Schlagwort-Archive: Jagdgegner

Schweiz: Breites Bündnis gegen Jagdverbot im Kanton Zürich

Am 23. September stimmen die Wahlbürger des Schweizer Kantons Zürich über die von Tierschützern und Jagdgegner lancierte Initiative “Wildhüter statt Jäger” ab. Die Initiative verfolgt das Ziel, das bestehende Jagdsystem der sogenannten Milizjagd abzuschaffen, bei dem lokale Jagdgesellschaften für die Hege und Pflege der Wildbestände zuständig sind. Nach dem Wunsch der Initianten sollen nach dem Vorbild des Kantons Genf stattdessen vom Staat bezahlte Wildhüter das Wildtiermanagement übernehmen. Diesem Ansinnen stellt sich ein breites Bündnis aus Jägern und Landwirten und Politikern aus dem gesamten politischen Spektrum entgegen. Regierungsrat und Kantonsrat lehnen das Begehren ab, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, “und zwar einstimmig.” Auch der Schweizer Naturschutzverband Pro Natura lehnt die Initiative ab.

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Umfrage: Mehrheit nach Jagdunfällen gegen “Hobbyjagd”

Hessen: Kreis, Ministerium und Sparkasse unterstützen Jagdhundesolidaritätskasse +++ Schweiz: Acht Hochsitze zerstört +++ Bayern: Wilderei in Postmünster – Zeugen gesucht +++ Österreich: Immer mehr Goldschakale +++ Thüringen: Nabu fordert Fortsetzung der Jagd auf Wolfshybriden +++

Nach der Häufung von Jagdunfällen in den letzten Wochen (tödliche Jagdunfälle in NRW und Thüringen, ein angeschossenes und schwer verletztes Mädchen in Thüringen, JAWINA berichtete) hat sich eine knappe Mehrheit in einer Umfrage gegen die sog. “Hobbyjagd” ausgesprochen. Die Umfrage wurde von dem Meinungsinstitut forsa im Auftrag der Tierschutzorganisation Peta durchgeführt.

1.064 Menschen hat Forsa Peta zufolge zwischen dem 3. und 5. Juli danach gefragt, wer die Berechtigung zur Jagd haben sollte: “Dabei kristallisierte sich heraus, dass sich eine knappe Mehrheit der Deutschen gegen die Hobbyjagd ausspricht: 49 Prozent sind der Meinung, nur Berufsjäger sollten jagen dürfen. 45 Prozent hingegen sind der Ansicht, dass die Jagd auch als Hobby erlaubt sein sollte.

Frauen, Befragte aus Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern und Anhänger der Linkspartei lehnen die Hobbyjagd laut der Umfrage häufiger ab als der Durchschnitt und vertreten die Meinung, dass nur Berufsjäger die Erlaubnis zur Jagd haben sollten. Hobbyjäger werden überdurchschnittlich häufig von Männern, Personen aus Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern sowie Anhängern der Union, der FDP und der AfD befürwortet.”

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Konflikte mit Jagdgegnern: “Der Konfrontation besser aus dem Weg gehen”

Regelmäßig schaffen es Konflikte zwischen Jägern und Jagdgegnern oder Jagdstörern in die Presse. Verfolgungsjagden, Vandalismus, verbale oder tätliche Auseinandersetzungen sind keine Seltenheit. Für Jäger steht dabei viel mehr auf dem Spiel, als für ihre Kontrahenten. Wir haben mit dem Anwalt und Justiziar des LJV Brandenburg, Jens Ole Sendke, über das richtige Verhalten im Konfliktfall gesprochen.

JAWINA: Aktuell berichtet die Lokalpresse über die Auseinandersetzung zwischen einem Jagdstörer bei Delitzsch, der nachts mit einer Taschenlampe herumgeleuchtet hat, um so das Wild zu vertreiben. Jetzt behauptet er, von einem Jäger mit der Waffe bedroht worden zu sein. Was steht für den Weidmann auf dem Spiel?

Jens Ole Sendke: Eine Menge. Als Legalwaffenbesitzer geht man bei solchen Auseinandersetzungen ein weitaus höherer Risiko ein, als ein Jagdgegner, der vielleicht schon viermal vorbestraft ist. Es kann durchaus passieren, dass noch am selben Abend die Polizei vor der Haustür steht und “zur Gefahrenabwehr” die waffenrechtlichen Erlaubnisse des Jägers einzieht und auch seine Jagdwaffen gleich mitnimmt. Zumindest für die Dauer des Ermittlungsverfahrens, das sich einige Zeit hinziehen kann, ist es dann erst einmal nichts mehr mit Jagd. Kommt es zu einer Verurteilung oder auch einer Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen, können Jagdschein und WBK für mehrere Jahre futsch sein.

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Polen: “Unakzeptable und fundamental falsche Änderungen des Jagdrechts”

Es ist wie ein Alptraum: Keine Strafen für Jagdstörer, Jagdverbot für alle unter 18, regelmäßige Jägerprüfungen, Ernennung von Jagdfunktionären durch den Umweltminister – das polnische Jagdgesetz wird offenbar nach den Vorgaben totalitärer Jagdgegner umgestaltet.

Äußerst besorgt zeigt sich FACE, die Dachorganisation der europäischen Jagdverbände, über die Änderungen des polnischen Jagdgesetzes, denen der polnische Senat bereits zugestimmt hat. Diese bedeuteten “buchstäblich den Tod lange bestehender jagdlicher Tradition, Kultur und Methoden. Insbesondere die folgenden Neuregelungen, so FACE, hätten gravierende Auswirkungen auf Jagd und Jäger in Polen:

1 Das Verbot, Wildtiere ohne ausdrückliche jagdliche Zwecke zu stören. Dies würde FACE zufolge bedeuten, dass Jäger ihre Hunde und Falkner ihre Greifvögel nicht mehr effektiv trainieren könnten. FACE weist darauf hin, dass Falknerei und die Ausbildung von Greifvögeln von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt sind.

2 Die Ernennung des Präsidenten des polnischen Jagdverbands durch den Umweltminister und die Möglichkeit, diese Person durch den Minister zu entlassen, wenn ein Beratungsgremium dem zustimmt. Dies würde die Selbstverwaltung der Jägerschaft eliminieren und stelle einen unmittelbaren Angriff auf demokratische Grundprinzipien dar, so FACE.

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NRW: Jagdgegner demolieren Auto

Vandalismus auch bei Peine (Niedersachsen) und Moschheim (RLP)

Jagdgegner haben am Samstag das Auto einer Treiberin demoliert, die bei Hünxe (Kreis Wesel) an einer Schwarzwild-Drückjagd zur Eindämmung der ASP-Gefahr teilgenommen hatte. Ein Unbekannter soll der NRZ zufolge dabei beobachtet worden sein, wie er mit einem Holzklotz die Frontscheibe des PKW einschlug, sowie Seitenspiegel und Motorhaube demolierte. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Die Drückjagd war Medienberichten zufolge im Vorfeld Landwirten, der Polizei und Anwohnern angekündigt worden. Daraufhin wurde der Jagdpächter, der CDU-Ratsherr Michael Helmich bedroht: Man habe angekündigt, die Fenster seines Hauses einzuschlagen, so RP online. Helmich, der auch Nabu-Mitglied und Wolfspate ist, erklärte gegenüber RP online, dass er “gerne das Gespräch mit den Jagdgegnern gesucht und dabei auch erklärt hätte, warum derzeit gejagt werden muss und warum der Abschuss von Wildschweinen so wichtig ist.” Aber das sei mit solchen Personen wohl nicht möglich.”

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Österreich: Jagdstörer von Polizei des Waldes verwiesen

Bei Gattendorf im österreichischen Bundesland Burgenland haben Tierrechts-Aktivisten eine Treibjagd gestört. Die drei “Tierschutz-Apostel”, wie die Kronen-Zeitung schreibt, drangen in den abgesperrten Bereich ein, “tobten sich an den Absperrungen der Jägerschaft aus” und rissen Warnhinweise ab. Auch sollen an der Jagd beteiligte Treiber von den Aktivisten gestört worden sein. Um die potenziell gefährliche Situation zu bereinigen, wurde die Polizei verständigt. Nach einer intensiven Suche entdeckten die Beamten den Hauptverdächtigen und seine Komplizen. Sie wurden aus dem Jagdgebiet eskortiert und erhielten einen Platzverweis. Die Jagd konnte danach erfolgreich fortgesetzt werden. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der Kronen-Zeitung (Screenshot).

NRW: Nabu fordert Beschränkung der Jagdzeit auf September bis Dezember

+++ “Zahlenpfusch” beim Hamburger Nabu +++ Österreich: Vorarlberg behält Rotwildfütterung bei +++ Mecklenburg-Vorpommern: “Überall Gliedmaßen” – Jagdreste unsachgemäß entsorgt +++ Saarland: Brutplatz von Rotmilan zerstört +++ Bayern: “Blut und Eingeweide” – Aufregung um Aufbruch +++

Gäbe es noch Zweifel an der ideologischen Verbohrtheit und prinzipiellen Jagdfeindlichkeit des Nabu – mit den Statements des Nabu NRW zur geplanten Überarbeitung des nordrhein-westfälischen Landesjagdgesetzes wären sie ausgeräumt. Die angekündigte Novellierung des umstrittenen und in Teilen verfassungswidrigen Gesetzes dürfe “ökologische Standards nicht aufweichen”, fordert der Nabu. “Die aktuelle Jagdstrecke belege eindrücklich, dass trotz gestiegener Jagdstrecken bei Schalenwild und Wildschweinen die Überpopulationen mit den herkömmlichen Jagdmethoden nicht in den Griff zu bekommen seien”, so der Nabu. Der Nabu plädiere schon seit langem dafür die Jagdzeiten auf die Wintermonate September bis Dezember zu beschränken und in diesem Zeitraum auf die effektivere Drückjagd umzusteigen, so der Nabu-NRW-Vorsitzende Josef Tumbrinck.

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Schleswig-Holstein: Jagdgegner bedroht Jäger mit Pistole

Ein 46 Jahre alter Jagdgegner hat eine Gruppe von Jägern bei Uetersen (Kreis Pinneberg) mit einer Pistole bedroht. Der Vorfall ereignete sich bereits am 24. November, wurde aber erst jetzt bekannt. Offensichtlich habe der Mann “etwas gegen die Ausübung der Jagd im Grenzbereich von Uetersen und Groß Nordende” gehabt, stellt die shz fest. Der Jagdgegner scheint seine Pistole vor den Augen der Jäger durchgeladen zu haben. Die Jäger, die legal Fasanen in dem Gebiet jagten, zogen sich daraufhin zurück und verständigten die Polizei. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei (SEK) rückte an und überwältigte den Jagdgegner in seiner Wohnung. Der polizeilich bislang unbescholtene Mann wurde vorläufig festgenommen, die Pistole entpuppte sich als Schreckschusswaffe. Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber der shz, dass “das Ganze für den Uetersener Pistolenmann auch tragisch hätte ausgehen können:” Schließlich seien die Jäger bewaffnet gewesen – hätten sie sich in einer vermeintlichen oder tatsächlichen Notwehrsituation mit ihren Jagdflinten verteidigt, wäre dies dem Pistolenmann wohl nicht gut bekommen. red.

Beitragsbild: Schreckschusswaffen (Revolver). Foto: SE

England: Reiterin züchtigt Jagdgegner

Eine Reiterin und Teilnehmerin an einer traditionellen Fuchsjagd zu Pferd bei Pevensey im südenglischen East Sussex hat einen Jagd-Saboteur mit der Reitgerte gezüchtigt. Die traditionelle Fuchsjagd ist in England seit dem Hunting Act 2004 weitgehend verboten, die Veranstalter beteuerten, alle gesetzlichen Regeln strikt eingehalten zu haben. Auf einem von den Jagd-Saboteuren aufgenommenen Video ist zu sehen, wie eine Gruppe von vermummten Jagdgegnern die Reiterin umringt und bedrängt. Zunächst weist die Reiterin die Störer noch freundlich, aber bestimmt darauf hin, dass sie sich auf Privatbesitz befänden und fordert sie auf, zurück zur Straße zu gehen. Davon unbeeindruckt schließen die Jagd-Saboteure den Kreis um die Reiterin enger, auf dem Video ist deutlich zu sehen, wie ein Jagdgegner mehrmals versucht, die Zügel des bereits scheuenden Pferdes zu ergreifen. Daraufhin verabreicht die Reiterin dem Jagdgegner das, was viele Kommentatoren als wohlverdiente Abreibung bewerten. Mehrfach “Get off my horse!” (Lass mein Pferd los) rufend, drischt sie mit der Springgerte auf den vermummten Störer ein. Die Jagdgegner wollen 17 Hiebe gezählt haben – was beweist, dass keiner der Schläge mit der relativ kurzen und in einer Art Fliegenklatsche auslaufenden Springgerte eine hinreichende Wirkung erzielte, die den Aggressor von weiteren Angriffen abgehalten hätte. Tipp: Eine lange, steife Dressurgerte wäre hier das geeignetere Werkzeug gewesen. SE

Video: YouTube

Rheinland-Pfalz: Feiger Anschlag – Hochsitz angesägt

In dem Zeitraum zwischen Sa. 04.11.2017 und So. 05.11.2017 wurde im Jagdbezirk Sinzig Bad Bodendorf (Landkreis Ahrweiler) ein ca. fünf Meter hoher Hochstand einer Jagdgemeinschaft angesägt. Wie die Polizei mitteilt, sägten unbekannte Täter eine Hauptstütze des Hochstandes bis zur Hälfte schräg an. Glücklicherweise wurde diese Beschädigung durch einen Jäger entdeckt, bevor er auf den Hochsitz aufstieg. Die Beschädigung war nach Auffassung der Ermittler geeignet den Hochsitz beim Besteigen zum Einsturz zu bringen. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Hinweise zu dem Täter bitte an die Polizeiinspektion Remagen Tel.: 02642/93820. PM

Beitragsbild: Angesägte Kanzel (Archivbild). Foto: SE