Schlagwort-Archive: Jagdzeit

Baden-Württemberg: Jagdzeit für Schwarzwild ab März

Rasanter Anstieg bei Verwendung von Schalldämpfern im Ländle

Die baden-württembergische Landesregierung will zwecks Vermeidung von Wildschäden und zur Eindämmung der wachsenden Wildschweinpopulation die Bejagung von Schwarzwild schon ab März ermöglichen. Das Landesjagdgesetz solle entsprechend geändert werden. Das geht aus der Antwort des Ministers für Ländlichen Raum, Peter Hauk (CDU) auf eine schriftliche Anfrage von SPD-Abgeordneten hervor. Darin heißt es, eine “Gesetzesänderung zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten unbürokratischen Möglichkeit, im März das Schwarzwild auch bei günstigen Schneelagen im Wald zu bejagen, ist in Vorbereitung.” Durch die Änderung dieser jagdrechtlichen Bestimmung solle die Schwarzwildbejagung in Bereichen ermöglicht werden, “die durch geeignete Schneelagen bedingt günstige Bejagungsmöglichkeit aufweisen.”

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Gedanken zum Rotwildsymposium der Deutschen Wildtierstiftung in Baden-Baden

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Vorab zwei Feststellungen, die mir sicher keine dicke Mappe mit Dankschreiben von Seiten der Jägerschaft oder vom Gesetzgeber eintragen werden, deren Wahrheitsgehalt aber in der überwiegenden Mehrheit der Fälle jeder unvoreingenommenen Überprüfung standhält. Es gibt kaum eine andere Wildart, bei der Jagdneid und Revieregoismus in der Jägerschaft so ausgeprägt sind wie beim Rotwild.

1. Der größte Feind des Rotwildes ist der Jäger selbst!

Er

  • pachtet Reviere, deren Größe weit unterhalb der Streifgebietsgröße des Rothirschs liegt und betrachtet das dort vorkommende Rotwild als sein Eigentum.
  • versucht mit allen Mitteln, das Wild im eigenen Revierchen zu halten, damit der dicke Hirsch eben an der eigenen Trophäenwand landet und nicht an der des Nachbarn.
  • scheidet lieber aus einer Rotwild-Hegegemeinschaft oder aus einem Einstandsgebiet aus, damit er dann im „rotwildfreien Gebiet“ jedes Stück Rotwild unter Feuer nehmen kann.
  • sorgt durch die illegale Erlegung sog. „Kofferraumhirsche“ oder durch „Postkartenabschüsse“ weiblichen Wildes für ständig wachsende Populationen, die zudem noch ein extrem in Richtung weiblich verschobenes Geschlechterverhältnis haben.
  • macht die Trophäe männlichen Wildes unter Missachtung wildbiologischer und genetischer Erkenntnisse zum Maß aller Dinge bei der Rotwildbewirtschaftung.
  • lässt Hirsche durch übermäßige Abschüsse junger und mittelalter Stücke nicht in biologisch notwendiger Zahl alt werden.
  • scheucht Rotwild auch noch im Januar durch Bewegungsjagden auf, obwohl es sich bereits im winterlichen Energiesparmodus befindet und wundert sich dann über steigende Schälschäden.

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Zehn Fragen zur Rehwild-Jagd

Ein Gastbeitrag von Dr. Armin Freund, Wildbiologe

1. Frage: Brauchen wir eine Jagdzeit für Rehwild?

Versuch einer Antwort:

Der Mensch ist kein Wolf. Wir jagen heute nicht nur zur Nahrungsbeschaffung. Wir jagen auch nicht nur, um den Wald wachsen zu lassen. Wir jagen nicht nur, um Wildbestände an die Landeskultur anzupassen. Wir jagen vor allem aus Freude am Jagen!

Dennoch ist Jagen nicht grenzenloses Vergnügen. Immer ist uns bewusst, dass unsere potentielle Jagdbeute ein Mitgeschöpf ist, für das wir mehr empfinden als z. B. für eine Pflanze. Aus diesen Überlegungen, die stark in den Bereich hineinspielen, den die Jäger Weidgerechtigkeit nennen, folgen gewisse Einschränkungen der Jagd.

Wir jagen nicht auf hochbeschlagene weibliche Stücke und wir erlegen keine zur Aufzucht der Jungen notwendigen Elterntiere. Aus diesen Restriktionen folgt zwangsläufig eine zeitliche Regulierung der Jagd, nämlich wann was erlegt werden darf.

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