Schlagwort-Archive: Gerichtsverfahren

Bayern: Freispruch nach Kopfschuss

Ein Jäger, der einen Angreifer im Juli 2017 mit einem Kopfschuss aus seiner Glock Pistole ausschaltete, ist vom Landgericht Augsburg freigesprochen worden. Zuvor hatte der 42-jährige Jäger drei Monate in Untersuchungshaft verbracht und durfte nach seiner Freilassung bis zum Abschluss der Verfahrens Deutschland nicht verlassen, wofür er nun eine Entschädigung erhält.

Einem Bericht der Augsburger Allgemeinen zufolge kam es zu dem Vorfall, weil der 42-jährige nach Brasilien auswandern und zuvor seine Jagdwaffen verkaufen wollte. Er traf sich mit einem 19 Jahre alten vermeintlich erwerbsberechtigten Interessenten für seine Glock Pistole auf einem Autobahnparkplatz an der A8 bei Adelzhausen. Der Kaufinteressent hatte einen falschen Namen und eine Adresse genannt und gelogen, dass er eine Erwerbsberechtigung für die Pistole habe. Als der Verkäufer der Glock auf dem Parkplatz ausstieg, schoss der angebliche Kaufinteressent mit einer Armbrust auf ihn. Der Angreifer verfehlte sein Ziel, danach kam es zu einem Zweikampf. Während der Angreifer den auf dem Boden liegenden Jäger im Schwitzkasten hielt, gelang es letzterem, seine Glock aus der Hosentasche zu ziehen, das Magazin einzuführen und abzudrücken.

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Schweden: “Target elimininated” – Gericht spricht Wolfsschützen frei

Das Bezirksgericht von Södertälje in der schwedischen Provinz Stockholms län hat einen Jäger freigesprochen, der einen Wolf erschossen hat, um seinen Hund zu retten. Wie die schwedische Jagdseite Svensk Jakt berichtet, kam das Gericht in dem dreitägigen Verfahren zu dem Urteil, dass die Schilderung des Wolfsangriffs durch den Jäger den Tatsachen entsprach. Demnach hat der Jäger einen unmittelbar bevorstehenden Angriff eines Wolfs auf ein Haustier in Übereinstimmung mit § 28 der schwedischen Jagdverordnung durch die Tötung des Raubtiers abgewehrt. Bevor er schoss, habe er laut geschrien und einen Warnschuss abgegeben und damit alles getan, um den Wolf nach Möglichkeit zu vertreiben. Die von der Staatsanwaltschaft vorgetragene Beschuldigung, der Jäger habe den Wolf nach dem Ende der offiziellen Wolfsjagd bewusst angelockt und seinen Jagdhund gewissermaßen als Köder benutzt, wies das Gericht als unbewiesen zurück. Der Jäger hatte nach dem Abschuss verschiedene Leute angerufen und Textnachrichten verschickt, in denen er den Tod des Wolfs verkündet habe. Unter anderem schrieb er “The target is eliminated” (Das Zielobjekt ist ausgeschaltet). Dies Staatsanwaltschaft interpretierte dies als Hinweis auf eine geplante Vorgehensweise.

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BH schützt vor Schussverletzung – Verfahren gegen Jäger eingestellt

Das Verfahren gegen einen Jäger, der im August 2015 einen Schuss auf ein Wildschwein abgab, wobei durch einen Querschläger eine Radfahrerin im Brustbereich verletzt wurde (JAWINA berichtete), ist vom Amtsgericht Wismar gegen eine Geldauflage eingestellt worden. Der Metallbügel in dem BH, den die Radlerin trug, bewahrte sie damals vor schlimmeren Verletzungen. Der 54 Jahre alte Jäger hat die vom Gericht im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs verhängte Geldauflage in Höhe von mehreren hundert Euro bereits an die Geschädigte gezahlt. Damit seien die beschädigte Kleidung und ein Schmerzensgeld für die Radfahrerin berücksichtigt worden, erklärte eine Gerichtssprecher. Dem Jäger war vom Gericht vorgehalten worden, den Schuss ohne ausreichenden Kugelfang abgegeben zu haben. Er hätte auch die Gefahr durch Querschläger berücksichtigen müssen. SE

Beitragsbild: Bustier, Autor: Tranquil Garden, Quelle: Wikipedia, verööfentlicht nach Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 generisch“