Schlagwort-Archive: Jagdruhe

Baden-Württemberg: Ein Drittel des Nationalparks Schwarzwald ist jetzt jagdfrei

+++ Bayern: Nach Beißattacke: Jäger erlegt Fuchs +++ Österreich: Mehr Mitspracherechte für NGOs – auch beim Jagdrecht +++ Sachsen: Wölfe “gaben ihm den Rest” – Schäfer hört auf +++ Baden-Württemberg: Fuchs in illegalem Eisen gefangen +++

Der Nationalpark Schwarzwald hat ein Drittel seiner Fläche jagdfrei gestellt. Dazu erklärt die Nationalparkverwaltung: Das wichtigste Ziel eines Nationalparks – „Natur Natur sein lassen“ – muss auch für die großen Wildtiere, wie den Rothirsch, gelten. Dies stand im Nationalpark Schwarzwald von Anfang an fest. „Nach internationalen Kriterien für Nationalparks darf der Mensch auf Dreiviertel der Fläche nicht mehr eingreifen, also natürlich auch nicht mehr jagen“, sagt Friedrich Burghardt, Leiter des Wildtiermanagements im Schutzgebiet. Wie alle deutschen Nationalparks ist auch der im Schwarzwald ein sogenannter Entwicklungsnationalpark und hat noch bis zum 1. Januar 2044 Zeit, diese Forderung zu erfüllen.

Weiterlesen

Natur- und Tierschutzverbände fordern Stopp der Bergjagd

+++ Niedersachsen: Taubenjagd für den guten Zweck +++ Bayern: Hund reißt Reh an Fütterung +++ Bayern: Wilderei? Jäger erlöst angeschossenes Reh +++ Bayern: Waschbärenstrecke steigt rasant +++ Baden-Württemberg: “Jäger vor Ort sollen außen vor bleiben” – SEK für den Wolf +++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf bei Marlow gefilmt +++

Wiener Tierschutzverein: Fütterungsverbote ignorieren

In seltener Einigkeit fordern Natur-, Tierschutz- und Jagdverbände Sofortmaßnahmen zum Schutz des Bergwilds aufgrund der Witterungssituation in den Alpen.

“Die plötzlich einsetzenden, massiven Schneefälle der vergangenen Woche haben ein weißes Leichentuch über die Wälder und Berggebiete der Alpen gelegt, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins Wildes Bayern: “Gerade die langbeinigen Pflanzenfresser stecken zum Teil wie einbetoniert in den nassen Schneemassen fest, ohne Chance irgendwie Nahrung zu erreichen. Zuvor hatte bereits der Bayerische Jagdverband (BJV) einen Jagdstopp auf das Bergwild gefordert (JAWINA berichtete).

Deshalb haben in einer ungewöhnlichen Allianz zwei Tierschutz- und zwei Naturschutzvereine einen Eilantrag an Regierung und Ministerium gestellt. Mit von der Partie sind der Deutsche Tierschutzbund (DTB), Landesverband Bayern, der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) und der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB). Die Federführung übernahm der Verein „Wildes Bayern“.

Weiterlesen

Bundesverwaltungsgericht verhandelt Klage von Jagdverbänden

Erhebliche Einschränkungen der Jagd sollen im Planungsverfahren der Elbvertiefung als ausgleichende Naturschutzmaßnahmen deklariert werden. Dagegen haben zwei Landesjagdverbände sowie der DJV geklagt. Einschränkungen der Jagd auf Raubsäuger sind für den Naturschutz sogar kontraproduktiv.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird am 16. und 17. November 2017 über die Klage des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und der Landesjagdverbände Niedersachsen und Schleswig-Holstein gegen den Planfeststellungbeschluss zur Elbvertiefung verhandeln. Die drei Verbände wehren sich gegen den Landschaftspflegerischen Begleitplan, der Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in den Flusslauf der Elbe festlegt. Konkret soll in zwei Gebieten an der Elbe, Allwördener Außendeich-Mitte (Landkreis Stade, Niedersachsen) und Giesensand (Landkreis Pinneberg, Schleswig-Holstein), die Jagd erheblich eingeschränkt werden. Vorgesehen sind das komplette Verbot der Federwildbejagung, ein generelles Jagdverbot in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März, ein Verbot von Treibjagden sowie ein Verbot von jagdlichen Einrichtungen.

Weiterlesen

Bayern: LBV fordert freiwilligen Verzicht auf Rebhuhn-Bejagung

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) appelliert an die bayerischen Jäger, freiwillig auf eine Bejagung des Rebhuhns zu verzichten. Am 1. September beginnt in Bayern die zweimonatige Jagdzeit auf das Rebhuhn. Die Zahl der früher weit verbreiteten Feldvögel ist in knapp vierzig Jahren europaweit um 94 Prozent gesunken. Hauptgrund ist die intensive Landwirtschaft, wie der LBV feststellt. In Bayern gebe es nur noch 2.300 bis 4.000 Brutpaare, so die Vogelschützer. Dennoch würden pro Saison etwa 1.300 Rebhühner geschossen.

Ein Sprecher des bayerischen Jagdverbands sagte gegenüber der Welt, man teile die Sorge des LBV um das Rebhuhn. Daher verzichteten Jäger seit Jahrzehnten auf die Bejagung in Gebieten, wo es nicht länger nachhaltig sei. Gleichwohl gebe es im Freistaat noch Rebhuhn-Bestände, die eine nachhaltige Nutzung zuließen. Dem Rebhuhn in Ebersberg oder Erding werde es wenig helfen, wenn in Kitzingen oder Würzburg weniger gejagt wird, so der Sprecher des Bayerischen Jagdverbands gegenüber der Zeitung.

Weiterlesen

Betr. Unfallwild: “Einen vom Nabu rausscheuchen!”

Das neue Landesjagdgesetz in Baden-Württemberg drangsaliert die Jäger unter anderem mit einer Jagdruhe von Anfang März bis Ende April, in der die Weidleute “in keiner Weise jagdlich tätig” werden dürfen. Dann soll sich die Gemeinde doch in dieser Zeit auch um das Unfalsswild kümmern, findet Jäger Michael H. aus Mahlberg. Er hat seinem Ärger in einem Brief an Dietmar Benz, den Bürgermeister von Mahlberg, Luft gemacht:

Betr. Unfallwild

Hallo Herr Benz!

Seit dem ersten April, ist das neue Landesjagdgesetz in Kraft.

Das erste, was darin zum Tragen kommt, ist die zweimonatige Jagdruhe vom ersten März bis zum dreißigsten April. Der erste Monat liegt zurück im vergangenen Jagdjahr, aber es bleibt noch der April. Da wir in dieser Zeit in keiner Weise jagdlich tätig werden dürfen, möchte ich Sie freundlichst bitten, für die Versorgung von verunfalltem Wild zu sorgen. Ab dem ersten Mai kann das dann alles wieder neu geregelt werden.

Weiterlesen