Schlagwort-Archive: Hessen

LJV Hessen: “Überarbeitung des Wolfsmanagementplans übergeht die Interessen von Betroffenen”

Umweltministerin Priska Hinz und Umwelt-Staatssekretär Oliver Conz stellten am Freitag in Wetzlar die geplante Überarbeitung des hessischen Wolfsmanagements vor. Statt mit den Weidetierhaltern, Landwirten und Jägern im Vorfeld praktikable Lösungen zu diskutieren und auch das Landesparlament in die Planungen miteinzubeziehen, wurde gestern ein nahezu fertiges Konzept vorgestellt, welches die Interessen der Betroffenen übergeht.

Mit der Einrichtung eines Wolfszentrums, angesiedelt beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), sowie eines landesweiten Netzes an hauptamtlichen Wolfsberatern verteilt über die 41 hessischen Forstämter, werden die ehrenamtlichen Helfer, darunter viele Jäger, auf ein Abstellgleis geschoben. Die Aufnahme von Rissen oder sonstigen Wolfsverdachtsfällen wird wohl in Zukunft alleinig dem staatlichen Wolfsmonitoring obliegen – dies dürfte das ohnehin niedrige Vertrauen in den Umgang mit dem Wolf in Hessen weiter schwächen. Zudem blieb die Frage ungeklärt, wie dieser beträchtliche finanzielle Aufwand für ein hauptamtliches Wolfsmonitoring finanziert werden soll. Nun müssen wohl die Steuerzahler für die romantische Vorstellungen des „Wolfslandes Hessen“ aufkommen.

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Hessen: Zweiter Wolf sesshaft- Territorium in Nordhessen nachgewiesen

+++ Baden-Württemberg: Nachfolger für den Schluchsee-Wolf +++ Bayern: Wolf bei Neu-Ulm überfahren +++ 

Der Wolf wird wieder heimisch in Hessen – nach der Wölfin im Vogelsberg ist nun ein zweites Tier in Nordhessen sesshaft. Dies hat eine Genanalyse für das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) im Rahmen des hessischen Wolfsmonitorings ergeben. Damit hat Hessen nun innerhalb weniger Wochen ein zweites Wolfsterritorium.

Es handelt sich hierbei ebenfalls um ein weibliches Tier, welches sich nun seit mehr als einem halben Jahr im Umkreis des „Stölzinger Gebirges“ aufhält, wo die Landkreise Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner aneinandergrenzen. Die Wölfin wurde erstmals am 1. August 2019 an einem gerissenen Stück Rotwild nahe Herlefeld im Schwalm-Eder-Kreis genetisch nachgewiesen. Zwischen Oktober und November 2019 wurde dasselbe Tier ebenfalls an mehreren gerissenen Schafen in der Region nachgewiesen, zuletzt am 2. November in Sontra im Werra Meißner-Kreis. Eine Genprobe, die am 10. März 2020 von einem ehrenamtlichen Rissgutachter des HLNUG an einem Stück Rotwild bei Schemmern genommen wurde, hat nun erneut den Nachweis dieses Individuums erbracht. Damit gilt diese Wölfin in diesem Gebiet als standorttreu.

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LJV Hessen gibt Argumentationshilfe zur vorverlegten Jagdzeit

Der LJV-Hessen empfiehlt:

Sollten Jagdausübungsberechtige in Hessen ein Schreiben erhalten, in dem auf die Bedrohung des Waldes durch den Klimawandel hingewiesen und zur Unterstützung der Wiederbewaldung durch einen konsequent frühen Beginn der Jagd im April aufgerufen wird, könnte wie folgt argumentiert werden:

Die Auswertung der Streckenergebnisse aus den vergangenen drei Jahren ergibt eine flächendeckende Erfüllung der Abschusspläne in Hessen.

Die bisher gültigen Jagdzeiten ab dem 1. Mai sind bei einer intensiven Jagd mehr als ausreichend, um die Abschussvorgaben zu erfüllen, wie z. B. auch nach dem Orkan „Kyrill“ deutlich wurde.

Statt den nun weiter ausgedehnten Jagdzeiten fehlt bis heute ein Eingehen auf die notwendige Lebensraumgestaltung von Wald und Wild, es stehen ausschließlich ökonomische Interessen im Fokus.

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LJV Hessen: “Grünes Umweltministerium zeigt sein wahres Gesicht”

+++ Niedersachsen: Wolf hetzt Galloway-Herde über LandstraßeBauer vermisst Harald +++ Wolf streift durch Bremen +++ Schleswig-Holstein: Bismarcks müssen Jagdgatter öffnen +++ Hessen: Gesetz zur ASP-Bekämpfung beschlossen +++ Sachsen: Wolf dringt mehrfach in Siedlungen vor +++ Hessen: Autofahrer stirbt bei Wildunfall +++ Sachsen-Anhalt: Jäger findet Leiche +++ Hessen: Rotwild gerissen – Gutachter darf auf Anweisung der Naturschutzbehörde keine DNA-Probe nehmen +++ 

“Mit der Verlängerung der Jagdzeit auf Rehböcke, Schmalrehe, Rot-, Dam-, Sika- und Muffelschmalwild wird manifestiert, dass Tierschutz, Lebensraumgestaltung und Artenreichtum dort nur eine beliebige Floskel zu sein scheint”, klagt der LJV Hessen.

Leider verrät uns der Verfasser der unten stehenden Pressemitteilung des LJV nicht, worüber er sich eigentlich konkret aufregt. Nach Recherchen von JAWINA hat das grüne Umweltministerium in einem Schreiben an den LJV angekündigt, nach dem Urteil des Staatsgerichtshof zur hessischen Jagdzeitenverordnung (JAWINA berichtete) die JagdZVO noch einmal komplett zu überarbeiten – gewissermaßen als Retourkutsche. Die neue Fassung soll, nach den uns vorliegenden, bislang unbestätigten Informationen, am Montag veröffentlicht werden und am Dienstag rechtskräftig werden. In der neuen JagdZVO soll dann die Jagdzeit für das Rehwild auf den 01.04. vorgezogen werden…

In der Pressemitteilung des LJV heißt es weiter: “Auf einer Verbändesitzung, zu der das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Februar eingeladen hatte, wurde von seitens des Hessischen Waldbesitzerverbandes und des ÖJV bereits eine Verlängerung der Jagdzeit auf das Rehwild gefordert. Was für Feldhamster, Waschbär & Co. gilt, wird dem wiederkäuenden Schalenwild in Hessen nun völlig aberkannt:  So werden keine Kosten und Mühen gescheut, den Lebensraum des Hamsters zu sichern, was grundsätzlich sinnvoll ist. Waschbären, die von der EU als invasive gebietsfremde Art eingestuft sind, erhalten eine Schonzeit, die die des Rehwildes bei weitem überschreitet. Das Rehwild wird nun in Hessen 10 Monate lang bejagt – was weder wildbiologisch noch sachlich gerechtfertigt ist.

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Hessen: Jungfüchse und Jungmarderhunde ab morgen wieder ganzjährig bejagbar

Om heute veröffentlichten Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen (Nr. 13 vom 31. März 2020) wird die “Zweite Verordnung zur Änderung der Hessischen Jagdverordnung” verkündet. Das HMUKLV hat damit die vom Hessischen Staatsgerichtshof für verfassungswidrig erklärten Schonzeiten (Urteil vom 12.02.2020) revidiert, teilt der Landesjagdverband Hessen mit.

Demnach wird die Hessische Jagdverordnung vom 10. Dezember 2015 wie folgt geändert:

Juvenile Marderhunde sind ganzjährig bejagbar
Juvenile Füchse sind ganzjährig bejagbar
Steinmarder sind vom 16. Oktober bis zum 28. Februar bejagbar
Blässhühner sind vom 1. Oktober bis 15 Januar, sowie sie nicht nach Abs. 3 Satz 2 zu verschonen sind, bejagbar.

Die Änderungen treten einen Tag nach Verkündung, am 1. April 2020 in Kraft.

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LJV Hessen fordert: Verfassungswidrige Schonzeit für Jungfüchse und Jungmarderhunde zeitnah aufheben

Der Landesjagdverband Hessen (LJVH) fordert die hessische Umweltministerin Priska Hinz auf, die verfassungswidrige Schonzeit für Jungfüchse und Jungmarderhunde sofort aufzuheben. Der Hessische Staatsgerichtshof hatte kürzlich entschieden (JAWINA berichtete), dass die Hessische Jagdverordnung vom 10.12.2015 und die Schonzeiten für Jungwaschbär, Jungfuchs und Jungmarderhund nicht mit der Hessischen Verfassung vereinbar und sachlich nicht begründet seien.

Am 28. Februar endete die Jagdzeit für Füchse und adulte Waschbären, die in der hessischen Jagdverordnung von 2015 verankert worden ist. Besonders zur Brutzeit von seltenen Bodenbrütern wie Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn stellt die Schonzeit ein großes Problem dar. Aber auch junge Feldhasen oder die wenigen Feldhamster sind in der ausgeräumten und kargen Kulturlandschaft ihren Fressfeinden hilflos ausgesetzt.

In einem ersten Schritt wurde nun die im Koalitionsvertrag zwischen CDU und Bündnis 90/Die Grünen beschlossene Aufhebung der Schonzeit für den Jungwaschbären umgesetzt. Mit Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt vom 24.02.2020 wurde diese einen Tag später gültig.

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Hessen: Einschränkungen der Jagdzeiten für Marderhunde, Waschbären, Steinmarder, Füchse und Blässhühner teilweise unverhältnismäßig

Urteil des hessischen Staatsgerichtshofes zu dem Normenkontrollantrag der Fraktion der FDP im Hessischen Landtag gegen die Hessische Jagdverordnung

Der Staatsgerichtshof des Landes Hessen hat mit Urteil vom heutigen Tag über den Normenkontrollantrag der Fraktion der FDP im Hessischen Landtag gegen die Hessische Jagdverordnung – HJagdV – entschieden und festgestellt, dass die zur Überprüfung gestellten Jagdzeitbestimmungen zum überwiegenden Teil mit der Hessischen Verfassung – HV – vereinbar sind. Jedoch genügen die zu den Jagd- bzw. Schonzeiten getroffenen Bestimmungen für Waschbären, Marderhunde, Steinmarder, Füchse und Blässhühner teilweise nicht den Anforderungen, die das durch die Hessische Verfassung garantierte Eigentumsgrundrecht an solche Regelungen stellt.

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Hessen: Staatsgerichtshof verhandelt Normenkontrollantrag zur Jagdverordnung

Mündliche Verhandlung in dem Verfahren über den Normenkontrollantrag der FDP-Fraktion gegen die Hessische Jagdverordnung am 13. November 2019

„Der Hessische Staatsgerichtshof wird die mündliche Verhandlung in dem Normenkontrollverfahren der FDP-Landtagsfraktion gegen die Hessische Jagdverordnung am 13. November 2019 [und damit mehr als drei Jahre (!) nach dem Antrag der FDP, Anm. d. Red.] um 10:00 Uhr in Wiesbaden durchführen. Die Beteiligten sind zu diesem Termin geladen worden“, teilte der Präsident des Staatsgerichtshofes des Landes Hessen Roman Poseck heute in Wiesbaden mit.

Der Normenkontrollantrag richtet sich gegen die §§ 2 und 3 der Hessischen Jagdverordnung vom 10. Dezember 2015 und die mit diesen einhergehenden Verkürzungen bzw. Aufhebungen der Jagdzeiten für rund 20 verschiedene Tierarten. Die Antragstellerin ist der Auffassung, dass die neuen Bestimmungen einen verfassungswidrigen Eingriff in das durch die Eigentumsgarantie der Hessischen Verfassung geschützte Jagd- und Jagdausübungsrecht darstellen. Wegen des Fehlens einer Begründung der Verordnung verletze die Neuregelung zudem das Rechtsstaatsprinzip. Außerdem verstießen die verfahrensgegenständlichen Bestimmungen der Jagdverordnung gegen den Parlamentsvorbehalt.

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Hessen: Aujeszkysche Krankheit (AK) bei Wildschwein im Werra-Meissner-Kreis nachgewiesen

+++ Italien: Wildwasserpaddler retten Reh +++ NRW: LANUV bestätigt Wolfsnachweis im Rhein-Sieg-Kreis +++ NRW: Prüm, Gerolstein und Adenau zu Wolfspräventionsgebieten erklärt +++

Im Rahmen des sogenannten Wildschwein-Monitorings wurde am 4. September 2019 bei der routinemäßigen Untersuchung einer Wildschweinblutprobe aus dem Raum Waldkappel durch das Hessische Landeslabor in Gießen Antikörper gegen das Virus der Aujeszkyschen Krankheit (AK) amtlich nachgewiesen. Das Vorkommen der Erkrankung stellt eine potenzielle Bedrohung für die Hausschweinebestände und Haustiere, besonders Hunde, dar. Alle Schweinehalter sollten daher die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen strikt einhalten. Jägern wird dringend empfohlen, keinen Aufbruch von Wildschweinen an Hunde zu verfüttern und den unmittelbaren Kontakt von Jagdhunden mit Wildschweinen zu minimieren. Zum Schutz vor einer Infektion mit dem Erreger der Aujeszkyschen Krankheit sollten Hunde und Katzen, bei denen die Infektion grundsätzlich tödlich verläuft, nur mit vollständig durchgekochtem Fleisch von Haus- und Wildschweinen gefüttert werden.

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Hessen: Keine Änderung der Genehmigungspraxis für Schalldämpfer

Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg warten noch ab

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Schalldämpfern für Jäger (JAWINA berichtete) wird vorerst keine Auswirkungen für Jäger in Hessen haben: “Aus der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ergeben sich keine Änderungen für die Verwaltungspraxis der hessischen Waffenbehörden bei der Prüfung einer Genehmigung von Schalldämpfern für Jagdlangwaffen; maßgeblich bleiben die diesbezüglichen in Hessen geltenden Erlasse”, teilte ein Sprecher des hessischen Innenministeriums auf Anfrage von JAWINA mit.

Aus Schleswig Holstein hieß es auf unsere Anfrage:

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