Schlagwort-Archive: Jagdrecht

Brandenburg: Wie das MLUL sich die künftige Bejagung von Bisam und Nutria vorstellt

Das Brandenburger Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat per E-Mail ein  Schreiben (das der Red. vorliegt) an die Unteren Jagdbehörden (UJB) des Landes versandt, in dem erläutert wird, die die Bejagung von Nutria und Bisam ablaufen soll. Mit der Aufnahme von Nutria und Bisam und Jagdrecht durch die umstrittene Durchführungsverordnung (DVO) zum Landesjagdgesetz hat sich das MLUL ein so unnötiges wie vorhersehbares (da andere Bundesländer in der Vergangenheit ähnliche Erfahrungen gemacht haben) Riesenproblem eingehandelt (JAWINA berichtete). Die Schadnager unterliegen jetzt dem Elterntierschutz, und die erfahrenen und bewährten Bisamjäger und Nutriafänger des Landes sind arbeitslos, da sie nun einen Jagdschein und eine Jagderlaubnis des Revierinhabers benötigen, um die Deiche schützen zu dürfen. “Im MLUL geht ÖJV-Nähe vor Fachkompetenz”, ätzt ein Insider, “Das rächt sich jetzt.”

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Deutscher Jagdrechtstag: Wolf und Waffenrecht im Fokus

Der Deutsche Jagdrechtstag (DJRT) hat vom 3. bis zum 8. November in Uslar getagt. 70 Experten unterbreiten Empfehlungen an den Gesetzgeber.

Die rund 70 Teilnehmer des Deutschen Jagdrechtstags haben Anfang November im niedersächsischen Uslar getagt. Auf der Agenda standen aktuelle jagdrechtliche Fragen. Im Rahmen der Veranstaltung befassten sich die Teilnehmer mit neuen Entwicklungen im Jagdrecht von Bund und Ländern sowie in zugehörigen Rechtsgebieten. Im Fokus der Vorträge und Diskussionen stand unter anderem ein aktuelles Urteil des europäischen Gerichtshofes zum Umgang mit dem Wolf. Fragen zum Waffenrecht, zu Jagdgenossenschaften, Jagdhunden und Falknerei wurden ebenfalls aufgegriffen. An der Tagung nahmen rund 70 Experten teil, insbesondere Rechtsanwälte sowie Vertreter von Politik, Behörden, Gerichten und Verbänden.

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Streitschrift gegen den “Schalenwildkrieg der Forstpartie”

Der Jurist und Jagdrechtsblogger Dr. Wolfgang Lipps hat eine “Streitschrift gegen die rechtswidrige „Ausrottung“ und/oder „planlose Dezimierung“ von Schalenwild durch „Mindestabschusspläne“” verfasst. Darin geht es um den “Schalenwildkrieg der Forstpartie”, wie der Verfasser schreibt, eine Auseinandersetzung, die mit “der unsäglichen neuen DVO zum Landesjagdgesetz Brandenburg” den Höhepunkt erreicht habe. Die Streitschrift solle Jagdgenossenschaften, Jäger “und vor allem die Politik zum Umdenken und zu Aktionen bewegen”.

In der Einleitung zu dem Text heißt es, seit Jahren sei zu beobachten, dass “leider das Verhältnis zwischen Forst und Jagd immer schlechter” werde. […] Nach der Wende sei der Landesforst Brandenburg angetreten mit dem Bekenntnis  „Wald und Wild“ (auch bekannt geworden als „Der Brandenburger Weg“). “Sehr schnell allerdings wurde daraus der Slogan „Wald vor Wild“”, schreibt Lipps, “Und heute müssen wir nicht nur in Brandenburg, sondern vielerorts, erkennen, dass sich die Forstwirtschaft einen „Wald ohne Wild“ nicht nur wünscht, sondern massiv und, gerade in Brandenburg, mit vorwerfbaren Mitteln durchzusetzen versucht.”

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Sachsen-Anhalt: Landtag stimmt Änderung des Landesjagdgesetzes zu

Nilgans wird jagdbar, Verbot von Schalldämpfern für Jagdwaffen gestrichen, Duldungspflicht für überjagende Jagdhunde eingeführt

Der Landtag in Magdeburg hat am Mittwoch dem Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Landesjagdgesetzes für Sachsen-Anhalt zugestimmt. Wesentliche Punkte des Gesetzesentwurfs sind die Aufnahme der Nilgans in den Katalog jagdbarer Arten, sowie die Aufhebung des Verbots von Schalldämpfern für Jagdwaffen. Neu eingeführt wurde die Duldungspflicht für überjagende Hunde. Dafür wurde in § 2 des LJG ein Absatz 4 eingeführt, der lautet:

“4) Bei einer Bewegungsjagd auf Schalenwild sind die Jagdausübungsbe-rechtigten benachbarter Jagdbezirke verpflichtet, das unbeabsichtigte Über-jagen von Jagdhunden zu dulden, wenn ihnen die Jagd mindestens zwei Wochen vorher angezeigt wurde und geeignete organisatorische Maßnah-men gegen ein Überjagen getroffen wurden. Bewegungsjagd ist eine Jagd, bei der Wild gezielt beunruhigt wird.”

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Mecklenburg-Vorpommern: Sorge vor weiterer Ausbreitung – FDP fordert Jagd auf Nandus

Großvogel soll ins Jagdrecht – Politiker warnt: Suchen sich schnell bundesweit Lebensraum

Die FDP im Bundestag fordert die Bejagung der frei lebenden Nandus in Mecklenburg-Vorpommern, bevor diese sich weiter in Deutschland ausbreiten. Karlheinz Busen, jagdpolitischer Sprecher seiner Fraktion, warnte in der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Wenn sich die Population jährlich mehr als verdoppelt, suchen sich die Nandus schnell bundesweit Lebensräume.” Das Landwirtschaftsministerium in Schwerin bezifferte den Bestand im Herbst vergangenen Jahres auf 566 Tiere, wobei 294 der Vögel noch Jungtiere waren. Das Bundesumweltministerium bestätigte auf Anfrage des FDP-Politikers: “Der Nandu hat ein hohes Ausbreitungspotenzial, und daher ist eine Abwanderung in benachbarte Regionen potenziell möglich.”

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Brandenburg: DVO Jagd gefährdet Deichschutz

Die umstrittene Durchführungsverordnung (DVO) zum Landesjagdgesetz Brandenburg (JAWINA berichtete) sorgt für massive Probleme beim Deichschutz: Allein am Oderdeich hat der bislang zuständige Bisamfänger 289 Eingrabungen durch Bisamratten festgestellt, wie die Märkische Oderzeitung (MOZ) berichtet. “Und es dürften täglich mehr werden”, befürchtet die MOZ: Denn  Bisam und Nutria darf der bislang zuständige Bisamfänger nicht mehr fangen. Grund ist die DVO Jagd, durch die Bisam und Nutria ins Jagdrecht aufgenommen wurden. JAWINA-Leser Rico hat in diversen Kommentaren (zum Beispiel hier) bereits auf die Problematik hingewiesen: Durch die offenbar unüberlegte Neuregelung werden die bislang hauptamtlich tätigen Bisamjäger arbeitslos. Wenn die Bisamratten dem Jagdrecht unterliegen, dürfen nur die Inhaber des Jagdrechts ihnen nachstellen. Bisamfänger benötigen künftig also einen Begehungsschein. Zudem gilt der im Jagdrecht verankerte Muttertierschutz, die Elterntiere müssen also geschont werden. Das bedeutet, dass man den Schadnagern Monate lang nicht nachstellen kann, da sie sich in Mitteleuropa mindestens von März bis September fortpflanzen, unter günstigen klimatischen Bedingungen auch ganzjährig. In der MOZ fordert der Vorsitzende des Jagdverbands Seelow eine schnelle Änderung der DVO, um größere Deischschäden zu vermeiden. Der Landeswasserverbandstag kritisiert wie andere kommunale Gremien Brandenburgs, “dass er bei der Erarbeitung der DV Jagd nicht gefragt wurde”, so die MOZ.

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Schleswig-Holstein: Kreistag fordert Sofort-Abschuss von Wölfen in Küstenregionen

Der Kreistag von Dithmarschen hat in der Sitzung des Kreistags am 21.03. eine gemeinsame Resolution der Fraktionen von CDU, FDP, UWD, SPD, WND, AfD zum Umgang mit dem Wolf beschlossen. “Als Küstenkreis mit 122 km erster Deichlinie ist der Kreis Dithmarschen durch den notwendigen Küstenschutz in einer besonderen Lage. Die Deichsicherheit ist nur durch die Beweidung von Schafen sicherzustellen. Dies ist auch gelebter Naturschutz und mit dem Wolf nicht zu vereinbaren”, heißt es darin. Aufgrund dieser besonderen Situation fordert der Kreistag Maßnahmen auf europäischer, Bundes- und Landesebene zu ergreifen. Von der EU wird gefordert, den Wolfsbestand in Europa als nicht mehr gefährdet einzustufen, “da die Population inzwischen groß genug und vernetzt mit anderen Populationen ist”, den Schutzstatus des Wolfs zurückzustufen und eine “Sonderregelung zur Ausweisung von Wolfsausschlussarealen mit sofortiger Entnahme der Tiere in Küstengebieten mit deren Schutzeinrichtungen (z.B. beweidete Deiche und Vorland) sowie den genutzten Weideflächen im Hinterland” zu schaffen.

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500 Stück in Deutschland – Unionspolitikern fordern Obergrenze für Wölfe

+++ Sachsen: Wolf mit Huhn im Maul überfahren +++ Bayern: Dachs bei Dinkelbühl gewildert, Zeugen gesucht +++

Die umweltpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktionen in Bund und Ländern haben am Dienstag in Stuttgart ein Positionspapier (ein Entwurf des Positionspapier veröffentlichte JAWINA hier) beschlossen, in dem eine Obergrenze für den Wolfsbestand in Höhe von 500 Individuen für ganz Deutschland gefordert wird. Das berichtet die Augsburger Allgemeine. Der aktuelle Wolfsbestand dürfte sich auf mindestens die doppelte Menge belaufen. Die Unionspolitiker forderten die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht und eine Entnahme von Wölfen bereits bei ernsten Schäden in der Landwirtschaft. Der umweltpolitische Sprecher der Brandenburger CDU-Landtagsfraktion, Dieter Dombrowski, erklärte gegenüber der Augsburger Allgemeinen, dass in Brandenburg Wölfe bereits durch Gärten liefen und sich Grundschulen näherten. Er wolle nicht zur Verantwortung gezogen werden, wenn Menschen zu Schaden kämen. red.

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf. Foto: SE

Wölfe: Klöckner für “präventive” Abschüsse

+++ Wolfsjagd historisch – mit der Hasenklage auf Isegrimm +++ Sachsen: Wachsende Wolfspopulation – Betreiber von Wildgattern und Jäger schlagen Alarm +++ Wolfsburg: Schonzeitverkürzung für Rehwild zwecks Wildunfallprävention +++

In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Vorschläge von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zur Erleichterung von Wolfsabschüssen (JAWINA berichtete) als ungenügend kritisiert. Es sei gut, dass das Bundesumweltministerium (BMU) nun endlich bereit sei, “Gesetze anzupacken” und angesichts der zu erwartenden Schäden erkannt habe, dass es so nicht weitergehen könne mit den Wolfsrissen, erklärte Klöckner. Der Vorschlag der “Kollegin” springe jedoch zu kurz und greife nur einen Teil der in den bisherigen Gesprächen erzielten Ergebnisse aus. Um Weidetierhaltung auch in Zukunft zu ermöglichen, seien über die vom BMU angekündigten Gesetzesänderungen hinausgehende Maßnahmen erforderlich. Der Wolfsbestand und die Größe der Rudel müssten unabhängig von einer konkreten Gefahr präventiv kontrolliert werden können, “europarechtskonform und rechtssicher für die Jäger”, so Klöckner weiter.

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DJV begrüßt Positionspapier der CDU/CSU-Fraktion zum Wolf

Nach Hochrechnungen leben bereits jetzt mehr als 1.000 Wölfe in Deutschland. Die länderübergreifende Population ist im günstigen Erhaltungszustand. Der Wolf sollte ins Bundesjagdgesetz überführt werden.

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag hat heute ein Positionspapier zum Umgang mit dem Wolf vorgelegt. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt es, dass darin der günstige Erhaltungszustand als erreicht angesehen wird. Allein in Deutschland beträgt das Populationswachstum knapp 30 Prozent jährlich, das Verbreitungsgebiet nimmt europaweit weiter rasant zu und Lebensraum für den Erhalt der Art ist ausreichend vorhanden. Laut Positionspapier gehe es um eine Bewertung auf Populationsebene und nicht um nationale Zahlen, ein genetischer Austausch zwischen Wölfen aus Polen, dem Baltikum und Deutschland sei gegeben. Entgegen der früheren Annahme kommt der anpassungsfähige Wolf in einer Kulturlandschaft gut zurecht. Auf Basis der kürzlich vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichten Monitoringdaten für 2017 geht der DJV davon aus, dass es allein in Deutschland schon jetzt mehr als 1.000 Wölfe gibt.

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Der Wolf in unserer Kulturlandschaft

Ein Beitrag von Prof. Dr. rer. nat. Hans-Dieter Pfannenstiel, Diplom-Biologe

Deutschland ist Wolfsland

Deutschland gehört zum angestammten Vorkommensgebiet der Art Canis lupus. Der Wolf breitet sich in einer Kulturlandschaft aus, die sich seit seiner Ausrottung erheblich verändert hat: z. B. stark gewachsene Zahl von Menschen und Siedlungsräumen, extreme Verdichtung von Verkehrswegen. Ohne Begrenzung der Zahl der Wölfe bzw. Festlegung von Gebieten, in denen Konflikte mit Menschen sehr wahrscheinlich sind, wird die Situation in absehbarer Zeit unbeherrschbar werden.

Der Wolf – eine bedrohte Art?

Die Art Canis lupus ist weder gefährdet noch gar vom Aussterben bedroht, trotz häufiger gegenteiliger Bekundungen. Im nördlichen Eurasien und in Nordamerika gibt es seit jeher große vitale Populationen. Der Artenschutz liefert keine wildbiologischen oder populationsökologischen Gründe, weswegen der Wolf nicht in Deutschland planmäßig bejagt werden könnte, wie es viele unsere Nachbarn in Europa tun, ohne ihren jeweiligen Wolfsbeständen zu schaden. Artenschutz wird gelegentlich mit Tierschutz verwechselt. Diese Verwechslung führt dazu, dass der ideologisch motivierte Naturschutz hierzulande den Wolf unter allen nur denkbaren Umständen für unantastbar hält. Dieser Einstellung liegt auch eine weitere Verwechslung zu Grunde. Oft werden Population und Bestand nicht sauber definiert und auseinandergehalten. Dieser Unterschied ist aber deshalb sehr wichtig, weil die EU-Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, genannt Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-R) von Populationen im Sinne der biologischen Definition und nicht von lokalen Beständen spricht.

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Frankreich erlaubt Tötung von Wölfen zur Bestandsregulierung

+++ Heute: Informationsveranstaltung für Jäger zur ASP in Dresden +++

Schleswig-Holstein: AfD scheitert mit Antrag, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen

Im französischen Département Alpes-de-Haute-Provence ist ab 1. September das Erlegen von Wölfen zum Zweck der Bestandsregulierung erlaubt.  Dies habe der für das Wolfsmanagement zuständige Präfekt Stéphane Bouillon entschieden, nachdem er bei einer Ortsbegehung Wolfsschäden im Département besichtigt hatte, wie die Landwirtschaftszeitung Schweizer Bauer berichtet. Bisher habe der Wolfsmanagementplan der lediglich den Abschuss von 40 Wölfen “zur unmittelbaren Verteidigung” vorgesehen. Schäfer und Landwirtschaftsverbände begrüßten den Schritt als einen “ersten Erfolg”, dem weitere Schritte folgen müssten. Die Verbände fordern, dass Weidetierhaltern in Frankreich ermöglicht werden solle, ihre Herden ohne Einschränkungen mit der Schusswaffe gegen Wölfe zu verteidigen. Dies soll nach dem Willen der Verbände auch in Nationalparks gelten. Eine weitere Forderung ist die Freigabe von Nachtzielgeräten. Der Zeitung zufolge haben Wolfsangriffe auf Nutztiere in Frankreich von 2016 bis 2017 um 18 Prozent zugenommen. Der Wolfsbestand in Frankreich wird auf insgesamt ca. 430 Tiere geschätzt.

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Konflikte mit Jagdgegnern: “Der Konfrontation besser aus dem Weg gehen”

Regelmäßig schaffen es Konflikte zwischen Jägern und Jagdgegnern oder Jagdstörern in die Presse. Verfolgungsjagden, Vandalismus, verbale oder tätliche Auseinandersetzungen sind keine Seltenheit. Für Jäger steht dabei viel mehr auf dem Spiel, als für ihre Kontrahenten. Wir haben mit dem Anwalt und Justiziar des LJV Brandenburg, Jens Ole Sendke, über das richtige Verhalten im Konfliktfall gesprochen.

JAWINA: Aktuell berichtet die Lokalpresse über die Auseinandersetzung zwischen einem Jagdstörer bei Delitzsch, der nachts mit einer Taschenlampe herumgeleuchtet hat, um so das Wild zu vertreiben. Jetzt behauptet er, von einem Jäger mit der Waffe bedroht worden zu sein. Was steht für den Weidmann auf dem Spiel?

Jens Ole Sendke: Eine Menge. Als Legalwaffenbesitzer geht man bei solchen Auseinandersetzungen ein weitaus höherer Risiko ein, als ein Jagdgegner, der vielleicht schon viermal vorbestraft ist. Es kann durchaus passieren, dass noch am selben Abend die Polizei vor der Haustür steht und “zur Gefahrenabwehr” die waffenrechtlichen Erlaubnisse des Jägers einzieht und auch seine Jagdwaffen gleich mitnimmt. Zumindest für die Dauer des Ermittlungsverfahrens, das sich einige Zeit hinziehen kann, ist es dann erst einmal nichts mehr mit Jagd. Kommt es zu einer Verurteilung oder auch einer Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen, können Jagdschein und WBK für mehrere Jahre futsch sein.

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Genehmigung von Nachtzielgeräten für Jäger: “Rechtlich äusserst zweifelhaft”

In Bayern und Baden-Württemberg genehmigen Behörden Nachtziel-Vorsatzgeräte für Jäger. Begründet wird dies mit dem Risiko eines ASP-Ausbruchs und der Notwendigkeit, die Wildschweinbestände zu reduzieren. Doch viele Juristen halten die Genehmigungspraxis für rechtswidrig – der Schwarze Peter wird dem gutgläubigen Jäger zugeschoben. Wir haben mit Friedrich von Massow, dem Justiziar des Deutschen Jagdverbands (DJV) über das Problem gesprochen.

JAWINA: Herr von Massow, wie beurteilen Sie die Rechtslage und das Vorgehen der Behörden aus juristischer Sicht?

Friedrich von Massow: Die in Bayern und Baden-Württemberg praktizierte “Genehmigung” halten wir rechtlich für äußerst zweifelhaft. Es handelt sich genau genommen auch nicht um Genehmigungen (das wäre ein Fall von § 40 Abs. 4 WaffG – solche Genehmigungen erteilt das BKA aber nicht). Eine solche Beauftragung (nach § 40 Abs. 2 WaffG) ist aber für die Schwarzwildjagd (ausgenommen allenfalls in einem eng begrenzten Modellprojekt) nicht möglich. Eine dennoch erfolgende “Beauftragung” wäre rechtswidrig.

– Es gibt mehrere Gutachten, die zum gleichen Ergebnis kommen (natürlich mit deutlich ausführlicherer Begründung), u.a. vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages (https://www.bundestag.de/blob/556764/3aa9a9129908cc8c4b115f69715c13f5/wd-3-070-18-pdf-data.pdf ), ein Gutachten, das der Bayerische Jagdverband in Auftrag gegeben hat, sowie einen Aufsatz von Dietlein/Hermes.

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Brandenburg: Gemeinden wollen “wolfsfreie Zone” werden

Drei Gemeinden – Stechlin, Sonnenberg und Großwoltersdorf – im Amt Gransee (Landkreis Oberhavel) wollen wolfsfreie Zone werden. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Demnach soll in den Gemeindevertretungen in den kommenden Tagen über entsprechende Beschlussvorlagen abgestimmt werden. Der Bürgermeister von Sonnenberg, Ralf Wöller, auf dessen Initiative der Plan, wolfsfreie Zonen zu errichten, zurückgeht, beklagt die “massiven Wolfsangriffe, die Landwirte in der Region zu verzeichnen hätten. Die Beschlussvorlage sieht vor, dass die genannten Dörfer im Brandenburger Wolfsmanagementplan als “nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone” ausgewiesen werden, so die MAZ. Einer Ansiedlung von Wölfen stünden “überwiegend öffentliche Interessen entgegen, insbesondere der Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung”, heißt es in der Beschlussvorlage.

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Niedersachsen: Landesregierung novelliert das Jagdgesetz wegen ASP

Schalldämpfer und Schussabgabe aus Fahrzeugen bei der Erntejagd sollen legalisiert werden – überjagende Hunde müssen unter bestimmten Bedingungen geduldet werden

Um im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die für den Menschen ungefährlich ist, vorbereitet zu sein, hat die niedersächsische Landesregierung am (heuti­gen) Dienstag einen Änderungsentwurf zum Niedersächsischen Jagdgesetz (NJagdG) zur Verbandsbeteiligung freigegeben. Die vorgeschlagenen Änderungen folgen dem Auftrag aus dem Koalitionsvertrag, die Gefahr eines Ausbruchs von ASP einzudämmen. Damit sollen insbesondere bestehende Restriktionen für das Erlegen von Wildschweinen aufgehoben werden. Im Falle eines Seuchenausbruchs soll es zulässig sein, in betroffenen Gebieten alle Wildschweine zu töten, um die Ausbreitung des Erregers zu ver­hindern. Auch eine Schussabgabe vom Kraftfahrzeug aus soll in Verbindung mit Jagden auf Wildschweine während der Maisernte erlaubt werden. Des Weiteren werden Re­gelungen für ein allgemeines Fütterungsverbot sowie der Ausschluss des Wildschadenser­satzes bei Jagdverboten vorgeschlagen. Revierinhaber, die sich nicht an revierübergreifenden Drückjagden beteiligen, haben künftig unter bestimmten Bedingungen überjagende Hunde zu dulden.

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Bundesverfassungsgericht: Keine “Befriedung” für juristische Personen

Verfassungsbeschwerden betreffend jagdrechtliche Befriedungsmöglichkeit für juristische Personen unzulässig

Die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat zwei Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen, die sich dagegen wenden, dass es juristischen Personen verwehrt ist, gemäß § 6a Bundesjagdgesetz (BJagdG) einen auf Gewissensgründe gestützten Antrag auf Ruhen der Jagd (Befriedung) auf ihren zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehörenden Grundstücken zu stellen.

Sachverhalt:

Die Beschwerdeführerinnen sind juristische Personen und jeweils Eigentümerinnen eines Grundstücks, das in einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk liegt. Nach den jagdrechtlichen Bestimmungen sind Eigentümer solcher Grundstücke verpflichtet, die Ausübung der Jagd auf wildlebende Tiere auf ihren Grundstücken zu dulden. Nach § 6a BJagdG können natürliche Personen einen Antrag auf Ruhen der Jagd (Befriedung) stellen, wenn sie die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen. Für juristische Personen besteht diese Möglichkeit nicht. Die Beschwerdeführerinnen rügen, der Gesetzgeber habe dadurch, dass er die Möglichkeit zur Befriedung von Grundstücken in einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk nicht auf juristische Personen erstreckt habe, ihr Grundrecht aus Art. 3 Abs. 1 GG sowie ihr Recht auf eine ihrem Gewissen entsprechende Ausübung des Eigentumsrechts nach Art. 14 Abs. 1 GG verletzt.

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Schweiz: Hitzige Debatte um Jagdgesetz-Novellierung im Ständerat

+++ Italien: Südtirol erarbeitet Regeln für Wolfsabschüsse +++

Erleichterter Wolfsabschuss beschlossen – Verbände drohen mit Referendum

Die geplante Novellierung des eidgenössischen Jagdgesetzes (JAWINA berichtete) ist im Schweizer Ständerat in einer mehr als vierstündigen Sitzung hitzig diskutiert worden. Nicht in allen Punkten wurde daher eine abschließende Entscheidung erreicht. Die Debatte soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Die Kernpunkte der Novellierung wurden vom Ständerat jedoch bereits mit 25 zu 20 Stimmen Mehrheit beschlossen: So dürfen Schweizer Behörden künftig nicht nur einzelne Individuen geschützter Arten zum Abschuss freigeben, sondern die Dezimierung ganzer Bestände erlauben. Die Bedingungen dafür sollen festgeschrieben werden. Wölfe sollen auch dann geschossen werden können, wenn sie zuvor keinen großen Schaden angerichtet haben, es soll zudem “keine absolute Pflicht zu Herdenschutzmassnahmen” geben. Auch Biber und Luchse können in der Schweiz in Zukunft einfacher zum Abschuss freigegeben werden.

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Italien: Südtirol kündigt eigenes Wolfsgesetz an

+++ Brandenburg: Landkreis Dahme-Spreewals führt Pürzelprämie ein +++

Da weder bei der EU, noch in der italienischen Landespolitik “eine Lösung der Wolfsproblematik” in Sicht sei, kündigt die italienische Provinz Südtirol ein eigenes Wolfsgesetz an. Das berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung (NST). Südtiroler Politiker äußerten Unverständnis über die Äußerungen des für die Wolfsfrage zuständigen EU-Kommissars Karmenu Vella, der der NST zufolge dazu aufforderte, “den Wolf auch als Wirtschaftsfaktor zu sehen” und erklärte, er habe “bei einer Veranstaltung in Trient habe er selbst sehen können, wie gut das Zusammenleben von Wolf und Mensch funktioniere.” In der EU sei die Stimme derjenigen zu stark vertreten, für die selbst die “Entnahme auch nur eines einzigen Wolfes ein Sakrileg wäre, schlussfolgerten Südtiroler Politiker. Dabei sei nicht vom Aussterben bedroht, “sondern gehöre neben dem Raben mittlerweile zum am meisten verbreiteten Tier auf der nördlichen Erdhalbkugel”, so Herbert Dorfmann, Mitglied des EU-Parlaments und Bezirksobmann der Südtiroler Volkspartei.

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“Besseres Konfliktmanagement durch Jagdrecht”

Der DJV stellt ein Frage-Antwort-Papier vor und erläutert, warum der Wolf ins Bundesjagdgesetz sollte. Für die Entnahme von verhaltensauffälligen Wölfen sind Jäger die ersten Ansprechpartner, bewaffnete Eingreiftrupps lehnt der DJV ab.

Im Koalitionsvertrag hat sich die amtierende Bundesregierung dafür ausgesprochen, den Schutzstatus des Wolfes abhängig vom Erhaltungszustand zu überprüfen, um eine notwendige Bestandsreduzierung herbeiführen zu können. Maßnahmen für die Entnahme von auffälligen Wölfen sollen ebenfalls entwickelt werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat vor diesem Hintergrund vergangene Woche gefordert, den Wolf vom Naturschutzgesetz ins Bundesjagdgesetz zu überführen. Die Hintergründe erläutert der Dachverband der Jäger jetzt in einem Frage-Antwort-Papier. “Es geht nicht um eine reguläre Bejagung, sondern um ein besseres Konfliktmanagement”, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

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BJV lehnt Übernahme des Wolfes ins Jagdrecht ab

Der Bayerische Jagdverband (BJV) lehnt – anders als der Deutsche Jagdverband – die Übernahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz strikt ab. Die bayerischen Jäger übernehmen nicht die alleinige Verantwortung für die Regulierung des Wolfes, betont Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke: „Wird im Einzelfall der Abschuss einzelner Tiere notwendig, so ist dies auch ohne die Übernahme ins Jagdrecht möglich. Wie das funktionieren kann, zeigt seit vielen Jahren das erfolgreiche Biber- und Kormoranmanagement in Bayern.“

Auch Biber und Kormoran unterliegen in Bayern nicht dem JagdrechtWird die Entnahme im Einzelfall aus öffentlichem Interesse notwendig, entscheidet das die zuständige Fachbehörde. Sie beauftragt dann die zuständigen Jäger.

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DJV zum Positionspapier Wolf

In einer aktuellen Pressemitteilung nimmt der Deutsche Jagdverband (DJV) zum gerade veröffentlichten Positionspapier “Der Wolf in Deutschland” Stellung darin heißt es:

Deutscher Jagdverband positioniert sich zum Wolf – DJV-Präsidium verabschiedet im April 2018 neue Wolfsposition

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert in einem aktuellen Positionspapier zeitnah die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz, um bundeseinheitliche Regelungen zum künftigen Umgang mit dem Wolf auszugestalten. Eine generelle Bejagung ist damit nicht möglich, da der große Fleischfresser über die FFH-Richtlinie weiterhin streng geschützt ist. Allerdings wird so eine Grundlage geschaffen, um bundesweit gültige Managementmaßnahmen auf Basis des Koalitionsvertrages der Bundesregierung zu erarbeiten. Der DJV lehnt Vorstöße wie in Brandenburg und Südwestdeutschland ab, über Behörden bewaffnete Eingreifftrupps installieren zu wollen. „Wenn es um die Entnahme von Wölfen geht, muss immer der ortskundige Jäger erster Ansprechpartner sein, alles andere wäre ein inakzeptabler Eingriff ins Eigentumsrecht“, so DJV-Präsident Hartwig Fischer. Nur wenn der Jagdausübungsberechtigte notwendige Managementmaßnahmen nicht umsetzen kann oder möchte, sollten Behörden eingreifen können.

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Der Wolf in unserer Kulturlandschaft – geht das konfliktfrei?

Der Wildbiologe Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, hat die folgenden Gedanken zum Wolf in der Kulturlandschaft gestern (23.03.) an die Fraktionsvorsitzenden im Landtag Brandenburg, an alle Präsidenten der Landesjagdverbände und des DJV, an das Forum Natur Brandenburg und an den Deutschen und Brandenburger Bauernverband geschickt. Es werde höchste Zeit, so Pfannenstiel, “dass wir Jäger mit einer Stimme sprechen und die Vogel-Strauß-Politik beenden, bevor die Akzeptanz für den Wolf im ländlichen Raum bei Null angelangt ist.” Rückmeldung “von Kritik und guten Gedanken zum Thema” sind ausdrücklich erwünscht.

Der Wolf – eine bedrohte Art?

Die Art Canis lupus ist nicht vom Aussterben bedroht, trotz häufiger gegenteiliger Bekundungen von Politik und Ökofantasten. Im nördlichen Eurasien und in Nordamerika gibt es seit jeher große vitale Populationen. Der Artenschutz liefert keine wildbiologischen oder populationsökologischen Gründe, weswegen der Wolf nicht in Deutschland planmäßig bejagt werden könnte, wie es viele unsere Nachbarn in Europa tun, ohne ihren jeweiligen Wolfsbeständen zu schaden. Artenschutz wird gelegentlich mit Tierschutz verwechselt. Diese Verwechslung führt dazu, dass der ideologisch motivierte Naturschutz hierzulande den Wolf unter allen nur denkbaren Umständen für unantastbar hält. Dieser Einstellung liegt auch eine weitere Verwechslung zu Grunde. Oft werden Population und Bestand nicht sauber definiert und auseinandergehalten. Dieser Unterschied ist aber deshalb sehr wichtig, weil die EU-Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, genannt Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-R) von Populationen im Sinne der biologischen Definition und nicht von lokalen Beständen spricht.

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Polen: “Unakzeptable und fundamental falsche Änderungen des Jagdrechts”

Es ist wie ein Alptraum: Keine Strafen für Jagdstörer, Jagdverbot für alle unter 18, regelmäßige Jägerprüfungen, Ernennung von Jagdfunktionären durch den Umweltminister – das polnische Jagdgesetz wird offenbar nach den Vorgaben totalitärer Jagdgegner umgestaltet.

Äußerst besorgt zeigt sich FACE, die Dachorganisation der europäischen Jagdverbände, über die Änderungen des polnischen Jagdgesetzes, denen der polnische Senat bereits zugestimmt hat. Diese bedeuteten “buchstäblich den Tod lange bestehender jagdlicher Tradition, Kultur und Methoden. Insbesondere die folgenden Neuregelungen, so FACE, hätten gravierende Auswirkungen auf Jagd und Jäger in Polen:

1 Das Verbot, Wildtiere ohne ausdrückliche jagdliche Zwecke zu stören. Dies würde FACE zufolge bedeuten, dass Jäger ihre Hunde und Falkner ihre Greifvögel nicht mehr effektiv trainieren könnten. FACE weist darauf hin, dass Falknerei und die Ausbildung von Greifvögeln von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt sind.

2 Die Ernennung des Präsidenten des polnischen Jagdverbands durch den Umweltminister und die Möglichkeit, diese Person durch den Minister zu entlassen, wenn ein Beratungsgremium dem zustimmt. Dies würde die Selbstverwaltung der Jägerschaft eliminieren und stelle einen unmittelbaren Angriff auf demokratische Grundprinzipien dar, so FACE.

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Petition fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Heute ist eine bereits im September an den Bundestag gerichtete Petition zur Unterzeichnung / Mitzeichnung freigegeben worden. Darauf weist Mario Borchert hin, der als unabhängiger Direktkandidat bei der Bundestagswahl 2017 im Brandenburger Wahlkreis 56 (Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland) antrat. Bis zum 31. Januar 2018 müssen 50.000 Bürger die Petition zeichnen, damit der Bundestag gezwungen ist, sich dazu zu äußern.

Inhalt der Petition und Antrag zur Beschlussfassung im Deutschen Bundestag:

1 Der Bundestag möge beschließen, dass die Tierart Wolf in das Bundesjagdgesetz (BJagdG) aufgenommen wird und gemäß § 2 Abs.1. BJagdG als jagdbare Wildart dem Jagdrecht unterliegt.

2 Der Bundestag möge beschließen, dass der zuständige Fachausschuss ein Gutachten zum günstigen Erhaltungszustand der Wildart Wolf beauftragt, welches die Wolfsbestände der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern populationsübergreifend wildbiologisch beurteilt.

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M-V: Backhaus verteidigt Zehn-Punkte-Programm gegen Wildschweine und Jagdrechtsanpassung

Nachdem einige Jäger in Mecklenburg-Vorpommern dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium des Landes die Gefolgschaft bei der Eindämmung der Wildschweinpopulation wegen eines zu befürchtenden ASP-Ausbruchs verweigern, hat Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) die Maßnahmen verteidigt: „Die angekündigten Maßnahmen zur Reduzierung des Schwarzwildbestandes im Land sind nicht Ausdruck einer aufgeheizten Hysterie, sondern angesichts des unvorstellbaren Schadenspotenzials der Afrikanischen Schweinepest unumgänglich.“ Das sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus gestern im Schweriner Landtag. Der Minister verwies auf einen jährlichen Zuwachs an Wildschweinen von 200 bis 300 Prozent gegenüber dem Frühjahrsbestand. Schwarzwild gilt als potenzieller Überträger der Afrikanischen Schweinepest ASP, gegen die noch kein wirksamer Impfstoff auf dem Markt ist. Die Krankheit war 2017 in die drei baltischen Staaten und Polen vorgedrungen; die Zahl der Ausbrüche bei Wild- und Hausschweinen in den betroffenen Gebieten der Ukraine, im Baltikum, in Polen, Tschechien und Rumänien hatte sich mit 2632 Fällen gegenüber 2016 mehr als verdoppelt.

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Brandenburg: Bauernbund fordert Aufnahme von Biber und Wolf ins Jagdrecht

In einer Stellungnahme zur anstehenden Neufassung der Brandenburgischen Jagddurchführungsverordnung hat der Bauernbund Brandenburg, Vertretung der bäuerlichen Familienbetriebe im Land, die Aufnahme von Biber und Wolf in die Liste der jagdbaren Tiere gefordert. “Auch wenn eine solche Aufnahme vorerst noch unter dem Vorbehalt des strengen europäischen Schutzes für beide Arten steht, schafft sie Rechtssicherheit für unsere Jäger und bereitet die von der Landesregierung angestrebte Anpassung des Schutzstatus vor”, sagte Bauernbund-Vorstand Marcus Schilka, Biobauer aus Guhrow im Spreewald.

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Mecklenburg-Vorpommern: Nebelkrähe, Rabenkrähe, Elster, Nilgans und Nutria ins Jagdrecht

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf auf der A24 überfahren +++ Mecklenburg-Vorpommern: Fast-Kollision zwischen Elch und Bus +++ Mecklenburg-Vorpommern: Auge in Auge mit dem Elch +++ NRW: Teure Knochen: streit um Gebühren für Rothirsch-Trophäe +++ Bayern: Wölfe im Veldensteiner Forst gesehen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Schafsrisse durch Wolf bei Pritzenow +++ Schleswig-Holstein: Schafe in Nordfriesland gerissen – Wolf stammt aus McPom +++

Der Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD), hat angekündigt, weitere Tierarten ins Jagdrecht aufnehmen zu wollen. Genannt wurden Nebelkrähe, Rabenkrähe, Elster sowie Nilgans und Nutria. Ein entsprechender Verordnungsentwurf befinde sich derzeit in der Abstimmung. Dies liege “im Interesse des Wild- und Artenschutzes sowie im Interesse der Landeskultur und des Gewässerschutzes”, erklärte ein Ministeriumssprecher gegenüber der Ostsee-Zeitung. Wie zu erwarten war, protestieren die einschlägigen Verbände gegen die Ankündigung. Elstern und Krähen seien gemäß Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Arten und unterlägen der EU-Vogelschutzrichtlinie, sagte eine Sprecherin des BUND gegenüber der Zeitung. Wozu anzumerken ist, dass dies keinesfalls geschah, weil die genannten Arten selten oder gar bedroht seien, sondern weil man sich über deren Status bei der Abstimmung dieser Vorschriften nicht einigen konnte – u.a. deshalb, weil diese für den Schutz von Bodenbrütern und Rote-Liste-Arten wie dem Feldhasen äußerst problematischen Arten eine starke Lobby bei den Vogelschützern haben. Desweiteren ist daran zu erinnern, dass weder Bundesnaturschutzgesetz noch EU-Vogelschutzrichtlinie ewig unveränderbar gelten, sondern jederzeit an aktuelle Erfordernisse und neue Erkenntnisse angepasst werden können. Das sollten gerade jene Naturschützer wissen, die ständig Aktualisierungen jagdrechtlicher Vorschriften fordern, die z.T. erst wenige Jahre in Kraft sind. SE

Beitragsbild: Krähen ins Jagdrecht? Dieser Rote-Liste-Junghase ist dafür! Foto: SE

Munster: Wolfswelpen wurden wahrscheinlich tot gebissen

CDU Niedersachsen: “Grüne stellen Ausweitung des Wolfsbestands in Niedersachen über allgemeinen Tierschutz” +++ SPD Niedersachsen fordert “wolfsfreie Zonen”, FDP will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen +++

Dem Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landebetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) liegen die Ergebnisse der Analyse der genetischen Proben der beiden am 8. August im Bereich des Truppenübungsplatz Munster Nord tot aufgefundenen Wolfswelpen (JAWINA berichtete) vor. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen kommt zu dem Ergebnis, dass die beiden Welpen Nachkommen der Fähe waren, die Anfang Juli im Landkreis Heidekreis auf der B209 bei Bispingen bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt wurde. Auch das Vatertier der Welpen ist bekannt. Es handelt sich um einen Rüden, der zuvor sowohl auf dem Gelände des Unternehmens „Rheinmetall” bei Unterlüß als auch auf dem Truppenübungsplatz Munster nachgewiesen werden konnte.

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LJVB: “Der Wolf darf nicht das „goldene Kalb“ sein”

Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) geht mit klaren Forderungen in die Fachgespräche zum Wolfsmanagement.

Der Landtagsausschuss für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat für den morgigen Mittwoch zu einem Fachgespräch „Wolfsmanagement“ eingeladen. Auch der LJVB ist als ein Anzuhörender dazu geladen. Der Geschäftsführer des LJVB, Matthias Schannwell, wird den Standpunkt der Jägerinnen und Jäger Brandenburgs vertreten. „Brandenburg ist flächendeckend Wolfsland. Der Süden ist komplett von Wölfen besiedelt und über die Kyritz-Ruppiner Heide breitet sich Canis lupus weiter unbegrenzt Richtung Norden und Nordwesten aus. Schätzungen besagen, dass sich die Wolfspopulation alle drei Jahre verdoppelt.“, so Schannwell. Die damit verbundenen Probleme drohen unbeherrschbar zu werden. Der Wolfsbestand muss reguliert werden. Dies kann aus Sicht des LJVB nur über die ordnungsgemäße Jagd erfolgen. Das heißt: Senkung des Schutzstatus, Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und Festlegung einer Jagdzeit. Ziel muss es sein, dass die Wölfe wieder eine natürliche Scheu gegenüber dem Menschen und seinen Einrichtungen entwickeln, die dann an die nächste Generation weitergegeben wird. Eine relativ schnell umsetzbare Alternative wären Schutzjagden nach dem skandinavischen Beispiel. Das würde die Tierhalter kurzfristig entlasten.

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Niedersachsen: CDU will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

“Natürliche Scheu”: Wolf in Mecklenburg-Vorpommern am hellichten Tag fünf Meter vor der Haustür fotografiert

Die designierte niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (nicht zu verwechseln mit der Künast…) plädiert dafür, Wölfe ins Jagdrecht aufzunehmen. Im Umgang mit problematischen Wölfen solle “eine neue Linie” eingeschlagen werden, erkärte Otte-Kinast gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Die Rückkehr des Wolfes sei ein Erfolg des Artenschutzes, könne aber in ländlichen Bereichen zu Problemen führen. Deshalb sei ein Kurswechsel erforderlich. Der Wolf sei ein großartiges, aber auch ein gefährliches Tier, so die CDU-Politikerin in der HAZ. Sie sei keine Wolfshasserin, doch wer den Wolf erhalten wolle, müsse entschlossen sein, Problemwölfe zu entnehmen.

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Müller-Schallenberg: Wolf nicht ins Jagdrecht überführen!

Nabu: Unnötige Debatte

NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg hat zu einem Wolfsgutachten Stellung genommen, das der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband e.V. (WLV) und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) gestern vorgelegt haben. Die angestoßene Debatte über den Wolf in NRW sei richtig und wichtig, meinte Schallenberg. Die Position des Landesjagdverbandes NRW zum Wolf sei davon unabhängig und orientiere sich zu 100 Prozent an jener des Deutschen Jagdverbandes, die auf dem Bundesjägertag 2015 verabschiedet wurde. Ralph Müller-Schallenberg: „Mit Blick auf die gesellschaftliche Diskussion und die Sicherheit unserer eigenen Mitglieder ist es ausdrücklich keine Forderung des Landesjagdverbandes, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen.“ Vielmehr seien Probleme mit Wölfen ordnungsrechtliche Probleme und müssten auch ordnungsrechtlich behandelt werden.

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Gesetzesentwurf zum Umgang mit invasiven Arten – massive Eingriffe ins Jagdrecht geplant

“Dritte” sollen invasive Arten in den Jagdrevieren bekämpfen

Ein von der Bundesregierung vorgelegter Gesetzesentwurf (Deutscher Bundestag, Drucksache 18/11942) “zur Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten” birgt erhebliche Sprengkraft für Jagd und Jäger:  Das Gesetz “zielt auf die Prävention, Minimierung und Abschwächung der nachteiligen Auswirkungen der vorsätzlichen wie der nicht vorsätzlichen Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten auf die Biodiversität in der Union”, heißt es in Abschnitt A. Erreicht werden soll dies durch mit Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz und im Bundesjagdgesetz, die weitgehende Zuständigkeits- und Eingriffsregelungen enthalten.

Die für Jäger gewichtigsten Punkte sind in Artikel 3, “Änderung des Bundesjagdgesetzes” (S. 15 des verlinkten Gesetzesentwurfs) enthalten.

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Zürich: “Einwandfreier Jagdbetrieb” statt höchstzulässiger Revierpreis”

Einige interessante Ansätze verfolgt der Schweizer Kanton Zürich mit der Totalrevision des kantonalen Jagdgesetzes: So soll bei der Reviervergabe künftig nicht der Höchstbietende zum Zuge kommen, sondern diejenigen, die “die beste Gewähr für einen einwandfreien Jagdbetrieb” bieten. Die Jagdreviere sollen unter wildbiologischen Gesichtspunkten neu eingeteilt werden.

In einer Pressemitteilung des Kantons Zürich heißt es dazu: Die Jägerinnen und Jäger erfüllen heute eine wichtige Aufgabe zum Schutz der Wildtiere und ihrer Lebensräume. Die Voraussetzungen in den Jagdrevieren haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Das geltende Jagdgesetz von 1929 hält mit dieser Entwicklung nicht mehr Schritt. Die Baudirektion hat darum ein von Grund auf neues Jagdgesetz erarbeitet. Der Regierungsrat hat die Baudirektion zur Vernehmlassung des Gesetzesentwurfs ermächtigt.

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Sachsen-Anhalt: FDP fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Rechtsanspruch auf Entschädigung von Wolfsschäden für Weidetierhalter

„Die Population des Wolfes entwickelt sich rasant. Um die Art einerseits zu erhalten, andererseits bei Problemen mit Wölfen auch handeln zu können, schlagen wir ein bundesweit einheitliches Monitoringprogramm vor“, erklärt Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt.  Zudem solle der Wolf bei ganzjährigem Schutz in das Jagdrecht. In dem am 27. Ordentlichen Parteitag beschlossenen Antrag „Umgang mit Wölfen“, fordern die Freien Demokraten die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht.  Dieses Jagdrecht soll besonders sicherstellen, dass verletzten Wölfen der Fangschuss gegeben werden darf, etwa nach Unfällen mit Kraftfahrzeugen. Zugleich ermögliche dies auch zügiges Handeln, wenn etwa einzelne Wölfe zu Problemen werden, so die FDP Sachsen-Anhalt auf ihrer Internetseite.

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