Schlagwort-Archive: Jagdverbot

Böser Brief: Einreiseverbot für Jäger in das Land Mecklenburg-Vorpommern

Der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Heiko Granzin hat im Zusammenhang mit der Sperrung des Landes Mecklenburg-Vorpommern für auswärtige Jäger (JAWINA berichtete) einen interessanten Brief an den Ministerpräsidenten Dr. Till Backhaus geschrieben. Wir veröffentlichen das Dokument im Wortlaut:

“Hochverehrte Frau Ministerpräsidentin, sehr geehrter Herr Minister Dr. Backhaus (reading in blind copy), sehr geehrte Damen und Herren,

aus der Presse habe ich erfahren, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern – angeblich das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt – Jägern, welche nicht Ihren ersten Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern unterhalten, die beabsichtigte Einreise nach Mecklenburg – sofern diese Einreise der Ausübung der Jagd dienen solle – verweigern würde.

Ausweislich einer hier vorliegenden Pressemeldung habe angeblich eine Pressesprecherin des Ministerium für Landschaft und Umwelt eine entsprechende Nachfrage bestätigt.

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Brandenburg: Kein Jagdverbot, nur eine Empfehlung

Die beim Brandenburger Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) angesiedelte Oberste Jagdbehörde hat mit ihrem Rundschreiben zum Thema Jagd in der Corona-Krise (JAWINA berichtete) für erhebliche Verunsicherung gesorgt. JAWINA-Leser MS hat bei der OJB angefragt und folgende Antwort erhalten: “[…] es handelt sich nur um eine Empfehlung der obersten Jagdbehörde. Zuständig für Verbote sind Gesundheitsministerium/Gesundheitsämter. Wenn Sie wirklich kontaktlos die Einzeljagd auch nach dem Schuss durchführen können, spricht nichts dagegen, weiterhin jagdlich tätig zu werden.” Aha.

JAWINA-Leser Anko bringt es in einer Mail an die Red. auf den Punkt: “Das Landwirtschaftsministerium ist weder für die Durchsetzung der Corona-Verordnung, noch für die nun erbetene Klarstellung zuständig. Man kann die Empfehlung des unzuständigen Ministeriums genauso getrost ignorieren, wie die nun erfolgte Klarstellung.” red.

Beitragsbild: Amtsschimmel, sich wälzend. Foto: SE

Die Red. dankt für die Hinweise!

Aufhebung des Jagdverbots: “Botswana ist kein Großwildreservat!”

Die Ankündigung der botswanischen Regierung, das seit 2014 bestehende Jagdverbot aufzuheben, sorgt für internationale Furore. Tierrechtsorganisationen werden nicht müde die botswanische Regierung anzugreifen. Medien beteiligen sich an der emotional geführten Debatte.

Im Interview mit CIC und DJV erläutert der Tiermediziner und Wildtierspezialist Dr. Erik Verryenne, der seit 2002 in Botswana forscht und arbeitet, die Hintergründe für die Wiedereinführung der Jagd. Er ist kein Jäger, sieht in der Jagd aber ein wichtiges Artenschutz-Instrument.

DJV/CIC: Botswana ist das elefantenreichste Land der Welt. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Dr. Erik Verreynne: Die Zahl der Dickhäuter stieg von 55.000 im Jahr 1990 auf über 120.000 im Jahr 2012. 17 Prozent Botswanas sind als Nationalpark ausgewiesen, in denen mindestens 25.000 Elefanten leben. Weitere 72.000 Elefanten leben in sogenannten „Wildlife Management Areas“, die 32 Prozent der Landesfläche ausmachen. Nochmals 27.000 Elefanten bewegen sich außerhalb dieser Gebiete. Rechnerisch ergibt das 1,2 Elefanten pro Quadratkilometer, die sich Wasser und Land mit Menschen teilen müssen, die von der Landwirtschaft abhängig sind. Die Bauern Botswanas leben im Durchschnitt 400 bis 500 Meter von einem Elefanten entfernt. 40 Menschen wurden in den vergangenen zehn Jahren von Elefanten getötet, die meisten in der Zeit des Jagdverbots. Fakt ist: Botswana hat mehr Elefanten, als wir vertragen.

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Peta instrumentalisiert tödlichen Jagdunfall für Anti-Jagd-Propaganda

Im August 2018 starb der Beifahrer eines Kia auf der B16 bei Nittenau vermutlich durch eine verirrte Kugel, die ein Jäger bei einer Erntejagd in der Nähe abgegeben hatte (JAWINA berichtete). Heute beginnt vor dem Landgericht Amberg der Prozess, die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Unglücksschützen fahrlässige Tötung vor. Die Tierrechtsorganisation Peta nutzt den Prozessauftakt, um Anti-Jagd-Propaganda zu betreiben. Bei der “Hobbyjagd” würden “immer wieder Menschen verletzt oder getötet”, behauptet Peta in einer aktuellen Pressemitteilung, und “für die massenhaften Tiertötungen gebe es keinen vernünftigen Grund” – ja, nee, is klar, Landwirtschaft und Waldbau sind total unvernünftig… Anlässlich des Prozessbeginns erneuert Peta die Forderung, “zumindest die Hobbyjagd endlich gesetzlich zu verbieten.” Eine außerordentlich geschmacklose Instrumentalisierung eines tragischen tödlichen Unglückfalls, die wieder einmal zeigt, wie gleichgültig den vermeintlichen Tierfreunden menschliche Schicksale sind – schäm dich, Peta! SE

Beitragsbild: Pressemitteilung zum Prozessauftakt auf der Peta-Internetseite (Screenshot)

USA: Bären-Wildbret nicht verwertet – zwölf Jahre Jagdverbot

Die Naturschutz- und Wildtierbehörde des US-Bundesstaats Colorado (Colorado Parks & Wildlife, CPW) hat einem Jäger aus South Dakota für zwölf Jahre die Jagd- und Fischereilizenzen entzogen, weil er das Fleisch eines erlegten Schwarzbären nicht verwertet hat. Der 58-jährige Robert Stalley hatte in der Jagdsaison 2017 einen kapitalen Schwarzbären bei Steamboat Springs geschossen und nur Haupt und Decke des erlegten Stücks mitgenommen. Stalley war im Besitz gültiger Lizenzen für Schwarzbär und (Maultier)Hirsch. In Colorado ist es Jägern jedoch gesetzlich vorgeschrieben, das essbare Fleisch von erlegtem Großwild für den menschlichen Verzehr zu verwerten. Weil Stalley dieser Verpflichtung nicht nachkam, wird ihm Wilderei und illegaler Abschuss eines Wildtiers vorgeworfen. Bei der Bemessung des Strafmaßes spielte CPW zufolge auch eine Rolle, dass Stalley versucht hatte, den Ermittlungsbeamten der Behörde zu täuschen:

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Botswana erwägt Aufhebung des Jagdverbots für Elefanten

Nur vier Jahre nach dem Inkrafttreten erwägt die Regierung Botswanas die Wiederaufhebung des Jagdverbots für Elefanten. Grund sind die zunehmenden Konflikte durch die wachsende Elefantenpopulation.

Kurz nach seiner Amtsübernahme im April 2018 hat Präsident Mokgweetsi Masisi die Minister aufgefordert, das von seinem Vorgänger Ian Khama 2014 Jagdverbot für Elefanten zu überprüfen. Die auf 130.000 Tiere geschätzte Elefantenpopulation gilt als die größte der Welt. Monatelang wurde der Plan in öffentlichen Sitzungen und Konsulationen erörtert, berichtet die BBC, Organisationen, Gemeinden und Einzelpersonen wurden um Stellungnahme gebeten. In dem jetzt vorliegenden Abschlussbericht wird empfohlen, das Jagdverbot aufzuheben und die Elefantenpopulation in ihrem historischen Streifgebiet zu “managen”. Wanderrouten der Wildtiere, die den Naturschutzbemühungen des Landes nicht zuträglich sind (“not beneficial to the country’s conservation efforts”) sollen geschlossen werden, Jagdfarmen als Pufferzonen zwischen Gemeinde- und Wildnisgebieten dienen. “Regelmäßiges aber begrenztes Culling von Elefanten” – also die Keulung überzähliger Tiere – solle eingeführt werden. Der Ministerrat empfahl überdies, Verarbeitungskapazitäten für die Konservenherstellung aufzubauen, um das anfallende Elefantenfleisch zu Haustierfutter zu verarbeiten.

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NRW: Ausnahmen vom Sonntagsjagdverbot im Kreis Olpe

+++ Betretungsverbot aufgehoben – Entspannung im tschechischen ASP-Infektionsgebiet +++ Bayern: Wilderei – Jagdpächter hört Schüsse und findet fachmännisch aufgebrochenes Reh +++ Bayern: Rückstoß kickt Entenjäger in See +++ NRW: Kalb von Wolf gerissen? +++ Schleswig-Holstein: Erneut Wolfsrisse in Moordiek +++

Der Fachdienst Ordnung des Kreises Olpe hat das Sonntagsjagdverbot für folgende Sonntage aufgehoben: 30. Dezember 2018, 6. und 13. Januar 2019. Durch die Aufhebung des Sonntagsjagdverbotes an den drei genannten Terminen sollen der Jägerschaft zusätzliche Möglichkeiten gegeben werden, den überhöhten Schwarzwildbestand zu reduzieren, wie der Kreis mitteilt. Mit der intensiven Bejagung soll einer flächendeckenden Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorgebeugt werden. Durch die Reduzierung des Schwarzwildbestandes sollen darüber hinaus auch die erheblichen Wildschäden an landwirtschaftlichen Flächen, Sportanlagen und privaten Grundflächen in befriedeten Bezirken vermindert werden. PM

Beitragsbild: Wildschweinjagd (Symbolbild). Foto: SE

Tansania hebt Jagdverbot auf

Der ostafrikanische Staat Tansania hat das erst im Oktober 2015 verhängte Jagdverbot wieder aufgehoben. Die Regierung Tansanias begründete den Schritt damit, dass die Einnahmen aus nachhaltiger Trophäen- und Fleischjagd für den Arten- und Umweltschutz benötigt würden. Das Jagdverbort war aufgrund massiven Missbrauchs von Jagdlizenzen für Einheimische und Wilderei verhängt worden. Die jetzt wieder zugelassene Jagd solle streng überwacht werden, berichtet The East African. Bürger Tansanias und Inhaber von Jagdlizenzen für Ausländer sollen die Jagd künftig in nach Nutzungsart – Fleisch- oder Trophäenjagd – aufgeteilten Wildreservaten ausüben dürfen. Die Reservate gelten als wildreich. Der Direktor der Jagdbehörde Tansanias (Tanzania Wildlife Management Authority, Tawa), James Wakibara, erklärte gegenüber The East African, dass die Jagdlizenzen für Einheimische in fünf Jagdblocks in fünf verschiedenen Regionen (Manyara in Nord-Tansania, Lindi (Süden), der Küstenzone, Singida (Zentral-Tansania) und Tabora-Katavi (Westen) ausgegeben werden. Dies sei ein Experiment: Es gehe darum, eine neue Naturschutzstrategie zu etablieren, die auf nachhaltige Nutzung des Wildbestands setze. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in The East African (Screenshot)

Thüringen: Ministerium nimmt Stellung zum Jagdverbot am 9. November

Zum Jagdverbot in den Thüringer Landesforsten am 80. Jahrestag der Reichpogromnacht haben die Red. etliche Zuschriften erreicht. JAWINA-Leser fragten sich:

“Mir ist nicht klar, was das Gedenken in diesem Zusammenhang mit der Jagd zu tun hat. Geht es um den Waffeneinsatz?”

“[…] zumal es ja kein offizieller Gedenktag ist. Wenn sonst alles seinen normalen Gang geht – warum dann nicht die Jagd? Ist die Jagd für Frau Keller besonders – ja was? – anrüchig, frivol, gewalttätig?”

Wir haben die Fragen an die Pressestelle des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) weitergereicht:

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Reichspogromnacht: Jagdverbot am 9. November in Thüringen

Die Thüringer Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke) hat am 9. November die Jagd in den Landesforsten unterjagt. Das berichtet die Thüringer Allgemeine. An diesem Tag jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. In der Nacht von den 9. auf den 10. November 1938 wurden vom NS-Regime zahlreiche jüdische Menschen ermordet, Synagogen und Wohnhäuser zerstört und in Brand gesteckt und Geschäfte geplündert worden. Die sogenannte “Reichskristallnacht” bildete den Auftakt zum Genozid an den Juden durch Nazi-Deutschland. “Als Zeichen der Pietät” untersage Keller dem Thüringenforst am 9. November jegliches Schießen und den Einsatz von Jagdhunden“, heißt es der Zeitung zufolge in einer Verfügung. Sie sei davon überzeugt, dass es das Gedenken so gebiete, erklärte Keller. ThüringenForst zufolge sind knapp 1000 von dem Verbot betroffen. In 11 der 24 Forstämter waren am 9. November Gesellschaftsjagden angesetzt gewesen, den Gästen sei ein Ersatztermin in Aussicht gestellt worden.

Beitragsbild: Jagdstrecke (Symbolbild). Foto: SE

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern NoS und GU für deren Hinweise.