Schlagwort-Archive: Jagdstrategie

Warnschüsse und Geschrei: Übergriffige Wölfe erzwingen Änderung der Jagdstrategie

Bedenkliche Entwicklung: Auf Bewegungsjagden in Brandenburg kommen Wölfe den Stöberhunden bedrohlich nahe und lassen sich weder durch Geschrei und Händeklatschen, ja nicht einmal durch Warnschüsse vertreiben.

Auf einer Drückjagd, die am 25.10. auf Flächen des Stifts Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) stattfand, spielten sich Szenen ab, die jedem Hundeführer nachdenklich stimmen werden: Mehrfach hetzten Wölfe die eingesetzten Stöberhunde, in einem Fall verfolgten vier Wölfe einen Hund und kamen diesem dabei bedrohlich nahe. Vier weitere Fälle wurden beobachtet, in denen Einzelwölfe einen Jagdhund verfolgten. Mindestens sieben, möglicherweise elf Wölfe wurden in dem ca. 1.600 ha großen Revier an dem Tag gesichtet. Mit Schreien und In-die-Hände-klatschen versuchten die durchgehenden Hundeführer und Jagdgäste die Wölfe zu vertreiben, zwei Mal mussten gar Warnschüsse in die Luft abgegeben werden – ohne großen Erfolg. “Um Konflikte zu vermeiden haben wir die Hundeführer telefonisch gebeten, ihre Hunde nach Möglichkeit an die Leine zu nehmen”, berichtet der Forstbetriebsleiter Boris Schnittker auf Anfrage von JAWINA.

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Feuer im Feld, Ruhe im Wald: Neue Jagdstrategie in Thüringen erfolgreich

Dem Schwarzwild als einem der Risikotierarten für Landwirtschaft und Wald wird von ThüringenForst seit über einem Jahr mit einer neuen Jagdstrategie begegnet. Mit verkürzter Jagdzeit dem Wild mehr Ruhe zu gönnen, um dann konzentriert Jagd zu machen, sei die Zielsetzung der neuen Vorgehensweise, so Horst Sproßmann von der Thüringer Landesforstanstalt. Mit der neuen Bejagungsstrategie werde das Schwarzwild nicht mit geringerer Intensität bejagt. Die jagdlichen Aktivitäten würden aber auf bestimmte Jahreszeiten konzentriert.

„Schwarzwild reißt junge Pflanzen aus dem Waldboden, zerstört Kulturzäune, frisst Bucheckern und vor allem Eicheln, die zur Naturverjüngung benötigt werden“, erläutert Sproßmann. So werde unter anderem der Waldumbau hin zu klimatoleranteren Mischwäldern in Thüringen behindert. Neben den enormen Wildschäden geselle sich auch ein hohes Seuchenpotential beispielsweise durch die Schweinepest. Förster und Waldbesitzer seien deshalb wie auch die Landwirte an der Natur angepassten Schwarzwildbeständen interessiert.

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