Schlagwort-Archive: genetische Verarmung

Hessen: Rotwild durch genetische Verarmung bedroht

Die Verinselung der hessischen Rotwildpopulationen zeigt verheerende Auswirkungen, wie eine vom LJV Hessen, den hessischen Rotwildhegegemeinschaften und aus Fördermitteln der Jagdabgabe geförderte Studie von Prof. Dr. Dr. Gerald Reiner belegt. Der LJV Hessen fordert mehr Grünbrücken, erforderlich ist aber auch eine Änderung der Bejagungsstrategie: Jungen Rothirschen müssen ihre traditionellen Wanderungen ermöglicht werden.

Im folgenden veröffentlichen wir die von Prof. Dr. Dr. Reiner erstellte Pressemitteilung “Sicherung der genetischen Diversität in den hessischen Rotwild-Populationen – Ein Beitrag zur Sicherung der hessischen Biodiversität” im Wortlaut: 

Es ist bereits 5 nach 12: Die genetische Vielfalt bei unserem größten heimischen Säugetier, dem Rotwild, ist seit den 1960er / 80er Jahren deutlich zurückgegangen und der wichtige, genetische Austausch zwischen den Populationen ist unterbrochen. Die Tiere sind dadurch weniger widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und Krankheiten. Die entstandenen Inzuchtprobleme wurden mit dem Auftreten einer dafür typischen Missbildung in Nordhessen nachdrücklich bestätigt.

Genetische Studien lassen noch Reste einer einst sehr guten Vernetzung erkennen, doch aktuell sind die Populationen durch Barrieren wie Autobahnen und Zersiedlung in vollständig isolierte Inselvorkommen aufgeteilt. Dieses Ergebnis zeigte eine über zwei Jahre durchgeführte Untersuchung von Prof. Dr. Dr. habil. Gerald Reiner vom Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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Studie: Europäische Wölfe sind genetisch verarmt

Wissenschaftler um den Biologen und Genetiker Luca Fumagalli von der Universität Lausanne haben 255 DNA-Proben von Wölfen aus europäischen Museen untersucht. Die Proben stammen aus der Zeit des Übergangs vom 19. ins 20. Jahrhundert. In diesem Zeitraum fand die intensive Bejagung des Wolfs in vielen westeuropäischen Ländern ihr Ende, weil Wölfe lokal ausgerottet waren. Dies hat deutliche Spuren im Erbgut des Wolfs hinterlassen: Die Forscher konnten zeigen, dass die genetische Vielfalt der Wölfe in den vergangenen Jahrhunderten hoch war – bis zu dem Zeitpunkt, als die westeuropäischen Populationen durch menschliche Verfolgung erloschen: “In Westeuropa, wo Wölfe fast vollständig ausgerottet wurden, kam es zu einem dramatischen Zusammenbruch der genetischen Vielfalt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, schreiben die Forscher im Abstract der Studie “Howling from the past: historical phylogeography and diversity losses in European grey wolves“, “Und die Wiederbesiedlung durch wenige verbliebene homogene Populationen hatte eine drastische Veränderung der genetischen Struktur zur Folge. (In Western Europe, where wolves nearly got fully exterminated, diversity dramatically collapsed at the turn of the twentieth century and recolonization from few homogeneous relict populations induced drastic shifts of genetic composition).

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LJV Hessen fordert mehr Grünbrücken

Der Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen muss mit der Errichtung von Querungshilfen verbunden sein, fordert der Landesjagdverband Hessen (LJVH) in einer Presseerklärung: Der stetig zunehmende Verkehr macht den Aus- und Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen erforderlich. Die Hauptverbindungsstränge – in Hessen zählen hierzu die A44 Kassel-Eisenach sowie die A45 und A5 in der Nord-/Südachse – müssen dem erhöhten Verkehrsaufkommen gerecht werden. Zudem nimmt Hessen unter allen Bundesländern eine besondere Position ein: Der Ausbau von Versorgungs- und Transporttrassen, Siedlungs- und Gewerbebau seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 nimmt zusätzlich viele freie Flächen in Anspruch. Insgesamt durchqueren rund 17.300 Kilometer Straßen das Land. Davon entfallen 1.000 km auf Bundesautobahnen und rund 1.300 km auf Bundesstraßen.

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