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Jagdunfall bei Nauen: Unglücksschütze ist Jungjäger

Der Jäger, der bei Nauen auf ein Liebespaar geschossen und den Mann getötet hat, ist Jungjäger. Nach Informationen von Jawina hat der Unternehmer Alexander R. erst im Sommer, vor ca. drei Monaten, die Jägerprüfung bestanden – im zweiten Anlauf mit mäßigem Ergebnis. Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch Abend gegen 20 Uhr, also noch bei gutem Büchsenlicht. Das legt die Vermutung nahe, dass R. auf den bloßen Verdacht hin, ein Wildschwein möge der Verursacher sein, auf sich bewegende Gräser oder Maisstengel geschossen hat. Ein grob fahrlässiges Verhalten mit katastrophalen Folgen nicht nur für R.s Opfer und den Schützen selbst, sondern auch, wieder einmal, für die Jägerschaft. Dass Vorfälle dieser Art, so selten sie sein mögen, militanten Tierrechtlern und Jagdgegnern willkommene Munition für Ihre Anti-Jagd-Propaganda liefern, ist so offensichtlich wie unerfreulich. Aber auch der Jagd gewogene Mitbürger – und die Jäger selbst – fragen sich zu Recht, wie gerade jemand, der erst so kurz dabei ist und besonders vorsichtig, ja übervorsichtig sein müsste, die elementarsten Sicherheitsregeln so vollkommen außer acht lassen kann: „Dieses Verhalten widerspricht allen Regeln und macht mich völlig fassungslos“, sagt Wolfgang Bethe, Präsident des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB). „Wenn man sich nicht absolut sicher ist, darf man auf gar keinen Fall schießen. Das darf einfach nicht passieren.“

Die Frage ist, warum es trotzdem passiert. In ihrem eigenen Interesse sollte die Jägerschaft solche Fragen ernst nehmen und nach Antworten suchen. Die Jagdschulen tragen offenbar eine große Verantwortung – denn nur sie können in Zusammenarbeit mit den Behörden charakterlich ungeeignete Jagdscheinanwärter erkennen und ggf. aussondern. Und da stellt sich schon die Frage, ob die Qualität der Jägerausbildung nicht auf den Prüfstand gehört. Zwar weist der LJVB in einer Pressemitteilung darauf hin, dass “Sicherheitsregeln und der Umgang mit der Waffe in der sehr umfangreichen Jägerausbildung mit mindestens 150 Stunden Theorieunterricht zuzüglich Revier- und Schießpraxis eine große Rolle spielen”

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