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IUCN und Jagdverbände legen Hintergrundpapier zur Auslandsjagd vor

Sachlich und faktenbasiert: Wie komplex Tourismus, Jagd, Gesellschaft und Wildtierschutz miteinander wirken, erläutert ein Papier von IUCN, CIC und DJV. Der Text liegt nun in deutscher Sprache vor.

In Kooperation mit der Weltnaturschutzunion (IUCN) veröffentlichen die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) ein Hintergrundpapier, das die teilweise stark emotionalisierte Debatte um die Auslandsjagd („Trophäenjagd“) versachlicht. Das seit September 2016 auf Englisch vorliegende IUCN-Informationsschreiben zur Trophäenjagd verweist auf Gefahren, die aus Jagdverboten oder Einfuhrbeschränkungen für Jagdtrophäen entstehen. Die IUCN erläutert, wie Jagdverbote sich negativ auswirken können auf Artenschutz, Bekämpfung der Wilderei vor Ort sowie Rechte und Lebensgrundlagen indigener und lokaler Gemeinschaften. Das Schreiben liegt nun in einer deutschen Fassung vor.

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Münchner Zoll beschlagnahmt Ganzpräparat eines Wolfes

Da staunten die Zöllner nicht schlecht, als sie bei einer Kofferkontrolle eines aus der Ukraine kommenden Mannes ein komplettes Wolfsfell mit Schädel entdeckten. „Wölfe sind vom Aussterben bedrohte Tiere im Washingtoner Artenschutzübereinkommen sowie in der EU-Artenschutzverordnung gelistet und dürfen nur mit den erforderlichen Dokumenten eingeführt werden.“, so Marie Müller, Pressesprecherin des Hauptzollamts München. Da der Einführer die erforderlichen Dokumente nicht vorlegen konnte, wurde das Ganzpräparat beschlagnahmt, eingezogen und ein Strafverfahren gegen den 34-jährigen Mann eingeleitet. PM

Anm. d. Red.: Zoll-Pressesprecherin Marie Müller unterläuft ein vielsagender Irrtum, wenn sie in der Pressemitteilung des Münchner Hauptzollamts erklärt, Wölfe seien “vom Aussterben bedrohte Tiere”. Diesen Eindruck erweckt zwar die Berichterstattung vieler Medien hierzulande, aber Fake News bleiben Fake News, auch durch noch so häufige Wiederholung wird eine Falschbehauptung nicht wahrer. In der Roten Liste der IUCN wird der Wolf in der Gefährdungskategorie “least concern” geführt, das bedeutet: Nicht gefährdet.

Das von der Zollsprecherin erwähnte Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) regelt den Handel mit potenziell gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Die durch Handel stark gefährdeten Tierarten wie z.B. Wale, einige Papageien- und Schildkrötenarten sind in Anhang I gelistet. Der Wolf ist in Anhang II aufgeführt, mit diesen Arten “ist ein kommerzieller Handel nach einer Unbedenklichkeitsprüfung des Ausfuhrstaates möglich.” (Wikipedia). SE

Least Concern: Internetseite der IUCN zum Wolf. (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

Beitragsbild: Beschlagnahmtes Wolfspräparat. Foto: Zoll

 

 

Weltnaturschutzunion IUCN gegen “Canned shooting”

DJV begrüßt Resolution der Weltnaturschutzunion (IUCN) gegen die kommerzielle Aufzucht von Löwen in Gehegen für den Abschuss. Gleichzeitig bedauert der DJV, dass die IUCN sich immer mehr von der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen als eine Form des Naturschutzes entfernt.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt die Resolution der IUCN gegen den Abschuss von Zuchtlöwen im Kleingatter. Der am 12. September 2016 in Hawaii zu Ende gegangene Weltkongress der “Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen” (IUCN) hatte sie verabschiedet. “Wenn gezüchtete und in Gefangenschaft aufgewachsene Tiere in einem Gatter tot geschossen werden, dann hat das mit Jagd überhaupt nichts zu tun”, sagte DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald in Berlin. “Deswegen war es auch richtig, dass die IUCN in ihrer Resolution den ursprünglichen Begriff ‘canned hunting’ durch ‘canned shooting’ ersetzt hat, also nur noch von Abschießen und nicht mehr von Jagen spricht.” Der DJV bedauert allerdings, dass im IUCN eine emotionale Agenda an Boden gewinnt, die einen einseitigen Naturschutz ohne Berücksichtung der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen anstrebt. Dies steht im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der Weltnaturschutzunion.

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DJV begrüßt IUCN-Stellungnahme zu Auslandsjagd

Nachhaltiger Jagdtourismus ist Naturschutz-Instrument

Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) hat kürzlich ein Dokument veröffentlicht, das Jagdtourismus als Instrument des Naturschutzes würdigt: „Legale und gut regulierte Trophäenjagd trägt wesentlich zum Schutz des Wildes wie auch zum Lebensunterhalt und Wohl der einheimischen Bevölkerung bei, die Seite an Seite mit dem Wild lebt“. Das 19-seitige Dokument enthält zahlreiche wissenschaftliche Belege. Das Informationspapier richtet sich ausdrücklich an die europäischen Entscheidungsträger in Brüssel, die gerade weitere Restriktionen bei der Trophäeneinfuhr vorbereiten. Der DJV begrüßt die IUCN-Klarstellung zur Auslandsjagd und fordert die Politik in Europa und Deutschland auf, von einem generellen Einfuhrverbot für Trophäen abzusehen, da die Schäden für den Naturschutz immens wären. Die IUCN mit ihren 1.250 Mitgliedern, davon 90 staatliche Umwelt- oder Außenministerien und viele nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen, ist weltweit eine der wichtigsten Stimmen im Natur- und Artenschutz.

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Toter Löwe Cecil: Berufsjägerverband schmeißt Guide raus

Die Zimbabwe Professional Hunters & Guides Association (ZPHGA) hat Zane Bronkhorst, einen der Guides, der den amerikanischen Zahnarzt Walter Palmer auf einen als Touristenattraktion bekannten Löwen namens Cecil führte, mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen. Das teilte die ZPHGA dem Guide in einem Jawina vorliegenden Schreiben mit. Der andere beteiligte Professional Hunter (PH), Theo Bronkhorst, ist nicht Mitglied der ZPHGA. In einem weiteren Schreiben, das der Jawina-Redaktion ebenfalls vorliegt, kündigt die ZPHGA gegenüber der Nationalpark- und Wildtier-Behörde Zimbabwes (Zimbabwe Parks & Wildlife Management Authority) eine eigene, unabhängige Untersuchung des Falls an.

Das Verhalten Zane Bronkhorsts stelle einen Verstoß gegen die mit der Mitgliedschaft in der ZPHGA verbundenen Pflichten dar, heißt es in ersterem Schreiben, und verletze den Ehrenkodex der Berufsjägervereinigung. Die beiden Guides hatten den Löwen mit einem Köder aus dem angrenzenden Nationalpark gelockt. Walter P. hatte den Löwen durch einen Schuss mit einer Armbrust nur verletzt, erst nach einer 40stündigen Nachsuche wurde er von den Guides erschossen. Der Fall hatte weltweit Abscheu und Empörung ausgelöst. Walter Palmer hat Medienberichten zufolge massive Morddrohungen erhalten und seine Zahnarztpraxis mittlerweile geschlossen.

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