Schlagwort-Archive: Hannah

Welpen-Gucken auf dem Theelshof

“Du kommst eh nicht allein zurück”, hatten viele prophezeit – und fast hätten sie Recht behalten, wenn nicht schon alle Welpen vergeben gewesen wären. Insbesondere die fast einfarbig braune Hündin mit ein bisschen Weiß an Brust und Vorderbeinen hatte es mir angetan. Bildschön, aktiv, keck, kernig und dabei dem Menschen so zugewandt – ein kleiner, faltiger Herzensbrecher der übelsten Sorte. Für den nächsten Wurf auf dem Theelshof, wo einst auch unsere langjährige Wegbegleiterin und Jagdgefährtin Hannah gewölft wurde, wurden gewisse Verabredungen getroffen…

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Hannah ist tot

Hannah (Hera) vom Theelshof    9.7.2004 – 15.1.2018

In der Weihnachtswoche wollte sie zwei Tage lang nicht so richtig fressen. Ich ahnte schon, dass das bei dem alten Hund Ungutes verheißt. Am dritten Tag entwickelte sie eine massive Gelbsucht. Tierklinik. Im Ultraschall sah die Leber unauffällig aus, kein Tumor zu sehen. Aber katastrophale Leberwerte, jenseits dessen, was das Analysegerät im Labor messen kann. Ab dann alle zwei Tage hochdosiert Cortison als Entzündungshemmer und Vitamin B gespritzt. Die anfängliche Befürchtung, dass Hannah die Feiertage nicht überstehen würde, traf nicht ein, sie schien sie sich nochmal zu rappeln. Fraß wieder, forderte ihr Personal zu Spaziergängen auf. Es ließ sich aber nicht leugnen, dass der Hund rasant abbaute, auch muskulär. Damit begann die beschissen schmerzhafte Zeit, da man weiß, dass bald eine sehr schwere Entscheidung ansteht.

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IWA 2016: Hannah – Horror herzlicher Hundesitter

“Jeder Jawina-Leser liebt Hannah, also bring sie bloß mit”, forderten mich meine Gastgeber während der IWA 2016, Robert Saemann-Ischenko (Autor der beliebten Willi-Kolumne auf JAWINA) und seine Frau Anja auf. Robert und Anja sind höfliche Menschen. Folglich haben Sie nicht direkt gesagt, dass ich meinen Köter bei einem etwaigen erneuten Besuch doch bitteschön zuhause lassen sollte. Gedacht haben sie es wahrscheinlich schon. Ich könnte es verstehen. Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen. Natürlich hatte die betagte, gleichwohl unvermindert durchsetzungsstarke Kurzhaarhündin den freundlich-konzilianten BGS-Rüden gleich am ersten Abend von seinem komfortablen Hundeplatz an der Heizung verdrängt. Betrübt suchte Willi sein Notlager auf der Sauschwarte auf, während Hannah reueloses Wohlbefinden durch die üblichen Schnarchlaute ausdrückte. Diese veranlassten meine Gastgeber, sorgenvolle, ja alarmierte Blicke in Richtung des Gasthundes zu werfen: War hier die Anwendung des Heimlich-Handgriffs geboten? Musste man den tierärztlichen Notdienst anfordern? “Normales Betriebsgeräusch”, suchte ich die skeptischen Gastfreunde zu überzeugen.

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Konzentration auf das Wesentliche…

Manchmal ist so viel zu tun, dass schon mal was untergeht – da ist es gut, wenn jemand den Überblick behält und die wirklich wichtigen Dinge auf dem Schirm hat. Wie Kurzhaar-Hündin Hannah, die hier dezent daran erinnert, dass die Futterzeit schon um eine skandalöse Viertelstunde überschritten ist. Brav, mein Hund…

Der Draculabiss: Wer war das?

Nachsuche auf ein Damschmaltier nach einem kleinen Drückerchen: Am Anschuss jede Menge Schweiß, die Fährte lässt sich im Schnee gut verfolgen. Die erfahrene DK-Hündin Hannah will – ganz ungewöhnlich für den hochpassionierten Hund – die Fährte nicht richtig annehmen, folgt Verleitungen. Zeitweise ist der Schütze besser auf der Fährte, als der Hund. Seltsam. Irgendwann arbeitet sie die Fährte dann doch. Als wir zum Stück kommen, ist es mausetot, obwohl es einen nicht (bzw. nicht so schnell) tödlichen Laufschuss hatte. Auf dem Träger zwei Löcher im Abstand von etwa zehn Zentimetern. Es sieht aus, als hätte Graf Dracula höchstpersönlich zugebissen. Wer war das? Ein Wolf? Aber hätte der uns bereitwillig seine Beute überlassen? Hätte er nicht schon das halbe Stück verspeist? Ein Hund? Aber welcher Hund hat so einen Fang, Reißzahnabstand zehn Zentimeter? Das Webtracking bringt die Erleuchtung:

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Sauerfleisch vom Schwan

In unserer beliebten Serie “Hannahs Heldentaten” lesen Sie heute die Folge: “Schwanensee – Abgesang:”

Es war eine der ersten Drückjagden im November. Drei Stunden lang hatten wir uns als Durchgeher durch Sumpf und Schilf gekämpft, uns heiser geschrien, Sauen hochgemacht…

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Fuchs als Anschneider

Nicht einmal verwöhnte Füchse bekommen allzu oft frische Hirschkeule vorgesetzt – hier ist es drei tapferen Rotröcken gelungen, sich mit der Delikatesse gehörig den Wanst vollzustopfen. Und das ging so: Jawina-Leserin MF hat einen Abschusshirsch gestreckt. Da das Rudel sich nach dem Schuss noch in der Nähe des Anschusses aufhielt, wartete sie erst einmal eine Weile ab, um durch die Bergung des Stücks nicht allzu viel Beunruhigung zu verursachen.

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Hannah hoch zehn

Gestern vor zehn Jahren wurde die Grundlage gelegt – oder vielmehr: geworfen – für eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen, eines der besten Geschäfte, das ich je getätigt habe. Gestern hatte mein Hund Geburtstag, den einzigen runden, den er wohl leider erleben wird: Hannah alias Hera vom Theelshof wurde zehn Jahre alt. Zehn Jahre – das ist länger, als die meisten Ehen heute halten und viel länger, als viele von uns es in ihren schalen Beziehungen oder stumpfsinnigen Jobs aushalten. Ein Jahrzehnt – das kann heißen fünfmal umziehen, sieben neue Autos kaufen und einmal den kompletten Freundeskreis austauschen. Der Hund bleibt. Merkwürdig, dass der von vielen Konstanten im Leben anscheinend unausweichlich hervorgerufene Überdruss ausgerechnet um die Vierbeiner einen Bogen macht.

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