Schlagwort-Archive: Gericht

Rheinland-Pfalz: Prozessauftakt im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Dalberg

Mindestens sechs Schuss aus dem Halbautomaten abgefeuert

Seit heute muss sich ein 61 Jahre alter Jäger aus Bingen in Bad Kreuznach vor Gericht für den tödlichen Jagdunfall bei Dalberg verantworten, bei dem im November 2018 eine 86-jährige Frau in ihrem Garten erschossen wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jäger fahrlässige Tötung vor. Nach den Ermittlungen der Polizei hat der Unglücksschütze bei der Jagd “mindestens sechs Schuss aus seinem Halbautomaten” auf ein Wildschwein abgegeben, berichtet der SWR. Er habe entgegen der Anweisung des Jagdleiters hangabwärts durch blickdichtes Gebüsch geschossen. Anders als ursprünglich vermutet, habe es sich bei dem tödlichen Geschoss nicht um einen Querschläger gehandelt. red.

Beitragsbild: Halbautomat (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: Aufschub für GW717m

“Freundeskreis freilebender Wölfe” lässt Genehmigung des Wolfsabschusses juristisch überprüfen – neues Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen

Das niedersächsische Umweltministerium hat gegenüber dem NDR bestätigt, dass die Abschussgenehmigung für den Wolfsrüden GW717m ausgesetzt wurde. GW717m ist Leitwolf des Rodewalder Rudels, dem diverse Nutztierrisse, darunter Alpakas, Pferde und zur Last gelegt werden – ein Verhalten, das vom niedersächsischen Umweltministerium unter hartnäckiger Leugnung der Fakten und altbekannter wissenschaftlicher Erkenntnisse immer noch als “ungewöhnlich” bezeichnet wird (z.B. hier). Auf Antrag des sog. Freundeskreises muss das Verwaltungsgericht Oldenburg prüfen, ob die Abschussgenehmigung rechtmäßig erteilt wurde. Dies dahin ruhe die Abschussgenehmigung, teilte das Umweltministerium mit, man wolle bis zur Entscheidung des Gerichts keine Fakten schaffen. Experten bezweifeln ohnehin, ob die Entnahme nur des Leitwolfs eine Entspannung bei den Nutztierrissen bringt, da an den Rissen nach Einschätzung von Wolfsberatern mindestens vier bis fünf Wölfe beteiligt waren, die auch auf den Geschmack von schmackhaften und weitgehend wehrlosen Nutztieren gekommen sind. Leitfähe und Jungtiere aus dem Rodewalder Rudel dürften das problematische Jagdverhalten des Leitwolfs längst übernommen haben. Insofern schiene eine Entnahme des kompletten Rudels weit eher sinnvoll und angebracht.

Weiterlesen

Bayern: Jäger ohne Jagdschein verurteilt

+++ Australien: Drahthaar beißt 14 Monate altes Mädchen tot +++

Ein Jäger, der nach dem Entzug von Jagdschein und WBK mit gefälschten Dokumenten weiter auf Jagd ging, ist vom Amtsgericht Augsburg wegen Urkundenfälschung, Jagdwilderei, unerlaubten Besitzes von Gewehr und Munition sowie Fahrens ohne Führerscheins zu einer Haftstrafe von 20 Monaten, die für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie einer Geldbuße in Höhe von 2500 Euro verurteilt worden. Das berichtet die Augsburger Allgemeine. Nach einer vorangegangenen Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer hatte der Mann Jagdschein und WBK freiwillig abgegeben, sich aber Fälschungen der Dokumente besorgt. Damit hatte er einen Pirschbezirk im Forst bekommen und dort munter gejagt. Als die Gerüchte über den eingebüßten Jagdschein dem Forstbetriebsleiter zu Ohren kam, verständigte dieser die Polizei. Bei der daraufhin durchgeführten Hausdurchsuchung fanden die Beamten neben einem Repetierer und 200 Schuss Munition auch acht Jagdschein-Blankovordrucke. Wie der Jäger an diese gekommen ist, konnte im Verfahren nicht geklärt werden. red.

Beitragsbild: Jagdschein – besser mit. Foto: SE

Rheinland-Pfalz: Pferde erschossen – Jäger verurteilt

Ein Kölner Jäger, der im Oktober 2017 bei Katzwinkel (Landkreis Vulkaneifel) zwei Pferde erschossen hat, weil er sie mit Wildschweinen verwechselte, ist vom Amtsgericht Daun wegen “grundloser Tötung eines Wirbeltiers, tateinheitlich mit Sachbeschädigung in zwei tatmehrheitlichen Fällen” zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 100 Euro verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Hergang der Tat warf Fragen auf, die vor Gericht nicht abschließend geklärt werden konnten. Wie der Volksfreund berichtet, hat der zur Tatzeit 57 Jahre alte Jäger aus 110 bis 120 Metern Entfernung auf die Pferde geschossen, die ein Stockmaß von 1,58 bzw. 1,65 Metern hatten. Beide Pferde wurden in der Herzgegend getroffen und waren sofort tot. Die Pferde können also nicht gelegen haben, wie die Besitzerin der Pferde dem Volksfreund zufolge vermutete. Die Sicht soll schlecht gewesen sein.

Weiterlesen

Kitze ausgemäht – harte Strafe für Landwirt

Ein Landwirt aus Hausach (Ortenaukreis, Baden-Württemberg) ist vom Landgericht Offenburg wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe in Höhe von 75 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt worden, weil er beim Mähen einer Wiese den Tod von zwei Rehkitzen “billigend in Kauf genommen” habe. Das berichtet der Schwarzwälder Bote. Zwei Anwohnerinnen und der Jagdpächter hatten zuvor versucht, den 50 Jahre alten Landwirt vom Mähen abzuhalten. Unmittelbar darauf wurden zwei Kitze durch die Mähmaschine so schwer verletzt, dass der Jäger sie erlösen musste. Der Landwirt bedauerte den Vorfall vor Gericht. Er sei verärgert gewesen, dass der vorab informierte Jäger erst während der Mäharbeiten am Feld erschienen sei. Es habe sich zudem um den ersten trockenen und daher hektischen Tag nach einer längeren Regenperiode gehandelt.

Weiterlesen