Schlagwort-Archive: Jagdgenossenschaft

Niedersachsen: Klage von Jagdgenossen gegen Bestattungswald erfolglos

Der 1. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat mit Beschluss vom 17. April 2019 (Az. 1 ME 32/19) – wie zuvor schon das Verwaltungsgericht Osnabrück – eine der Samtgemeinde Sögel vom Landkreis Emsland erteilte Baugenehmigung zur Einrichtung eines Bestattungswaldes vorläufig bestätigt.

Eine Jagdgenossenschaft, zu deren Jagdbezirk die fragliche Waldfläche bislang gehört, hatte die Aussetzung der Vollziehung der Baugenehmigung beantragt. Nach Ablehnung ihres Antrags durch das Verwaltungsgericht Osnabrück mit Beschluss vom 6. Februar 2019 (Az. 2 B 27/18) hatte die Jagdgenossenschaft dagegen Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht erhoben.

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Baden-Württemberg: Pachtpreisminderung bei ASP oder Wolfsrissen

Bei der Verlängerung des Jagdpachtvertrags um zwölf Jahre haben sich Jäger und Gemeindevertreter in Zimmern ob Rottweil “ganz geräuschlos und ohne jegliche Missstimmungen” geeinigt, berichtet der Schwarzwälder Bote – und eine interessante Klausel in den neuen Jagdpachtvertrag eingebaut: Bricht während der Pachtzeit die Afrikanische Schweinepest (ASP) aus, so ist eine Reduzierung des Pachtpreises möglich. Dasselbe gelte auch “bei amtlich bestätigten und vermehrt auftretenden Wolfsrissen an Wildtieren”. Ein Beispiel, das in dieser oder ähnlicher Form in den Wolfsgebieten bei anstehenden Neuverpachtungen Schule machen dürfte. Die Minderung des Jagdwerts durch den Wolf wird damit an die Jagdgenossen, also die Grundstückseigentümer durchgereicht. red.

Beitragsbild: Von Wolfs gerissenes Wild., Foto: BS

Brandenburg: Wenig Wild wegen Wolf – erste Jäger geben auf

2534 Stück Wild wurden im Jagdjahr 2017/18 im Landkreis Potsdam-Mittelmark erlegt, in besseren Zeiten waren es schon einmal fast doppelt so viele. Während in einigen Revieren in Potsdam-Mittelmark die Welt noch in Ordnung ist, sieht es andernorts düster aus: Zum Beispiel im Südwesten des Kreises, der unmittelbar an das Einstandsgebiet der Wölfe des Dobbrikower Rudels im benachbarten Kreis Teltow-Fläming angrenzt: Das Wild, das die Wölfe nicht aufgefressen haben, weicht den Raubtieren weiträumig aus. Sechs Stück Damwild standen im Abschussplan der Pächtergemeinschaft Wittbrietzen, doch seit drei Jahren kam hier kein Stück Damwild mehr zur Strecke. Die Rehwildstrecke ist um die Hälfte zurückgegangen, wie ein Pächter gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) erklärt. Fünf der neun Pächter haben sich daher jetzt aus der bislang neunköpfigen Pächtergemeinschaft verabschiedet. Sie wollen sich nach besseren Revieren umsehen. Für die verbliebenen vier wird es schwieriger, die Pacht aufzubringen: Weniger Pächter und drastische reduzierte Wildbreteinnahmen sorgen für eine massiv gestiegene finanzielle Belastung der verbliebenen Jäger.

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Adolf Hildner reicht es…

Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Stadtsteinach im oberfränkischen Landkreis Kulmbach, Adolf Hildner, ließ bei der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossem ordentlich Dampf ab, wie das Onlineportal inFranken.de berichtet: Es müssten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um ein Übergreifen der afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland zu verhindern, forderte Hildner. Notwendig seien “revierübergreifende Drückjagden, die Zulassung von Saufängen, Nachtsichtgeräten, Schalldämpfern und Lichtquellen, einen ganzjährigen Abschuss ohne Schonzeiten sowie finanzielle Beihilfen – diese Methoden seien “im Bayerischen Wald und in Mecklenburg-Vorpommern Standard.” Es müsse nicht jedes Bundesland “sein eigenes Süppchen kochen”, zitiert inFranken.de den erbosten Jagdgenossen: Alle Wildschäden würden von der Landwirtschaft getragen werden ohne finanziellen Ausgleich. Es reiche jetzt, poltere Adolf Hildner: Viele Jahrgenossenschaften seien schon nicht mehr in der Lage, Schäden finanziell auszugleichen” –  und das nächste Problem sei der Wolf…

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags auf inFranken.de (Screenshot).

Schleswig-Holstein: Keine “Befriedung” für juristische Personen

Mitwirkungspflicht für Landwirte bei der Wildschadensverhütung eingeführt

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV SH) weist darauf hin, dass im Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen am 21. Februar 2018 im Landtag in einem Artikelgesetz­ mit den Stimmen der Jamaika-Koalition auch das Landesjagdgesetz Schleswig-Holstein (LJagdG) geändert wurde. Eine der wichtigsten Änderungen ist, dass die Möglichkeit der sog. “Befriedung” von Flächen aus ethisch-moralischen Gründen für juristische Personen, also zum Beispiel Naturschutzverbände, gestrichen wurde. Außerdem, so der der LJV SH, werde eine Öffnungsklausel zum Schutz des Wildes vor Wildseuchen neu eingeführt. Diese ermögliche es den Jagdbehörden, “Ausnahmen von den Verboten in § 19 Absatz 1 Bundesjagdgesetz und in § 29 Absatz 5 zulassen und abweichend von § 27 Bundesjagdgesetz Anordnungen nach dieser Bestimmung auch zur Vorbeugung und Bekämpfung von Wildseuchen zu erlassen. So können Schonzeiten abgekürzt oder aufgehoben werden oder Jagdschutzberechtigte zur Mithilfe bei der Seuchenbekämpfung verpflichtet werden.

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BAGJE: Leitfaden zur Befriedungsmöglichkeit

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) gibt einen Leitfaden für Jagdrechtsinhaber heraus, der den Umgang mit der neuen Befriedungsmöglichkeit erleichtern soll, die durch die jüngste Novellierung des Bundesjagdgesetzes geschaffen wurde.

Sechs Monate nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt wird ein neuer Paragraf im BJagG wirksam, der die Herausnahme einzelner Grundstücke aus der in Deutschland geltenden flächendeckenden Bejagungspflicht ermöglicht. Für Grundeigentümer besteht fortan die Möglichkeit, mittels Antragstellung bei der zuständigen Behörde eine Befriedung ihrer Flächen durchzusetzen. Die Befriedungsmöglichkeit beschränkt sich auf Fälle, in denen ein Grundeigentümer glaubhaft macht, die Jagd aus ethischen Gründen abzulehnen. Im Rahmen eines behördlichen Anhörungsverfahrens müssen Interessen benachbarter Grundeigentümer, land- und forstwirtschaftlicher Bewirtschafter sowie Ziele des Tier- und Artenschutzes berücksichtigt werden. Grundeigentümer befriedeter Flächen haften weiterhin anteilig für Wildschäden.

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Änerung des Bundesjagdgesetzes verkündet

Die nach dem EGMR-Urteil zur Zwangsmiktgliedschaft in Jagdgenossenschaften notwendig gewordene und am 28. Februar vom Bundestag beschlossene Änderung des Bundesjagdgesetzes ist heute im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Die Gesetzesänderung tritt damit am 6. Dezember in Kraft. Das Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften ist hier nachzulesen. SE