Schlagwort-Archive: invasive Arten

Baden-Württemberg: Jäger schauen mit Skepsis auf die erste Lesung zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz

Heute, am Donnerstag, den 7. Mai 2020 findet die erste Lesung des Gesetzentwurfs zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JMG) im Landtag statt. Auch wenn die Einführung eines Wildtierportals und von Stadtjägerinnen und Stadtjägern gut und richtig ist, kann und will der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) nicht allen Punkten zustimmen.

Völlig inakzeptabel für den Verband ist die Verlegung der allgemeinen Jagdruhezeit, die künftig zwischen dem 16. Februar und 15. April liegen soll. Sie hat ganz offenbar das Ziel, die Bejagung von Rehwild bereits ab Mitte April zu ermöglichen, um damit vermeintlich dem klimabedingt notwendigen Waldumbau zu helfen. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann ist sich sicher: „Durch veränderte Jagdzeiten kann die Behebung klimabedingter Waldschäden nicht erreicht werden.“ Außerdem kritisiert er, dass die Jagdzeit auf Rehwild bereits jetzt schon neun Monate (1. Mai bis 31. Januar) beträgt, so lange wie bei keiner anderen Wildart, ausgenommen Schwarzwild. Dazu passt, dass der Gesetzgeber nun überraschend versucht, Jagdpächtern durch entsprechende Befugnisse der unteren Jagdbehörden im Einzelfall bei der Abschusserfüllung Dritte vor die Nase zu setzen und sie damit zu entmündigen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Sorge vor weiterer Ausbreitung – FDP fordert Jagd auf Nandus

Großvogel soll ins Jagdrecht – Politiker warnt: Suchen sich schnell bundesweit Lebensraum

Die FDP im Bundestag fordert die Bejagung der frei lebenden Nandus in Mecklenburg-Vorpommern, bevor diese sich weiter in Deutschland ausbreiten. Karlheinz Busen, jagdpolitischer Sprecher seiner Fraktion, warnte in der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Wenn sich die Population jährlich mehr als verdoppelt, suchen sich die Nandus schnell bundesweit Lebensräume.” Das Landwirtschaftsministerium in Schwerin bezifferte den Bestand im Herbst vergangenen Jahres auf 566 Tiere, wobei 294 der Vögel noch Jungtiere waren. Das Bundesumweltministerium bestätigte auf Anfrage des FDP-Politikers: “Der Nandu hat ein hohes Ausbreitungspotenzial, und daher ist eine Abwanderung in benachbarte Regionen potenziell möglich.”

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Gütersloh: Kommunen, Landwirte und Jäger kooperieren bei Bekämfpung von Nutria und Bisam

Prämie für jeden im Kreisgebiet erlegten Nutria und Bisam

Auch im Kreis Gütersloh (NRW) nehmen sogenannte invasive Arten spürbar zu, teilt der Kreis mit. Vor allem Nutria (Myocastor coypus) und Bisam (Ondatra zibethicus) verursachen durch ihre Bautätigkeit erhebliche Schäden an Ufern, Dämmen und erzeugen Fraßschäden in landwirtschaftlichen Kulturen sowie Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Um dem entgegenzuwirken, sollen jetzt die Bestände von Nutria und Bisam reduziert werden. Eine entsprechende Vereinbarung tritt zum 1. August in Kraft. Sie sieht unter anderem Prämien für jeden erlegten Bisam und Nutria vor.

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Sogar der Nabu befürwortet Nilgans-Jagd

+++ Österreich: Gestürzt und an Wurzel hängen geblieben – Bergwacht rettet 79-jährigen Jäger +++ Bayern: Wildernder Hund tötet Rehkitz +++ Hessen: Wildschwein-Alarm im Gewerbegebiet Heppenheim +++

In den Siebzigerjahren sind vor allem in den Niederlanden einige als Ziervögel gehaltene Nilgänse aus der Gefangenschaft entkommen. Seitdem breitet sich die invasive Art in Mitteleuropa aus. Der DJV meldet aktuell eine Vergrößerung des Verbreitungsgebiets um 71 Prozent in den vergangenen acht Jahren. In allen deutschen Bundesländern mit Ausnahme von Berlin ist die Nilgans als Brutvogel nachgewiesen. Problematisch an den Vögeln ist, dass sie während der Brut zum Beispiel Weißstorchennester, Wanderfalkenhorste und Schleiereulennistplätze übernehmen und diese Arten so beim Brutgeschäft stören. Außerdem sin Nilgänse während der Brut territorial und vertreiben andere Entenarten aggressiv aus ihrem Revier. “Attacken auf Junge führende Stockenten enden manchmal mit dem Tod von Stockentenküken”, heißt es auf Wikipedia.

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DJV fordert bundesweite Jagd auf Nilgänse

Die afrikanische Nilgans hat ihr Verbreitungsgebiet in Deutschland innerhalb von acht Jahren um 71 Prozent ausgedehnt. Bei der nordamerikanischen Kanadagans sind es sogar plus 91 Prozent. Der DJV fordert für die invasive Nilgans eine einheitliche flächendeckende Bejagung, um heimische Arten zu schützen.

Die ursprünglich aus Afrika stammende Nilgans erobert Deutschland: 2017 meldeten deutlich mehr als ein Drittel der Reviere ein Vorkommen – das sind 71 Prozent mehr als acht Jahre zuvor. Mehr als verdoppelt hat sich im selben Zeitraum der Anteil der Reviere mit Brutpaaren auf 23 Prozent. Die aus Nordamerika stammende Kanadagans  – die größte in Mitteleuropa lebende Gänseart – breitet sich sogar noch schneller aus: 2017 meldeten Jäger ihr Vorkommen in knapp einem Viertel der Reviere – ein Plus von 91 Prozent gegenüber 2009. Die Zahl der Reviere mit Brutpaaren hat sich um das 1,3-fache erhöht und lag 2017 bei 8 Prozent. Insgesamt haben sich am Monitoring Reviere mit einer Gesamtfläche von 12,5 Millionen Hektar beteiligt – das entspricht  knapp 40 Prorzent der gesamten Jagdfläche Deutschlands. Damit ist das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) einzigartig in seiner Dimension. Initiiert hat es der Deutsche Jagdverband (DJV) gemeinsam mit seinen Landesjagdverbänden vor fast zwei Jahrzehnten.

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Fischbestände im Wandel: Heimische Arten im Rückgang – invasive Arten nehmen zu

Ein Großteil der bayerischen Fließgewässer ist in keinem guten ökologischen Zustand. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat nun erstmals Langzeitdaten zu den Fischbeständen der oberen Donau, Elbe und des Mains systematisch analysiert. Das Team kommt zu dem Ergebnis, dass heimische Fischarten vor dem Aussterben stehen, während einige invasive Arten in ihren Beständen zunehmen.

Im Auftrag des bayerischen Landesamtes für Umwelt und finanziert durch das bayerische Umweltministerium analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alle verfügbaren Fischdatensätze für die bayerischen Einzugsgebiete von Donau, Elbe und Main über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren. Sie verglichen den Zustand mit dem historisch abgeleiteten Referenzzustand der ursprünglich vorkommenden Arten an den jeweiligen Stellen.

Die Studie, veröffentlicht in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift „Biological Conservation“, belegt, dass heimische Charakterarten wie die Äsche, nach der früher eine Flussregion benannt wurde, sowohl in der Fläche als auch in ihren Bestandszahlen im Vergleich zum historischen Referenzzustand massiv eingebrochen sind.

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Mitmachen: Online-Anhörung zur Bekämpfung invasiver Arten

EU bekämpft gebietsfremde Arten in der Tier- und Pflanzenwelt – Auch bei der „zweiten Listung“ können Bürger wieder mitreden

Die Europäische Union hat zum Erhalt der biologischen Vielfalt eine Verordnung erlassen, in der sie erstmals 37 Tier- und Pflanzenarten auflistet, die sich in Europa auf Kosten heimischer Arten ausbreiten. Die bundesländerübergreifend abgestimmten Maßnahmen zur Bekämpfung der gelisteten Tier- und Pflanzenarten wurden unter Beachtung der EU-Empfehlungen in Managementmaßnahmenblättern zusammengefasst. Nun wird diese erste Liste um acht Tier- und Pflanzenarten erweitert, vier Maßnahmenblätter werden angepasst. Ziel ist es, diese so genannten „invasiven“ Arten deutlich zu reduzieren oder deren weitere Verbreitung einzuschränken. Einige neue Beispiele aus der erweiterten und überarbeiteten Liste für eingewanderte gebietsfremde Tierarten sind der Marderhund (Nyctereutes procyonoides), der Bisam (Ondatra zibethicus) und die Nilgans (Alopochen aegyptiaca). Bei den Pflanzen sind es bspw. das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) und der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum).

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“Waschbären kennen keine Ländergrenzen”

Jäger fordern anlässlich der Agrarministerkonferenz einheitliche Standards für die Eindämmung von Waschbär und Co. Unnötige Beschränkungen für die Jagd mit Falle und Waffe sollen fallen. Kastration ist keine Alternative zur Jagd.

Auf seiner heutigen Tagung hat das Präsidium des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ein 5-Punkte-Papier zum Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten verabschiedet. Zentrale Forderung: Jäger sind die ersten Ansprechpartner, denn die Eindämmung von Waschbär, Mink oder Nutria ist mit Falle und Waffe wirkungsvoll und tierschutzgerecht. An die Teilnehmer der heute beginnenden Agrarministerkonferenz in Bad Sassendorf hat der DJV die Forderung gerichtet, auf bundeseinheiltiche Standards für die Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten zu drängen.

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Invasive Arten: Managementmaßnahmenblätter erschienen

Die Europäische Union hat eine Verordnung zum Erhalt der biologischen Vielfalt erlassen, in der  37 Tier- und Pflanzenarten aufgelistet werden, die sich in Europa auf Kosten heimischer Arten ausbreiten. Ziel ist es, diese so genannten „invasiven“ Arten deutlich zu reduzieren oder deren weitere Verbreitung einzuschränken. Beispiele dafür sind der aus Nordamerika stammende Waschbär, der aber für Greifvögel, Bodenbrüter, aber auch Unken und Amphibien eine Gefahr darstellt. Der ursprünglich als Speisekrebs eingeführte Signalkrebs überträgt Krebspest und gefährdet damit den heimischen Edelkrebs. Auch die Nutria steht auf der Liste.

Das Ziel der EU-Verordnung ist, diese invasiven Arten deutlich zu reduzieren oder deren weitere Verbreitung einzuschränken. 16 dieser 37 Tier- und Pflanzenarten werden in Deutschland als weit verbreitet angesehen und bedürfen mit Blick auf ihre negativen Auswirkungen auf die Biodiversität eines wirksamen Managements, wie das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland (MUV) mitteilt. Eine Beseitigung dieser weit verbreiteten Tiere und Pflanzen aus dem Ökosystem, heißt es, wird häufig nicht mehr möglich sein. Das mag durchaus zutreffen, denn wenn man sich die Maßnahmenblätter zum Beispiel für den Waschbär ansieht, so scheint es durchweg an der erforderlichen Entschlossenheit zu fehlen, den invasiven Arten wirklich den Garaus zu machen, wie das etwa in Australien geschieht.

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Hessen: Umweltministerium lehnt Schonzeitaufhebung für Waschbären ab

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUKLV) hat den Antrag auf Schonzeitaufhebung für Waschbären abgelehnt, den der 1. Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel, als betroffener Jagdpächter gestellt hatte (JAWINA berichtete). Nickel hatte in dem Antrag darauf hingewiesen, dass “nach Art. 19 der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten die Mitgliedstaaten innerhalb von 18 Monaten nach der Aufnahme einer invasiven gebietsfremden Art in eine Unionsliste über wirksame Managementmaßnahmen für diejenigen Arten zu verfügen haben, die in ihrem Hoheitsgebiet weit verbreitet sind.” Der Waschbär sei in der Listung ab dem 3. August 2016 erfasst. Bereits ab Februar 2018 wären daher entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung bzw. zur Populationskontrolle vorzusehen gewesen. Stattdessen bleibe es in Hessen unverändert bei der Schonzeitfestlegung durch die im Jahr 2015 verabschiedete Jagdverordnung, stellt Nickel fest.

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