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Jagdzeitungen als “moralisches Desaster”

In der Berliner Zeitung setzt sich die Tierrechtlerin Hilal Sezgin mit dem moralischen Wert des Zeitschriftenangebots an Bahnhofskiosken auseinander, was sicher verdienstvoll und überfällig ist. Leider verabsäumt es die Autorin, das breite Angebot an Frauen-, Männer-, Bastel-, Koch-, Society- und weiteren Special-Interest-Blättern einer Analyse auf deren sittlichen Gehalt zu unterziehen. Stattdessen beschränkt sie sich allein auf Jagdzeitschriften, was wieder einmal beweist, dass Jagd auf Jagdgegner eine unwiderstehliche, ja geradezu pathologische Anziehungskraft ausübt. Angesichts der in den untersuchten Jagdzeitschriften gezeigten Bildern von toten, blutenden Wildschweinen oder mehr oder minder brauchbarer Praxistipps zum Abkochen von Trophäen oder Abbalgen von Raubwild zeigt sich Sezgin angewidert und schockiert. Was natürlich die Frage aufwirft, ob sie nicht wusste bzw. hätte wissen können oder müssen, worauf sie sich einlässt und was sie erwartet. Und woran es liegen könnte, wenn sie es tatsächlich nicht wusste. Oder was sie bezweckt, wenn sie es sehr wohl weiß, sich dem aber trotzdem aussetzt. Egal.

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