflogenheiten man im Sinne einer gerechten Nachsuche und zum Wohle der Jagd und des Tierschutzes unbedingt festhalten muss.

Die Schweißhunde sind ohne Zweifel angenehme, gut zu haltende Familienhunde, die bei entsprechender Führung einen hohen Grad an Spezialisierung erlangen können. Die Nachfrage stieg durch die Veränderung der jagdlichen Bedingungen, Rückgang des Niederwildes und permanenter Anstieg der Schalenwildstrecken, sprunghaft an.

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CMKCHB-Skandal: Warum die Deutschen gehen mussten

Jawina berichtete über den Rauswurf deutscher Mitglieder aus dem tschechischen Schweißhundeverband CMKCHB. Schon damals hieß es, dass der Rauswurf “auf Druck der deutschen Zuchtverbände Klub Bayerischer Gebirgsschweißhund (KBGS) und Verein Hirschmann (VH)” erfolgt sei. Infolge der Berichterstattung sind Insider an die Redaktion herangetreten, die uns weitere Informationen und Dokumente zugespielt haben, so dass wir jetzt präziser angeben können, wie die Tschechen zu dem heftig umstrittenen Schritt gebracht wurden:

Demnach wollte ein tschechischer Züchter seine tschechische HS-Hündin von dem HS-Rüden Ayk vom Gamsfleck decken lassen. Die Verpaarung wurde vom Zuchtleiter des VH zunächst genehmigt. Im März 2015 nahmen ein tschechischer Züchter und der Besitzer des Rüden Kontakt miteinander auf, Hundebesitzer und Hunde lernten sich kennen.

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Kommentar: “Sogenannte Spielregeln”

Der Jawina-Bericht über den Rausschmiss deutscher Mitglieder aus dem tschechischen Schweißhundeverband CMKCHB hat den Schweißhundeführer Dettmar Delbos veranlasst, uns einen ausführlichen Kommentar zu schreiben, den wir im folgenden ungekürzt wiedergeben.

“Wer gibt unseren in Ehren ergrauten deutschen Schweißhundeverbänden eigentlich das Recht, Verbandsmonopolismus zu betreiben? Wer gibt ihnen das Recht, festzulegen, wer welchen Hund zur Jagd führen darf und mit darüber zu bestimmen, in welchem Verband ein Jäger Mitglied sein darf, unabhängig vom Alter, Herkunft, Hautfarbe oder Geldbeutel?”

“Betr.: JAWINA „Skandal: Tschechischer Schweißhundeverband schmeisst deutsche Mitglieder raus

Sehr geehrter Herr Elison,

bitte gestatten Sie mir, dass ich zu dem oben genannten Artikel einige Gedanken äußere.
Ich bin seit vielen Jahren im Besitz eines Jagdscheins und führe einen nun fast schon 10-jährigen BGS-Rüden slowakischer Zucht, ausgestattet mit allen gültigen FCI-Papieren. Vorprüfung wurde seiner Zeit erfolgreich bestanden und die Jagdtauglichkeit durch erfolgreiche tierschutzgerechte Nachsuchen bestätigt.

Bedingt durch Eigenkündigung per 31.12.2015 war ich mehrere Jahre Mitglied im CMKCHB, dem tschechischen Schweißhundeverband. Diese Mitgliedschaft wurde angestrebt, weil eine Mitgliedschaft in den traditionellen deutschen Schweißhundeverbänden und die Aussicht jemals einen BGS/HS Welpen zu bekommen aufgrund meines Alters, Jahrgang 1950, schlichtweg unmöglich war. Die von mir betreute Gebirgs-Hochwildjagd jedoch erforderte einen Spezialisten um eine tierschutzgerechte Nachsuche sicherzustellen.

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Skandal: Tschechischer Schweisshundeverband schmeisst deutsche Mitglieder raus

Der tschechische Schweißhundeverband CMKCHB, zuständig für die Rassen Bayerischer Gebirgsschweißhund (BGS) und Hannoverscher Schweißhund (HS), wirft teilweise langjährige deutsche Mitglieder aus dem Verband. Dem Vernehmen nach geschieht dies auf Druck der deutschen Zuchtverbände Klub Bayerischer Gebirgsschweißhund (KBGS) und Verein Hirschmann (VH). Deren Mitglieder sollen auch zukünftig im CMKCHB bleiben dürfen. Die auch unter den Tschechen umstrittene Entscheidung, die Deutschen aus dem Klub zu werfen, ist bereits auf einer Hauptversammlung Ende Mai 2015 gefallen. Erst in den vergangenen Wochen haben die betroffenen Hundeführer die knappe Mitteilung erhalten, dass ihnen die Mitgliedschaft entzogen wurde. Bereits bezahlte Mitgliedsbeiträge wurden zurück überwiesen.

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