Schlagwort-Archive: Graugänse

Niedersachsen: Projekt zur Schätzung von Frassschäden durch Wildgänse vorgestellt

NLWKN und Landwirtschaftskammer stellen im Rheiderland erste Ergebnisse vor  

Durchziehende Wildgänse führen im nördlichen Niedersachsen zu Fraßschäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Auf einer Informationsveranstaltung in Jemgum stellten der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Dienstag ein aktuelles Projekt vor, das in der Modellregion Rheiderland ein System zur einfachen Schätzung von Ertragseinbußen auf Grünland in Vogelschutzgebieten entwickelt hat.

Im Rheiderland liegen große Teile der landwirtschaftlich genutzten Flächen innerhalb des EU-Vogelschutzgebietes 06 Rheiderland. „Eine Vergrämung der regelmäßig rastenden, teils streng geschützten Arten ist hier aufgrund der geltenden Schutzbestimmungen ausgeschlossen”, erklärt Walter Schadt, Aufgabenbereichsleiter für Naturschutzprojekte und Flächenmanagement in der zuständigen NLWKN-Dienststelle Brake-Oldenburg. Vor allem Weißwangengänse und Blessgänse rasten im Winter regelmäßig in der Region. Sie sorgen bei ihrem Aufenthalt immer wieder für Schäden auf Äckern und Grünland.

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Nürnberg: Proteste wegen Gänseabschuss dauern an

Mangelnde Tötungswirkung? Beim Gänseabschuss wurde Stahlschrot verwendet

Den ganzen Montag habe ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Fragen von aufgebrachten Bürgern und Medienvertretern wegen des Gänseabschusses in einer Nürnberger Grünanlage beantworten müssen, berichtet nordbayern.de. Nach dem, was ein Behördenmitarbeiter auf nordbayern.de beschreibt, ist die Vergrämungsaktion indes ziemlich vorbildlich abgelaufen: Mit fünf Schüssen und einem Nachschuss seien fünf Gänse – zwei Kanada- und drei Graugänse – tödlich getroffen worden. Es ist also eine nahezu hundertprozentige Trefferquote zu vermelden, die beteiligten Schützen verstehen offenbar ihr Handwerk. Ein brauchbarer Jagdhund war dem Bericht zufolge dabei, wurde aber nicht eingesetzt, da niemand die angeblich krank geschossene und nicht nachgesuchte Gans bemerkt hat.

Bisher liegen übrigens keine Berichte darüber vor, dass die angeblich krank geschossene Gans untersucht worden wäre. Ob diese tatsächlich angeschossen wurde, ist daher bislang als unbewiesene Behauptung zu werten. Dass sich die Jäger nicht die Zeit genommen haben, alle Seebereiche nach der Jagd mit dem Hund abzusuchen, dürfte auch der Anwesenheit filmender und vermutlich lauthals protestierender Tierschützer zuzuschreiben sein. Schließlich will sich niemand freiwillig zur Zielscheibe fanatischer Tierschützer machen und in YouTube-Videos öffentlich an den Pranger gestellt werden. Wie berechtigt solche Befürchtungen sind, zeigen die Morddrohungen gegen den Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel (JAWINA berichtete). Von der Stadt wäre demnach zu verlangen, dass die Bereiche, in denen Vergrämungsmaßnahmen erfolgen sollen, weiträumig und lange genug abgesperrt werden, um eine ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahme und den Schutz der beteiligten Jäger zu gewährleisten.

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“Die Schäden sind horrend”

Folgen des Jagdverbots: Dramatische Entwicklung der Graugansbestände in den Niederlanden

Wildgänse haben die Niederlande zum Fressen gern, die Schäden durch Graugänse auf landwirtschaftlichen Flächen sind zwischenzeitlich explodiert: 2014 lagen die staatlichen Ausgleichszahlungen bei 16 Millionen Euro – ein Rekordwert. Hauptursache sind die enorm gestiegenen Brutvogel-Bestände, rund 70.000 Graugans-Paare brüteten 2014 in den Niederlande. Von 1985 bis 2011 verzeichneten Wissenschaftler eine Steigerung von 2.000 Prozent. Jetzt zieht die Niederländische Regierung die Notbremse: Flugunfähige Jungvögel sowie Altvögel in der Mauser werden regional zusammengetrieben und vergast. Mehrere Zehntausend Tiere sollen es jährlich werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) lehnt die Vergasung von Wildgänsen zur Bestandsentwicklung vehement ab, die Methode ist nicht vereinbar mit den Grundsätzen des Tierschutzes. Für Deutschland fordert der DJV eine weiterhin nachhaltige Bejagung von Gänsen, um eine Situation wie in den Niederlanden zu vermeiden. Gänsejagd ist eine legitime Form der Nutzung natürlicher Ressourcen, wie sie in internationalen Artenschutzabkommen ausdrücklich anerkannt wird.

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Gänsemarsch in Schleswig-Holstein

Wildgänse sind charakteristisch für Schleswig-Holstein. Besonders eindrucksvoll ist die Brutzeit, wenn Elternvögel mit ihrem Nachwuchs unterwegs sind. Derzeit leben im nördlichsten Bundesland rund 6.300 Graugans-Familien. Gänse gehören zu Schleswig-Holstein wie der Wind und die Knicks. Besonders Graugänse erfreuen derzeit mit ihrem flauschigen Nachwuchs die Naturfreunde im ganzen Land. Wer Glück hat, sieht die Familien im „Gänsemarsch“ auf Nahrungssuche gehen – vorn und hinten die Elternvögel, die Küken trippeln in der Mitte. Aktuell ziehen rund 6.300 Paare ihren Nachwuchs im nördlichsten Bundesland auf, berichtete Jan Kieckbusch vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Bis vor wenigen Jahren brütete in Mitteleuropa nur die Graugans, während die anderen Gänsearten ausschließlich Rast- und Wintergäste in Schleswig-Holstein waren.

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