Schlagwort-Archive: Grünbrücken

Rotwild in Hessen – Überlebenschancen einer Leitwildart

Großes Interesse am Symposium der Jägervereinigung Oberhessen

Nur noch auf ca. 29 Prozent der Landesfläche geduldet, gilt in Hessen für den Rothirsch und seinen Anhang ein strikter Schießbefehl: Sobald unser größtes frei lebendes Säugetier auf seinen uralten Wanderwegen eines der 20 abgegrenzten Rotwildgebiete verlässt, fordert das Jagdgesetz seinen Abschuss. Denn Rotwild schält seit Urzeiten Rinde von den Bäumen und mindert damit die Einnahmen der modernen Forstwirtschaft. Deshalb darf es sich seinen Lebensraum nicht selbst suchen. Zugleich bilden Autobahnen für das Rotwild unüberwindliche Barrieren und isolieren seine Vorkommen. Angesichts dieses Szenarios und einer neuen Bejagungsrichtlinie des hessischen Umweltministeriums, die nach Ansicht von Rotwildexperten die ausgeprägte Sozialstruktur dieser Wildart zerstört, veranstaltete die Jägervereinigung Oberhessen in der Grünberger Gallushalle mit rund 230 Teilnehmern das Symposium „Rotwild in Hessen – Überlebenschancen einer Leitwildart“.

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Hessen: Rotwild durch genetische Verarmung bedroht

Die Verinselung der hessischen Rotwildpopulationen zeigt verheerende Auswirkungen, wie eine vom LJV Hessen, den hessischen Rotwildhegegemeinschaften und aus Fördermitteln der Jagdabgabe geförderte Studie von Prof. Dr. Dr. Gerald Reiner belegt. Der LJV Hessen fordert mehr Grünbrücken, erforderlich ist aber auch eine Änderung der Bejagungsstrategie: Jungen Rothirschen müssen ihre traditionellen Wanderungen ermöglicht werden.

Im folgenden veröffentlichen wir die von Prof. Dr. Dr. Reiner erstellte Pressemitteilung “Sicherung der genetischen Diversität in den hessischen Rotwild-Populationen – Ein Beitrag zur Sicherung der hessischen Biodiversität” im Wortlaut: 

Es ist bereits 5 nach 12: Die genetische Vielfalt bei unserem größten heimischen Säugetier, dem Rotwild, ist seit den 1960er / 80er Jahren deutlich zurückgegangen und der wichtige, genetische Austausch zwischen den Populationen ist unterbrochen. Die Tiere sind dadurch weniger widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und Krankheiten. Die entstandenen Inzuchtprobleme wurden mit dem Auftreten einer dafür typischen Missbildung in Nordhessen nachdrücklich bestätigt.

Genetische Studien lassen noch Reste einer einst sehr guten Vernetzung erkennen, doch aktuell sind die Populationen durch Barrieren wie Autobahnen und Zersiedlung in vollständig isolierte Inselvorkommen aufgeteilt. Dieses Ergebnis zeigte eine über zwei Jahre durchgeführte Untersuchung von Prof. Dr. Dr. habil. Gerald Reiner vom Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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Forum Natur fordert mehr Grünbrücken für Wölfe

Forum Natur Brandenburg (FNB) beklagt katastrophale Fehlplanung der Naturschutzverwaltung

„Wir verstehen uns in erster Linie als „Brückenbauer“, weil wir es sind, die die Brücken zwischen Schutz und Nutzung in unserer Umwelt schlagen“, sagt Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forum Natur Brandenburg und ausgewiesener Naturfreund. Und ergänzt: „Und deshalb tut es uns weh, wenn wir mitansehen müssen, wie durch nicht ausreichende Schaffung von sicheren Übergängen über stark befahrene Straßen gerade auch Wölfe ihr Leben lassen müssen.“

Damit spielt er an auf die gestrige stundenlange Vollsperrung des nördlichen Berliner Rings, weil dort ein Wolf auf dem Weg nach Berlin bei der Fahrbahnquerung angefahren worden war, schwer verletzt erst die in seinem Falle geltenden besonderen Verwaltungsprozeduren über sich ergehen lassen musste, bis er auf amtstierärztliche Entscheidung zur Erlösung von seinen stundenlangen Qualen endlich eingeschläfert werden konnte. „Unerträglich für jeden, der ein Herz für Tiere hat“, so Beyer.

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LJV Hessen fordert mehr Grünbrücken

Der Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen muss mit der Errichtung von Querungshilfen verbunden sein, fordert der Landesjagdverband Hessen (LJVH) in einer Presseerklärung: Der stetig zunehmende Verkehr macht den Aus- und Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen erforderlich. Die Hauptverbindungsstränge – in Hessen zählen hierzu die A44 Kassel-Eisenach sowie die A45 und A5 in der Nord-/Südachse – müssen dem erhöhten Verkehrsaufkommen gerecht werden. Zudem nimmt Hessen unter allen Bundesländern eine besondere Position ein: Der Ausbau von Versorgungs- und Transporttrassen, Siedlungs- und Gewerbebau seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 nimmt zusätzlich viele freie Flächen in Anspruch. Insgesamt durchqueren rund 17.300 Kilometer Straßen das Land. Davon entfallen 1.000 km auf Bundesautobahnen und rund 1.300 km auf Bundesstraßen.

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Gut angenommen: Brandenburger Grünbrücken

Im Rahmen des im Januar 2009 von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakets zur Stärkung  der Wirtschaft konnte die Straßenbauverwaltung Brandenburg drei Grünbrücken über Autobahnen fertigstellen, die wesentlich das Projekt „Ökologischer Korridor Südbrandenburg“ unterstützen. Seitdem ist das Land auch für zehn Jahre verpflichtet, über ein Monitoringprogramm zu überprüfen, ob und wie die Bauwerke für die Wildtiere Wirkungen entfalten. Aktuell hat das Landekompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) wieder einen Bericht zur „Erfolgskontrolle an den Grünbrücken über die BAB 9, 13, und 12 zum Nachweis der Funktionalität als Wildtierpassage (Monitoring größerer Säugetiere“ vorgelegt, der über die Internetseite das Brandenburger Forstministeriums abrufbar ist.

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Wiedervernetzung von Lebensräumen: Barrierefreiheit für die biologische Vielfalt

Trotz Grünbrücken ist die Durchgängigkeit der Landschaft für Tiere noch nicht erreicht, die Tiermortalität an Straßen zu hoch. Die Wiedervernetzung von Lebensräumen wirkt dem entgegen und muss bundesweit Schule machen. Wie das funktionieren kann, erklären Experten während der Fachtagung „Lebensraumkorridore für Mensch und Natur“ in Berlin.

Verkehrswege müssen keine Barriere für die biologische Vielfalt sein, wenn große Querungshilfen wie Grünbrücken und Ottertunnel ökologisch hochwertig an das Hinterland angebunden werden. Gleichzeitig können Verkehrsunfälle mit Wildtieren vermieden werden. Das Leuchtturmprojekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“ zeigt, wie wichtig die richtige Gestaltung auf der Grünbrücke und deren Einbindung in die umgebende Landschaft ist: So haben sich zum Beispiel seltene Arten wie Kreuzkröte oder der Warzenbeißer, die sich nur langsam fortbewegen können, bis zur Grünbrücke bei Kiebitzholm ausgebreitet. Die Haselmaus, das Blutströpfchen – eine Schmetterlingsart – und der Kammmolch nutzen inzwischen die Grünbrücke, der Fischotter ist im benachbarten Ottertunnel nachgewiesen worden. Im an die Grünbrücke angrenzenden Naturwaldband lebt eine hohe Artenvielfalt von Brutvögeln und Fledermäusen.

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