Schlagwort-Archive: Jagdpacht

Brandenburg: Wenig Wild wegen Wolf – erste Jäger geben auf

2534 Stück Wild wurden im Jagdjahr 2017/18 im Landkreis Potsdam-Mittelmark erlegt, in besseren Zeiten waren es schon einmal fast doppelt so viele. Während in einigen Revieren in Potsdam-Mittelmark die Welt noch in Ordnung ist, sieht es andernorts düster aus: Zum Beispiel im Südwesten des Kreises, der unmittelbar an das Einstandsgebiet der Wölfe des Dobbrikower Rudels im benachbarten Kreis Teltow-Fläming angrenzt: Das Wild, das die Wölfe nicht aufgefressen haben, weicht den Raubtieren weiträumig aus. Sechs Stück Damwild standen im Abschussplan der Pächtergemeinschaft Wittbrietzen, doch seit drei Jahren kam hier kein Stück Damwild mehr zur Strecke. Die Rehwildstrecke ist um die Hälfte zurückgegangen, wie ein Pächter gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) erklärt. Fünf der neun Pächter haben sich daher jetzt aus der bislang neunköpfigen Pächtergemeinschaft verabschiedet. Sie wollen sich nach besseren Revieren umsehen. Für die verbliebenen vier wird es schwieriger, die Pacht aufzubringen: Weniger Pächter und drastische reduzierte Wildbreteinnahmen sorgen für eine massiv gestiegene finanzielle Belastung der verbliebenen Jäger.

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Jagdverpachtung durch Jagdgenossenschaften wird umsatzsteuerpflichtig

Zum 1. Januar 2017 ist die Umsatzbesteuerung juristischer Personen des öffentlichen Rechts im Zuge einer Anpassung an europäisches Recht neu geregelt worden (§ 2b Umsatzsteuergesetz (UStG). Demnach besteht ab dem 01.01.2017 auch bei der Jagdverpachtung durch eine Jagdgenossenschaft Umsatzsteuerpflicht, wie die Bundesarbeitgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) erklärt. “Allerdings,” so die BAGJE, “kann die Jagdgenossenschaft gegenüber dem Finanzamt einmalig eine Optionserklärung zur Anwendung der bisherigen Umsatzsteuerregelungen abgeben.” Die BAGJE empfiehlt ihren Mitgliedern, Jagdpachtverträge mit Wirkung zum 01.01.2017 dahingehend anzupassen, “dass zusätzlich zu der vereinbarten Pachtzahlung vom Pächter noch die gesetzliche Umsatzsteuer in Höhe von derzeit 19 Prozent geschuldet wird und dass die Umsatzsteuer offen ausgewiesen wird”, falls die Jagdgenossenschaften entscheiden, von diesem gesetzlichen Optionsrecht bis spätestens zum 31.12.2016 keinen Gebrauch zu machen.

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Brisantes Urteil: Jagdpachtminderung wegen Durchforstung

Das Amtsgericht Dillenburg hat in einem aktuellen Urteil einem Jagdpächter aus dem Raum Herford eine Minderung der Jagdpacht zugestanden, weil nach einer Durchforstung die jagdliche Nutzung des Reviers eingeschränkt war. Brisant daran: Das Gericht erkannte die Berechtigung der Pachtminderung wegen eines “Mangels der Pachtsache” nicht nur für den Zeitraum (Januar bis März 2011) an, in dem der entsprechende Revierteil während der Durchforstung für den Besucherverkehr gesperrt war, sondern auch für das anschließende Pachtjahr.

Demnach “führten die durchgeführten Waldbaumaßnahmen im 1. Quartal 2011 auch im folgenden Pachtjahr zu Beeinträchtigungen bei der Jagdausübung […].” Der für den Jagdpächter tätige Gutachter habe “insbesondere überzeugend ausgeführt, dass die wald- und forstwirtschaftlichen Maßnahmen negative Auswirkungen auf die Wilddichte, die Sicherheit bei der Schussabgabe, die Erreichbarkeit bzw. das Vorhandensein von Einständen, Dickungen, Brunftplätzen sowie Setz und Brutflächen gehabt habe. Infolge des Einsatzes von schweren Maschinen sei auch die Erschließung des Jagdbezirkes im Folgejahr in Bezug auf die betroffenen Flächen erschwert gewesen.”

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