Schlagwort-Archive: Jagd

Böser Brief: Einreiseverbot für Jäger in das Land Mecklenburg-Vorpommern

Der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Heiko Granzin hat im Zusammenhang mit der Sperrung des Landes Mecklenburg-Vorpommern für auswärtige Jäger (JAWINA berichtete) einen interessanten Brief an den Ministerpräsidenten Dr. Till Backhaus geschrieben. Wir veröffentlichen das Dokument im Wortlaut:

“Hochverehrte Frau Ministerpräsidentin, sehr geehrter Herr Minister Dr. Backhaus (reading in blind copy), sehr geehrte Damen und Herren,

aus der Presse habe ich erfahren, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern – angeblich das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt – Jägern, welche nicht Ihren ersten Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern unterhalten, die beabsichtigte Einreise nach Mecklenburg – sofern diese Einreise der Ausübung der Jagd dienen solle – verweigern würde.

Ausweislich einer hier vorliegenden Pressemeldung habe angeblich eine Pressesprecherin des Ministerium für Landschaft und Umwelt eine entsprechende Nachfrage bestätigt.

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Mecklenburg-Vorpommern: Backhaus macht Grenzen dicht für Jäger

LJV und DJV stellen klar: Jagd ist kein Tourismus. Jäger sollten trotz Corona-Krise von Beschränkungen ausgenommen werden. Sie verhindern Wildschäden auf Feldern. Verstärkte Wildschweinjagd ist notwendig wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest.

Mecklenburg-Vorpommern plant ein komplettes Einreiseverbot für Jäger, die ihren ersten Wohnsitz nicht in Mecklenburg-Vorpommern haben. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat bereits entsprechend gehandelt: Jagdreisen seien unzulässig. Der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern und der Deutsche Jagdverband protestieren gegen dieses Vorhaben. In einem Brief an Landwirtschaftsminister Till Backhaus stellte DJV-Präsident Dr. Volker Böhning klar: Jagdpächter, bestätigte Jagdaufseher und Erlaubnisscheininhaber werden gerade im Frühjahr dringend gebraucht – auch wenn sie nicht dauerhaft in Mecklenburg-Vorpommern wohnen. Die intensive Jagd ist im Frühjahr notwendig, um Schäden durch Wildtiere auf Feldern und Wiesen zu verhindern. Zudem müssen Jäger verstärkt Wildschweine bejagen, da die Afrikanische Schweinepest nur noch wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist.

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Brandenburg: Empfehlungen der OJB zu vorübergehender Einstellung der Jagd überarbeitet

Peinlich, peinlich: Nachdem die Empfehlung der Brandenburger OJB, sämtliche Jagdausübung vorerst ruhen zu lassen, Befremden und Protest auslöste (JAWINA berichtete), rudert die Behörde nun zurück: Jetzt ist eine überarbeitete Version der Empfehlung an die Unteren Jagdbehörden versandt worden. Diese lautet:

“Empfehlungen zur Jagdausübung im Rahmen der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung

Schreiben vom 23.03.2020, Geschäftszeichen MLUL-35-2130/26+25#81965/2020

Die Eindämmungsverordnung sagt, dass alle angehalten sind, soziale Kontakte außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. In diesem Sinne sind alle gebeten, sich für die nächsten zwei Wochen bis zum 5. April 2020 in ihrem Alltagsverhalten einzuschränken. Mit diesem Schreiben gebe ich eine Empfehlung zum weiteren Verhalten ab.

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Brandenburg: Kein Jagdverbot, nur eine Empfehlung

Die beim Brandenburger Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) angesiedelte Oberste Jagdbehörde hat mit ihrem Rundschreiben zum Thema Jagd in der Corona-Krise (JAWINA berichtete) für erhebliche Verunsicherung gesorgt. JAWINA-Leser MS hat bei der OJB angefragt und folgende Antwort erhalten: “[…] es handelt sich nur um eine Empfehlung der obersten Jagdbehörde. Zuständig für Verbote sind Gesundheitsministerium/Gesundheitsämter. Wenn Sie wirklich kontaktlos die Einzeljagd auch nach dem Schuss durchführen können, spricht nichts dagegen, weiterhin jagdlich tätig zu werden.” Aha.

JAWINA-Leser Anko bringt es in einer Mail an die Red. auf den Punkt: “Das Landwirtschaftsministerium ist weder für die Durchsetzung der Corona-Verordnung, noch für die nun erbetene Klarstellung zuständig. Man kann die Empfehlung des unzuständigen Ministeriums genauso getrost ignorieren, wie die nun erfolgte Klarstellung.” red.

Beitragsbild: Amtsschimmel, sich wälzend. Foto: SE

Die Red. dankt für die Hinweise!

DJV: Jagd trotz Corona-Krise notwendig

DJV-Eilbrief an Bundeslandwirtschaftsministerin: Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest macht Jagd notwendig. Jäger müssen von Einschränkungen wie Ausgangssperren ausgenommen sein. Sonst drohen zudem Ernteausfälle durch Wildtiere. Jagd hilft der Landwirtschaft und damit einer systemrelevanten Daseinsvorsorge.

Das Corona-Virus legt immer weitere Teile des öffentlichen Lebens lahm. In einem Eilbrief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat Dr. Volker Böhning, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), deutlich gemacht, dass Jäger wegen ihrer gesellschaftlich relevanten Aufgaben generell von weitergehenden Beschränkungen ausgenommen werden müssen. “Eine etwaige Ausgangssperre würde Jagd auf Wildschweine unmöglich machen. Und damit auch den Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest”, sagte Dr. Böhning. Diese ist nur noch wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Eine Verbreitung der Tierseuche hätte gravierende wirtschaftliche Folgen für die deutsche Landwirtschaft. Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft das Risiko eines Eintrags der Seuche durch Wildschweine aus Westpolen und Belgien als hoch ein.

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Niedersachsen: “Jagd” auf Problemwolf kostet bislang 1,25 Mio.

+++ Brandenburg: Umweltminister lehnt Bogenjagd auf Wildschweine in Stahnsdorf ab +++ Sachsen-Anhalt: Wolf tötet 13 Schafe +++ Hessen: Toter Wolf in Wiesbaden +++ NRW: Wolf auf Grünbrücke über A3 fotografiert +++ Hessen: Wolf reißt Kalb seltener Nutztierrasse – verstörte Mutterkuh muss notgeschlachtet werden +++ 

Die erfolglosen Bemühungen, des Leitwolfs des Rodewalder Rudels GW717m habhaft zu werden, haben das Land Niedersachsen bislang 1,25 Millionen Euro gekostet. Das erklärte der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) anlässlich der Verabschiedung des neuen Bundesnaturschutzgesetzes durch den Bundesrat.

Lies zeigt sich erleichtert, dass das neue Bundesnaturschutzgesetz der Bundesregierung auch den Bundesrat passiert hat. „Damit kommen wir unserem Ziel näher, mit einem nationalen Wolfs-Managementplan Kriterien und Methoden zu entwickeln, mit der die Zahl der Tiere in Niedersachsen reguliert werden kann“, betont Lies, der sich nachdrücklich dazu bekennt, „den Wolf als Art zu erhalten und die Akzeptanz für den Wolf bei den Bürgern trotz aller Nutztierrisse dauerhaft zu sichern“.

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MV: Petition gegen Jagdzeitverlängerung

Auf der Petitionsplattform openPetition.org ist eine Petition “Für Wildtierwohl UND Klimaschutz” gestartet worden. Die Petition richtet sich gegen die Verlängerung der Jagdzeiten “auf Rehe und Hirsche vom 16. April bis 31. Januar” (JAWINA berichtete). Damit hätte Mecklenburg-Vorpommern “die längsten Jagdzeiten Europas”, wie es im Petitionstext heißt. Der Inititiator, Ulf-Peter Schwarz aus Upahl (Landkreis Nordwestmecklenburg) lehnt dies “als Tierfreund und Jäger” ab.

Zur Begründung heißt es auf OpenPetition:

“Die Jagd im Frühjahr, wenn die Muttertiere ihre Jungen bekommen, verstößt gröblichst gegen den Tierschutz. Im Winter, wenn das Wild seinen Stoffwechsel absenkt und nur wenig Nahrung benötigt, sorgt die Beunruhigung durch Jagd für erhöhten Nahrungsbedarf und damit für zusätzliche Fress-Schäden im Wald.

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Spreewald-Jagd: Kahn fahn

An einem milden Dezembertag war es soweit: Meine erste richtige Spreewald-Jagd – “richtig” heißt: Das Jagdgebiet ist nur mit dem Kahn zu erreichen. Das Anstellen und Wieder-Einsammeln der Schützen, Wildbergung und Transport von Nachsuchen-Gespannen – alles findet mit den ortstypischen Wasserfahrzeugen statt.

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Hessen: Leichenfund bei Drückjagd

+++ Berlin: Polizei erschießt Wildschwein nach Wildunfall +++ Mecklenburg-Vorpommern: Einbruch bei Jäger – Revolver und Munition gestohlen +++ Thüringen: Wildschwein löst Alarm im Supermarkt aus +++

Bei einer Drückjagd, die am Samstag Vormittag in der Nähe von Naurod, einem Vorort von Wiesbaden, stattfand, sind die Überreste einer menschlichen Leiche gefunden worden. Ein Stöberhund fand die stark skelettierte Leiche gegen 10 Uhr, die Jäger verständigten daraufhin die Polizei. Geschlecht und Identität des Toten sind unbekannt, wie das Wiesbadener Tagblatt berichtet, eine gerichtsmedizinische Untersuchung soll Klarheit bringen. red.

Beitragsbild: Drückjagd auf Friedhof (Symbolbild). Foto: SE

Jäger als “qualifizierte Bambi-Mörder”

Eines Tages zeigte eine Mitschülerin mit dem Finger auf Laura Wrede und sagte: “Dein Vater ist ein Mörder, der schießt arme Tiere tot.” In Zeiten von Fridays for Future fühle sie sich mitunter an dieses Schulerlebnis erinnert, schreibt die Jägerin, Falknerin und Autorin in dem in der Welt erschienenen Artikel „Jäger als Bambi-Mörder? Die Wahrheit ist viel komplexer!“.  Wie einfach ist es doch, den “anklagenden Finger” auf Mitmenschen zu richten und sie für alles Böse verantwortlich zu machen, sinniert Wrede und versucht, die Dinge gerade zu rücken, wenn sie betont, dass etwa die Jagd mit dem Falken die natürlichste und nachhaltigste Form der Jagd ist. Oder wenn sie – natürlich zu Recht – darauf hinweist, dass Jäger eine weitaus fundiertere Ausbilder als Naturschützer vorzuweisen haben, als die meisten Aktivisten von Nabu, Bund und Co. oder dass Jagd eine wichtige, ja unentbehrliche Rolle in der Kulturlandschaft spielt. Das haben andere auch schon alles gesagt, oft und in deutlichen Worten, genutzt hat es eher wenig. Es schadet trotzdem nicht, es immer wieder mal zu wiederholen. Deshalb: Leseempfehlung.

Beitragsbild: Falke (Foto: SE)

Die Red. dankt JAWINA-Leser ZE für den Hinweis!